Das 1G-iPhone …

Liebe Telekom,
wann habe ich Euch doch gleich erlaubt, mir Post mit einem dumm-dreisten iBrick-Flyer zu schicken? Lecken da schon wieder schon wieder Eure Datenmüllhalden, trotz des juristisch-netten neuen Datenschutzvorstands? Tststs.
Nur um es ein für alle mal zu sagen: ich will kein iPhone bei Euren Abzockertarifen, Sack Zement nochmal.
Aber toller – wenn auch uralter – Trick, die in riesigen Lettern gemachten, vollmundigen Versprechungen, je weiter man nach unten auf dem Flyer kommt, immer kleiner und augenfeindlicher zu setzen. Voll das neue Konzept der Nepper, Schlepper und Bauernfänger, welches Ihr da ausgrabt …
Ernsthaft, wieso sollte ich schlappe 69,– Euro im Monat dafür zahlen, daß aus »immer und überall spontan mit Highspeed surfen und mailen« nach einem mageren GByte im Monat ein Datentrampelpfad auf ISDN-Niveau wird? Warum mir ein trojanisches Pferd namens iTunes installieren, welches nach Microsoft- Gutsherrenart installiert, was Apple genehm ist, ohne, daß ich widersprechen, oder gar eingreifen, könnte?
Der Hammer an diesem Angebot ist aber für mich wirklich die Kopplung von UMTS- und WLAN-Verkehr: ein längerer Coffeeshop-Aufenthalt, und das erste Viertel des GBs ist weg?
Da bin ich doch lieber günstig im immer weiter ausgebauten o2-Netz per (5GB-) Flatrate für deutlich weniger als die Hälfte des Preises monatlich (25,– statt 69,–) unterwegs – auch wenn Genion S bei Neuverträgen leider teurer wird. Online mittels eines 3.5G-USB-Sticks, ‘ner 3.5G-PC-Card oder einfach via BT gekoppelt an mein N95 oder E71, welches parallel noch für Anrufe nutzbar bleibt.
Jaja, okok, das Problem stellt sich beim iBrick gar nicht, denn als Modem kann man es auch nicht einsetzen.

Google StreetView und die Nummernschilder

Über einen Artikel bin ich auf »Sehenswertes« bei Google StreetView aufmerksam gemacht worden; bislang hat mich das Thema wenig interessiert.
Beim hin- und herklicken und -zoomen überraschte mich dann das bluring von Gesichtern, Kennzeichen und teilweise anderen potentiellen Identifikationsmerkmalen, z. B. Markierungen an Uniformen. Bei der Datenmenge kann das ja eigentlich nicht händisch geschehen, und wo Bilder automatisch verarbeitet werden, müßten eigentlich auch Fehler passieren.
Bingo, ich mußte nicht lange suchen, um ein Kennzeichen zu finden, welches nicht unkenntlich gemacht wurde …
Nunja, es ist sicherlich ungleich schwieriger, Software zu schreiben, die menschliche Köpfe, die verschiedensten Autokennzeichen und ähnliches in wirren Pixelwolken erkennt, markiert und unkenntlich macht als nach Fehlern dabei händisch zu suchen. Trotzdem, ich glaube, ich möchte nicht, daß das GoogleCar durch meine Gegend fährt und mich ggf. ablichtet …

MRR – Werbestar

Ansich mag ich den Alten Mann nicht so, wenngleich … vor ca. 10 Jahren habe ich das »Literarische Quartett« – wegen des Alten Mannes – gelegentlich ungerne verpaßt.
Es ging mir ähnlich wie anderen, das, was ich bis zum – Dank Ansage mit Spannung erwarteten – MRR-Auftritt da gesehen habe, mit Verlaub, da schäme ich mich fast, einen Fernseher zu haben. Nun finde ich auch bei 3sat, anders als der Alte Mann, durchaus sehenswertes, auch bin ich bekennender Seriengucker … DSDS allerdings als Deutschlands beste Unterhaltungssendung zu bezeichnen — mit RTL als Mit-Stifter des Preises, wie soll ich das noch ernst nehmen?
Anyway; ich möchte hier noch einmal ins Gedächtnis rufen, wie die vollmundig improvisierte Vereinbarung lautete:

Quelle: Zusammenschnitt eigener Aufzeichnung der ZDF-Aufzeichnung

Gottschalk: Hier sitzen die Intendanten des ZDF, ARD, RTL … Wir setzen uns gemeinsam eine Stunde im Fernsehen hin […] Wir machen das an einem Sonntagabend, lau, […] Ist das in Ordnung?
MRR: Jawohl! Ich akzeptiere das! Wenngleich skeptisch, ob was draus werden wird!

 
Tja, der Alte Mann hatte natürlich Recht — wie man Sonntag aus Titel, Thesen, Temperamente erfahren konnte:

Quelle: Zusammenschnitt eigener Aufzeichnung der ARD-Sendung

Aus Sonntag wurde also Freitag, aus der Stunde weniger, und statt einer Runde mit den Intendanten gaben sich die neuen Duzfreunde Marcel und Thomas ein Stelldichein.
Aber nun denn, was soll mach auch von einer Werbe-Ikone wie MRR anderes erwarten als das, was er (nicht) geleistet hat? Eine andere Information zu MRR und dessen Ablehnung des Fernsehpreises hatte nämlich die ARD auch noch zu verkünden in »titel, thesen, temperamente«:

Quelle: Zusammenschnitt eigener Aufzeichnung der ARD-Sendung

Beim Sichelputzer gibt’s weiterführende Links zum Thema in den Blätterwald.
Wer noch immer nicht genug hat: YouTube hat das Video der Verleihung:

Innovatief

Nein, kein Typo.
Nach langweiligen Automatenmarken und lustigen 2D-Einfarbbarcodes ist nun der zwölfstellige Druckbuchstabencode dran, wie bei neuerdings.com nachzulesen. Sehr amüsant nachzulesen, denn man sinniert erst einmal darüber, wann man in die Verlegenheit kommen sollte, einen Brief abschicken zu wollen ohne einen Briefmarkenspender auf weiter Flur.
Meine Erfahrung besagt ja eher, daß von dort, wo es nur Briefkästen, aber keine Briefmarken, gibt, jedes denkbar der Post anzuvertrauende Gut besser, will sagen schneller, selbst transportiert wird … Aber vielleicht treibe ich mich auch nur in den falschen Gegenden rum.
Beruhigend zu wissen, daß ich dieses Novum des alterwürdigen Postdienstes mit keiner meiner Prepaid-Karten (United Mobile, o2, FONIC, TIM, WIND) nutzen kann — wobei doch vielleicht grade Ausländer noch vor dem Problem stehen könnten, eine Briefmarke für die kurz-vor-knapp noch schnell zu verschickende Urlaubskarte nach Hause zu finden. Nun gut, denen würde dann im Zweifel eine deutsche Bedienerführung auch nichts nützen …
Folgerichtig resümiert denn auch neuerdings.com:

Fazit: Handyporto ist entschieden der komplizierteste und teuerste Weg, einen Brief zu frankieren.

 

AusgeWAZt?

Lt. Bericht des Medienmagazins DWDL.de steht bei der WAZ-Gruppe ein »erheblicher Personalabbau« an.

Nienhaus sagte unter anderem im September, die WAZ-Gruppe habe “im Ruhrgebiet ein Kosten- und Ergebnis-Problem”.

 
Hat das was mit DerWesten.de zu tun? Oder geht es nur um Print?

Bananenrepublik

Was für ein Service:

Der Leitfaden soll Ihnen dabei als Orientierungshilfe dienen, rechtsverbindlich ist er nicht.

