Tja, wieder einmal eine FON-lose Ecke gefunden … Ich würde ja gerne endlich mal meine lokale Großzügigkeit auswärts kompensiert sehen durch Nutzung eines FON-APs; aber, leider, wieder einmal ist der nächste FON-Hotspot so weit weg, das selbst WIND-GPRS attraktiv erscheinen muß …
Replik
Kollege Möllenkamp wird ja nicht müde, Suns Weitsicht zu betonen, CMT eingeführt zu haben. Dies will ich ihm oder Sun ja auch gar nicht nehmen; allerdings ist mir diese fragliche Architektur mit dem so treffenden Namen »Niagara« bislang den Beweis schuldig geblieben, daß sie auch irgendetwas zur Errettung der Menschheit aus welcher, ggf. auch selbst-induzierten, Gefahr auch immer beitragen würde.
Irgendwo wird Sun dies selbst eingesehen haben, bietet Sun Deutschland doch »Rabatte auf Sun Server&Workstations mit Intel, AMD und UltraSPARC Prozessoren« im Sun Startup Essentials-Programm an; die Zeiten, in denen Startups mit Sun-Hardware (damals gleichzusetzen mit der (Super-, Ultra-)SPARC-Architektur) loslegten, sind meiner Beobachtung nach jedenfalls lange vorbei.
Sicherlich ist die Idee bestechend, daß eine CPU tatsächlich und nicht nur quasi-parallel arbeitet, also in einem Taktschritt wirklich mehrere Dinge unabhängig von einander durchführt. Nur, wie Sun schon bei der Prognose »eine FPU reicht für alle n Cores, im Internet nutzt man kaum Floatingpoint« zur T1-CPU falsch lag (teilweise wird extensiv Integer-über-Floatingpoint gemacht, da dies auf herkömmlicher Architektur zu besserer CPU-Auslastung führt, bei der T1 aber eher zur vollständigen Blockade; »In conclusion with the UltraSPARC T2 we have solved the issue of limited floating point capability that was an issue on the original T1.«), auch bei der T2 konnte ich in einem vorab definierten Szenario mit gegebener Software keinen Vorteil der »Threads« der T2-CPU messen.
Ich behaupte ja nun nicht, daß sie nicht da wären, die Threads — auch Intels HyperThreading-Notnagel kann zu einem Gesamtperformancepuls führen, wenn die Software die Besonderheiten kennt. Sehr schön war das mit frühen, nicht auf HT vorbereiteten Linuxkernels zu sehen: Der Kernel sah 4 CPUn (zwei reale und eben zwei virtuelle) und verteilte tapfer die Workload auf die 4 Prozessoren; leider waren zwei davon alles andere als performant und zu allem Überfluß gab’s Abhängigkeiten bei den Caches und dergleichen. Kurz: von einem Performancegewinn konnte man nicht sprechen, damals war es sinnvoller, HT zu deaktivieren — nachdem der Linuxkernel gelernt hat, daß CPU(-Kern) nicht gleich CPU ist, kann HT einen Vorteil bringen.
Mein Problem mit Niagara ist, daß ich mich weniger über coole Errungenschaften von Sun um ihrer Selbst willen freuen kann, wie man das im Hause Sun noch kann — ich habe in der Regel eine konkrete Software, die nun auf dem Niagara-Blech rennen soll, denn FSC wie Sun entsorgen zunehmend die traditionellen Einstiegs- und Midrangeserver zugunsten der Niagara-Linie. Und noch jedes Mal hat die Niagara-Maschine die Erwartungen nicht erfüllt, sei es OSS, die mit nicht-Nigara-optimiertem gcc kompiliert/von einer anderen Sun-Maschine kopiert wurde, sei es eine kommerzielle Software, die je Thread fast-linear skalieren sollte, nach Erreichen der Core-Anzahl allerdings nur noch nicht gravierend langsamer wurde.
Wer eine Nische gefunden hat, wo er massig Niagaras drin versenken kann: schön für ihn; ich konnte eine solche Nische leider noch nicht finden, somit sind diese Server für mich letztlich mehr als flüssig. Und deshalb bleibe ich auch bei meiner Ansicht, daß der zu beschreitende Weg in Richtung massiver Multicores gehen muß; 4, 8, 16, 32 Cores auf einem Chip, gerne — aber vollfunktionsfähige Cores bitte, mit sattem Registersatz und voller Taktfrequenz. Single-Thread-Performance ist – meiner Ansicht nach jedenfalls – heute auch wichtig, eine 10 GHz-CPU mit 10 Cores a 1 GHz klingt zwar toll, wird aber keine Geschwindigkeitsrekorde mit $SINGLETHREADAPPLICATION aufstellen …
YMMV. Don’t drink and drive — take drugs and fly ;)
Mein Staub, Dein Staub? Feinstaub!
