Singulärer Einzelfall?

Ich versteh’s grade nicht, liegt vielleicht am Alter — hilft mir bitte jemand über die Straße?
Und zwar: in den Tagesthemen kam die amtierende Kanzlerin zu Wort – im Hintergrund, neben Glos, Steinbrück, sauertöpfischer dreinblickend als sonst, fast so, als müßte er jetzt schon einen Euro für Opel ausgeben –, sie erzählte irgendwas von einer »singulären, besonderen Situation«.
Was, bitte, ist an Opel in Deutschland singulärer als z. B. bei Ford, Nissan, Renault, …? Ist auch nur einer dieser Autobauer – ok, mag sein, daß die Franzosen und Japaner hier nicht produzieren, Ford hingegen, lt. Wikipedia, durchaus – unabhängig(er) von seiner Konzernmutter? Oder gar ohne die gesamte Logistik dieser überlebensfähig?
Wie gesagt, bin über Dreißig, bitte helft mir mal über die Straße …

Penner im Produktmarketing

Jetzt mal ehrlich, wie bescheuert kann man eigentlich sein? Die Firma Freedom Keyboard, von denen ich ein BT-Keyboard seinerzeit für’s Nokia 6630 mir gekauft hatte, würde heute von mir gerne einen hypergeilen, auf irgendwelchen windigen Beipackzetteln hinterlegten, Code wissen wollen — hätte ich denn eines ihrer coolen Dual-Mode-Keyboards und würde den S60-3rd-Treiber einsetzen wollen.
Wie schon beim N95, muß ich auch hier wieder auf den Support des labelklebenden Herstellers – Freedom Keyboard Ltd. – verzichten und mich der Treiber des orignären Herstellers bedienen — Freedom Keyboard legt leider keiner Wert mehr auf die Pflege ihrer älteren Produkte.
Mit anderen Worten: Mit den Treibern von ids.hk konnte ich auch an mein E71 eine etwas komfortablere Tastatur anbinden, welche ich z. B. auch mit dem 6630 oder N95 (oder Windows-Geräten) nutzen kann. Der Hersteller meines Keyboards hingegen möchte von diesen, seinen offensichtlichen »Jugendsünden«, nichts mehr wissen und hat schon vor über einem Jahr sämtlichen Support eingestellt. Insofern: gutes Produkt, bescheidener Support — ich werden Produkte dieses Kurzzeitsupportherstellers zukünftig jedenfalls sehr aktiv meiden, denn selbst, falls gnädigerweise noch neue Software bereitgestellt wird, dieses Beharren auf der Verfügbarkeit von bekifften Beipackzetteln, Jahre nach dem Kauf, ist für den Endkunden kaum zielführend …

Y

Nun ist das Experiment, das generalstabsmäßig falsch aufgezogene, im 2. Anlauf gescheitert. Was bleibt? Also, neben dem eigentlich mehrheitslosen Koch, dem »brutalstmöglichen« Aufklärer, als weiterhin Regierendem?
Meinungen, dies sei nicht demokratisch. Hmm, was ist dann Demokratie? In Hessen hat der Souverän, vielleicht nicht absichtlich, unklar gewählt. Er hat gewählt eine CDU, die ggf. mit der FDP »weiter so« machen wollte. Er hat, fast genauso stark wie die CDU, gewählt eine SPD, die versprochenerweise nicht mit der Linken zusammenarbeiten wollte (in der Regierung).
Eine große Koalition, insbesondere, im Hinblick auf das vorhandene Mehr an Stimmen für ihn, unter Koch, dürfte man auch nur schwerlich aus dem Wahlergebnis als Wählerwunsch herleiten können.
Die hessische Verfassung (die, mit der Todesstrafe, IIRC) sieht keine besonderen Wege vor, falls keine neue Mehrheit zustande kommt. Die Möglichkeit, daß die alte Regierung solange im Amt bleibt, bis eine neue gewählt wird, ist, in Hessen, meinem Verständnis nach eine ganz valide Option.
Warum jemand in Hessen so vehement die Tolerierungsoption ziehen wollte – vor der Wahl, versprochen, kein auch nur denkbares Szenario –, erschließt sich mir dann nicht. Hätte man nicht erst einmal als linke Mehrheit (SPD, Grüne, Linke) Gesetze einbringen und beschließen können — Regierung auf Probe, sozusagen?
Nunja. Die nächste Herausforderung wartet ja schon: werden die Grünen nun doch mit, gar unter, dem verhaßten Koch zusammen regieren wollen? Hamburg hat es gezeigt — Farben sind mischbar.

