Neues aus Schilda

Gut, 18 Jahre sind eigentlich auch recht lang, aber diese Farce mit der StVO ist dennoch bemerkenswert:

In Paragraph 53 Absatz 9 der StVO gab es bislang eine Übergangsklausel, die geregelt hat, dass die alten Schilder mit den altmodischen Motiven ihre Gültigkeit bis 2019 behalten, falls sie nicht vorher gegen die modernisierten Varianten ausgetauscht werden. […] Diese gesetzliche Übergangsklausel ging im Zuge der Überarbeitung der StVO vom 1. September 2009 aber im Dschungel der Bürokratie verloren. Sie wurde bei der Novelle schlichtweg vergessen.
Die Konsequenz: Sämtliche 88 Schildertypen, für die seit 1992 neuere Versionen eingeführt wurden, haben keine Gültigkeit mehr.

 
Das bedeutet nun offensichtlich, denn in der StVO »nicht vorgesehene Zeichen sind ungültig (nichtig)«, daß viele Schilder, insbesondere sehe ich Parkverbotsschilder alter Ausführung noch häufig, eigentlich nicht mehr da hängen. Oder vielmehr, da in Deutschland ein nicht ordentliches Schild ja unerklärlich für den Betrachter ist, daß sie da zwar tatsächlich hängen, aber nicht mehr wirken. Wobei, das scheint es auch nicht zu treffen, denn wenn es zwar keine Bußgelder aufgrund nicht mehr gültiger Schilder geben kann, Abschleppgebühren scheinen dennoch rechtens zu sein:

Wer den Verstoß nach einem abgelaufenen Verkehrszeichen begangen hat, darf auch nicht abkassiert werden. Gleiches gilt für Knöllchen wegen Falschparkens nach einem veralteten Halteverbotsschild. Entstehen deswegen aber Kosten fürs Abschleppen müssten diese allerdings bezahlt werden, da das Verkehrsschild als Verwaltungsakt seine Wirksamkeit behält.

 
(Ganzen Artikel lesen, ist spannend ;)) Ich glaube, derlei auch noch zu verargumentieren vermag nur ein in vielen Semester zurechtgebogenes Juristen-Hirn: Das Parkverbot existiert nicht, weil das dieses kennzeichnende Schild nicht mehr gültig ist; dieses ungültige Verkehrsschild aber stellt weiterhin einen gültigen Verwaltungsakt dar, aufgrund dessen – im nun ja wegen des ungültigen Schildes nicht vorhandenen Parkverbot – rechtmäßig, zumindest aber kostenpflichtig, abgeschleppt werden darf?
Naja, bei all’ den Milliarden für diverse externe Hilfsprogramme, vielleicht beschließt der Bundestag als Einsparmaßnahme einfach – und daß derlei schnell gehen kann, sah’ man ja grade vor Wochenfrist, Bundestag, Bundesrat und Bundespräsident passiert ein Gesetz an einem Tag – schnell ‘ne neue StVO, die den Übergangspassus bis 2019 wieder drin hat. Die Änderungen an den Schildern haben nämlich doch überwiegend den Charakter eines finde-den-Unterschied-Rätsels … für Vorschüler.

We$Whatever (Ex-WePad): wer will das Erste?

Hach, schön. Unter dem Titel Warten auf’s WeTab (WePad) – next 2010 Berlin hat appstory.tv sich den Herrn von Ankershoffen gekrallt und doofe Fragen gestellt. Interessant fand ich u. a. die Aussage zur Frage »wenn ich mich hier hinsetze, würde ich dann das allererste kriegen?« Dies beantworte der neofonie-Chef wie folgt (~1:21 im Video): »Wenn Sie uns ‘ne 10.000er Charge vorfinanzieren und abnehmen für ‘n paar Millionen …«
Ein weiterer Mosaikstein …
Auf eine, verglichen mit dem lauten Sascha Pallenberg von netbooknews.de aus meiner Sicht glaubhaftere Meinung zu Gerät und Unternehmen sei hier noch hingewiesen: In seinem Artikel zur next 2010 schreibt Thomas Knüwer u. a.:

Ebenfalls unter skurril fällt weiterhin der Wepad-Macher Helmut Hoffer von Ankershoffen: Nicht einmal seine Mitarbeiter durften das Tablett vorführen, nur er selbst. Nach einer ersten Einführung ist mein Gefühl weiterhin negativ: Allein schon dass das Wepad in der Grundposition nur horizontal zu benutzen ist demonstriert eine gewisse Nutzerunfreundlichkeit – und deutet auf eine beschränkte Leistungsfähigkeit des Betriebssystems hin.