Als ich mein vorletztes Auto anmeldete – das ist jetzt so 7 Jahre her –, da frage ich auf dem Straßenverkehramt in Cuxhaven nach der lustigen G-Kat-Plakette. Ich war damals noch nicht soooo lange in Gütersloh – für mich Südschweden war damals vielleicht grade nicht mehr Ruhrpott – und dachte mir, wenn die da Smog haben und ich müßte laufen, das wäre doch eher doof, dann will ich diese olle Plakette lieber mal nehmen.
Aber daraus wurde nichts, denn die Sachberabeiterin meinte, daß man die doch »hier sowieso nicht« bräuchte — wodrauf ich noch erwiederte, daß ich häufiger im Ruhrgebiet wäre. Aber auch dort, meinte sie, wäre diese Plakette mehr als flüssig. Ich sparte dann die 10(?) DM und zog von dannen.
Eine kluge Wahl, wie sich jetzt herausstellt:
Die Mutter aller Umweltplaketten war sechseckig, schokoladenbraun und überflüssig wie ein Kropf: Die Ozonplakette, die sich ab Mitte der 90er-Jahre vor allem in den Ballungsräumen den rechten unteren Scheibenrand eroberte. […] Gebraucht wurde die Plakette nicht, noch nicht mal im Ruhrgebiet wurde seither ein Fahrverbot wegen Sommersmog verhängt.
Generell ist das übrigens ein netter Artikel, der aus meiner Sicht die neuerliche Idiotie, pardon, Auswüchse der Regelungswut, herrlich zusammenfaßt:
Kurios: In Dortmund ist die Umweltzone ganze 300 Meter lang. So zielgenau hält sich der Staub augenscheinlich an politische Grenzen.
Was diese Aktionspläne nutzen? Der Luft wenig. Erst im vergangenen Herbst nahm der Bundesgesetzgeber noch Fahrzeuge hinzu, die mit frühen Katalysatoren ausgerüstet sind. Das war sachlich richtig, denn die Benziner mit den sogenannten US-Kats produzieren keinen Feinstaub, abgesehen vom Bremsen- und Gummiabrieb wie alle anderen Fahrzeuge auch.
Aber Hauptsache, mal hat etwas getan — bis die EU spitz kriegt, daß dieser ganze neue Zonenquatsche mehr so Unsinn ist?
Zeichen und Wunder
Sachen gibt’s. Ich hatte mich ja schon damit – fast – abgefunden, ggf. üppig Bußgelder zahlen zu müssen, wenn ich meinen Audi 90 mal in eine dieser lustigen Umweltzonen lenken sollte; Stand Mitte 2007 hätte es für die Schlüsselnummer 01 des Audi 90 nicht mal einen feuchten Händedruck gegeben, von einer Feinstaubplakette ganz zu schweigen. Da der Wagen einen G-Kat hat und nach meinem Kenntnisstand nicht signifikant mehr oder weniger Feinstaub produziert als mein A6, hätte ich es drauf ankommen lassen, getreu des Gesetztgebers Motto »schaun’ ‘mer mal, ob ‘mer damit durchkimma« … Ich meine jedenfalls, da in Deutschland ja nicht wenige Gesetze schlicht verfassungswidrig sind, kann man dies heute als Regelfall bei neuen Gesetzen annehmen und sollte entsprechend agieren.
Aber soweit muß es nun nicht mehr kommen, denn die bundesdeutsche Frickelpolitik hat mal wieder nachgebessert:
Der Gesetzgeber hat den Anwendungsbereich für die Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen wesentlich erweitert. Dies bedeutet: zukünftig können weitaus mehr Kraftfahrzeuge eine Feinstaubplakette erhalten.
Insbesondere handelt es sich hierbei um:
* GKAT-Fahrzeuge mit nationaler Genehmigung (Schl.Nr. 01, 02, 77)
* Nutzfahrzeuge, die mit PMK-Systemen nachgerüstet wurden.
Zudem dürfen Oldtimer künftig Umweltzonen ohne Plakette befahren
Insbesondere den Oldtimer-Passus finde ich nur konsequent, denn Trecker und ähnliche Stinker sind ja von vorneherein ausgenommen gewesen.
