CMT? Klar. Nur nicht auf dem Nieveau von 2001!

Kollege Möllenkamp findet wieder Pseudo-Argumente pro Suns Niagara-Ansatz:

With their article they refer to a blog post on the Research@Sun blog: Unwelcome Advice. So … please no more questions if CMT is the right solution. It´s the only solution when even “throw-tremendous-amount-of-money-to-frequency-increases” Intel doesn´t think that the other way is future-proof.

 
CMT steht übrigens für Chip Multithreading. Und ja, das ist natürlich ein Weg, mehr in der gleichen Zeit zu tun.
Der große Unterschied zwischen den CMT-Lösungen von Sun einerseits und Intel/AMD andererseits ist aber, daß Sun sich Technik vom Anfang der Jahrtausends, nämlich ca. 400 MHz UltraSPARC-II-Kerne, als Basis für ihr (erstes) CMT-Setup ausgeguckt hat — um welches Intel und AMD mit weniger, dafür aktuelleren und damit leistungsfähigeren, Cores mit Standgas schlicht Kreise dreht.
Sicherlich ist die Taktrate nicht alles, das sieht man schon bei Intels aktuellem Coup, dem sog. Atom-Prozessor. Dieser liefert bei ca. 1,6 GHz vergleichbare Rechenleistungen wie ein Celeron mit 700 MHz – allerdings, so sagt man, bei geringerem Stromverbrauch.
Aber ich bin mir sicher, Suns Niagara-Architektur wird noch ihre Nische finden, auch außerhalb der Benchmarks.

(Broken Linkage repariert, 2008-07-04, 19:18)

4 Replies to “CMT? Klar. Nur nicht auf dem Nieveau von 2001!”

  1. Ich frage mich immer noch, warum sich das Gerücht so lange hält, die Cores der CMT Systeme waeren UltraSPARC II cores. Obwohl … ich hab da einen Verdacht. Das ist genau das, was bestimmte Markbegleiter in ihren Präsentationen verbreiten. Macht es aber nicht richtiger ;)
    Vielleicht wird auch Dir aufgefallen sein, das sich das CMT Design an einigen Stellen erheblich unterscheidet, das Du nicht einfach die Taktfrequenz durch 4 teilen kannst und daraufhin Mutmassungen ueber die Leistungsfaehigkeit anstellen. Man kann sich auch fragen, warum die sun4v architektur mehr Rechenleistung nach dem Virtualisierunglayer uebrig laesst als eine x86 Architektur … auch das mag in der Andersartigkeit begruendet liegen ;)
    Ansonsten: Ich gehe ja mal davon aus, das Du die üblichen grossen Internet-Dienste nutzt. Ja, und damit arbeitest Du dann schon mal mit den Niagara-Systemen. Schoene Nische … wie ich finde … vor allen Dingen sehr gross fuer eine Nische ;)

  2. Hallo,
    vielleicht sollten wir mal reden. Ich bin bei Sun für den Vertrieb in Europe, Mittel-Ost und Afrika für CMT-Systeme zuständig. Ihre Aussagen zeugen nicht von sehr viel Sachverstand.
    Fragen Sie mal die Top 100 Unternehmen der Welt, viele von denen setzen CMT mit sehr grossem Erfolg ein.
    Würde mich über ein sachliches Gespräch freuen. Sie haben meine eMail-Adresse und finden weitere Details in XING oder Linkedin.
    Gruss,
    Frank Selbach

  3. Joerg M. commented:

    Ich frage mich immer noch, warum sich das Gerücht so lange hält, die Cores der CMT Systeme waeren UltraSPARC II cores.

     
    Nun, bei der T1 waren sie es der Performance nach, basierend auf Apache (from Source/sunfreeware,com) erreichte die T1 das Niveau ‘ner 6500 mit 14x »The sparcv9 processor operates at 400 MHz«. Nicht weniger — aber eben auch nicht mehr. Bei FP (ohne Einbindung von awesome T1-Sun-Libs) führte, IIRC, die E6500 marginal.

    Vielleicht wird auch Dir aufgefallen sein, das sich das CMT Design an einigen Stellen erheblich unterscheidet, das Du nicht einfach die Taktfrequenz durch 4 teilen kannst und daraufhin Mutmassungen ueber die Leistungsfaehigkeit anstellen.

     
    Es mag Dich überraschen, aber: ja. Nur: die Performance-Versprechungen traten beim Test mit real-existierender Software – mal wieder – nicht ein. Ich habe weder Zeit noch Lust, meine Workload den Eigenheiten der Tx-CPUn anzugleichen — general purpose rulez, soweit sind bin ich mir mit den relevanten Protagonisten mittlerweile einig, ist Tx nicht.
    [blogquote]Ansonsten: Ich gehe ja mal davon aus, das Du die üblichen grossen Internet-Dienste nutzt.
     
    Sofern jemand eine Anwendung gefunden hat, bei der Niagara nicht sich ins Knie schießt oder zum Timeout bläst: schön. Ich bin auf die Fallstudien gespannt, die weder Java noch »Umbau der Anwendung« beinhalten … Was meine Workload betrifft und die – dürftigen – Ergebnisse mit Tx-Systemen — das dürfte intern nicht schwer zu ermitteln sein. Und mein Fazit bleibt: Bei single-thread saugt Tx noch immer (weniger als bei T1, aber noch immer spürbar verglichen mit jedweder aktuellen Anwendung) und eine gegebene Anwendung skaliert grade nicht aber über die lustigen Threads. Sorry, wenn die Anwendung nicht konveniert …

  4. Frank Selbach wrote:

    Ich bin bei Sun für den Vertrieb […] Ihre Aussagen zeugen nicht von sehr viel Sachverstand.

     
    Nun gut, ich habe nicht erwartet, das man mir den Ehrenvorsitz einer Sun-Organisation anbietet; aber, mit Verlaub: mit welchem Recht unterstellen Sie mir »nicht sehr viel Sachverstand«? Ich habe grade in einem Niagara-Lobeshymnen-Verifikationstest erleben müssen, daß mit einer gegebenen real-existierenden Software augenscheinlich nicht 32 sondern bestenfalls 8 Prozessoren werkeln und dabei nicht die erwarteten Durchsätze zustande kamen. Ob im entsprechenden Setup nun QuadCores von AMD besser rennen werden? Das wird nun die Zukunft zeigen.

    Fragen Sie mal die Top 100 Unternehmen der Welt, viele von denen setzen CMT mit sehr grossem Erfolg ein.

     
    Das zu bezweifeln steht mir nicht zu; anhand eigener Erfahrungen komme ich allerdings zu eigenen Schlußfolgerungen, diese lassen mir auch für die T2 nur wenig Einsatzspielraum.

    Würde mich über ein sachliches Gespräch freuen. Sie haben meine eMail-Adresse und finden weitere Details in XING oder Linkedin.

     
    Also, ich arbeite hier unter Klarnamen …

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