Die Würfel sind – vielleicht – gefallen.

Tja, also, nachdem Ohio – vielleicht – an Obama gefallen ist, kührt gegen 3:25 die ARD Obama schon mal zum – möglichen – Sieger:

Das ZDF ist nicht ganz so euphorisch; man wartet mal ab, was denn CNN nun den Amerikanern erzählt und erzählt derweil mal dem deutschen Publikum viel, wenn der Wahlabend noch lang ist. Vielleicht hätte man »Uwe« wirklich mal unterbrechen sollen. Und man wartet auf Ohio, welches »offenbar in eindeutiger Führung« für Obama entschieden hat. »Aber man darf immer noch nicht zu zuversichtlich zu sein … Vielleicht gibt es noch irgendwelche ganz überraschende Entscheidungen … Aber Obama scheint Ohio gewonnen zu haben und damit die Barriere durchbrochen zu haben …« Ja, das sind journalistische Höhepunkte im deutschen Fernsehen!

Und im Jahre 2008 läßt man dann den Zuschauer, nachts gegen 4 Uhr 15, auch an der redaktionellen Absprache teilhaben. Nicht teilnehmen, aber immerhin teilhaben:

Schon spannend, neben dem Reporter steht der zu interviewende, aber greifbar ist jener dann doch erst ein drei bis vier Minuten. Muß ein besonderer Reporter-Code sein, den sie da benutzen …
Ich gratuliere einfach mal Obama, prophylaktisch. Im Zweifel werden in den USA sowieso, auch im Jahre 2008 wie in den Vorjahren, die Gerichte entscheiden, wer denn nun eigentlich gewählt wurde — soviel Zeit habe dann auch ich nicht ;)
Die Nachtschwärmer von Spiegel Online vermelden bislang einen unüberraschenden Wahlablauf, damit dürfte Obama der erste, äh, sagt man noch »farbige«? nächste Präsident der Unfreien Staaten von Amerika sein:

[04.23 Uhr] Virginia…
…könnte allerdings knapper werden als gedacht. In den letzten Umfragen führte Obama noch mit etwa 5 Prozent Vorsprung.
Aber ansonsten verläuft die Nacht ziemlich genau nach den Umfragen.

 

Sun && Bechtolsheim

Update: In einem Sun-Blog wird klargestellt:

Sun can confirm that Andy will remain with the Company as an essential product architect as part of the Sun Systems group; however he will be working with Sun in a reduced capacity as a result of his being named Chief Development Officer of Arista Networks, a start-up company he founded.
[…]
“I am very proud of all the accomplishments we have achieved as a systems team, including the Sun Fire X4000 family of X64 servers, the Sun Constellation System, the Sun Fire storage servers and Flash Storage, and Sun Datacenter Switch 3×24, and I look forward to many more over the coming years,” said Andy Bechtolsheim, Systems Group, Sun Microsystems.

 
Nun denn, dann ist ja wohl alles klar. Irgendwie …

Sun jetzt wieder ganz ohne von Bechtolsheim – oder nur ein bißchen?

Auch wenn wahrscheinlich kein Zusammenhang besteht, auch wenn es für eine solche Personalie keinen geeigneten Zeitpunkt geben mag: daß die Nachricht, daß Sun-Mitgründer »Andy« von Bechtolsheim erneut die Firma Sun verläßt, nur zwei Tage nach der Nachricht von neuen Verlusten bei Sun erscheint — gutes Timing würde ich es nicht nennen.
Und so ranken sich nun prompt auch wieder Gerüchte um Motivation und Korrektheit der Aussage, von Bechtolsheim verlasse Sun:

Andy B. isn’t leaving SUN. He’s just going down to part time work to work on some new ventures reguarding Ethernet switches. That’s all. He’s still going to be part of SUN and design boxes that we all know and love.

