Renaissance der Stasi-Methoden

<sarcasm> Na, wer sagt’s denn, alles Gute kommt eben doch wieder. Neben der Vorbeugehaft, die sicherheitshalber aus der NS-Zeit hinübergerettet wurde, kehrt lt. tagesthemen.de jetzt auch eine echte Stasi-Methode zurück:

Die Polizei hat bei mehreren G8-Gegnern Körpergeruchsproben genommen. “Das ist bei einzelnen Beschuldigten passiert”, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft der Nachrichtenagentur AP.
[…] Die Abnahme von Geruchsproben war bisher als Überwachungsmethode der ehemaligen DDR-Staatssicherheitsbehörde (Stasi) im Fall von Dissidenten bekannt.

 
Über die Zulässigkeit von Folter wird ja gerne mal nachgedacht, sollte dieses Tabu denn auch noch fallen, wäre die Wiedereinführung der Gestapo eigentlich nur konsequent.
Wo ist so drüber nachdenke, eigentlich komisch, daß diese Forderung noch gar nicht gestellt wurde. Wie angenehm und streßfrei muß sich ein Staat regieren lassen, in dem aus bloßem Verdacht heraus Menschen inhaftiert und ggf. unter Gewaltandrohung oder -einsatz befragt werden können?
</sarcasm> Aber vielleicht sollte auch Herr Schäuble in seinem fehlgeleiteten Wunsch, die Sicherheit – koste es, was es an Bürgerrechten auch wolle – zu erhöhen, diesen Artikel in der Zeit und insbesondere diesen Abschnitt lesen und darüber noch einmal nachdenken:

Die fatalen Folgen dieser Aufweichung hat das Oberste Gericht von Israel in seinem Urteil vom 6. September 1999 eindrucksvoll formuliert. Diese Entscheidung, sagten die Richter, sei ihnen im Angesicht der täglichen Terrorbedrohung und ungezählter Opfer nicht leicht gefallen. […], sei dies kein Anlass für vorbeugende Ausnahmen vom Folterverbot. Denn damit öffne man dem Missbrauch Tür und Tor, und sie fuhren fort: »Es ist nun einmal der Sinn und das Schicksal einer Demokratie, dass ihr nicht alle Mittel erlaubt sind und ihr nicht sämtliche Praktiken ihrer Feinde offen stehen. Auch wenn die Demokratie oft mit einer hinter ihrem Rücken gefesselten Hand kämpfen muss, behält sie doch am Ende die Oberhand.«

 
Ich hoffe nur, die deutschen Gerichte entscheiden bzgl. Heilgendamm schnell …

Web2.0 my a…lternate reality

¡Mierda! So langsam wird es, finde ich, Zeit, daß diese ach-so-tollen 2.0-Beta-Dienste erwachsen werden …
Bei twitter verheddert sich dauernd ‘n Kätzchen im Server – wobei ich den tieferen Sinn des Ein-Zeilen-Blog-Formates »twitter« sowieso noch nicht gerafft habe. Und da jeder 3. bis 4. Klick von mir zum Katzenbildchen führt, werde ich es wohl auch nie schnallen.
Technorati hat ebenfalls Probleme mit dem eigenen Haustier bzw. dessen Käfig, denn das Technorati-Monster bricht (zumindest für mich:) neuerdings häufig(er) aus … :(

Merkel, Schäuble und das Demonstrationsrecht …


Schon ein schwieriger Spagat für unsere zierliche Kanzlerin. Wie soll man auch erklären, daß man in Russland es scheiße findet, wenn bekannte Oppositionelle (die nur in anderen Ländern so heißen, in unserem Ländle heißt daß dann schnell »Randalierer« oder »Mitglieder der militanten, linksextremistischen Szene«) an der Anreise zur Demo gehindert werden, in der ehemaligen DDR aber Schutzzäune und Demonstrationsverbote bis zu 6 km vom Tagungsort entfernt demokratisch und frei und sowieso vollkommen in Ordnung seien?
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die aktuelle audio-visuelle Berichterstattung rund um den anstehenden G8-Gipfel zu sichten und hinsichtlich des Themas »Demonstrationsrecht« ein paar Aussagen von Angela Merkel (amtierende Kanzlerin, CDU), Wolfgang Schäuble (amtierender Bundesinnenminister, CDU), Heiner Geissler (ehem. CDU-Generalsekretär) und Gerhart Baum (ehem. Bundesinnenminister, FDP) zueinander in Verbindung zu setzen:

Quellen: ARD-nachtmagazin vom 19.05.2007, ZDF-Sendung »Berlin Direkt« vom 20.05.2007 sowie die ZDF-Sendung »Das G8-Trefen und die Bürgerrechte«.