Na, jedenfalls zieren seit Freitag stolze – grüne – Feinstaubplaketten meine Audis. Bevor Bonn Berlin es sich wieder anders überlegt …
CMT? Klar. Nur nicht auf dem Nieveau von 2001!
Kollege Möllenkamp findet wieder Pseudo-Argumente pro Suns Niagara-Ansatz:
With their article they refer to a blog post on the Research@Sun blog: Unwelcome Advice. So … please no more questions if CMT is the right solution. It´s the only solution when even “throw-tremendous-amount-of-money-to-frequency-increases” Intel doesn´t think that the other way is future-proof.
CMT steht übrigens für Chip Multithreading. Und ja, das ist natürlich ein Weg, mehr in der gleichen Zeit zu tun.
Der große Unterschied zwischen den CMT-Lösungen von Sun einerseits und Intel/AMD andererseits ist aber, daß Sun sich Technik vom Anfang der Jahrtausends, nämlich ca. 400 MHz UltraSPARC-II-Kerne, als Basis für ihr (erstes) CMT-Setup ausgeguckt hat — um welches Intel und AMD mit weniger, dafür aktuelleren und damit leistungsfähigeren, Cores mit Standgas schlicht Kreise dreht.
Sicherlich ist die Taktrate nicht alles, das sieht man schon bei Intels aktuellem Coup, dem sog. Atom-Prozessor. Dieser liefert bei ca. 1,6 GHz vergleichbare Rechenleistungen wie ein Celeron mit 700 MHz – allerdings, so sagt man, bei geringerem Stromverbrauch.
Aber ich bin mir sicher, Suns Niagara-Architektur wird noch ihre Nische finden, auch außerhalb der Benchmarks.
Versandreinfälle
Großartig. Nahezu täglich bombardiert mich Conrad mit Werbung für komische Dinge aus seinen Shops cxtreme und Conrad.de; den jüngst angebotenen 32 GB-USB-Stick aber wollte ich für den anstehenden Urlaub schon gerne haben. 32 GB mp3, das sollte ‘ne Weile reichen und für alle Geschmäcker was beherbergen. Also habe ich bestellt — dank 24h-Express-Lieferung sollte das ja Dienstag hier sein:
ihre Online-Bestellung haben wir wie folgt aufgenommen. Ihre Kundennummer lautet: 12345678 Ihre Bestellreferenznummer lautet: 1915060091 Bestelleingang: 27.06.2008 , 19:02:24
Aber Pustekuchen. Nix gibt’s, erst auf – nicht beantwortete – Nachfrage kam grade dies:
Date: 3 Jul 2008 00:29:23 +0200 From: "noreply@conrad.de" <noreply@conrad.de> To: "ungueltig@uu.org" <ungueltig@uu.org> Subject: Ausgangsbestätigung Ihrer Conrad-Bestellung [...] Ihre Sendung hat soeben unser Haus verlassen. Aus diesem Grund sind Änderungen der Bestell- bzw. Lieferdaten nicht mehr möglich. Bitte haben Sie hierfür Verständnis. Die Anlieferung erfolgt bei Ihnen durch die Hermes Logistik Gruppe (Zustellpartner der primeMail GmbH). Die Verpackung entspricht überwiegend den Hermes Zustelltüten. Eine Unterschrift braucht bei Annahme nicht geleistet zu werden. [...]
Lesen wir doch mal kurz, was Conrad zum Expressversand schreibt:
Erklärung zum GRATIS Eilservice!
Wenn uns Ihre Eil-Bestellung von Montag – Freitag bis 15.00 Uhr erreicht, erhalten Sie schon am nächsten Werktag die gewünschten Artikel (nur innerhalb Deutschlands).
Bitte berücksichtigen Sie dabei regionale Feiertage.
Dieser Service ist für Sie GRATIS.
Bestellungen per Sofortüberweisung und Vorauskasse werden erst nach Zahlungseingang ausgeliefert.
Aktuell nicht verfügbare Artikel werden durch uns nachgeliefert!
Cool, oder? Die Wirklichkeit allerdings … sieht anders aus :(
Super auch der Service bei einer anderen Firma:
Date: Mon, 30 Jun 2008 12:18:06 +0200 [....]wir senden Ihnen die Stoßdämpfer mit Halter spätestens Morgen, den 01.07.2008 zu. Die Rechnung erhalten Sie mit der Lieferung. Vielen Dank für Ihre Bestellung.