 

Falls ich das noch nicht geäußert habe: ich gehe mittlerweile davon aus, daß dieser fehlgeschlagene PR-Stunt um das WePad, das jetzt WeTab heißen soll, dem absehbaren/erwarteten Erfolg des iPads von geschuldet ist. Nachdem man dem Vernehmen nach drei Jahre lang ein »WeTab OS« entwickelt  …

Nach drei Jahren Entwicklung und einem erfolgreichen Home Use Test mit 150 Nutzern in 2009 stehen wir nun vor der Markteinführung Mitte 2010.

Quelle: 4tiitoo AG

 
… drohte nun ein marginal marktmächtigerer Mitbewerber die Entwicklung durch ein eigenes Produkt überflüssig zu machen, also mußte schnell Hardware zum OS her, und der Welt Bescheid sagen, daß es da was neben dem iPad gibt, mußte man auch ganz hastig …
Wahrscheinlich kam das bislang nicht so richtig rüber: Wichtig an einem Tablett, welches auch nutzbar sein soll, ist das UI, die Benutzerschnittstelle. Auf dem Tablett habe ich (dicke) Finger als Eingabegerät, weder Maus noch Tastatur. Alle Bedienelemente müssen daran ausgerichtet sein; das Starten von Standard-Desktop-Applikationen (z. B. OpenOffice) wird keinen Spaß machen, schon weil CTRL-S für den »Speichern«-Shortcut fehlt … Insofern finde ich – vielleicht, befingern konnte ich es ja noch nicht – die WePad-Bedienung mit den beiden Daumen bei Querformat-Haltung nicht per se blöd. Nur wird sich ein solches, unflexibles Konzept schwertun mit einer Konkurrenz aus perfektem Look-and-Feel (iPad) und nicht-ganz-so-perfektem, dafür aber für den Endbenutzer offeneren System (Android). Leider weist das Sprachrohr für das WePadTab hier wohl einen anatomischen Mangel auf, sodaß, anstatt die sicher vorhandenen Vorteile der Plattform We$Whatever hervorzuheben, der Eindruck zu erwecken versucht wird, man könne alles, was die anderen auch können, nur eben besser.
Nun, man wird sehen; auch, was Google mit Verizon da noch in 2010 auf die Beine stellen wird …

Bye, bye, GEZ?

Wahrscheinlich geht es aus obskuren rechtlichen Gründen, die die Politik ausnahmsweise mal nicht einfach aus dem Weg schaffen will, gar nicht; aber ich fände es durchaus sinnvoll, wenn die zukünftige Rundfunkgebühr durch eine bestehende staatliche Stelle, z. B. das Finanzamt, eingezogen würde und die bei einer Umstellung auf eine geräteunabhängige Haushalts- und Betriebsstättenabgabe sowieso überflüssig werdende Gebühreneinzugszentrale liquidiert. Durch die dadurch entfallenden Kosten – die meines Wissens aus der Rundfunkgebühr gedeckt werden – sowie die größere Menge Zahlungspflichtiger – ich denke nicht, daß heute schon jeder Haushalt und jede Betriebsstätte Rundfunkgebühren bezahlt? –, dürfte der einzelne Beitrag auch eher nicht steigen …

In-band vs. out-of-band …

In den 70er war das US-amerikanische Telefonsystem ja wohl schon anfällig gegen Signale von außen, die man, ahem, nicht erwartet hatte. Erstaunlich, was man »drüben« daraus gelernt hat, wie heise online berichtet:

Die US-Staatsanwaltschaft hat Klage gegen einen 19-Jährigen wegen versuchter Umprogrammierung von Bankautomaten erhoben. Der Angeklagte wollte sich die Konfigurationsoptionen von Automaten des Herstellers Tranax zunutze machen, bei dem sich über das Kundenbedienfeld nach Eingabe einer bestimmten Tastenfolge (Tranax 1700: Enter, Clear, Cancel, 1,2,3) und eines (Default)-Passworts die Zuordnung der Geldscheinkassetten für die einzelnen Banknoten ändern lassen.

