Ich habe ja seit Jahren einen 100-Hz-Fernseher. Eine Triniton-Röhre. Von Sony. Ich bin mit diesem Unterhaltungsgerätehersteller recht zufrieden, leider ist er eher etwas hochpreisig, aber nunja. Meines Erachtens trifft hier schon »you get what you pay for«, Support auch >8 Jahre nach (Laptop-) Produkteinführung inklusive (und man beachte, daß auch das Produkt nach dieser Zeit noch funktioniert). Aber genug Lobeshymnen auf Sony.
Liebäugele ich nun schon länger mit der Anschaffung eines hochauflösenden Fensters in die telemediale Neuzeit – ließ: eines >=40″-LCDs in FullHD –, so fand ich den jüngst, ich glaube in der Bahn, erhaltenen Werbeprospekt über Sonys neues Idee, die 200-Hz-Technik, natürlich interessant.
Interessant — und verwegen zugleich. Denn nicht nur, daß, in Deutschland, HDTV nur auf BD (HD-DVD ist tot, oder?) stattfindet – oder auf einem jämmerlichen Premiere-Kanal, IIRC –, also im Kontext des Fern-Sehens faktisch nicht, selbst die Zuspielung hochauflösenden Inhalts erfolgt mit bestenfalls 50p, also 50 Vollbildern pro Sekunde. Bringt eine Verdoppelung von 50 auf 100 HZ noch ein spürbar – und, im Falle der Röhre, einfach zeigbar – flimmerfreieres Bild (AFAIK ohne den Versuch, Daten, die ganz am Anfang der Produktionskette schon verlustig gegangen sind, wieder from scratch zu rekonstruieren), so stellt sich mir bei der Verdoppelung der Verdoppelung, von 50 Hz auf 100 Hz auf 200 Hz also, schnell die Sinnfrage.
»Motionflow«, Sonys Schlagwort für die Technik zur Berechnung von Zwischenbildern, ist das nicht eher ein Werbegag, bestenfalls eine – überflüssige – Anwendung neuester Techniken auf dem Gebiet der Muster- und Bewegungserkennung?
Kommen wir noch mal auf das aktuelle TV-Format zurück. 752×576 Bildpunkte umfaßt ein PAL-Bild, ca. 720×520 bleiben wohl nach Abzug der typischerweise nicht dargestellten Overscan-Bereiche übrig. Ausgestrahlt werden 25 Vollbilder je Sekunde, aufgeteilt in 50 Halbbilder, deren vertikale Auflösung halbiert ist. Dies zieht so ein Wunderkasten von Sony nicht nur auf 1920×1080 Bildpunkte auf (dies ergibt immer ein krummes Verhältnis), sondern rechnet einerseits die 25 Vollbilder aus den 50 Halbbildern zusammen (die, zeitlich versetzt gesendet, bei Bewegungen eine Unschärfe mitbringen) und andererseits für jedes der 50 Vollbilder auch noch 3 zusätzliche, mit »errechneten« Inhalten, um aus 50 Hz 200 Hz zu machen?
Das muß ich mir wirklich mal angucken — aber hoffentlich nicht wieder mit dem grauenvollen DVB-T und gar der Sportschau als Datenquelle, wo vor lauter Gepixele die Unterschiede von »das Runde« und »das Eckige« verschwimmen … (Und, ja, natürlich hat das Sony-Wunder wieder einmal einen DVB-T- (nicht: -T2) und keinen DVB-S- (oder gar: -S2) Tuner an Board … To be honest, ich glaube, diesen Einbau nehmen die Hersteller aufgrund von geheimen Absprachen mit der GEZ vor …)