Katzenkontent

Eichkatzenbesuch heute morgen … Und ich hab’ meinen Kids nicht geglaubt, daß sie dieser Tage morgens bei unserer Wohnung ein Eichhörnchen gesehen haben wollten.

digitalStrom, oder: die nächste Heimautomationswunder-Seifenblase platzt

Ein Artikel im dS-Thread bringt es meiner Ansicht nach auf den Punkt:

Re: DigitalStrom aus der Schweiz
Autor: Nicht auf der Messe (Gast)
Datum: 12.04.2010 23:14

flow schrieb:

Fazit, da liegt noch ein langer Weg vor DS, bis das ganze sich im Markt und bei den Installateuren ausgebreitet hat. Da man für die Kommunikation der Klemmen untereinander auf jeden Fall eine Komponente im Verteilerkasten benötigt, wird der versprochene Komfort nur mit einem Fachmann zu erreichen sein.

 
Wie lange arbeiten (“forschen”) die schon daran? 4 Jahre? 5 Jahre? Seit wieviel Jahren wird die Markteinführung immer zunächst auf das Jahresende und dann auf das Folgejahr verschoben?
Das wäre nicht die erste Technologie, die vom technischen Fortschritt überholt wird, bevor sie fertig wird.
Und was ist von der ursprünglichen Idee geblieben? Es sollte günstig sein (10 Euro pro Lampe wurden anfangs genannt – einen teuren dS Meter gab es nicht) und einfach sollte es sein. Jetzt kostet es 3000 Euro für eine 3-Zimmer-Wohnung und nicht mal ein normaler Elektriker darf den Kram einbauen – er muss akkreditiert sind (für normale Elektriker ist der Kram wohl zu kompliziert).
Wenn ich die Kosten auf mein Haus hochrechne (wer baut so einen Luxus schon in eine 3-Zimmer-Mietwohnung?), dann bin ich locker bei 10.000 Euro. Für das Geld bekommt ich jetzt schon auf Basis von solider und bewährter Technik mindestens den gleichen Komfort.

 
Tja. Schade. Wie schon vermutet, »digitalSTROM« ist doch nicht der Heilsbringer, als der er 2007 noch angekündigt wurde. Abgesehen davon, daß Endeverbraucher nicht mal eben die dS-Lüsterklemmen im Baumarkt kaufen können werden, sind diese auch »marginal« teurer als ihre unintelligenten Pendants:

Sodala Preise:
Gelbe Klemme (150W) – 40 EUR
DSM (16A) – 150 EUR
DSS – 280 EUR

 
Oder, wie es heise online zusammenrechnete:

Jan Zakrzewski von der Firma Aizo nannte als Preis für die Installation des ersten Raumes (beinhaltend etwa acht Lampen und zwei bis drei Taster) ungefähr 1000 Euro. Jeder weitere Raum würde, nachdem die Grundausstattung bestehend aus digitalStromServer und -Meter (dSM) bereits installiert ist, 500 bis 800 Euro kosten. Mit steigender Zahl der Geräte braucht man zusätzliche dSS. Hiervon koste jeder weitere etwa 250 Euro, so Zakrzewski. Benötigt man einen zusätzliches dSM, so schlage dies noch einmal mit 100 bis 200 Euro zu Buche.

 
Diese Größenordnungen nennt digitalSTROM selbst. *hust* Da kommt ein Plugwise-System auch nicht mehr teurer, eher im Gegenteil — und diese Komponenten sind kauf- und lieferbar.
Wieder mal ein Fall eines vollmundig angekündigten UberProduktes, welches als Bettvorleger gelandet ist.

Widerspruch

Schöner Der Westen-Artikel:

Die Lufthansa verwies auf zehn nur mit Piloten besetzte Überführungsflüge am Samstag. „In Frankfurt wurden die Maschinen von unseren Technikern untersucht. Weder auf den Cockpitscheiben, an der Außenhaut noch an den Triebwerken fanden sie auch nur den kleinsten Kratzer“, sagte Konzernsprecher Klaus Walther dem Blatt. […]
Die Lufthansa überführte am Samstag zehn leere Langstreckenflugzeuge von München nach Frankfurt. […] In enger Absprache mit der Deutschen Flugsicherung seien sie circa 3.000 Meter hoch nach Sichtflugregeln geflogen worden. In dieser Höhe bestehe keine Gefahr durch die Flugasche.

