Spaß mit USB/IP

Im Zuge der Green-IT-Debatten – und um den heimischen Serverpark weiter zu verkleinern – habe ich mir mal wieder das USB/IP-Projekt angesehen; es geht hierbei um die Anbindung von an über IP (TCP) erreichbaren Linux-Rechnern angeschlossenen USB-Geräten an einen anderen Linux-Rechner als lokales USB-Device. Das LAN/WAN übernimmt dabei die Funktion eines (sehr) langen USB.Kabels …
Geplant hatte ich eigentlich, anstelle rechenintensive Programmen wie camsource, motion oder ähnlichem lokal laufen zu lassen, einfach »nur die Webcam« über’s Netz zu »exportieren« (also quasi einen Videostream auf V4L-Basis bereitzustellen); ein zentraler, besser ausgestatteter Server hätte dann die einzelnen Cams reihum abgefragt und ggf. Aktionen (Aufzeichnung, Alarmierung per SMS, Steuerung von anderen Geräten per USB, …) ausgelöst.
Leider erwies sich die Qualität als zu schlecht — von einem P3 mit 1 GHz aus sollten 1 USB 2.0- und 2 USB 1.1-Webcams angesprochen werden; die Tests mit xawtv am per WLAN angebundenen Laptop (5m Luftlinie zum Accesspoint) zeigten viele Streifen, auch die Testbilder per fswebcam werden von Dropouts (den grünen Balken) verunstaltet.
Und unter Debian Etch – das ist der Unterbau des designierten Zentralservers hierfür – bekomme ich das benötigte Modul leider nicht einmal geladen …

Sep 9 02:43:36 x kernel: /usr/src/modules/usbip/src/vhci_hcd.c: driver vhci_hcd, $Id: vhci_hcd.c 59 2008-04-19 18:19:45Z hirofuchi $
Sep 9 02:43:36 x kernel:
Sep 9 02:43:36 x kernel: usbip: proving...
Sep 9 02:43:36 x kernel: vhci_hcd vhci_hcd: USB/IP Virtual Host Contoroller
Sep 9 02:43:36 x kernel: vhci_hcd vhci_hcd: new USB bus registered, assigned bus number 4
Sep 9 02:43:36 x kernel: usbip: stop threads
Sep 9 02:43:36 x kernel: usbip: release socket
Sep 9 02:43:36 x kernel: usbip: disconnect device
[Die letzten 3 Zeilen folgen noch weitere siebenmal ...]
Sep 9 02:43:36 x kernel: usbip: release socket
Sep 9 02:43:36 x kernel: usbip: disconnect device
Sep 9 02:43:36 x kernel: usbip: vhci_stop done
Sep 9 02:43:36 x kernel: vhci_hcd vhci_hcd: USB bus 4 deregistered
Sep 9 02:43:36 x kernel: modprobe : ***ERROR*** (/usr/src/modules/usbip/src/vhci_hcd.c,1052) vhci_hcd_probe: usb_add_hcd failed -108
Sep 9 02:43:36 x kernel: vhci_hcd: probe of vhci_hcd failed with error -108

Schade; da es unter einem 2.6.24er Kernel (Ubuntus Hängender Hodensack) funktioniert, unter Debian Etch mit 2.6.18 nicht, tippe ich mal wieder auf, von den Kernelentwicklern, karpott gespielte Sourcen. Hrmpft.

Fax2k8

Fax … Wann stribt dieser Dienst endlich aus? Ich sollte heute einen Fahrzeugschein gefaxt bekommen, um für jenes Fahrzeug im Netz ein Ersatzteil aufzutun, »Dir fällt das doch bestimmt leicht« … Und was kam – wie zu erwarten – an? Ein unleserlicher Pixelteppich, mehr nicht.
Nun finde ich es immer schwer, jemanden am anderen Ende der Leitung, zumal jemanden, der nicht ganz so technikaffin wie vielleicht ich es bin ist, anzuleiten, z. B. den Kontrast beim Scan zu erhöhen. Ich sagte statt dessen: »Ach komm, scan’ das eben ein und schick’ mir das Bild.«
Wenn es denn so leicht wär, dem Vernehmen nach wollte die Software irgendwas neu- oder nachinstallieren und hätte gerne eine CD gehabt, die aber nur als Image auf der Platte lag — oder so; jeder hat so seine Philosophie, mit Windows-Crap umzugehen, die meine ist es, nicht mehr als unbedingt nötig mir daran die Hände zu entsäubern. Während dort also gewirbelt wurde, entsann ich mich, daß ich das Netz in meinem Elternhaus adoch aufgebaut habe und per OpenVPN auch mit meinem gekoppelt.
Ein Trace bestätigt die Funktion der Verbindung, eine Suchanfrage bei der allwissenden Müllhalde förderte »hp-makeuri« zu Tage und »man xsane« ergab, daß man xsane auch einen URI auf der Kommandozeile übergeben kann. Also:

root@home:~ # hp-makeuri 192.168.43.32
[...]
CUPS URI: hp:/net/Photosmart_2600_series?ip=192.168.43.32
SANE URI: hpaio:/net/Photosmart_2600_series?ip=192.168.43.32
HP Fax URI: hpfax:/net/Photosmart_2600_series?ip=192.168.43.32