Nachdem am Mittwoch noch nichts da war, fragte ich nach, und bekam am Mittwoch folgende Antwort:
FrauXXXXXist derzeit in Urlaub. Mein Name ist FrauXXXXXXX. Ihr Paket konnten wir leider erst heute mit unserem Paketservice versenden. Ich denke das die Lieferung spätestens am 04.07.2008 bei Ihnen eintrifft. Schönen Tag noch.
Hallo? McFly? Ich muß den Kram noch einbauen und diese Änderungen in den Fahrzeugpapieren vermerken lassen. Und das alles habe ich Euch vorher geschrieben :(
WTF is MauseBienchen78?
Bin ich jetzt über ein Stöckchen gestolpert? Falls ja, möge man es der Hitze zuschreiben — als ich das Büro verließ, maß der Sensor 30,6 Grad. Vielleicht ist mein Hirn auch einfach nur heißgelaufen, trotz drei Flaschen Volvic (45 Liter Wasser für Äthiopien gespendet — das nennt man dann wohl »Tropfen auf den heißen Stein«).
Aber wer zum Henker ist »MauseBienchen78« – die allwissende Müllhalde kennt genau fünf Webseiten mit diesem wohlklingenden Namen, das echte »Diddle-Blog« sieht nicht nach Schließung aus.
April war auch schon …
Besoffenes LKW-Fahrerpack …
Vielleicht sollte ich nicht so verallgemeinern; nicht jeder Brummi-Lenker ist ein Quartalssäufer. Allerdings ist mir seit Monaten auf der Autobahn keiner – teils vollbremsungsknapp – mehr vor die Stoßstange gefahren, der nicht, z. T. deutlich, zu schnell fuhr. Nach Tacho sowieso, aber auch nach Navi/GPS …
Wie auch immer, wie ist eigentlich die Rechtslage bei sowas?
Nichts ging mehr rund um das Kirchheimer Dreieick: Noch am späten Freitagabend staute sich der Verkehr auf über 90 Kilometern. Ein betrunkener Lkw-Fahrer war verunglückt – ätzende Säure trat aus. Die Autobahnen A5 und A7 mussten gesperrt werden.
Wenngleich diesmal der LKW-Fahrer niemanden ins Jenseits befördert hat, 90km Stau sind auch nicht ohne. Kann man wegen der faktischen Freiheitsberaubung nicht gegen den Unfallverursascher vorgehen, zivil- oder strafrechtlich?
Legendenbildungsversuche der UEFA
Verantwortlich für die Panne seien drei durch ein heftiges Gewitter über Wien ausgelöste Mikroausfälle von weniger als einer Millisekunde im Stromversorgungssystem gewesen. “Diese reichten aus, um das System neu starten zu müssen”, sagte Fourtoy.
So liest man es nun bei der ARD, welt.de, Golem.de oder Spiegel Online.
„Wir bedauern dies zutiefst. Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände“, sagte der Uefa-Geschäftsführer für Medientechnologie, Alexandre Fourtoy, am Donnerstag in Wien.
Quelle: welt.de
Nur, dadurch wird’s doch nicht wahrer. Die Ursache für den unverzeihlichen UEFA-Patzer liegen nicht in Mikrosekunden ohne Strom, wie heise online zutreffend analysiert:
Die Schuld nun allein auf Stromausfälle und eine angeblich schadhafte Notstromversorgung zu schieben, erscheint aber etwas vorschnell. Denn es rächte sich, dass nach Auskunft von Telekom Austria zwar redundante Wege von den Stadien zum IBC und vom IBC zu den Sendern vorhanden waren, das IBC selbst aber ohne Ersatz da stand. […] Nur zum IBC selbst war keine Alternative eingeplant worden. Das IBC wurde so zum Single Point of Failure.
Anders als bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahre 2006, […] liegt die Verantwortung für das EM-IBC nicht mehr bei einem externen Dienstleister (2006: Host Broadcast Services) und den jeweiligen Telekom-Anbietern (2006: T-Com und Avaya mit zwei Ausweichzentren). Eigens zur Europameisterschaft hatte die Europäische Fußball-Union (UEFA) eine eigene Firma namens UEFA Media Technologies gegründet, die das IBC in Eigenregie betreibt.
