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Extra 3 – »der satirische Wochenrückblick im NDR Fernsehen: pointiert, meinungsstark, angriffslustig« – hat im Netz derzeit eine Aktion laufen, »den schönsten Extra 3 Song« per Umfrage zu ermitteln.
Eines meiner persönlichen Highlights ist dabei die Verarbeitung des gesetzwidrigen Verhaltens des ehemaligen Bundesinnenministers: »Schily, zeig’ Deinen Nebenverdienst!«

»Du warst das Gesetz, jetzt hast Du’s selber verletzt, […]« — eigentlich darf der Zustand der Zivilgesellschaft nicht verwundern, bei solchen Vorbildern wie Kohl, Schily, …

Geshopter Landeanflug – aus 1 mach 4

Über die Sinnhaftigkeit von Bilderstrecken auf Magazinseiten zu philosophieren ist eher müßig; es gibt sie nun einmal. So auch diese bei DerWesten zur Notwasserung eines Airbus gestern in New York.
Eine neue Erfahrung, zumindest für mich, ist aber, daß DerWesten offensichtlich aus einem Bild mit ein bißchen Photoshop-Arbeit insgesamt vier Einträge in der Bilderstrecke sich zusammenbastelt. Untertitelt sind sie mit »Diese Fotos zeigen die Maschine im Landeanflug.« (Link), gefolgt von einer augenscheinlichen Ausschnittsvergrößerung mit der Unterschrift »Allmählich sinkt sie tiefer…« (Link), dem gleichen Bild mit anderer URL und dem Text »..und tiefer…«, den Abschluß bildet dann – es ist wohl das Ausgangsbild – »…und berührt schließlich die Wasseroberfläche.«, wo die Maschine nach wie vor dem Wasser nicht näher gekommen ist, siehe Screenshot.
Großartig … Sinnentleerte Nutzung neuer Medien, Sieger 2009: DerWesten!

»T. Schäfer-Gümbel follows 745 people.«

Hmm, über einen Eintrag im to-be-sold-blog stieß ich auf (angeblich) den zwitschernden »Schäfer-Gümbel’09«.
Toll:

Weniger toll:

  • Ernsthaft, »T. Schäfer-Gümbel follows 745 people«? Also, mit nur 29 Zwitscherern, denen ich lausche, ist mein Auffassungsvermögen schon am Ende. Gut, ich lese auch noch RSS-Feeds, aber … 745?

Packstation 1.0: DHL-Vertragsgaragen?

Gestern gab’s wieder mal Päckchen — und dieses Mal standen sie vor der Wohnungstür, eine andere Partei hat wohl die Haustür geöffnet. Nichts weltbewegendes, klar.
Neu – zumindest für mich – war allerdings der Trackingstatus, auf den ich – Session Manager sei dank – grade noch mal gestoßen bin, als nach einem der notorischen Firefox-3-Abstürze die (12) Fenster mit ihren unzähligen Tabs neu geladen wurden: »Zustellungsart: Garagenvertrag« steht dort. Ist das neu? Mit Perwoll gewaschen? Mit »Garagenvertrag« könnte ich im Zweifel ja auch mehr anfangen – lies: auf der Terasse nach Oster- Päckchen suchen – als einem simplen »wurde ausgeliefert« … Haben die DHL-Fahrerinnen und -Fahrer neue Geräte bekommen, nur neue Anweisungen — oder einfach mal wieder einen anderen Auslieferungsstatus angewählt? Oder übt die Post-Tochter DHL sich am Image der Garagencompany, mit dem einst HP so lustige Werbung machte? ;)

Die Rechtlosigkeit im ÖPNV

Nach der Bahn, wo Schaffner Minderjährige ohne gültigen Fahrschein typischerweise aus dem Zug schmeißen, machen nun die Nahverkehrsbusse Schlagzeilen. Lt. eines Berichts bei Spiegel Online nahm jüngst ein Busfahrer sämtliche Fahrgäste, darunter wohl ein hoher Anteil minderjähriger Schülerinnen und Schüler, mal eben in Geiselhaft, um in Selbstjustiz ein Attentat auf sein Leib und Leben mit einer Mandarinenschale zu ahnden:

Mittag, Schulschluss am Oskar-Maria-Graf-Gymnasium und an der Hauptschule in Neufahrn bei München: Die Kinder drängen in den Bus der Linie 691, der Fahrer gibt Gas, dann fliegt eine Mandarinenschale durch den Bus und prallt an die Frontscheibe.
Zu viel für den Busfahrer – 20 Meter vor der nächsten Haltestelle fährt er an den Straßenrand, baut sich vor seinen minderjährigen Fahrgästen auf und brüllt die Schulkinder an. Der Bus fahre nicht weiter, bis der Mandarinenschalenwerfer sich stelle, diktiert der Fahrer seine Bedingungen. […]
Eltern, die von ihren eingeschüchterten Kindern per Handy alarmiert wurden, hätten den Wutausbruch des Fahrers am Telefon mit angehört. Nachdem eine Mutter mit ihrem Auto zu dem stehenden Bus gefahren war, um die Tochter wegen eines wichtigen Arzttermins abzuholen, habe der Mann sich geweigert, das weinende Kind aussteigen zu lassen. Der Mann hat sie laut “tz” durch ein Fenster angeschrien: “Ich lass mich doch nicht beschmeißen! Hier kommt keiner raus!” Daraufhin habe der Fahrer Gas gegeben und die Kinder erst an der übernächsten Haltestelle aussteigen lassen.

 
Richtig so. Aus dem Zug werfen ist böse, das hat der Busfahrer, dessen Leib und Leben ich durch diese Mandarinenschale ganz klar bedroht sehe, verinnerlicht; und bei keifenden Weibsbildern ergreift man besser die Flucht, das wird er von zu Hause kennen …
Mal ernsthaft, geht’s noch? Schulkinder im Bus, das ist imho generell nicht unproblematisch; aber wie kann der MVV als Betreiber dieser Buslinie diese, meiner nicht-Juristen-Meinung nach, Freiheitsberaubung und Nötigung in zig Fällen durch einen augenscheinlich vollkommen überforderten Busfahrer auch noch gutheißen?

Die “tz” hingegen erfuhr vom MVV, die Schüler hätten Scheibenvorhänge heruntergerissen und die Mandarinen-Schale “gezielt” auf den Mann geworfen. Der Busfahrer habe durch sein Verhalten eine Verkehrsgefährdung verhindert.

 
Eines ist mir jedenfalls jetzt klar: sobald meine Kinder sich dem ÖPNV anvertrauen müssen, werden sie u. a. für solche Fälle mit einem Handy ausgestattet werden. Vorzugsweise mit einem »anpeilbaren« bzw. trackenden, denn wer sagt mir denn, daß der nächste durchtickende Busfahrer nicht in einen Wald fährt, fernab von seiner eigentlichen Linie? Außerdem: Nicht munter weiterziehen lassen; festnehmen den Typ und dann direkt an die alarmierten grün blau-weißen übergeben!

Freitag, der 12.

Hmm, hmm, hmm. Immerhin, offensichtlich sind weder meine Karten der Dresdner noch meine AMEX noch meine Lufthansa-Miles-and-More-VISA- bzw. MasterCard betroffen. Reicht das, mich in Sicherheit zu wiegen?

Java Moon

Ich bin kein Freund von Java-Geraffel, aber in Verbindung mit dem Spambericht finde ich doch eine seitenlange Fehlermeldung des Katers mal richtig interessant.
Und lt. Google Cache sollte das auch die richtige Domain sein. Beta than nothing, offensichtlich ;)
Jungs, Mädels, so wird das aber nichts mit …

[wird] die grösste Kontakt- und Austauschplattform für Künstler aus dem Showbereich.

 
Ich gehe mal davon aus, daß mit den Fehlermeldungen des Katers die Zielgruppe, nämlich …

sehr viele Veranstalter und Agenturen informieren sich und finden dich auf

 
… eher nicht viel anfangen kann. Und, also, mit dem »informieren« und »finden«, da sehe ich ja auch mal schwarz ;)

Respekt, irgendwie

Klar, im Prinzip ist es Programmiererabschaum, vollkommen klar. Aber auf einer gewissen Ebene muß ich doch meinen Hut ziehen von den Codern des einen oder anderen Botnetzes:

Srizbi, eines der größten bekannten Botnetze, erstarkt offenbar gerade wieder, nachdem seine Bots vor rund zwei Wochen […] Kontakt zum Kontroll-Server verloren hatten. Die Bots haben nach dem Wegfall ihrer Hauptkommunikationswege auf eine Art Notfallkommunikation umgeschaltet und nehmen nun Kontakt […] mit Domains auf, deren Namen sie über einen speziellen Algorithmus berechnen.
[…] Alle 72 Stunden errechnen die Bots vier “Notfall-Domains”. […]
Dieses Unterfangen war aufgrund der vielen generierten Domains aber wohl so kostspielig – rund 4000 US-Dollar pro Woche – dass man gezwungen war, dies einzustellen. Kurz darauf seien die Domains wieder von den Bot-Herdern registriert worden.