Soweit, so gut, aber wird es funktionieren? Ein

wusel@home:~ $ xsane hpaio:/net/Photosmart_2600_series?ip=192.168.43.32

bringt das bekannte SANE-Interface hervor, ein Preview-Scan das Objekt der Begierde in geringer Auflösung auf meinen Schirm. Flugs den Weiß- und Schwarzpunkt bestimmt, DPI auf 300 gestellt und … ab dafür.
Dank DSL 6000/576 auf Sende- und VDSL 25000/25000 auf Empfängerseite flutschen die gescannten MBs nur so über die IP-Verbindung, und während dort noch nach dem Speicherort des nun auch lokal geglückten Scans gefahndet wurde, konnte ich den Schein der Begierde schon lokal – natürlich über’s Netz – ausdrucken.
R0x0r! Mein Dank gilt den Entwicklern vom »HP Linux Imaging and Printing System« und HP für die offensichtliche Unterstützung ihrer Produkte auch unter Linux! (Daß die sauteure HP-Tinte in meinem HP OfficeJet 5605z nach wie vor nach ~1 Tag Nichtbenutzung eintrocknet – die des Canon Pixma iP4300 tut dies, 1 m Distanz auf dem Schreibtisch, nicht –, ist nach wie vor aber eine ziemliche Abzocke. Dafür gibt’s weiterhin fette Abzüge in der B-Note, HP!)

Dimensionierung der Fallback-Anbindung

Mein Netz zu Hause ist redundant angebunden; eine SDSL-Leitung aus den Frühzeiten des DSL-Aufbaus der GTelnet (heute Teil der BITel, IIRC), shaped to 1500/300 kBit/sec, tut seit Jahren nur noch als Fallbackanbindung Ihren Dienst, normalerweise läuft aller Traffic über den auf meinem T-ISDN-Anschluß aufsetzenden T-DSL-Zugang, derzeit VDSL 25000/2500. Das heimische /27 offizieller IPv4-Adressen aus einem meiner /24 route ich über zwei openvpn-Links (je einer je DSL-Strecke) zwischen einem Rechner von mir im Housing in einem Rechenzentrum zum Router im Keller meiner Wohnung. Die Dynamik der Links, nicht zuletzt bedingt durch die telekomseitige Zwangstrennung alle 24 Stunden, erschlagen normalerweise die olsr-Daemons auf dem Server im RZ und meinem Router im Keller.
»Normalerweise«, denn gelegentlich scheint sich einer der olsrds zu verhaspeln; zwar läuft er noch, aber die Verbindung läuft über die schwächere Strecke, und trotz allfälligen Paketverlusts schwenkt olsrd nicht auf die dickere Pipe — so auch gestern. Tja, wieder einmal ein Beweis dafür, daß man sich mit der Zeit an »seine« Bandbreiten gewöhnt und Fallbackszenarien durchaus alle Jahre wieder mal auf ihre Tauglichkeit überprüft werden müssen — Fallbackbandbreiten von 10% der normalen Bandbreite, das bringt aus meiner Erfahrung dann doch spürbare Einschnitte mit sich.
Leider gibt es zu VDSL von der Deutschen Telekom zumindest in Gütersloh keine Alternative; das noch bezahlbare sind ADSL2+-Anbindungen anderer Anbieter … Der TV-Kabel-Ausbau wurde, nach damaliger Auskunft zumindest, für das Neubaugebiet hier (ehem. Vossen-Areal) nicht in Angriff genommen (und TV über Kabel würde ich sowieso nicht wollen).

DVB-Setup vervollständigt

$NACHBAR hat zwischenzeitich das (Panzer-) Rohr von meinem Keller über sein Grundstück bis zu meiner Terasse gelegt, am sonnigen Sonntag heute war dann die Verlegung auf meiner Seite angesagt.
Die vier Koaxkabel (als ein Quattro-Kabel ausgeführt) liessen sich durch das 37er Rohr hervorragend durchziehen, ab heute abend also dient mein »Lypsi« endlich als zentraler Sat-Switch (Astra 19,2 Ost und 28,2 Ost).
Leider mußte ich feststellen, daß noch so ein Quattro-Strang nicht mehr durchpassen würde; dabei war das schon das dickste Panzerrohr, welches ich im Baumarkt finden konnte … Naja, jenseits Astra 28,2 Grad Ost und Astra 19,2 Grad Ost, gibt’s da noch was von Interesse?