 
Wir halten fest:

  • Lufthansa und Air Berlin halten das Flugverbot für übertrieben
  • Lufthansa verweist u. a. auf ihre Überführungsflüge in 3km Höhe vom Samstag, die keine Beschädigungen durch Vulkanasche gezeigt hätten
  • Auf 3km Flughöhe gibt es keine Beeinträchtigungen durch Vulkanasche, diese schwebt irgendwo paar km höher rum
  • Innereuropäische Flüge wären auf verringerter Höhe also wohl möglich; warum macht man keine? Zu teuer? Zu wenig Raum?

Auch die Diskussion um eine Lockerung des Nachtflugverbotes nach Wiederfreigabe des Luftraumes – was man ja auch durchaus verrechnen könnte: ~1 Woche kein Fluglärm, dafür 2, 3 Nächte danach mal extremen, warum nicht? – klingt, wie die um die Sinnhaftigkeit des Flugverbotes, mir ein bißchen nach einem Stellungskampf — ist bald wieder Wahl, wo gerne Milliarden an hilfsbedürftige Konzerne vergeben werden?

Das Berlin-Münchener FakePad

Tja, schade. Das WePad, dieses – aus meiner Sicht – »iPad done right«, ist wohl nichts, auf das man heute bauen kann als Couchsurfing-Alternative zum stalinistischen Cupertino-Produkt.
Ja, ich bin schon ziemlich enttäuscht; naja, nicht wirklich. Diese Salamitaktik, die, wie auch immer die-Firma-dahinter heißt, da auf Facebook abgezogen hat, stimmte schon nachdenklich. Jedenfalls alte »Ankündigungsopfer« wie mich …
Gestern wurde also nun ein – zugegeben schickes – Pad in die Kameras gehalten, … auf dem Windows wohl bildschirmfüllend endlos ein Video abspielte, bei dem jemand per Maus oder Touchpad – keinesfalls aber per Touchscreen – über etwas einen weißen Kreis bewegte, was wohl die WePad-UI darstellen soll.
Mager.
Sehr mager, denn entwickelt wird seit 2006 daran:

Da laut tiitoo schon in 2009 ein Feldtest mit 150 End-Usern durchgeführt wurde und die Firma seit 2006 daran arbeitet (das sagt zumindest das gerade aktuelle Textsnippet in den Google-Suchergebnissen das bei einer Suche nach 4tiitoo angezeigt wird ist folgendes wahrscheinlicher:
das tiitoo wurde als eigenes Linuxderivat mit eigener Oberfläche entwickelt. Vielleicht wurde ja auch eine Flash-SourceLizenz erworben (wie es z.B. bei dem Chumby der Fall ist) und die komplette Oberfläche ist Flash.

 
Oder, um den nun auch offiziellen Partner zu zitieren:

4tiitoo was founded in 2007 to bring the best of the Internet and modern information technologies intuitively closer to everyone. The WePad OS was build as an intelligent and intuitive usage system for touch screens while focusing on personal Internet usage. The widget based user interface enables quick access to a comprehensive world of applications, news and multimedia content.
The WePad combines lifestyle design with powerful technology optimized for mobile use in the entire living environment. After three years of development and a successful home use test with 150 users in 2009, we are now preparing the launch in mid 2010.

 
In 2009 wurde also ein Test des WePad mit 150 Leuten durchgeführt. Selbst wenn man annähme, daß jeder Tester nur 1 Tag das Pad hatte und somit nur genau 1 Exemplar (150 Tage Test, 150 Tage Transport von Tester n zu Tester n+1) existiert: jenes hätte man gestern in Berlin vorführen können. Nein, streiche können, setze müssen. Was aber vorgeführt wurde, war eher peinlich, insbesondere hinsichtlich der, auch geweckten, Erwartungen im Netz:

Kaufen kann man die Hardware übrigens (noch nicht ;)): sie heißt ExoPC Slate, so wird zumindest auf Facebook spekuliert, und rennt wohl hervorragend unter Windows 7. Warum man, wie Spiegel Online berichtet, das Pressekonferenzgerät frisch aus den Klauen des Zolls entreißen mußte, wenn doch 150 Leute es schon getestet haben, bleibt denn auch unklar:

Das Gerät, das auf der Pressekonferenz gezeigt wird, sei erst zehn Minuten vor dem Termin eingetroffen – “es hing beim Zoll in Köln fest”, sagt einer der Männer, die für die chaotische Pressearbeit verantwortlich scheinen. Einem TV-Team hatte man versprochen, es schon zwei Stunden zuvor abfilmen zu dürfen. Daraus ist nun offensichtlich nichts geworden.

