Respekt, irgendwie

Klar, im Prinzip ist es Programmiererabschaum, vollkommen klar. Aber auf einer gewissen Ebene muß ich doch meinen Hut ziehen von den Codern des einen oder anderen Botnetzes:

Srizbi, eines der größten bekannten Botnetze, erstarkt offenbar gerade wieder, nachdem seine Bots vor rund zwei Wochen […] Kontakt zum Kontroll-Server verloren hatten. Die Bots haben nach dem Wegfall ihrer Hauptkommunikationswege auf eine Art Notfallkommunikation umgeschaltet und nehmen nun Kontakt […] mit Domains auf, deren Namen sie über einen speziellen Algorithmus berechnen.
[…] Alle 72 Stunden errechnen die Bots vier “Notfall-Domains”. […]
Dieses Unterfangen war aufgrund der vielen generierten Domains aber wohl so kostspielig – rund 4000 US-Dollar pro Woche – dass man gezwungen war, dies einzustellen. Kurz darauf seien die Domains wieder von den Bot-Herdern registriert worden.

Quelle: heise online

 
Erst einmal die Idee zu haben, für die Zukunft Domains zu berechnen (wohl abhängig vom Kalendertag?), um für den Wegfall von Domains gerüstet zu sein: Respekt dafür — die Umsetzung zeigt aber auch, daß da offensichlich einiges an Geld drinsteckt, mit Botnetzen selbiges also zu verdienen ist :(
Was ich an dem heise-Bericht nicht verstehe ist, wieso 4 Domains alle 72 Stunden sich zu 4000 USD/Woche an Domainregistrationskosten auftürmen können; 72 Stunden sind, äh, 3 Tage, von diesen Intervallen hat eine 7-Tage-Woche grade mal zwei, bei 8 Domains in einer Woche müßte die Domain dann schon jeweils 500 USD kosten, um auf 4000 USD/Woche zu kommen. Ich denke nicht, daß ich – als Endkunde – übermäßig günstig einkaufe, aber meine teuerste Domain ist wohl meine .to-Domain mit, ich glaube, 50 USD pro Jahr … Entweder hat der selbstlose Retter sich im Algorithmus vertan und muß noch immer, sagen wir, 100 Domains für jede vermutlich generierte registrieren oder aber die Botnetz-Betreiber stehen auf exquisite TLDs wie .tv, .ag & Co. Letzteres würde aber grade bei Wegwerfdomains doch nun gar keinen Sinn machen‽