UMTS-Landkarte: Andere arbeiten lassen reloaded

Ulkig, da öffnet sich ein – kommerzielles – Projekt zur Erstellung von Karten zur UMTS-Reichweite dem gemeinen Nutzer, aber, wie so oft in so einer Situation, werden den freiwilligen Helfern nicht viele Rechte eingeräumt an dem durch ihre Mithilfe erst wertvoll werdenden Werk:

Wem gehören die Daten?
Die speedTrack Daten stehen privaten Nutzern frei zur Verfügung und können später über eine Schnittstelle (API) abgefragt werden. Eigene Mashups und Programme können so jederzeit sehr einfach erstellt werden. Für jede kommerzielle Nutzung der Projektidee, der Daten und Auswertungen oder Teilen davon, ist vorab das Einverständnis von doubleSlash erforderlich.

 
Nun ist diese »Projektidee« – »Die doubleSlash Net-Business GmbH konzipiert und entwickelt Businesssoftware, an welche immer häufiger mobile Devices angebunden werden. Aus konkreten Kundenprojekten ist deshalb diese Idee entstanden.« – ist nun nicht so ganz neu. Selbst ich experimentiere mit Verfügbarkeitskarten seit geraumer Zeit rum, für das o2-Netz spätestens seit 2007; andere werden ähnliche Ideen gehabt haben oder haben.
Um nützlich zu sein, bedarf es vieler, möglichst unabhängiger Daten, die dann »sinnvoll« korrelliert werden müssen. Nun würde ich gerne bei dem Projekt mitmachen — aber, mal ganz ehrlich: hier geht’s nicht nur um reine Empfangstests, die Jungs machen konkreten Datentransfer zur Abschätzung von Bandbreite und RTT. Das ist technologisch ein valider Ansatz — aber die Kosten dafür tragen die Datenerbringer, und darüber aufgeklärt werden Sie auch nicht:

Wie kann ich bei speedTrack mitmachen?
Vielleicht sind Sie neugierig, wie die Verfügbarkeiten mobiler Bandbreiten dort ist wo Sie wohnen, arbeiten oder reisen? Das speedTrack Projekt ist, ähnlich wie Wikipedia oder OpenStreetMap, offen für alle die an Zukunftstechnologien interessiert sind – machen Sie mit! Tracken Sie Straßen und Wege in Ihrer Region, den Weg zur Arbeit oder einfach den eigenen Hof.
Helfen Sie mit Ihren Messdaten die umfassendste UMTS-Landkarte Deutschlands zu erstellen, die Werbeaussagen der Mobilfunkanbieter zu überprüfen und Abdeckungslücken zu identifizieren!
Alles was Sie brauchen ist die speedTracker-Software, eine UMTS-Karte und GPS-Maus für den Laptop oder ein Handy mit GPS-Device.

 
Kein Wort davon, daß durch das »mitmachen« Datentransfer entsteht und damit nicht unerhebliche Kosten, sollte man keinen »flachen« Datentarif abgeschlossen haben. Und mit Abgabe der – ggf. teuer erstellten – Daten verliert der Nutzer seine Rechte daran?
»Ich denke nicht, daß das eine gute Idee ist, Tim.«

Identitätskrise

Narf! Vor nicht einmal zwei Monaten wurde der »offene Twitter-Ersatz« identi.ca (schöner Name übrigens, wenngleich ich deli.ici.us – oder wie das heißt – genauso wenig abgewinnen konnte wie seinerzeit netgui.de (gibt’s netguide.de noch? Ahja, terminiert nun auf focus.de); bruchbu.de hingegen finde ich komischweise fast wieder orginell … ) angebloggt und gefeatured, vor ein, zwei Wochen hat’s dann auch heise.de mitbekommen. Nun habe ich mir das weit weniger intensiv angesehen als andere, mir reichte erst mal das Wissen um die Existenz und der virtuelle Einzug.
Und nun das, vorhin begrüßt mich mein Browser mit einer Datenbank-Fehlermeldung — ist die Schallgrenze des ersten Servers erreicht, geht’s nun auch bei identi.ca los mit den Ausfällen und der partiellen Dienstabschaltung a lá twitter?