Quelle: heise online

 
Erst einmal die Idee zu haben, für die Zukunft Domains zu berechnen (wohl abhängig vom Kalendertag?), um für den Wegfall von Domains gerüstet zu sein: Respekt dafür — die Umsetzung zeigt aber auch, daß da offensichlich einiges an Geld drinsteckt, mit Botnetzen selbiges also zu verdienen ist :(
Was ich an dem heise-Bericht nicht verstehe ist, wieso 4 Domains alle 72 Stunden sich zu 4000 USD/Woche an Domainregistrationskosten auftürmen können; 72 Stunden sind, äh, 3 Tage, von diesen Intervallen hat eine 7-Tage-Woche grade mal zwei, bei 8 Domains in einer Woche müßte die Domain dann schon jeweils 500 USD kosten, um auf 4000 USD/Woche zu kommen. Ich denke nicht, daß ich – als Endkunde – übermäßig günstig einkaufe, aber meine teuerste Domain ist wohl meine .to-Domain mit, ich glaube, 50 USD pro Jahr … Entweder hat der selbstlose Retter sich im Algorithmus vertan und muß noch immer, sagen wir, 100 Domains für jede vermutlich generierte registrieren oder aber die Botnetz-Betreiber stehen auf exquisite TLDs wie .tv, .ag & Co. Letzteres würde aber grade bei Wegwerfdomains doch nun gar keinen Sinn machen‽

Productplacement, mal nicht im GEZahlten TV

Zufallsfund, gefunden in »Richter Hold«, SAT.1 vom 26.11.2008:

Mitschnitt: DVB-S/VDR, Transcoding nach .flv mit mencoder

Gut, an und für sich wäre derlei keiner Erwähnung wert; auch Gerichtsserien dürfen ja mit der Zeit gehen. Allerdings hat man sich hier nicht die Mühe einer fiktiven Adresse gemacht, sondern nutzt das eigene Programm, um das mehrheitlich gehaltene Portal Lokalisten.de bekannter zu machen.
Auch dies wäre vielleicht nicht erwähnenswert, wenn sich derlei nicht grade zu häufen schiene. Vielleicht wird das mittelfristig ja doch mal ein Thema für entsprechende Kommissionen.
Interessant an der Folge fand ich denn noch zweierlei: Erstens die Tatsache, daß die Protokollantin ihre Arbeit an einem Laptop verrichtet, der offensichtlich freien Zugang zum Internet hat — die reine Lehre ist das meines Erachtens nicht.
Zweitens fehlte mir der dezente Hinweis an die Profilinhaberin, daß das Veröffentlichen von Fotos Dritter ohne deren Einverständnis deren Recht am eigenen Bild verletzt; klar, wäre ja auch dem Geschäftsmodell von Lokalisten.de (wie auch von studiVZ.de, wer-kennt-wen.de, und-all-den-anderen-Sites-die-ich-vergessen-ha.be) abträglich, wenn jeder wirklich vor der Veröffentlichung und Kommunikationsanbahnung erst mal eine Nacht über das geplante Tun reflektieren würde …

An- und Einsichten eines Neu-iBrickers

Lange nicht mehr so breit geschmunzelt wie bei Hirnlöffels iPhone Experience …
Gut, ich meine, wer Apples verdongelte Produkte mit Microsofts Experimentaslsoftware zu benutzten versucht, muß schon relativ nah der Selbstaufgabe sein. Vista als Basis zu nehmen für Software eines Drittherstellers – hier: Apple – ist meines Erachtens auch Ende 2008 noch »mutig«. Aber die Einblicke in die Gründlichkeit der Gängelung der User durch den Konzern mit dem angebissenen Apfel sind nett; das hätte ich mir so schlimm nicht voirgestellt.
Gut, bei den Preisen für Apple-Hardware … ist das »Problem«, mehr als einen Computer als iBrick-Paarungspartner zu haben, wohl wirklich singulär im Apple-Kosmos. Und, let’s face it, bei Windows Mobile hat Microsoft ein sinnvolles syncen eines Mobilgeräts an mehreren PCs auch nie wirklich hinbekommen (kann man denn eigentlich Altgeräte – d. h. Geräte mit nicht der letzten oder vorletzten Windows Mobile-Version, also z. B. jenen mit PocketPC 2002 oder Windows Mobile 2003 – unter dem Seh-OS mittlerweile betreiben? Man beachte bei der Frage, daß Microsoft selbst keine neuen Windows Mobile-Versionen herausgibt und das Gros der Hersteller Produktpflege hier auch nicht kennt :().
Wie dem auch sei; reine Apple-Nutzer werden wohl eine andere Sicht der Dinge haben. Jenseits von DTP und sonstiger Grafik- kreativer Arbeit sind die exklusiven Apfelbüchsen aber IMHO dünner gestreut, da darf man eigentlich eine bessere Integration in die real existierende, leider Windows-dominierte, Desktop-Welt erwarten.