Rote Medienkompetenz

Die Obamanie hat auch die SPD Marburg offensichtlich im Griff; oder ist das »YO ISCH KANN« samt »Schäfer-Gümbel’09« ein geschicktes Defacement, wurden die Seiten übernommen?

Mal ernsthaft, das (Deeplink direkt auf’s Logo; falls nicht mehr verfügbar, vgl. Screenshot) ist so direkt dem Obama-Biden-Logo »nachempfunden«, daß man eigentlich nur hoffen kann, daß der SPD Stadtverband Marburg (nicht zu verwechseln mit dem SPD Unterbezirk Marburg-Biedenkopf …) relevante Marken-/Zeichenrechte eingeholt hat; nach der PleYte sollte die SPD in Hessen mit Wunden lecken mehr als beschäftigt sein.
Schön anzusehen finde ich in dem Zusammenhang den Trend, daß nicht nur Leute aus der SPD – in NRW – austreten sondern, man lese und staune, sogar wieder jemand in die SPD – in Hessen – eingetreten ist. Wie singulär muß ein solches Ereignis schon sein, daß es einem Unterbezirk einen Blogeintrag wert ist?

»Floating Phone Data« – D1-Telefone als kostenlose Verkehrssensoren

Über einen Artikel bei heise online stolperte ich grade über die lustige Wortschöpfung »Floating Phone Data«; heise verlinkt leider nicth direkt auf Hintergrundinformationen, aber dazu gibt’s ja die allwissende Müllhalde. Diese spuckte unter anderem einen Wikipedia-Artikel aus, mit dem pikannten Nachsatz:

It is possible that FCD could be used as a surveillance method, although the companies deploying FCD systems give assurances that all data are anonymized in their systems, or kept sufficiently secure to prevent abuses.

 
Interessanterweise war dies auch mein erster Gedanke; nicht »hey, eigentlich eine sinnvolle Idee, die Daten fallen ja sowieso an, man muß sie nur auswerten«, sondern – ich möchte an dieser Stelle nicht vergessen, den auf-rechten Innenministern Schily und Schäuble zu danken, daß sie mir den Blick für inakzeptable Überwachungsmethoden geschärft haben – »toll, die Bewegung im öffentlichen Raum wird nun nicht nur Stasi-2.0-konform vorratsgespeichert, sondern auch gleich noch monetarisiert« schoß mir durch den Kopf.
In der Tat drängen sich mir bei dieser Nutzung von personenbezogenen Daten – IMEI meines benutzten Telefons (mein Eigentum, BTW) und Identifikationsdaten der SIM-Karte des Betreibers in meinem Telefon – viele Fragen auf. Ganz vorne steht natürlich die Rechtmäßigkeit der Erhebung und Auswertung dieser Daten jenseits des für die technische Funktion des Telefoniedienstes notwendigen Rahmens; gleich danach die Frage, wo ich ggf. einer solchen Nutzung ausdrücklich zugestimmt habe bzw. warum ich dies nicht tun müßte.
Ich denke, es ist ein gravierender Unterschied, ob ich in vollem Bewußtsein meine Positionsdaten veröffentliche oder ob ein Dienstleister meine Bewegungsdaten einfach mal so auswertet und verkauft, angebliche Anonymisierung hin oder her …
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Quelle Orginalschaubild: achtung-kommunikation.de

Sun, die gehenden Tausende und die Produkte

Wie heise online schon am Freitag meldete – warum findet man auf golem.de derlei eigentlich nicht? –, wird Sun weiteren bis zu 6000 Mitarbeitern den Weg zu neuen Herausforderungen – allerdings außerhalb der Firma Sun Microsystems – eröffnen.

“Today, we have taken decisive actions to align Sun’s business with global economic realities and accelerate our delivery of key open source platform innovations – from MySQL to Sun’s latest Open Storage offerings,” explained Schwartz in a statement announcing the layoffs and the company restructuring.

Quelle: The Register

 
Tja, für Software, die die Community weiterprogrammiert, braucht’s weniger eigene, interne Coder; Projekt- und Community-Steuerungsfunktionen, würde ich erwarten, partizipieren denn auch relativ gesehen weniger an diesem Kehraus?
Interessant finde ich in dem Zusammenhang einen aktuellen (Sun-)Blogeintrag, der sich mit der VirtualBox-Zukunft beschäftigt. Man erinnere sich, erst im Februar übernahm Sun Innotek, die (deutsche) Firma hinter VirtualBox.

The layoff news sent tremors down the VirtualBox open source and user community […]
However, I believe that with the open source community behind it, the users and community shouldn’t be concerned. Its a products driven and backed up by the open source community and hence the community should be able to continue to drive the innovations in the product.