 
Letztlich irgendwie peinlich ist denn auch die Geschichte mit dem Verkaufsstart; sollte es erst im April losgehen (siehe auch Marcus Schwarzes Artikel in der HAZ) …

Freitag 19. März 2010 01:56
WePad: Der deutsche iPad-Rivale
iPad, iPad, iPad. Noch bis Ende April müssen sich die Apple-Fans gedulden. Dann kommt Jobs’ Tablet auch in Deutschland in den Handel. Doch ein mittelständisches Berliner Unternehmen prescht noch vor dem Verkaufsstart auf den Markt. Der deutsche Suchmaschinen-Experte Neofonie will sein WePad getauftes Tablet schon Mitte April in den Handel bringen. Es unterstützt Flash, läuft mit Android, soll weitaus günstiger als das iPad und für Verlage individuell zu branden sein.

 
… so wird der April nun in den Spätsommer verlagert, siehe SpOn oder auch das Video:

Zweifel werden diskutiert, ob das Gerät überhaupt schon ansatzweise marktreif ist. Immerhin hatte die Neofonie angekündigt, mit dem WePad auf den Markt zu kommen, noch bevor die ersten iPads in Deutschland ausgeliefert werden. Daraus wird nichts werden, so viel ist jetzt klar. Vorbestellungen sollen ab dem 27. April angenommen werden, ein sogenannter Soft-Launch, also die Auslieferung in homöopathischen Dosen, ist für den Juli geplant. Erst im August rechnen die Entwickler damit, WePads in nennenswerten Stückzahlen liefern zu können.

 
Tja; und die Ankündigung »billiger als das iPad«, auch diese wird ggf. von der Realität noch eingeholt, zumindest aber fällt der Unterschied nur mathematisch beweisbar aus.
Tja, schade. Viel Rauch um … ein Windows-Gerät. Nicht, daß Windows zwingend schlecht wäre, an dieser Stelle, wo ein Android-basiertes Tablett für den Verkauf im April 2010 avisiert war, ist das aber mehr so der Beweis, daß neofonie und deren Partner eines nicht können: ein Android-Pad liefern, geschweige denn ein Gerät mit all den sagenhaften Features, die dem WePad mal nachgesagt wurden.
Wenn man Mitte April als Verkaufstermin den kommenden August nennt und die Produktpräsentation aus einem Video besteht, kann man mit durchaus Zweifel haben an der Marktreife des virtuellen Produktes. Und womit? Mit Recht. Denn wäre die Hardware nach den Spezifikationen der Wepad-Macher entwickelt worden, was hinderte denn dann daran, das Image des/der »Heimwerkermodelle« auf das fertige Gerät zu spielen und all die tollen Features vorzuführen?
Wie auch immer; neofonie GmbH/WePad GmbH, ich würde nach wie vor gerne ein WePad kritisch unter die Lupe nehmen. Allerdings nicht erst im August; im Laufe des Mai sollte auf der Hardware die Software weitgehend lauffähig sein nach allem, was bisher verlautbart wurde – schließlich muß »nur« noch der Linux-Unterbau angepaßt werden, was mit Intel als Technologiepartner ja kein Problem sein dürfte. Adresse siehe Impressum ;)

Katz' und Maus: Sony und das böse Linux (update)

