Ein Artikel im dS-Thread bringt es meiner Ansicht nach auf den Punkt:
Re: DigitalStrom aus der Schweiz
Autor: Nicht auf der Messe (Gast)
Datum: 12.04.2010 23:14
flow schrieb:Fazit, da liegt noch ein langer Weg vor DS, bis das ganze sich im Markt und bei den Installateuren ausgebreitet hat. Da man für die Kommunikation der Klemmen untereinander auf jeden Fall eine Komponente im Verteilerkasten benötigt, wird der versprochene Komfort nur mit einem Fachmann zu erreichen sein.
Wie lange arbeiten (“forschen”) die schon daran? 4 Jahre? 5 Jahre? Seit wieviel Jahren wird die Markteinführung immer zunächst auf das Jahresende und dann auf das Folgejahr verschoben?
Das wäre nicht die erste Technologie, die vom technischen Fortschritt überholt wird, bevor sie fertig wird.
Und was ist von der ursprünglichen Idee geblieben? Es sollte günstig sein (10 Euro pro Lampe wurden anfangs genannt – einen teuren dS Meter gab es nicht) und einfach sollte es sein. Jetzt kostet es 3000 Euro für eine 3-Zimmer-Wohnung und nicht mal ein normaler Elektriker darf den Kram einbauen – er muss akkreditiert sind (für normale Elektriker ist der Kram wohl zu kompliziert).
Wenn ich die Kosten auf mein Haus hochrechne (wer baut so einen Luxus schon in eine 3-Zimmer-Mietwohnung?), dann bin ich locker bei 10.000 Euro. Für das Geld bekommt ich jetzt schon auf Basis von solider und bewährter Technik mindestens den gleichen Komfort.
Tja. Schade. Wie schon vermutet, »digitalSTROM« ist doch nicht der Heilsbringer, als der er 2007 noch angekündigt wurde. Abgesehen davon, daß Endeverbraucher nicht mal eben die dS-Lüsterklemmen im Baumarkt kaufen können werden, sind diese auch »marginal« teurer als ihre unintelligenten Pendants:
Sodala Preise:
Gelbe Klemme (150W) – 40 EUR
DSM (16A) – 150 EUR
DSS – 280 EUR
Oder, wie es heise online zusammenrechnete:
Jan Zakrzewski von der Firma Aizo nannte als Preis für die Installation des ersten Raumes (beinhaltend etwa acht Lampen und zwei bis drei Taster) ungefähr 1000 Euro. Jeder weitere Raum würde, nachdem die Grundausstattung bestehend aus digitalStromServer und -Meter (dSM) bereits installiert ist, 500 bis 800 Euro kosten. Mit steigender Zahl der Geräte braucht man zusätzliche dSS. Hiervon koste jeder weitere etwa 250 Euro, so Zakrzewski. Benötigt man einen zusätzliches dSM, so schlage dies noch einmal mit 100 bis 200 Euro zu Buche.
Diese Größenordnungen nennt digitalSTROM selbst. *hust* Da kommt ein Plugwise-System auch nicht mehr teurer, eher im Gegenteil — und diese Komponenten sind kauf- und lieferbar.
Wieder mal ein Fall eines vollmundig angekündigten UberProduktes, welches als Bettvorleger gelandet ist.