 
Ich würde auch immer einem Türschließsystem mehr trauen, welches sich von der Tastatur außen an der Haustür umkonfigurieren läßt, als einem, welches dazu einen speziellen Zugang im Haus hat, klar …

Laut ntv.de bin ich ein Bonze …

… jedenfalls deutet die Bildunterschrift unter einen demolierten Audi A6 (oder A5? Aber selbst dann …) in diese Richtung. Sicherlich ist ein Audi A6 ein etwas teureres Stück Automobil als ein Renault Twingo, aber da schon von »Luxuskarossen« zu sprechen, verkennt meines Erachtens die Realitit.
Audi A8, R8 (*träum*) und irgendwo auch Q7, Porsche, Mercedes E- und S-Klassen, BMW 7er, … ok, aber auch wenn man den A6 schucklelig teuer ausstatten kann, so final das Attribut »Luxus«, nee, das paßt imho nicht …

WePad: Legendenbildung und facebook-Marketing

Wie grade in facebook kommentiert:

Gut, wenn man das für bare Münze nimmt, heißt das:
– gut zwei Monate vor Produktverfügbarkeit wird am zentralen Element des WePads, dem Browser, noch gestrickt (Austausch “was mit Fuchs” gegen “eine ultraschnelle Open-Source-Lösung”), und zeigbar ist er noch nicht(!)
– Multitouch und Ausrichtungswechsel werden nur bei ausgewählten Anwendungen funktionieren – und ob wenigstens bei Android-Apps (die das von Haus aus können), weiß niemand.
– gut zwei Monate vor Produktverfügbarkeit will man den Linux-Unterbau (derzeit Ubuntu) komplett tauschen, so zumindest heise online (http://is.gd/bMd6y): »Auf den gezeigten Geräten schimmerte stellenweise – etwa beim Booten – eine nicht ganz unbekannte Distribution durch. Die soll bis zur Serienfertigung noch ersetzt werden – welches Linux es schließlich sein wird, wollen die Macher noch nicht verraten. Auf dem deutschen Tablet läuft aber “mehr als nur ein Linux mit einem Touch-Layer”, erklärt Odörfer.«
– trotz angeblichem Feld-Test in 2009 haben neofonie und 4tiitoo keinen Mailclient vorzeigbar, keinen Dateibrowser. Und merke: jede Anwendung muß auf Lagewechsel hin gepimpt werden – Desktop-Linux-Software kennt eher keine Bildschirmrotation im Betrieb …
– im Hochformat nähme die “Daumennavigation” signifikant Fläche in Anspruch, die den Anwendungen nicht mehr zur Verfügung steht. Und “Druckwerke” liest man nun einmal hochkant, nicht waagerecht …
Ich hör’ besser auf ;)

 
Leider hat ein Kommentator keine gültige Mailadresse angegeben, sodaß sein Kommentar hier nicht erscheint; was er schrieb, war durchaus plausibel und erklärt irgendwie schon, warum das 3G-und-HD-Modell ganz nach oben bei Amazon kletterte; die Gedanken gehen in etwa in diese Richtung: Da gibt es eine Firma mit einem weitgehend unfertigen Produkt sowie eine Community, die technisch eher unerfahren ist; auf dem Medien-Hype um das iPad reitend, hat man u. a. mit Androidpit und Netbooknews zwei nicht unbedingt Apple-nahe Blogs vor den Marketingkarren zu spannen geschafft (imho klappte das bei Netbooknews 1a, bei Androidpit hingegen reichte es bestenfalls zu wohlwollend-neutraler Berichterstattung). Dazu noch wohlwollende Berichterstattung aus der Ecke der (möglichen) Partner, z. B. Gruner+Jahr, und schon könnte man durchaus Massen für das Gerät begeistern; Massen, die über den erbärmlichen Entwicklungsstand im Jahre 3+ wenig bis nichts wissen — und auch gar nicht wissen wollen.
Und der Herr mit dem vielen Hoffen im Namen schafft es weiterhin, das Gros der »Fans« auf facebook bei Laune zu halten — zum Beispiel mit Verweisen auf eher inhaltslose Blogbeiträge, die natürlich ob der spärlichen Information um den WunderTampon dankbar aufgesogen werden wie Flüssigkeit im Namensgeber.
Wobei ich mich natürlich schon frage, warum in Berlin das Prototypen-Final-WePad auf dem Ständer wegen »Wackler« verbleiben mußte, wenn zwei Tage später der Herr Helmut Hoffer Von Ankershoffen damit hausieren gehen konnte. War die Legende vom »Wackler«, die elegant das Fehlen jeglicher Reaktion der UI auf eine Pad-Lageänderung zu einem Nicht-Thema machte, etwa genausoeine Münchhausenerei wie die vom »deaktivierten« Touchpad auf der ersten Pressevorstellung? Glaubhafter wäre, leider, genau dies als jede andere denkbare Alternative …
Immerhin, es mehren sich die kritischen Stimmen auch unter den facebook-»Fans«; so wird z. B. auf einen Computerbild-Artikel verwiesen, der gar erstaunliches enthüllt:

[…] Für Videotelefonie ist eine 1,3-Megapixel-Webcam eingebaut. […]
Auflösung und Anzahl der Apps
Android-Apps laufen bisher nur mit 800×400 Bildpunkten. Hersteller Neofonie kündigte aber an, dass die Programme bis zum Serienstart auch die native WePad-Auflösung 1366×768 Pixel unterstützen. Ob der Tablet-PC irgendwann in vollem Umfang auf den Android-Market zugreift, ist ungewiss. Zur Zeit stehen nur ausgewählte Apps in einer Virtualisierung zur Verfügung.

 
Im Klartext heißt dies, daß einerseits – wie zu erwarten – das WePad Android-Apps nicht jenseits des mindestens bis 2.0 geltenden Limits von 854×480 (Milestone-Auflösung) betreiben kann – und andererseits, daß es eher unwahrscheinlich ist, daß Android-Apps auf WePad-Hardware (GPS, Webcam, Sensoren) einen sinnvollen Zugriff haben wird …
An anderer Stelle darf man allerdings offen Zweifel an der Kompetenz des Computerbild-Redakteurs äußern, denn »als Betriebssystem kommt „Android“ zum Einsatz« ist mehr als nur grob falsch …

Skype: Video-Telefonie und -Chats
Für Video-Telefonie und -Chats sind Webcam und Mikrofon ins Gehäuse integriert. Noch gibt es keine fertige Skype-Version, doch bis zum Verkaufsstart soll die Software verfügbar sein.

 
Oh, nur Etikettenschwindel, das Skype-Logo auf dem »Homescreen«? Leider würde auch dies ins Gesamtbild passen …
Auf der Zunge zergehen lassen sollte man sich auch diese Informationen:

Format und Bewegungssensor
Das WePad ist für den sogenannten Landscape-Modus (Bedienung im Querformat) ausgelegt. An den seitlichen Bildschirmrändern befinden sich Steuerzonen, die beim Drehen verschwinden. Daher ist der Betrieb im „Porträt-Modus“ (Hochkant-Bedienung) weniger sinnvoll. Wegen fehlender Treiber funktioniert der Bewegungssensor bisher nicht.

 
Auf facebook, tief in den Kommentaren versteckt, finden sich dann auch Aussagen wie diese:

Helmut Hoffer Von Ankershoffen @Steve: Kölner Zoll wusste nicht was das für ein Gerät ist -> kam 15 Minuten vor Pressekonferenz mit vom Auftragsfertiger vorinstalliertem Windows an -> mein persönlicher Fehler das nicht offensiv zu kommunizieren -> sorry, dafür! Inzwischen gibt es ein Dutzend renommierter Journalisten plus 3 Community-Experten die es getestet haben. Dennoch, mein Fehler und nochmal sorry dafür an Euch.

 
»3 Community-Experten die es getestet haben«, wie sagt Kollege @elburro doch immer? »twitpic oder nicht passiert!« Sprich: Helmut, welche 3 »Community-Experten« haben denn testen können? Ich kenne bislang nur diese Aussage: »denn zu einem späteren Zeitpunkt als es um die uns versprochene Möglichkeit ging, das Gerät selbst auszuprobieren, fiel im unpassendsten aller Augenblicke der Touchscreen hardware-seitig aus.« Schön, daß Du offensichtlich ein Ersatzgerät nach Hamburg nehmen konntest oder den Screen fixen … wann werden denn die versprochenen Tests, die eben nicht durchgeführt wurden, nachgeholt?

WePad: Von 0 auf 2 in <24 Stunden …

Erstaunlich finde ich, daß das eher noch unfertige »WePad« faktisch über Nacht auf Platz 2 der Verkaufshitliste »Elektronik« bei Amazon gelandet ist.
Einen Nerv getroffen haben neofonie/4tiitoo damit also definitiv, auch wenn sich das Gros der Early-Bird-Besteller aus dem hyperaktiven facebook-»Freundeskreis« rekrutieren dürfte — denn eine eMail über eine Bestellmöglichkeit ist bei mir zumindest noch nicht eingegangen, wieder einmal zeigen die WePad-Macher ihre Professionalität im Umgang mit dem Markt.
Nun denn, wir haben also (fast) Mai, im »Juli« sollten erste Geräte, »im August« dann nennenswerte Stückzahlen verfügbar sein — spannend bleibt die Frage, welche der versprochenen Features bis zur Auslieferung der Geräte tatsächlich noch realisiert werden werden. Denn Baustellen – im Hoffer von Ankershoffen-Jargon »der letzte Feinschliff« – gibt es noch einige:

WePad touched …

androidpit.de hat ein erstes Video vom »Test« des WePads online gestellt, das einerseits grundlegende Funktion bestätigt (auch wenn im halbdunkel nicht wirklich zu erkennen ist, ob das benutzte Gerät nun die angeblich »finale Hardware« war), andererseits aber auch viele Fragen unbeantwortet läßt:

Ich hoffe, Aussagen zu folgenden Punkten werden von den Testern noch beantwortet:

  • Landscape ist ja nett, aber für Bücher/Zeitschriften/Magazine würde sich der Portrait-Modus anbieten — der funktioniert noch nicht, wie man dem Video entnehmen kann? (»Wir können die Drehung ja noch nicht machen, da es ein Vorführgerät ist …«) Wie paßt sich denn – gedacht – das UI da an‽
  • Bei Android-Anwendungen »gefällt die Oberfläche noch nicht«, das Look&Feeel soll für AIR als auch Android soll identisch sein, wie soll denn das funktionieren? Und was ist mit dem Zugriff auf den Android-Market?
  • Kann man den Homescreen auch vergrößern/verkleinern oder ist die Höhe von ca. 4x Displayhöhe fest vorgegeben?
  • Abzug eines USB-Sticks im laufenden Betrieb ist ja schick, hinterläßt mindestens bei extX-Filesystemen kein valides FS; wie löst »WePad OS« dies?
  • HDMI ist schick, funktioniert denn auch die Soundausgabe problemlos über HDMI?
  • Zur Kamera habe ich noch gar keine Detaisl, geschweige denn Bilder gesehen — welche Auflösung, wie ist die Lichtempfindlichkeit? So manche Netbook-Kamera ist ja einfach nur rottig, insbesondere unter Linux. AIR- als auch Android-Anwendungen werden auf die Cam Zugriff haben?
  • Zum GPS-Chip wurde noch nichts gesagt, ich würde gerne mal ein WePad auf der Straße sehen, wie sich da »live« der Google-Maps-Ausschnitt mitbewegt …
  • Licht- und Bewegungssensor ist zwar eingebaut, inwiefern nutzt die heute existente WePad-Software diese? Auch hier: Zugriff darauf durch Android-Apps wird problemlos möglich sein‽

Mein Fazit: das WePad ist in etwa auf dem Stand, auf dem ich es vermutet habe: weit, weit vor einer Produktreife. Die versprochenen Features müssen nun in, hmm, drei Monaten nachgeliefert werden, Usability-Tests inklusive. Das riecht mir nach einer Herkulesaufgabe für die beteiligten Unternehmen; AIR an sich ist nett, ich vermisse aber den Funktionsbeweis in Form z. B. von twhirl auf der WePad-Oberfläche – das müßte in 2 Minuten gemacht sein und würde die Zweifel nehmen, daß AIR nur in einer WePad-Version vernünftig funktioniert (Stichwort z. B. dieses komische, Wii-ähnliche, Platzierungsraster auf dem Homescreen).
Android-Anwendungen wurden – wieder einmal – nicht gezeigt; jedenfalls nicht in einem Video und als Begründung wird auf die stern- (AIR-) Anwendung verwiesen, die man noch nicht zeigen dürfe. Technisch denke ich, daß ein »Hello, World« in einem Android-Emulator simpel zu machen sein sollte; die Frage ist aber ja, läuft z. B. Navigons Navigator auf dem »WeDroid«? Sprich: werden die WePad-Hardwarefeatures wie Helligkeits- und Lagesensoren, GPS-Empfänger u. dgl. unterstützt? Ohne dies macht es keinen Sinn; und daß derlei eben noch nicht funktioniert, sehe ich als Grund dafür an, warum das beworbene Feature »Android-Apps laufen auch« eben noch nicht gezeigt wird; das UI-Theme wirkt vorgeschoben … Und ohne Android-Market-Anwendung bzw. -Zugang ist »es laufen auch Android-Anwendungen« ein ziemlich dreister Marketinggag, denn an welche typischen, insbesondere kostenpflichtigen, Apps kommt man ohne Markte-Zugang heran?
Die Idee des WePads ist charmant; nur leider wurde das Oberflächendesign aus meiner Sicht von der Hardware- und Mitbewerbssituation überholt. Apple drängt Adobe-Technologien aus dem Markt durch die schiere Marktmacht von iPhone und iPad; schön, daß das WePad Flash- und AIR-Anwendungen laufen lassen kann — ob dafür im Herbst zur Auslieferung noch im (mobilen) Web überhaupt Bedarf besteht, das darf zumindest außerhalb der Häuser der Flash-/AIR-Protagonisten bezweifelt werden. DAS mobile Alternativsystem zu Apple ist derzeit Android; und grade das, wie schon auf der Pressekonferenz vor ca. 2 Wochen eingestanden, wurde erst spät »adaptiert«. Schnell in der Produktbeschreibung, deutlich langsamer offensichtlich im Code …
Wichtig wäre auch HTML5-mit-h264-Support, um flashlose Videos, die bis zum Herbst reichlich vorhanden sein werden »dank« des iPads, nutzen zu können; auf die Hardware optimierte Flash-Wiedergabe hingegen ist imho ein Muß, wenn ich bedenke, wie auf schon nicht skalierte Flash-Videos in 720p auf meinem DualCore 2,7-GHZ-nVIDIA-Boliden flackern und ruckeln. (Die per VDPAU-Player wiedergegebenen .mopv oder .mp4 von YouTube/Vimeo hingeren spielen butterweich; das Problem ist nicht die Weidergabehardware, es ist der diese nicht unterstützende Flash-Player.)
Schade; ich hatte wirklich gehofft, das WePad könnte dem Fallobst-Pad Paroli bieten; aber dazu kommt es zu spät (was wohl der Hardware geschuldet ist) bzw. ist derzeit zumindest noch viel zu unfertig. Ich würde es dem Unternehmen ja wünschen, daß sie alles in der kurzen Zeit in den Griff bekämen, aber so richtig glauben daran kann ich nach dem, was man bislang sieht, leider nicht :(