 
Mit Verlaub, aber das klingt ein bißchen nach Heuschrecke. »Wir haben, was wir (von Innotek/VirtualBox) wollten nun in unserem xVM VirtualBox-Produkt drin, aber wir lassen Euch, der Community, ja den 08/15-Code. Have fun, Eure Sun« — steht zwar nirgends, aber das lese ich da leider raus …
Andererseits, so what; die Open Source-Community hat ja schon viele spannende Dinge auf die Beine gestellt und verschiedene Projekte befruchten sich ggf. gegenseitig — insofern, vielleicht wirklich mal abwarten, was passierte, zöge sich Sun mehr und mehr aus VirtualBox zurück.

SIXT und die Navigation

Wie gestern schon via locr angerissen, hatte ich gestern einen Mietwagen von SIXT zur Verfügung und wollte, schlau wie ich ja bin, einfach anhand des eingebauten Navis des Audi A4 mir die Rückroute zur Abgabestation errechnen lassen. Und, wie jedes Navis, das was auf sich hält, hat natürlich auch dieses sog. »Sonderziele« gespeichert, u. a. unter der Kategorie »Autovermiertung« Avis, mehrfach Euromobil und — Hertz:

Wie gesagt, vermietet hat den A4 nicht Avis, nicht Euromobil und auch nicht Hertz …

Weiter so, Bahn!

Respekt, die Informationspolitik innerhalb der Bahn ist offensichtlich genauso bescheiden wie für die Kunden — erneut wurde eine Jugendliche des Zuges verwiesen:

Erneut Minderjährige aus Zug gewiesen
Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen ist eine Minderjährige aus einem Zug der Deutschen Bahn geworfen worden, weil sie keine gültige Fahrkarte dabei hatte. Eine Schaffnerin zwang am Montag eine 14-Jährige, […] zum Aussteigen, wie ein Bahnsprecher sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der “Berliner Zeitung”. Danach hatte das Mädchen nur ein Freizeitticket bei sich und nicht gewusst, dass dieses erst nachmittags gültig ist.

 
Da bekommt der Ausdruck »der Wilde Osten« doch mal eine angenehme Bedeutung, endlich mal eine Region in Deutschland, wo noch knallhart durchgegriffen wird gegen dieses elende Schwarzfahrerpack! Wen kümmern schon Dienstanweisungen, wonach »Minderjährige “unter keine[n] Umständen des Zuges verwiesen werden”« dürften, wenn der Börsengang durch dieses Gesindel auf dem Spiel steht‽

200 Hz oder: die Geschichte von den erfundenen Bildern

Ich habe ja seit Jahren einen 100-Hz-Fernseher. Eine Triniton-Röhre. Von Sony. Ich bin mit diesem Unterhaltungsgerätehersteller recht zufrieden, leider ist er eher etwas hochpreisig, aber nunja. Meines Erachtens trifft hier schon »you get what you pay for«, Support auch >8 Jahre nach (Laptop-) Produkteinführung inklusive (und man beachte, daß auch das Produkt nach dieser Zeit noch funktioniert). Aber genug Lobeshymnen auf Sony.
Liebäugele ich nun schon länger mit der Anschaffung eines hochauflösenden Fensters in die telemediale Neuzeit – ließ: eines >=40″-LCDs in FullHD –, so fand ich den jüngst, ich glaube in der Bahn, erhaltenen Werbeprospekt über Sonys neues Idee, die 200-Hz-Technik, natürlich interessant.
Interessant — und verwegen zugleich. Denn nicht nur, daß, in Deutschland, HDTV nur auf BD (HD-DVD ist tot, oder?) stattfindet – oder auf einem jämmerlichen Premiere-Kanal, IIRC –, also im Kontext des Fern-Sehens faktisch nicht, selbst die Zuspielung hochauflösenden Inhalts erfolgt mit bestenfalls 50p, also 50 Vollbildern pro Sekunde. Bringt eine Verdoppelung von 50 auf 100 HZ noch ein spürbar – und, im Falle der Röhre, einfach zeigbar – flimmerfreieres Bild (AFAIK ohne den Versuch, Daten, die ganz am Anfang der Produktionskette schon verlustig gegangen sind, wieder from scratch zu rekonstruieren), so stellt sich mir bei der Verdoppelung der Verdoppelung, von 50 Hz auf 100 Hz auf 200 Hz also, schnell die Sinnfrage.
»Motionflow«, Sonys Schlagwort für die Technik zur Berechnung von Zwischenbildern, ist das nicht eher ein Werbegag, bestenfalls eine – überflüssige – Anwendung neuester Techniken auf dem Gebiet der Muster- und Bewegungserkennung?
Kommen wir noch mal auf das aktuelle TV-Format zurück. 752×576 Bildpunkte umfaßt ein PAL-Bild, ca. 720×520 bleiben wohl nach Abzug der typischerweise nicht dargestellten Overscan-Bereiche übrig. Ausgestrahlt werden 25 Vollbilder je Sekunde, aufgeteilt in 50 Halbbilder, deren vertikale Auflösung halbiert ist. Dies zieht so ein Wunderkasten von Sony nicht nur auf 1920×1080 Bildpunkte auf (dies ergibt immer ein krummes Verhältnis), sondern rechnet einerseits die 25 Vollbilder aus den 50 Halbbildern zusammen (die, zeitlich versetzt gesendet, bei Bewegungen eine Unschärfe mitbringen) und andererseits für jedes der 50 Vollbilder auch noch 3 zusätzliche, mit »errechneten« Inhalten, um aus 50 Hz 200 Hz zu machen?
Das muß ich mir wirklich mal angucken — aber hoffentlich nicht wieder mit dem grauenvollen DVB-T und gar der Sportschau als Datenquelle, wo vor lauter Gepixele die Unterschiede von »das Runde« und »das Eckige« verschwimmen … (Und, ja, natürlich hat das Sony-Wunder wieder einmal einen DVB-T- (nicht: -T2) und keinen DVB-S- (oder gar: -S2) Tuner an Board … To be honest, ich glaube, diesen Einbau nehmen die Hersteller aufgrund von geheimen Absprachen mit der GEZ vor …)