 
Aufgeräumt sind »seine« sogenannten »Galaxy«-Kistchen ja, keine Frage. Wobei ich einen Teil-zu-Teil-Vergleich machen müßte mit z. B. den Proliants von HP, um einen Sieger, so es sowas geben kann, auszumachen. Will sagen: klar, tolle handwerkliche Arbeit — aber letztlich »nur« State of the Art in meinen Augen. Will sagen, so hochgelobt, wie die »Galaxy« aus dem Sun-Lager gerne wurde, sehe ich sie nicht; weder erzeugen die Lüfter für die Standard-Hardware (Intel, AMD) Energie statt sie zu verbraten, noch fassen 100 GB-Harddrives in der »Galaxy« 375 GB — kurz: Wunder vollbringt eine »Galaxy« meines Wissens nicht. Im Vergleich mit früheren Barebone-relabeled-Kisten aus Suns ersten Schritten ins feindliche x86-Lager allerdings, ja, da ist eine »Galaxy« ein Meilenstein. Oder zwei … Finde ich; YMMV …
Dennoch erscheint mir die Vorstellung, jemand könne halbtags neueste Switchtechnologien entwicklen und den Rest des Tages weiter an Servern tüfteln, doch etwas abwegig. Wenngleich man eine Passage aus einem Artikel hierzu in der New York Times so auslegen könnte:

Mr. Bechtolsheim’s departure will certainly be a big blow to Sun, which is wrestling with declining sales and profits and a plunging stock price. But he said he would retain a part-time advisory role at the company.
“It’s my baby,” Mr. Bechtolsheim said. “I will always be associated with Sun.”

 
»Part-time advisory role«, Teilzeit-Berater quasi, klingt allerdings nicht direkt nach »Server weiterentwickeln«. Nunja, wie auch immer; heute ist es schwer, Nachrichten ins rechte Licht zu setzen. Augenscheinlich schreibt doch einer vom anderen ab, und die in der NYT zeitlos zitierte Aussage »“It’s my baby,” Mr. Bechtolsheim said. “I will always be associated with Sun.”« findet sich bei Golem im Zusammenhang mit älteren Dingen:

Im Dezember 2003 gab er die Position wieder auf, um für das neugegründete Unternehmen Kaelia zu arbeiten. Mit dem Kauf von Kaelia im Jahr 2004 durch Sun kehrte er zurück. “Es ist mein Kind”, sagte Bechtolsheim über Sun. “Ich werde immer mit Sun verbunden bleiben”.

 
Vielleicht ist der Weggang (oder auch nicht Weg-Gang) ja auch nur eine PR-Masche, sein neues Unternehmen ins Rampenlicht zu stellen? Spannend klingt es allemal, was er da machen will:

Arista wurde im Jahr 2004 gegründet und bietet mit seiner 7100er-Serie eine Produktlinie von 10-Gigabit-Ethernet-Datencenter-Switches (Layer 2/3/4) mit niedriger Latenz. Wie die New York Times berichtet, sollen die Switche ein Zehntel dessen kosten, was Cisco für vergleichbare Produkte verlangt. Angeboten werden die Produkte mit 24 und 48 Ports in einem Chassis mit einer Höheneinheit mit redundanter Stromversorgung und Kühlung. Durch “Non-Blocking” werden die Daten beim Transfer nicht mehr in Blöcke zerteilt und einzeln gesendet, sondern als kompletter Stream übertragen. Damit kann eine Übertragungsrate von 10 Gigabit zwischen zwei Ports erreicht werden.