Böses Google?

Whow, große Schlagzeile heute!

Sämtliche WLAN-Netze in Deutschland erfasst
Datenschützer entsetzt über Google-Street-View

Der Internetkonzern Google sorgt für Entsetzen bei Deutschlands Datenschutzbeauftragten Peter Schaar. Nach Erkenntnissen Schaars erfasst der Konzern systematisch sämtliche WLAN-Netze in Deutschland. Ein Vertreter von Google habe eingeräumt, dass in Deutschland alle für den Internetdienst von “Google Street View” im Einsatz befindlichen Fahrzeuge mit technischen Geräten zur Kartografierung von WLAN-Netzen ausgerüstet seien, teilte Schaar mit.

Quelle: tagesschau.de – ACHTUNG, flüchtiges Angebot …

 
Hammer. Echt, voll der Hammer, was die Medien gleich nach Ende des größten Nichtfliegens in Europa da ausgebuddelt haben.
Gut, ich gebe ja zu, daß ich, als ich Ende Januar über meine »social networking-Kontakte« davon erfuhr, auch im ersten Moment leicht angesäuert war; aber, mal ernsthaft, Google macht hier nun überhaupt nichts, was nicht jeder WLAN-Nutzer auch machen könnte bzw. jeder Windows-Laptop periodisch durchführt. Ich simuliere das mal anhand meines Fonera-Accesspoints in der Gartenhütte:

root@cam-serv4:~# iwlist scan lo Interface doesn't support scanning. eth0 Interface doesn't support scanning. eth0.0 Interface doesn't support scanning. eth0.1 Interface doesn't support scanning. br-lan Interface doesn't support scanning. wifi0 Interface doesn't support scanning. ath0 Scan completed : Cell 01 - Address: 00:12:17:B7:DB:7D ESSID:"UU Home" Mode:Master Frequency:2.437 GHz (Channel 6) Quality=34/70 Signal level=-61 dBm Noise level=-95 dBm Encryption key:on Bit Rates:1 Mb/s; 2 Mb/s; 5.5 Mb/s; 11 Mb/s; 18 Mb/s 24 Mb/s; 36 Mb/s; 54 Mb/s; 6 Mb/s; 9 Mb/s 12 Mb/s; 48 Mb/s Extra:bcn_int=100 Cell 02 - Address: 00:04:0E:D6:3C:9F ESSID:"UU Home" Mode:Master Frequency:2.412 GHz (Channel 1) Quality=57/70 Signal level=-38 dBm Noise level=-95 dBm Encryption key:on Bit Rates:1 Mb/s; 2 Mb/s; 5.5 Mb/s; 11 Mb/s; 6 Mb/s 9 Mb/s; 12 Mb/s; 18 Mb/s; 24 Mb/s; 36 Mb/s 48 Mb/s; 54 Mb/s Extra:bcn_int=100 Cell 03 - Address: 00:1A:4F:92:6C:14 ESSID:"UU Private" Mode:Master Frequency:2.422 GHz (Channel 3) Quality=35/70 Signal level=-60 dBm Noise level=-95 dBm Encryption key:on Bit Rates:1 Mb/s; 2 Mb/s; 5.5 Mb/s; 11 Mb/s; 6 Mb/s 9 Mb/s; 12 Mb/s; 18 Mb/s; 24 Mb/s; 36 Mb/s 48 Mb/s; 54 Mb/s Extra:bcn_int=100 IE: IEEE 802.11i/WPA2 Version 1 Group Cipher : CCMP Pairwise Ciphers (1) : CCMP Authentication Suites (1) : PSK Cell 04 - Address: 00:18:84:1A:75:BD ESSID:"FON_UU" Mode:Master Frequency:2.437 GHz (Channel 6) Quality=15/70 Signal level=-80 dBm Noise level=-95 dBm Encryption key:off Bit Rates:1 Mb/s; 2 Mb/s; 5.5 Mb/s; 11 Mb/s; 6 Mb/s 9 Mb/s; 12 Mb/s; 18 Mb/s; 24 Mb/s; 36 Mb/s 48 Mb/s; 54 Mb/s Extra:bcn_int=100 Extra:wme_ie=dd180050f20201018f0002a3400027a4000042435e0062322f00 Extra:ath_ie=dd0900037f01010020ff7f Cell 05 - Address: 00:12:17:B3:17:51 ESSID:"UU Home" Mode:Master Frequency:2.427 GHz (Channel 4) Quality=5/70 Signal level=-90 dBm Noise level=-95 dBm Encryption key:on Bit Rates:1 Mb/s; 2 Mb/s; 5.5 Mb/s; 11 Mb/s; 18 Mb/s 24 Mb/s; 36 Mb/s; 54 Mb/s; 6 Mb/s; 9 Mb/s 12 Mb/s; 48 Mb/s Extra:bcn_int=100 Cell 06 - Address: 00:1C:4A:41:47:4A ESSID:"UU Private" Mode:Master Frequency:2.447 GHz (Channel 8) Quality=30/70 Signal level=-65 dBm Noise level=-95 dBm Encryption key:on Bit Rates:1 Mb/s; 2 Mb/s; 5.5 Mb/s; 11 Mb/s; 6 Mb/s 9 Mb/s; 12 Mb/s; 18 Mb/s; 24 Mb/s; 36 Mb/s 48 Mb/s; 54 Mb/s Extra:bcn_int=100 IE: IEEE 802.11i/WPA2 Version 1 Group Cipher : CCMP Pairwise Ciphers (1) : CCMP Authentication Suites (1) : PSK IE: WPA Version 1 Group Cipher : TKIP Pairwise Ciphers (1) : TKIP Authentication Suites (1) : PSK Cell 07 - Address: 00:16:38:6E:C8:41 ESSID:"sunshine" Mode:Master Frequency:2.462 GHz (Channel 11) Quality=24/70 Signal level=-71 dBm Noise level=-95 dBm Encryption key:on Bit Rates:1 Mb/s; 2 Mb/s; 5.5 Mb/s; 11 Mb/s; 18 Mb/s 24 Mb/s; 36 Mb/s; 54 Mb/s; 6 Mb/s; 9 Mb/s 12 Mb/s; 48 Mb/s Extra:bcn_int=100 IE: IEEE 802.11i/WPA2 Version 1 Group Cipher : TKIP Pairwise Ciphers (2) : CCMP TKIP Authentication Suites (1) : PSK IE: WPA Version 1 Group Cipher : TKIP Pairwise Ciphers (2) : CCMP TKIP Authentication Suites (1) : PSK Cell 08 - Address: 00:18:84:1A:75:BE ESSID:"UU Fon" Mode:Master Frequency:2.437 GHz (Channel 6) Quality=15/70 Signal level=-80 dBm Noise level=-95 dBm Encryption key:on Bit Rates:1 Mb/s; 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5.5 Mb/s; 11 Mb/s; 6 Mb/s 9 Mb/s; 12 Mb/s; 18 Mb/s; 24 Mb/s; 36 Mb/s 48 Mb/s; 54 Mb/s Extra:bcn_int=100 IE: IEEE 802.11i/WPA2 Version 1 Group Cipher : TKIP Pairwise Ciphers (1) : CCMP Authentication Suites (1) : PSK IE: WPA Version 1 Group Cipher : TKIP Pairwise Ciphers (1) : TKIP Authentication Suites (1) : PSK Extra:wme_ie=dd180050f2020101820003a4000027a4000042435e0062322f00 Extra:ath_ie=dd0900037f01010000ff7f Cell 13 - Address: 00:1C:4A:4B:A0:13 ESSID:"WLAN-001C4A4BA013" Mode:Master Frequency:2.412 GHz (Channel 1) Quality=2/70 Signal level=-93 dBm Noise level=-95 dBm Encryption key:on Bit Rates:1 Mb/s; 2 Mb/s; 5.5 Mb/s; 11 Mb/s; 6 Mb/s 9 Mb/s; 12 Mb/s; 18 Mb/s; 24 Mb/s; 36 Mb/s 48 Mb/s; 54 Mb/s Extra:bcn_int=100 IE: IEEE 802.11i/WPA2 Version 1 Group Cipher : TKIP Pairwise Ciphers (1) : CCMP Authentication Suites (1) : PSK IE: WPA Version 1 Group Cipher : TKIP Pairwise Ciphers (1) : TKIP Authentication Suites (1) : PSK Extra:wme_ie=dd180050f2020101800003a4000027a4000042435e0062322f00 root@cam-serv4:~#