Plan B

B. Wie »Bahn« oder »Börsengang«. Oder auch »Bullshit« …
Nachdem ich gestern ja, beruflich motiviert, Bummelbahn Live erleben durfte mußte, lese ich grade – die Amis haben ja noch nicht fertig mit der Wahl – bißchen Hintergrund zum ICE-Desaster auf tagesschau.de. Bislang tangierte mich das je eher weniger, für die meisten Strecken nehme ich – aus Überzeugung und aufgrund der Inkompetenz der Bundesbahn – lieber den PKW. Und ich glaube, ich storniere meine Bahncard lieber schnell wieder — wer ernsthaft solche Vorschläge macht, dem möchte ich mein eigen Leib und Leben, geschweige denn das meiner Lieben, anvertrauen:

Zulassungsnormen werden überschritten
An Laufradachsen in 17 ICE-3-Zügen der Baureihe 406 werden die vorgeschriebenen europäischen Zulassungsnormen nicht eingehalten. Das geht aus diesem Schreiben der Bahn vom 5. August dieses Jahres hervor, das der Redaktion vorliegt: “Für diesen Laufradsatz (…) wird die Dauerfestigkeit nicht nachgewiesen.” […]
Fragwürdige Maßnahmen zur Achsentlastung
Doch die Bahn will mit diesen Achsen weiterhin mit 300 Kilometern in der Stunde über die Schienen rasen. Sie schlägt vor, die betroffenen Achsen an den 17 Zügen häufiger, nämlich alle 120.000 Kilometer per Ultraschall überprüfen zu lassen. Vorgeschlagen wurde, die Toiletten über den Achsen zu schließen und die Wassertanks der Toiletten in den Wagen abzupumpen, um die Last zu reduzieren. […]

 
Vielleicht solten sie auch den Speisewagen mit entfernen, konsequenterweise. Und Personen über 85 kg Körpergewicht den Zugang zum ICE verwehren …
Privatisierung der Bahn — Dauerthema der letzten Monate und vielleicht ja doch auch ein Thema für die Sicherheit der Bahnfahrenden:

Wartungsintervalle wurden größer
Doch laut “Monitor” sparte die Bahn in der Vergangenheit bei der Wartung ihrer Züge kräftig ein. […] Seien die ICE-3 im Jahr 2003 noch nach 72.000 gefahrenen Kilometer zum Sicherheitscheck in die Werkstatt gerufen worden, geschah das im Jahre 2005 nur noch nach gefahrenen 144.000 Kilometern – eine Verdopplung der Intervalle.

 
In dem Kontext ist bemerkenswert, daß, laut jenem Artikel, das Eisenbahnbundesamt als zuständige Behörde nun einen vorläufigen Bescheid ausstellte, nach dem, Zitat, »die Achsen tatsächlich alle 120.000 Kilometer überprüft werden müssen«. Ob eine effektive Erhöhung des Intervalls um 48.000 Kilometer, ausgehend vom Stand 2003, statt um 72.000 Kilometer jetzt wirklich so ein Sicherheitsgewinn ist?

Es kann nur Einen geben …

Ich behaupte mal, das Folgende aus einem heise online-Artikel ist bestenfalls uninformiert wiedergegeben?

Die Bundesregierung will das heimliche Aufspüren von Handys eindämmen. Das beschloss das Kabinett am Mittwoch in Berlin. Die Ortung von Mobiltelefonen soll künftig nur noch dann möglich sein, wenn der Betroffene “ausdrücklich, gesondert und schriftlich” zugestimmt hat, teilte Verbraucherstaatssekretär Gert Lindemann mit. “Einer heimlichen Ortung ohne Einwilligung des Betroffenen wird hiermit ein Riegel vorgeschoben.”

 
Oder heißt daß, da ich ja nie »ausdrücklich, gesondert« und schon gar nicht »schriftlich« zugestimmt habe, daß meine Daten nicht mehr vorratsdatengespeichert werden?
Ich meine, das hat er ja – lt. heise online – offensichtlich gesagt, der Herr Lindemann. (Und warum muß ich grade wieder an eine Herrenboutique in Wuppertal denken?)