Ich bin war ja lange Jahre ein Sony-Anhänger, ich mochte die VAIO-Notebooks (erstklassige Geräte, wenn auch zu einem erstklassigen Preis), meine erste Digiknipse war eine Sony DSC und weil jene bis auf die Akkulebensdauer mir sehr gut gefallen hat, war auch meine zweite Digicam eine von Sony (DSC-P10); meine Videokamera ist eine Sony D8 (womit ich bei der Digital8-Kamera – die auch Video8-Bänder lesen, und direkt per FireWire digitalisiert ausgeben, kann – nach Video2000 seinerzeit, wieder einmal auf das technologisch – IMHO – überlegene, im Markt aber absehbar untergehende, Format gesetzt habe; 20x optischer Zoom bot damals aber keine miniDV-Kamera dieses Preissegments …) — ok, war, seit 2008 bin ich auf dem HD-Trip und filme auf SD-Karten in 1280x720p. Mein Fernseher von 2000 bis 2009 war ein Sony … und, natürlich, meine HighDef-Spielkonsole ist natürlich – seit 2009 – eine Sony PS3L nicht nur, aber eben auch wegen der offiziellen Möglichkeit, Linux auf der Kiste zu nutzen. (Nein, beim LCD bin ich Sony »erstmals« untreu geworden und habe auf LG gesetzt; und für einen Linux-getriebenen Fernseher ist das eine nette Kiste ;) Wobei »Linux inside« ein Kollateralschaden war, ich wußte das vorher nicht und es wäre latent auch ein Grund gegen das Gerät gewesen; hier läuft mittlerweile, teils unbeabsichtigt, gefühlt mehr Linux als mir lieb ist (Stichwort: Monokultur).)
Das mt dem »ein Fan sein« – im wahren Leben, per Kaufentscheidung, und nicht nur per Mausklick bei facebook – allerdings, das hat sich erst einmal erledigt, nachdem Sony mich dazu bringen wollte, mich freiwillig zu enteignen: entweder verzichte ich auf die – mitgekaufte – Option, ein »Other OS« – Linux – auf meinen zwei PS3 zu installieren — oder ich verzichte auf das Firmwareupdate (welches den Menüpunkt »Other OS« entfernt, aber das Kalenderproblem, weswegen ich meine PS3en am 1. und 2. März nicht nutzen konnte. nicht behebt) und damit den PSN-Zugang und die Möglichkeit des Onlinespiels, behalte dafür aber die »Other OS«-Option.
Daß ich mir dies nicht gefallen lassen würde, war klar. Bislang gingen mir »PS3-Hacks« am Gesäß vorbei, ich war mit dem Gesamtsystem »PlayStation 3« vollauf zufrieden. Aber wenn Sony mir den Krieg erklärt – indem sie beim Kauf beworbene Funktionen klammheimlich entfernen –, nehme ich den Fehdehandschuh gerne auf. Fickst Du mir, fick’ ich Dir …
Bei der Suche nach Optionen, dieses bekiffte Firmwaredowngrade zu umgehen oder sonstwie Sony den Stinkefinger zu zeigen, stolperte ich Donnerstag erst einmal über den Golem.de-Bericht über meinen heimlichen Held, den »PS3-Hacker« »Geohot« … Offensichtlich hat er einen Weg gefunden, das Firmwaredowngrade von Sony rückgängig zu machen — leider ist mir noch nicht klar, was ich vor dem verfsckten Update auf 3.21 mit meiner 3.15-Firmware machen muß, um nachher »Other OS« weiterhin als Option zu haben …
Also googelte ich mich durch’s Netz, suchte nach dem angesprochenen »Proxy Hack« und staunte nicht schlecht: offensichtlich schon 2007 hat man herausgefunden, wie man die PS3 glauben läßt, es gäbe keine neuere Firmware. Und wenn die PS3 nicht an neue Firmware glaubt, blockiert sie offensichtlich auch nicht den Zugriffs auf’s PSN — klingt ein wenig nach Security by Obscurity? Aber so scheint der Ablauf tatsächlich zu sein … Sicherlich hat Sony im PSN auch die Möglichkeit, die Firmware einer PS3 abzufragen — es sollte mich jedenfalls wundern, falls nicht. Warum dann aber auch 2010 noch neben einem lokalen Proxy ein simpler DNS-Eintrag ausreichen soll, den Megakonzern Sony auszutricksen, erschließt sich mir nicht …
Ich werde es am kommenden Wochenende ausprobieren; falls schon der DNS-Hack reicht, fein, ansonsten werde ich die komischen Tools wie »Logan5’s tool« in eine Windows-VM installieren und, hoffentlich, wieder online spielen können. Mit Firmware 3.15, der letzten, die »Other OS« zuläßt …
Habe ich ein schlechtes Gewissen? Nein, im Gegenteil.
Halte ich das Tun für illegal? Ja, Sonys »Firmwareupdate«, welches keine Bugs fixt aber legitime, harmlose Funktionen deaktiviert, halte ich für – umgangssprachlich – illegal. Vermutlich ist es im Einklang mit deutschem und europäischem Recht, was Sony dort macht — IANAL und es interessiert mich auch ehrlich gesagt nicht. Nicht mehr; möge Sony doch den Weg so vieler Neuer-Markt-Gesellschaften gehen …
(Update:) In seinem Blog hat Daniel Ritter dankenswerterweise ein Script abgelegt, womit man auf einem Linux-Rechner im (lokalen) Netz den »passenden« Proxy selbst einrichten kann; somit muß man sich nicht unbekannten »Helfern« im Netz mit seinem DNS- oder gar kompletten HTTP-Verkehr anvertrauen. Dank des Scripts ist es eine Sache von 5 Minuten, das auf einem Debian- oder Ubuntu-System einzurichten:

me@host:~$ wget -O - -q 'http://feu01.ps3.update.playstation.net/update/ps3/list/eu/ps3-updatelist.txt'
# EU
Dest=85;CompatibleSystemSoftwareVersion=3.2100-;
Dest=85;ImageVersion=0000a20e;SystemSoftwareVersion=3.2100;CDN=http://deu01.ps3.update.playstation.net/update/ps3/image/eu/2010_0401_3a08ef6164a7770ae3e7d5b9f366437a/PS3UPDAT.PUP;CDN_Timeout=30;
mel@host:~$ http_proxy=`ip route show | gawk '/default/ {print $3;}'`:3128 wget -O - -q 'http://feu01.ps3.update.playstation.net/update/ps3/list/eu/ps3-updatelist.txt'
# EU
Dest=85;CompatibleSystemSoftwareVersion=3.1500-;
Dest=85;ImageVersion=0000948f;SystemSoftwareVersion=3.1500;CDN=http://deu01.ps3.update.playstation.net/update/ps3/image/eu/2009_1210_54ee80e14e479f8351a988eb9a472072/PS3UPDAT.PUP;CDN_Timeout=30;
me@host:~$ 

Ich weiß nicht, aber wenn ich mir u. a. die Kommentarthreads bei Golem.de ansehe, habe ich in der Tat das Gefühl, daß dieser unsinnige, voreilige Schritt – denn »Other OS« an sich ist nicht die Sicherheitslücke; jene wurde nur mit Hilfe von Linux-Programmen auf der Box und massivem Hardwareeingriff in die PS3 exponiert – wirklich der Zündfunke sein könnte, der den Flächenbrand auslöst, vor dem Sony angeblich soviel Angst hat. Sieht jedenfalls so aus, als sei diese Büchse der Pandora nun offen. Und Sony hat nichts Besseres zu tun als vor den erwarteten inoffiziellen Firmwares zu warnen — dabei hat Sony durch diese verkorxte Updatepolitik diesen Bedarf erst geschaffen … Tolle Wurst :(
Ich würde ja sogar auf 3.21 updaten — wenn ich bei Bedarf wieder auf 3.15 – oder eine andere »Other OS«-Firmware – wieder zurück könnte; derzeit ist mir »Other OS« ziemlich Wurscht, ich habe genug Linux-Plattformen für den Spieltrieb. Aber wer weiß, vielleicht gibt eine PS3 ja eine super Renderingkiste ab für Videorekodierung? Oder ich möchte mich mit dem Prozessor näher auseinandersetzen? Ich denke schon, daß Sony andere, auch bessere und durchgreifendere Anti-Piracy-Optionen haben müßte, als ein harmloses Zweit-OS zu verbannen. *seufz*(/Update)

Gerettet? Don't think so, Mathias …

Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner hat sich lt. Golem.de zu Lobeshymnen auf Apple und Steve Jobs hinreißen lassen:

»Dies ist wirklich der Beginn einer neuen Ära. Jeder Verleger auf der Welt sollte sich einmal am Tag niedersetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er damit die Verlagsindustrie rettet. Das iPad bringt uns, worauf wir alle gewartet haben.«

 
Und ich dachte, die USA hätten strenge Anti-Drogen-Gesetze … Wobei ich mich aber auch frage: wenn »alle« nur auf so ein minimalistisches Gerät gewartet haben — warum, zum Henker, hat kein Verlag o. ä. es betrieben, daß sowas »endlich« auf den Markt kommt?
Schick auch seine Aussagen zu den Einsparungen auf Verlagsseite, wenn man die geplanten Abo-Preise rekapituliert; 90% des Preises der Printausgabe möchte »Die Welŧ« gerne auf dem iPad je Ausgabe kosten. Döpfner:

»Wenn mehr und mehr Leser unsere Produkte lieber auf Tablet-Geräten lesen wollen, dann ist mir das nur recht. Wir sparen Druckkosten, wir sparen Lieferkosten, wir sparen Papierkosten.«

 
Druck, Lieferung und Papier machen also nur 10% der Kosten einer »Welt«-Druckausgabe aus, der Rest ist purer Qualitätsjournalismus? Ach, halt, da fehlen ja noch die Ausgaben für’s Management, Reisen kostet ja auch ‘n bißchen Portokasse …
Gespannt bin ich ja auf das. was aus der, aus meiner Sicht, einzig realitätsnahen Aussage Döpfners wird:

Die Contentbranche solle sich zudem mit Apple zusammensetzen und die Umsatzverteilung neu verhandeln. 30 Prozent Umsatzanteil für Apple sei zu viel.

 
Ich wette, Steve hat sofort nach dem Interview in Berlin angerufen und gebettelt, weniger nehmen zu dürfen …

Der Etikettenschwindel mit dem Plus: CI+ und HD+

Ich hab’s zugegebenermaßen erst für einen Aprilscherz gehalten, aber augenscheinlich ist der Golem-Bericht keiner (lokale Hervorhebung):

Herausgekommen ist bei den nun konkretisierten Plänen eine Dreiteilung nach der Art des Empfangsgeräts. Ältere Receiver, die über das 99 Euro teure Legacy-Modul von HD+ für die Verschlüsselung der Privatsender nachgerüstet werden können, dürfen Sendungen aufzeichnen und Timeshift benutzen. Ein Vorspulen bei der Wiedergabe von HD+-Inhalten ist verboten. Das gilt auch für die inzwischen verfügbaren und von Elektronikmärkten stark beworbenen “HD+-Receiver”: Aufnehmen und Timeshift ist erlaubt, Vorspulen nicht. Der schnelle Vorlauf bei der Wiedergabe bleibt auch ganz neuen Geräten verwehrt, die den Slot “CI Plus” enthalten. Dabei gibt es dann auch nichts vorzuspulen: Eine Aufnahme von HD+ ist auf diesen Geräten gleich ganz verboten.

 
Damit bestätigt sich, was vorher nur vage sich abzeichnete: das Plus-Zeichen bei CI- als auch HD+ steht für ein Plus an Gängelung, ein Plus an Einschränkungen für den Verbraucher, ein Plus an Kosten — und dementsprechend ein dickes Minus an Komfort, an selbstbestimmtem Medienkonsum, an Wahlfreiheit.
Im Ergebnis kann das für den mündigen Medienbürger nur heißen: HD+? Just say NO! Denn nur eine Abstimmung mit den Füßen, an der Kasse nämlich, wird diesen Trend mittelfristig aufhalten … Einen noch größeren Bogen sollte man natürlich um Geräte mit dem CI+-Slot machen, allerdings wird das wohl leider schwierig werden, da kaum ein Hersteller hier dem Kunden eine Wahlmöglichkeit läßt. Und mit CI+ wird die Gängelung dann perfekt, nicht mal Timeshift-mit-Zwangswerbung ist dann noch möglich — Hallelujah!

RC Flugzeuge, Kameras und YouTube

Eigentlich mache ich sowas ja nicht … aber hier mal ‘ne Ausnahme: fremder YT-Content, weil ich derlei einfach mag. Muß wohl mal meinen Quadcopter entstauben und endlich damit fliegen üben gehen …
Anyway, hier ein kleiner Ausflug in FullHD mit der Sony MHS-PM5 »Bloggie«:

Have fun …

Werbung per twitter? [x] unsubscribe

@DerWesten ANZEIGE: Der StudiNavi NRW: Alle Antworten. Auf alle Fragen. Zum Studium in NRW. Jetzt reinklicken. http://bit.ly/9CByK1

 

@wusel Sagt mal, das ist jetzt nicht Euer Ernst, oder!? RT @DerWesten “ANZEIGE: Der […] Jetzt reinklicken. http://bit.[…]”

 

@DerWesten @wusel Hier steht mehr zu dem Thema: http://www.derwesten.de/a3naxM

 
Dann lesen wir doch mal laut:

DerWesten bietet Kunden Twitter-Anzeigen an
Nachrichten, 23.03.2010, DerWesten
Essen. Anzeigenkunden von DerWesten können jetzt auch Werbung bei Twitter buchen. Das Portal der WAZ Mediengruppe testet damit, ob diese Werbeform angenommen wird. […]
„Interessant für uns wird nun sein, ob unsere Twitter-Follower diese Form des Marketing annehmen“ [, sagt Arndt Salzburg, Geschäftsführer WAZ New Media.] […]
[…] Neu ist diese Art von Angebot nicht – in Deutschland twittert beispielsweise das Medienportal Turi2 schon länger Werbetweets. […]

 
Gut, zu erwarten war’s ja. twitter selbst nimmst sich für die »Gratis-Gegenleistung« des »Services« ja auch das Recht auf Werbung heraus:

The Services may include advertisements, which may be targeted to the Content or information on the Services, queries made through the Services, or other information. The types and extent of advertising by Twitter on the Services are subject to change. In consideration for Twitter granting you access to and use of the Services, you agree that Twitter and its third party providers and partners may place such advertising on the Services or in connection with the display of Content or information from the Services whether submitted by you or others.

 
Einen Passus, der Werbung seitens der Nutzer per se verböte, finde ich auch nicht; auf der Ebene also ok.
Was man davon halten mag (ok, ich folge @turi2 offensichtlich nicht), ist eine andere Sache. Aber wie im Web, wird sich dieses »Problem«, denke ich, über die Clients lösen: für Firefox gibt es das geniale Adblock, nach gleichem Muster lassen sich auch »ANZEIGE: «-Tweets, zumindest im Prinzip, filtern. Naja, oder einfach unfollow. Denn wenn »es jeder macht«, wird derlei imho selbst bei 1x am Tag schnell nerven (hey, mich nervte ja schon der 1. Anzeigen-tweet vom Westen ;)).
Kurzum, an die Adresse von Herrn Salzburg: [x] dagegen. Ich guck’ mir das diesen Monat noch an, aber nach aktueller Gefühlslage – schon aus »wehret den Anfängen« heraus –, folgt dem aktiven Ignorieren der Anzeigen am 01.04.10 dann ein »unfollow DerWesten«. Wär’ irgendwie schad’ drum …

Mittägliche Gedanken mit knurrendem Magen

Während ich auf die Speisung warte, schweifen meine Gedanken; grade ging wieder die Geschichte mit der Netzneutralität rum, also das, wo die Tränendrüse stimuliert wird und erzählt, wie doch Telefónica, Telekom und Telcos allgemein unter den Datenmengen leiden, die andere verursachen …
Also, ernsthaft Leute: die Datenströme in Eure Netze verursachen Eure Kunden (vom gelegentlichen DDOS vielleicht abgesehen), die entweder als Endkunden saugen, bis die Leitung glüht oder aber als Geschäftskunden Anbieter sind. Datenströme aus Euren Netzen dürften insbes. Uploads zu YouTube, Vimeo sowie SevenClipBlowFish oder wie die alle heißen sein, sowie eben Traffic, den Eure Kunden auf Anfrage externer Surfer generieren. Komischerweise zahlen schon alle Kunden in Euren Netzen an Euch für den Verkehr, kommend wie gehend …
Niemand zwingt z. B. die deutsche Telekom, mir meinen VDSL-25-Zugang flat für 80,– EUR im Monat zu überlassen; zwar würde ich keine 100,– EUR zahlen und heute auch keinen Tarif mit Volumenberechnung mehr wählen, aber wenn VDSL-25 für die Deutsche Telekom für 80,– EUR nicht kostendeckend zu erbringen ist, dann muß sie in der Marktwirtschaft die Preise eben erhöhen — oder leise vor sich hin weinen, daß andere Anbieter das günstiger können … Durch die technische Begrenzung des Upstream – bei VDSL2, eigentlich einem symetrischen Protokoll, mehr so willkürlich – sowie die »Zwangstrennung« nach 24h – die technisch, insbesondere abrechnungstechnisch, bei den Flat-Angeboten meines Erachtens nicht mehr begründet ist –, trennst doch grade Du, liebe Telekom, die Sauger von den Anbietern. Jetzt zusätzlich zu den Einnahmen aus dem Zugangs- bzw. Anbietergeschäft auch noch Mauthäuschen aufstellen zu wollen, ist nicht innovativ, es ist unverschämt, finde ich.
Ah, das Essen kommt …