NahLahmfunk

*seufz* Und ich war mir sicher, daß N95 als auch der Laptop wären Bluetooth 2.0 EDR-fähig — augenscheinlich war das wohl eine Fehlinformation, rd. 85 KByte/sec im Schnitt ist jetzt nicht wirklich rekordverdächtig :(

GSM reloaded

Ei, ei, ei. Das wird unser Bundesschäuble aber gar nicht gerne sehen. Anrufe mit meiner GSM-Nummer vom Reichsgebiet aus, die außerhalb des dank Stasi 2.0 lückenlos überwachten Reichsgebietes originieren und ggf. auch terminieren, das ist jetzt richtig böse. Und wie nicht anders zu erwarten, kommt dieser terroristische Anschlag auf den deutschen Schnüffelstaat natürlich aus dem Nahen Osten.
Genauer gesagt aus … Israel.
Coole Sache, zumindest lt. Tutorial und FAQ. Demnach steckt man seine SIM in einen USB-Stick, verbindet dieses mit seinem Rechner und startet die heruntergeladene Windows-Software (wobei es lt. FAQ auch unter Linux funktionieren soll). Ich mutmaße jetzt mal, daß diese Software nun die SIM ausliest und sich mit deren Daten – ähnlich wie es Kfz-Festeinbauten auch schon mittels des entsprechenden Bluetooth-Profiles bei einigen (Nokia-) Telefonen können – bei einem GSM-Anbieter in, vermutlich, Israel anmeldet. Für das weltweite GSM-Netz wäre die SIM nun roamend unterwegs; unklar bleibt mir aber, wieso ein Anruf auf meine GSM-Nummer dann keinen Roamingaufschlag kosten soll, den müßte doch das ausländische Netz, sprich Skuku bezahlen.
Nunja, ausprobieren kann ich es leider nicht, da Skuku leider von ungültigen Accounts aus versucht, ihre Mails zu verschicken:

Aug 18 23:53:45 famine smf-sav[4691]: sender check failed: <www-data@skuku.com>, 82.80.234.228, mail.skuku.com, [00:00:04]

Aber die Idee ist so überraschend simpel, daß man sich fragt, wieso da vorher niemand drauf gekommen ist. (Und, um Hr. Schäuble zu beruhigen: eingehende Anrufe gehen ja weiterhin durch das vorratsdatenspeichernde deutsche Netz, ‘n Teil der Kommunikationsdaten bekommen Sie also schon noch mit. Sofern, natürlich, ich als Terrorist so blöd wäre, und mich auf einem in Deutschland überwachbaren Wege kontaktieren liesse …)

iBrick reloaded: iPhone 3G 0G

Menschen sind einfach wunderbar. Über die von Microsoft gelebten Eingriffe in die Rechte der Anwender – seien es die »Call-Home«-Themen, die heimliche eindeutige Nummerierung der Windows-Nutzer oder auch die ausdrücklich untersagte heimliche automatische Installation von Software, die Microsoft dem Kunden auch gegen dessen Willen nicht vorenthalten will – wurde und wird regelmäßig für 10 Minuten laut aufgeschrieen. Hernach kehrt man zur Tagesordnung zurück und wickelt mit Microsoftprodukten seine Bankgeschäfte und ab und vielleicht auch Downloads, wo beim althergebrachten Versandhandel man einen neutralen Umschlag begrüßen würde — kurz: man wendet sich augenscheinlich wichtigeren befriedigeren Dingen zu als z. B. der eigenen informationellen Selbstbestimmung.
Nun dachte ich ja wirklich – bis zur Einführung des iPhones –, daß Apple-Anwender weniger Lemming-DNA hätten als die traurige, Microsoft-ergebene Bevölkerungsmehrheit. Aber weit gefehlt: das iPhone 3G ist ruck-zuck ausverkauft und wird weiter, trotz Zahlungsverpflichtung auch ohne geliefertes iPhone 3G bei T-Mobile bestellt wie blod. Auch daß Apple Softwareinstallationen auf dem iPhone aktiv beeinflussen kann und somit selbst legal gekaufte Software ohne Möglichkeit für den Nutzer, diese Enteignung zu verhindern, nachträglich deaktivieren, scheint im an Überwachung gewöhnten, von Schily und Schäuble geprägten Deutschland niemanden mehr zu tangieren. Wäre ich Verschwörungstheoretiker, müßte ich wohl vermuten, daß das iPhone Gedankenmanipulation betreibe.
So wird es denn wohl auch keinen stolzen iBrick-NG-Besitzer mehr schocken, daß Apple nun auch teilweise Hardwareprobleme mit einem Softwareupdate zu lösen gedenkt. Ich mutmaße mal: die 3G-Funktion wird einfach endgültig deaktiviert, ein Mehrwert des iPhones 3G zum GRPS-only-Vorgänger bleibt ja — in Form eines günstigeren Preises sowie eines GPS-Empfängers … Aber, nichts genaues weiß man nicht:

Wie üblich waren von Apple keine Informationen dazu zu bekommen.