Mit anderen Worten, die UEFA hätte, statt der Gewinnmaximierung zu huldigen – was durch Regreßforderungen hoffentlich nun saftig in die Hose gehen möge –, lieber jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt. Sich bei einem Medium, welches keine Aussetzer duldet (wie sprechen ja nicht über Handy-TV hier) einzig auf das rechtzeitige Einspringen von USVen zu verlassen, das erscheint mir schon grob fahrlässig. Dabei aber auch noch eine Sollbruchstelle einzuplanen (zentrale Schaltstelle IBC) und die Abhängigkeit von diesem wackeligen Konstrukt noch dadurch zu zementieren, daß alternative Quellen nicht authorisiert werden, ebenfalls Bilder zu liefern, das ist ein Unding. (Ein alltägliches allerdings, siehe Formel 1 oder andere Großveranstaltungen.)
Daß man dann nach vorangegangenen Ausfällen nicht reagierte, sondern wie das Kaninchen vor der Schlange auf den zu erwartenden Gau wartete, wie bei Spiegel online nachzulesen ist, zeigt, wie unerfahren die UEFA-Klitsche war:
Schon am Mittwochmorgen hatte es Furtois zufolge Mikroausfälle gegeben, die aber vom Versorger nicht als kritisch eingestuft worden seien. Bis zu den Ausfällen am Abend habe alles bestens funktioniert. “Es tut uns leid, dass diejenigen, die zugeschaltet haben, die wenigen Minuten verpasst haben.”
Bemerkenswert, was dazu bei Spiegel online zu lesen ist:
Das Schutzsystem der Unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) sei fehlerhaft gewesen, sagte Furtois, es habe die Mikroausfälle nicht erkennen können – wobei dieses System schon bei der WM 2006 im Einsatz gewesen sei.
Auch die ARD spart nicht mit Kritik am Handling der UEFA-Tochter:
Man hätte sich spätestens nach dem ersten Stromausfall vom Hauptnetz trennen und auf das Notstromaggregat umschalten müssen, zumal das Gewitter über Wien bereits wütete. Warum die Notstromaggregate erst beim dritten Stromausfall nach Ende der Partie ansprangen, ist weiter unklar. Der Fehler liege nicht bei den Sendern, sondern bei der UEFA.
Erst für heute und Sonntag scheint man überhaupt für einen längeren Ausfall vorzusorgen:
Für die verbliebenen zwei Spiele […] kündigte die UEFA neue, besondere Sicherheitsmaßnahmen an. Im International Broadcasting Center (IBC) in Wien […] soll ein nun parallel laufender Dieselgenerator verhindern, dass bei Stromausfällen das gesamte System neu gestartet werden muss. “Wir haben den bestmöglichen Stromversorger gewählt, der auch bei der WM 2006 verantwortlich gewesen ist”, wies der UEFA-Verantwortliche Fourtoy Vorwürfe einer schlechten Planung für das Milliarden-Event zurück.
Also hat man sich dann jetzt entschlossen, das Notstromgerät auch zu nutzen, um nicht wieder dessen Nichtfunktion melden zu müssen? Siehe welt.de:
Auch die Uefa wusste noch nicht, ob sie ihren Stromlieferanten, dessen Reservesystem auch nicht funktionierte, verklagen wird.
Oder hat man vielleicht erst seit heute ein solches System vor Ort? Beruhigend für deutsche Zuschauer ist denn aber die Aussicht, daß die ARD der bewiesen unzuverlässigen UEFA-Klitsche nicht mehr erlauben will, nochmals die deutschen Zuschauer durch Inkompetenz auszusperren:
Unter anderem soll zusätzlich zu weiteren Sicherungsmaßnahmen der UEFA ein Glasfaserringsystem und damit eine eigene unabhängige Sendestrecke ins Stadion gelegt werden. Die Genehmigung der UEFA ist nach den gestrigen Vorfällen wohl Formsache.
Bye-bye, SS?
Endlich. Endlich gibt es nun offiziell einen Großbuchstaben für das Eszett. Das war ja auch mal ganz dringend notwendig, steht doch das Eszett auf der Abschußliste der Rechtschreibreformer weit oben.
Gut, es gibt keine direkte Eingabemöglichkeit für dieses Zeichen.
Ja, Schriften mit dem Zeichen U1E9E, »ẞ«, sind ein wenig rar.
Okok, der Einsazbereich wird durch reformierte Rechtschreibregeln zunehmend geringer.
Aber: was lange währt, wird nun endlich gut.
Und das ist ja die Hauptsache.
Oder?