»Im Prinzip« hat Schäuble also nichts gegen Demonstranten, und sie dürfen ja auch gegen G8 demonstrieren, wo der Pfeffer wächst sie wollen — solange das nur nicht grade in Sicht- oder Hörweite des Tagungshotels ist … Und Kanzlerin Merkel meint, daß zumindest in Russland jeder, der »gar nichts gemacht hat sondern nur auf dem Weg zu einer Demonstration« sei, auch zu dieser gehen dürfen sollte.
In Russland. Nicht automatisch auch in Mecklenburg-Vorpommern.
Warten wir also ab, wie die Gerichte das sehen …

WestEins ist nicht tot …

… bloggt die Cheffin nach einem schweigsamen Quartal zumindest:

Ich muß gestehen, ich hätte dieses Blog schon viel eher reanimieren sollen. Nein, ich hätte es erst gar nicht einschlafen lassen dürfen,

 
Äh. Ja, stimmt. Ein »Projektblog« (»Dieses Projektblog wird die Arbeit an „WestEins“, dem neuen Online-Portal der WAZ Mediengruppe in Nordrheinwestfalen, begleiten.«) ohne Content ist, äh – Web2.0 mehr so zweckfrei. Naja, mal weiterlesen:

schließlich passiert so viel bei uns, das durchaus erzählenswert wäre. Aber die Großbaustelle Westeins hat nicht nur mich in den letzten Monaten in jeder wachen Minute vollkommen ausgelastet.

 
Hammer. Das mit den wachen Minuten klingt ein wenig nach dem legendären StudiVZ-Blog – leider gibt’s bei WestEins keine Gründer, die uns mit WG-Interna und Providerbashing die Wartezeit vertreiben. Egal, es ist der Gute Wille, der zählt, mit ca. 1 Eintrag pro Quartal kann man sich ja durchaus arrangieren ;)

Das gilt selbst für die berüchtigten Donnerstage, an denen wir […] am Konzept feilen […]. Ging es dabei zunächst um die ganz großen Fragen (welche Farben, wie viele Spalten usw.), steckt der Teufel mittlerweile ganz eindeutig im Detail (wer darf was wann mit welchem Redaktionssystem wohin auf die Seite bringen, nach welcher Logik werden Artikel auf Lokalseiten mit konkurrierenden Redaktionen dargestellt, und wenn ich darauf klicke, passiert was ganz genau??).

 
Function follows Color? Krass, jetzt bin ich wirklich auf den Lauch gespannt. BTW, gibt’s schon Zieldaten? Zumindest das Jahr?

Brückenfreitag

Wieder mal ein Brückenfreitag.
Besonderer Speiseplan in der Kantine.
Keine Versorgung essentieller Arbeitsmittel – wie zum Beispiel des Süßwarenspenders – durch die Dienstleister.
Aber es gibt auch Vorteile.
Zum einen ist der Parkplatz leerer.
Man hat mal Ruhe, Dinge aufzuarbeiten.

Mentale Notiz: nächstes Jahr zwischen Himmelfahrt und Pfingsten Urlaub nehmen.

This just in: WestEins hat fertig …

… renoviert: auf leserbieten.de kann man ab dem 24.05.2007 unter anderem »Gutschein 15l Innenwandfarbe stark getön« (ja, das »t« paßte wohl nicht mehr) ersteigern — näheres zur neuen, ultimativen Auktionsplattform bei WAZsolls.
Das WestEins-Projektblog wird vermutlich kurzfristig aktualisiert werden; zur Stunde unklar ist, ob die angepriesene Innenfarbe Überschuß aus der seit Januar 2007 andauernden Renovierung der WestEins‐Redaktionsräume‐to‐be stammt oder ob mangels eines Renovierungsfortschritts seit Ende Januar – wie das Projektblog andeutet – die schon abgetönten Bestände vor der endgültigen Eintrocknung noch versilbert werden sollen. Aber dieses Geheimnis wird Frau Katharina ‘lyssa’ Borchert sicherlich kurzfristig im Projektblog lüften lassen. Und auch bis dahin hat die WAZ Mediengruppe vorgesorgt: »Bis zum Start des neuen Portals informieren Sie die Tageszeitungen der WAZ Mediengruppe über das aktuelle Geschehen in Ihrer Region.«
WestEins. Das Duke Nukem Forever des deutschen MedienWeb2.0?