Zu diesen Informationen speichert Google dann die aktuellen GPS-Koordinaten, um später den Umkehrschluß anbieten zu können: Basierend auf SSID (dem WLAN-»Namen«) bzw. besser der MAC-Adresse eine ungefähre Position zurückgeben zu können.
Die gleichen Daten wurden seit Jahren immer mal wieder von verschiedensten Leuten, u. a. auch von mir, »erhoben«; und diese Daten sind frei verfügbar. Und jedem Accesspoint-Anbieter steht es frei, sein WLAN zu »verstecken«; dann finden bestimmte Tools sie zwar immer noch, teilweise sogar mir Namen, aber da würde ich die Empörung z. T. noch verstehen können. Auch die Personenbezogenheit sehe ich nicht wirklich; mit Empfangsstärke E an GPS-Position G kann man zwar grob den vermutlichen Senderstandort errechnen, bei typischen Mehrfamilienhäusern ist eine Unterscheidung, ob der AP »Kamikaze« von Meier im EG, Müller im 1. OG oder Schulze im DG betrieben wird, aber eben nicht eindeutig möglich …
IMHO ist das ein typisches Anti-Google-in-der-nachrichtenarmen-Zeit-Thema …

AbGEZockt durch die Ministerpräsidenten …

Gestern ging’s durch den Blätterwald (naja, die Druckerzeugnisse werden es ggf. erst heute gebracht haben … Offline-Medien eben.), heute kotzte es mir das erste Mal entgegen:

12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag

Depublikation eines Beitrags/Specials
Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer,
der 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, der am 1.6.2009 in Kraft getreten ist, hat zur Folge, dass dieser und eine Reihe weiterer Inhalte, die bisher bei SWR.de angeboten wurden, nicht mehr verfügbar sind: Öffentlich-rechtlichen Onlineangeboten werden dadurch gesetzlich engere Grenzen gesetzt als bisher. Beispielsweise müssen ARD und SWR – bis auf Archivinhalte – eine maximale Verweildauer für die Verfügbarkeit aller Inhalte im Internet angeben. Diese Inhalte wurden von den Gebührenzahlern bereits finanziert und könnten ohne Zusatzkosten weiter für Sie zur Verfügung stehen.
Aufgrund der neuen Regelungen werden wir viele Beiträge und Specials nicht mehr so lange anbieten können wie bisher.

Quelle: swr.de — fetch it while it’s still

Sicher, es ist schwierig, da sind u. a. die Nachrichtensendungen und -magazine der öffentlich-rechtlichen Sender, deren Informationen konkurrieren prinzipiell schon mit den marktwirtschaftlich-organisierten (Print-) Publikationen von Springer, Burda und Co., weniger in meinen Augen mit den – aus meiner Sicht – schwächer positionierten Sendungen im Privatfernsehen.
Aber welchen Sinn es macht, Artikel, die nicht einmal zwei Monate alt sind, aus dem Netz zu tilgen – oder überhaupt Angebote zu entfernen –, das können wahrscheinlich nur die Internetausdrucker unter den Ministerpräsidenten, die für den entsprechenden Vertrag verantwortlich zeichnen, beantworten …
In diesem Sinne: weiter so, werte Offline-Politiker. Warum gibt’s doch gleiche keine Altersgrenze für Politiker ..?