 
Toll. Das Bundesjustizministerium stellt einen »Leitfaden« zur Impressumspflicht online, der aber nicht rechtsverbindlich ist. Haben sich nun auch die letzten Durchblicker dort im Paragraphendschungel das Genick gebrochen und keiner weiß noch ein oder aus? Wenn nicht die Paragraphenreiter, wer soll sich dann noch da auskennen? Welchen (Bären-)Dienst wollte man damit denn wem erweisen?

Wiederauferstehung VIAG Interkom

*snigger* Ist es eigentlich wirklich so unwahrscheinlich kompliziert, in 2G- bis 3.5G-Netzen einen (neuen) APN zu konfigurieren? Müssen da die Hersteller anrücken und das per Lochkarte in jeder Sendestation programmieren?
Aus den Einstelungen für FONIC:

FONIC GPRS/UMTS

Profilname         FONIC UMTS
APN (Zugangspunkt) pinternet.interkom.de

[…]

 
Und auf wen ist die Domain »interkom.de« registriert?

[Holder]
Type:         ORG
Name:        VIAG Interkom GmbH & Co.
[…]

 
Schon komisch, auch wenn FONIC eine Tochter der Telefónica o2 Germany ist, warum hat man da nicht einen APN »fonic« (analog »surfo2«) o. ä. eingerichtet sondern einen angestaubten Namen aus der Mottenkiste rausgekramt?

Virtualize me!

Hmm, das ist an mir ja völlig vorbeigegangen — eigentlich komisch, da Virtualisierung ja schon lange ein Steckenpferd von mir ist:

Red Hat hat die israelische Softwarefirma Qumranet gekauft, die hinter dem freien Hypervisor KVM steht. […] Red Hat Enterprise Linux 5 (RHEL) nutzt Xen. Der Hypervisor werde auf jeden Fall noch bis 2014 mit RHEL 5 unterstützt, […]. Ob Xen auch in RHEL 6 noch eine Rolle spielen wird, wurde nicht verraten.

 
Bei heise open liest sich das etwas anders:

Mit der Akquisition macht Red Hat in Sachen Virtualisierung einen Schwenk von Xen zu KVM – Xen will der Open-Source-Anbieter nur noch bis 2014 unterstützen. […]
Update
Wie der Linux-Distributor mitteilt, wird Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 5 weiterhin Xen unterstützen. […] Wann der Übergang von Xen auf KVM bei dem Red-Hat-Flaggschiff erfolgen soll, sei allerdings noch nicht entschieden.

 
Gut, nachdem Xen an Citrix ging, brauchte Red Hat vielleicht eine neue Basis, zumal Sun sich den VirtualBox-Hersteller Innotek einverleibte und somit ebenfalls richtungsgebend auf dem Gebiet der Virtualisierung tätig werden konnte, während Red Hat an Einfluß verlor.
Da stellt man sich als Hosting Architekt Servermensch natürlich schon die Frage, wie sinnvoll es heute noch ist, auf das – zumindest im Hinblick auf Red Hat Enterprise Linux – tote Pferd Xen zu setzen.
Meine Versuche mit Xen scheiterten meist an der mangelhaften Unterstützung aktueller Kernel — als ich mich, nach ersten Schritten mit UML, nach einer für mich absehbar finalen Lösung umschaute, waren Xen und Fedora Core noch zwei verstrittene Stiefgeschwister, Xen tat nur mit (wenigen) FC-Kernels und viel Handarbeit. Da waren UML und das Nachlegen des SKAS-Patches in den Fedora-Core-1-Hostkernel ein Fingerschnippen dagegen.
Ich bin seinerzeit dann, nach einem kurzen vserver-Intermezzo, bei VMware Server hängen geblieben; da tut ein Windows auch auf einem Pentium-III, der weder von Para- noch Hypervirtualisierung jemals was gehört hat, von einem stumpf zusammen dd-ten Linux, von einem Pentium-II-Schätzchen auf einen Xeon-Server implantiert, genüßlich zu schweigen. It simply works, das hat mich schon Anfang des Jahrtausends an VMware (Workstation seinerzeit) fasziniert.
Nun also Xen KVM? Hat das Zukunft? (Bei Red Hat; wobei das eigentlich nachrangig ist, denn privat migriere ich nach wie vor von Fedora zu Debian und VMware rennt, ohne Kernelpatches o. ä., einfach auf dem Host-Linux, was ich ihm vorwerfe. Ok, Debian-Etches vserver-Kernel mal ausgenommen, da crasht das Hostsystem gelegentlich beim Stoppen eines virtuellen XPs – virtualisierte Virtualisierung scheint keine Zukunft zu haben ;)) Muß ich mir dann wohl mal anschauen, eine völlig freie Implementierung wäre ja schon von Vorteil. Und da KVM ja schon länger im Mainstream-Kernel vorhanden ist (Xen nach wie vor nicht), müßte ein Setzen auf KVM auch weniger Gefahr bergen, ggf. wieder einmal von Vorne anfangen zu müssen — so wie jetzt beim absehbaren Wechsel von Xen zu KVM in einer der nächsten RHEL-Versionen.
Hat mal Jemand ‘ne Unze Zeit für mich?