Sonderbare Methoden

Ich kämpfe noch immer mit meinem präferierten Mobilfunkanbieter — 10 Jahre bin ich nun D2‐Kunde, aber die Tage scheinen gezählt. Nicht nur, daß Vodafone in Deutschland mir kein attraktives Angebot für’s N95 unterbreiten will – selbst auf Nachfrage im Shop wurden mir rd. 380,– Euronen als Einstiegpreis genannt, wo z. B. O2 rund 100,– niedriger ansetzt –, man lügt mich auch noch an, wenn’s um die Auswahl meines ggf. neuen Tarifs geht (hier am Beispiel den N73):
Wie Vodafone korrekt erkannt hat – und das schaffen sie komischerweise Monat für Monat bei der Abrechnung ohne Nachhilfe immer wieder –, habe ich für den fraglichen Vertrag den Tarif »UMTS MinutenPaket Plus 50« gebucht; der kostet aber mitnichten 0,– EUR/Monat (eher so 25,–) und beinhaltet auch nicht 0 Minuten (eher so 50). Fast schon nett, daß man zu diesem Tarif mir das N73 für schlappe 239,50 einmalig überlassen würde … Ich glaube, dann wäre der Tarifwechsel aus der 25- in die 10-Euro-Region doch mal sinnig, denn mit dem kostete es genauso viel …
Immerhin kostet mich das fragliche Handy (bei gleichem Ausgangstarif und, bis auf wenige Wochen, Erstvertragsschluß) bei meinem älteren Vertrag beim Wechsel vom 25- auf einen 10-Euro-Vertrag 40,– EUR einmalig weniger, unter Beibehaltung meines Vertrages (auch hier »UMTS MinutenPaket Plus 50«, daß ist dem Vodafone‐Computer wohl entfallen) allerdings soll ich mit 469,90 EUR rd. das Doppelte zahlen. Und dies, obwohl auf jenen Vertrag seit >2 Jahren kein neues Handy mehr angefordert wurde …
Interessant ist auch die Aussage Vodafones:

Muss ich kündigen, um ein neues Handy zu bekommen?
Nein. Vodafone bietet seinen Kunden alle zwei Jahre die Option, ein neues vergünstigtes Handy zu erwerben, wenn die Mindestlaufzeit des Mobilfunkvertrages gleichzeitig um weitere 24 Monate verlängert wird.. Das hat u.a. den Vorteil, dass Sie Ihre Rufnummer weiterhin behalten können. Um ein neues Handy zu erhalten, ist es also nicht notwendig, einen neuen Vertrag abzuschließen.

 
»Vergünstigt« ist hier das Schlüsselwort. Im Falle meines ältesten Vertrages darf ich bei Vertragsverlängerung (ohne Tarifwechsel) also einen höheren Handypreis bezahlen, als Nokia selbst für das Handy ohne SIM verlangt. Und dies ist eine Definition von »vergünstigt«, die ich weder teile noch nachvollziehen kann.

TeNo: Stellungnahme

Der wohl vorerst, bis zum Eintreffen des versprochenen T-Shirts (XL, bitte in schwarz oder weiß), letzte Beitrag direkt zur TeNo-Aktion: unter der Überschrift TeNo Blog zieht Blogger an (7) – Stellungnahme klärt TeNo über Beweg- und Hintergründe auf:

Wir haben die Adressen aus den Impressen der 620 Blogs, die wir mit unserer Postkarte “beglückt” haben. Die ganze TeNo Blog Shirt Aktion ist hier raus entstanden. Dann hatte ich vor ca. 14 Tagen die Idee, einfach schnell eine schöne Postkarte zu gestalten und diese eben an Blogger zu verschicken. Nicht einmal habe ich daran gedacht, dass wir damit irgendjemanden verärgern würden. Aber aus heutiger Sicht, kann ich auch die Haltung und Meinungen derer nachvollziehen, die sich über Werbepostkarten grundsätzlich aufregen.

 
Die Aktion scheint nicht vorzeitig beendet worden zu sein; Blogger, die nicht in der 620er Auswahl drin waren, können sich also über die Spielregeln informieren und weiterhin partizipieren — gem. Umfrage auf sichelputzer.de ist die Akzeptanz (zumindest bei den 77 bisher abgegebenen Stimmen …) für geschenkte Gäuler ja durchaus vorhanden ;)

Verpuffungseffekt?

Ist Postkartenspam doch kein Erfolgsmodell? Die Akton von TeNo jedenfalls hatte, darf man Technorati glauben, keinen nachhaltigen Erfolg: Zwar gab es, als die Karten bei verschiedensten Blog–Inhabern eintrudelten, vermehrt auch Blogeinträge – auch weniger erfreute –, aber augenscheinlich ebbt das Interesse auch wieder ab.
Weiterführende Links gibt’s z. B. auch im Düsiblog, und schoggo-tv hat nachgefragt, woher der Absender die Adressen hat:

Ich telefonierte heute gegen 15:15 Uhr mit dem Geschäftsführer von TeNo, Herrn Jürgen Heinz in Pforzheim. Mein Interesse galt dabei jedoch nicht einem T-Shirt der Kampagne TeNo Blog zieht Blogger an sondern der Frage, woher TeNo meine Adresse hat.

 

Am Telefon erklärte mir Herr Heinz, dass ein Praktikant die Daten für die Kampagne […] gesammelt habe, u.a. wohl auch in den Impressen von Blogs.

 
Und wieder einmal war’s der böse Praktikant …