 
In meiner Hörigkeit auf die eigenen Netzwerker habe ich nie nachgefragt, ob die lustigen Ciscos denn auch bei 10 GBit/sec »Wirespeed« tatächlich das Äquivalent von 10 GBit/sec in Paketen latentzgering durchschieben. Ich entsinne mich nur, daß vor Jahren noch ein Cisco-Mitbewerber, ich glaube, es war Foundry, mit deutlich geringerer Latenz beim Ethernet-Switching im Vergleich zu Cisco hausieren ging. Tja, wie auch immer; wenn sie wirklich so günsitg sein sollen, dann werde ich ja vielleicht mal zu Hause irgendwann so ein Schätzchen stehen haben ;) (Nein, keine Bange; mein häuslicher GBit-Rückenknochen über drei Netgear GS108T als Etagenswitch reicht mir noch locker aus …)

FONIC++

Respekt. Heute Rückmeldung auf meine eMail von Samstag zur Abrechnungsthematik der zusätzlichen 4 Freistunden:

Sie haben Ihre Anfrage an die externe Pressestelle von FONIC gesendet. Wir helfen gerne weiter.
Wenn Sie Ihren Einzelverbindungsnachweis ansehen, dann müssten Sie das Guthaben für die zusätzlichen Tage bereits sehen. Meine Kollegin Name geändert wird das noch einmal mit Fonic überprüfen und sich dann bei Ihnen melden.

 
Und tatsächlich, rund 40 Minuten später:

ich habe Ihre Anfrage soeben an die Fonic-Kundenbetreuung weitergegeben:
Fonic hat Ihnen die fehlenden 10 EUR gerade gutgeschrieben.
Bitte schauen Sie innerhalb der nächsten 30 ­ 45 Minuten in Ihre Einzelverbindungen unter www.fonic.de.
Dort müssten Sie die Gutschrift gleich sehen können.

 

Rund eine Stunde später waren jene 10 EUR tatsächlich gutgeschrieben, s. Bild.
Vielleicht sollte ich meine Einstellung zum Thema Discounter – und Mobilfunkprovider generell – überdenken …

Nö.

Gut, ich kann nicht für die »Community« als solches sprechen kann: die Frage des Solaris-Fan-Boys Sun-Angestellten Joerg Moellenkamp allerdings dürfte sich mit einem simplen »Nö« beantworten lassen.
Die spannende Frage – deren Beantwortung sicherlich etwas Zeit benötigen wird –, ist denn auch eher, wie sich OpenSolaris am freien Markt der freien Betriebssysteme schlagen wird. Wobei dort sicherlich eher die verfügbare x86-Variante denn OpenSolaris/Sparc einen Ausschlag geben wird, wie auch Sun, urteilt man anhand der Priorisierung, erkannt hat. Andererseits: was nützt mir ein l33t OS mit coolen Features, wenn ich diese nur auf x86-Hardware einsetzen kann, nicht aber auf den Boliden im Rechenzentrum, im Unternehmen?
Nein, Angst vor OpenSolaris ist … nicht mehr als eine interessante Idee.

»Zu«? Oder »Aus«? Ende jetzt …

DWDL.de:

“Ich habe nichts zu bedauern, ich nehme nichts zurück”, stellte Marcel Reich-Ranicki in der am Freitagabend ausgestrahlten Sondersendung “Zu gegebenem Anlass” gleich zu Beginn des Gesprächs mit Thomas Gottschalk klar.

 

Doch am Ende muss man sagen: “Aus gegebenem Anlass” wird, wie erwartet, keine Folgen haben. Doch es war kurzweilig, interessant und entlarvte Reich-Ranickis Kritik als überzogen.

 
Ich hab’s nicht gesehen. Und ob die Sondersendung nun »aus gegebenem Anlass« oder »zu gegebenem Anlass« geheißen haben mag — heutzutage würde mich auch »wegen dem Anlass wo gegeben ist« nicht mehr wirklich wundern.
Aufgrund des Hypes um die Aufzeichnung habe ich die Stelle mit MRR aufgezeichnet – und mußte mit ihm das Program erleiden, wenn auch zeitversetzt –, mir mehrfach angesehen — und mich darüber amüsiert, wie gezeigte Teile des Publikums offensichtlich wieder nicht wußten, warum sie das, was nun da der alte Mann nach den jüngeren, aber auch nicht komischen, Komikern vor ihm, absonderte, witzig finden sollten. Aber das muß ja ein Spaß sein, also lächeln wir mal — ganz mutige haben gelacht. Und der Indendant des Zweiten Deutschen Fernsehens wartete wohl auf das Transkript der Rede, so unverbindlich lächelnd er drinblickte.