Farbenspiele, Sündenfälle

»Die Yps« will unbedingt in Hessen an die Macht, da ist dann auch links-rot kein rotes Tuch mehr — jedenfalls nicht vor Ort, woanders sieht man das, naturgemäß, anders. Wobei: die ewige Hauptstadt, wer regiert dort eigentlich?
Eine andere Farbmischung gibt es derzeit in Hamburg, dem anderen großen Stadtstaat. Hier hat sich Schwarz einen grünen Anstrich zugelegt, allerdings hatte Grün vorher klare Ziele formuliert:

“Wir wollen schließlich unsere Glaubwürdigkeit nicht verlieren”, sagt [Christa Goetsch, Spitzenkandidatin der Hamburger Grünen] […] “Wir wollen nicht auf Teufel komm raus an die Macht”, sagt sie SPIEGEL ONLINE. Wenn bei Themen, die den Grünen wichtig seien, kein gemeinsamer Nenner zu finden sei, “dann gehen wir eben hoch erhobenen Hauptes in die Opposition.” Das umstrittene neue Kohlekraftwerk in Moorburg sei mit den Grünen “nicht zu machen”, und auch die Elbvertiefung – welche die CDU umsetzen will, die Grünen aber strikt ablehnen – könnte eine Zusammenarbeit verhindern.

 
Das mit der Elbvertiefung mag dann noch spannend werden – in der Unterelbe-Region eher kein Selbstrenner –; das neue Kohlekraftwerk hat, lt. Spiegel-Bericht, von Beust schon vor der Wahl hinreichend zementiert:

Der Wortspielwitz ihrer Hamburger Wahlkampfplakate ist den Grünen inzwischen abhanden gekommen. Weil sie an die Macht und mit der CDU koalieren wollten, muss Hajduk den Bau des verhassten Kohlekraftwerks genehmigen – die rechtliche Lage lässt ihr keinen Spielraum. Bürgermeister Ole von Beust hatte vor der Wahl – noch als Chef der CDU-Alleinregierung – eine zu weitreichende Vorabgenehmigung erteilt, als dass jetzt noch zurückgerudert werden könnte.

 
Tja. Willkommen in der Realität, liebe Grüne in Hamburg. Dann setzen wir interessierte Zuschauer dieses Politexperiments uns also mal wieder hin, besorgen uns noch ein wenig Popcorn und beobachten interessiert, wie es um die weiteren festen Standpunkte der Grünen im Treibsand der schwarz-grünen Koalition bestellt ist.
Eigentlich sollte dieses Beispiel selbst der machthungrigen Hessin abschreckend genug sein; aber ich fürchte schätze, die Aussicht, Roland Koch zu beerben, läßt rationale Überlegungen nicht zu. Wobei ich den brutalstmöglichen Nichtaufklärer auch lieber gestern als morgen als Politikrentner sehen würde — Not wird er ja, wie andere auch, nicht leiden.