München, Augsburg, Osnabrück

Endlich! Endlich habe auch ich mal eine dieser Spammails mit wirren Mahnungen bekommen.
Eine Mahnung mit initialer Forderung von 80,49 EUR und einem zu überweisenden Gesamttbetrag von 17,00 EUR. Eine Mahnung für eine Anmeldung zu einer Site von einer IP-Adresse aus, bei der die mittleren beiden Oktette größer 255 sind — Rundungsfehler? Eine Mahnung an eine nicht von mir benutzte Adresse? Tststs. Eine Mahnung mit angehängter zip-Datei — wahrscheinlich mit ‘nem schnuckeligen Virus drin? Da danke ich aber ;)

Bleibt nur die Frage: wie hat es das Teil an der milter-Armada vorbei geschafft? spamassassin, greylisting, DNS- und SMTP-Check für jede Adresse, … *seufz*

Deadline verpaßt :(

Schade, ich lasse mich ja tendentiell schon fremd-anziehen — nur mit der direkten Werbung, zumal unangekündigt per Postkarte, habe ich das nicht so.
Die Aktion von ekaabo (sind eigentlich alle sinnvollen Kombinationen von Buchstaben als Dienst-/Unternehmensname schon weg? Doppel-a … Gefährlich, ich tippe da z. B. gerne »ekaboo«, weiß der Henker, warum) ist mir leider durch die Lappen gegangen — heute um 15:51 war Deadline.

(Sollte ich doch umkippen und das händisch-unregelmäßige Blog-Scannen einem der vielen Reader-Services überlassen? Nur welchem? bloglines hatte ich mal angeschaut, fand’s aber nicht so überzeugend.
Letztlich kommt wohl eh’ nur Google Reader in Frage — Zweitverwertung für’s Blog inbegriffen. Hmmmmm…)

Wie gesagt: Schade. Eine der (fast) identischen Tassen hätte ich wohl gerne genommen …

Der gläserne Surfer

Kollege corona zeigt auf fimpern.de offenherzig, was seine Vorlieben sind. Man kann seine Surfvorlieben verfolgen, die er für andere via Google Reader markiert (»shared«) hat. Seine musikalischen Vorlieben läßt er uns schon länger via last.fm-Einblendung zuteil werden. What’s next? RSS-Feed seines twitter.com-Accounts ins Blog? Man darf gespannt sein — sinnvolle wie zweckfreie Web2.0-Dienste schiessen ja noch immer aus dem Boden. Do you do Plazes?
Was mich dabei nachdenklich macht – und weshalb ich bislang die Nutzung von Google-Services, zu denen ich mich anmelden muß (GoogleMail, Google Talk, Google Analytics, …), auf einen Rechner beschränkt habe und insbesondere nicht Googles Browser-Sync in Erwägung zog –: Google kennt nicht nur das, was ich veröffentliche sondern weiß auch, was ich quasi »heimlich« ansurfe. Seien es die Klicks via Google Reader, sei es normales Surfing — spätestens nach meiner Anmeldung und dem entsprechenden Keks-Austausch eben sollte Google mich auf diesem Rechner wiedererkennen könnnen. Theoretisch auch, wenn ich nicht mehr bei Google eingeloggt bin …
They might not be evil — sie sind, jedenfalls informationstechnisch, aber noch lange nicht satt:

Der neu gestartete Dienst iGoogle ist für Schmidt in dieser Hinsicht ein wichtiger Schritt. Mit dem Programm kann der Benutzer seine Startseite personalisieren und liefert so Google weitere Informationen über seinen Wohnort, seine Vorlieben und Interessen. Dazu kommt die personalisierte Suche, mit der der Benutzer (und Google) erkennen kann, nach was er wann gesucht und welche Seiten er besucht hat.

 
Fragt sich nur, wie sicher diese Daten bei Google vor europäischem oder US-amerikanischem Zugriff sind — wenn Daten gehortet werden, entstehen immer auch Zugriffsgelüste auf diese. Von verschiedensten Seiten.

Erhöhte Schlagzahl

WestEins, die geplante »virtuelle Heimat für die Leser der vier Zeitungstitel WAZ, NRZ, WR und WP sowie alle Internet-Nutzer in der Region«, nimmt Fahrt auf, »Überblogger« Thomas Lau blogt seit Montag über ein bevorstehendes WAZ-Fußballtunier und seinen Tagesablauf — mithin immerhin einem Eintrag pro Tag.
So direkt auf das »Projektblog« zugeschnitten scheinen die Themen nicht zu sein, aber immerhin, westeins.de ist wenigstens derzeit keine Dauerbaustelle (im doppelten Sinne) mehr. Und ein Launchtermin scheint näher zu rücken:

Durch den sich abzeichnenden Launch sind die künftigen Bloggerkollegen zu briefen und auf den aktuellen Stand zu bringen. Zwei Absagen auf Bloggerbewerbungen müssen formuliert werden, bei denen man darauf achten muss, nicht in den Singsang standardisierter Absagen auf Bewerbungen zu verfallen. Mit einer Kandidatin ist der Termin für ein persönliches Gespräch festzulegen: ihr kompletter Verlaufsplan über drei Monate mit gesicherter Contenteinspeisung alle 48 Stunden für ein spannendes Themenblog hat uns überzeugt.

 
Man darf also gespannt sein. Auf die Farben und Funktionen als auch den Inhalt. Und auf die Antwort auf die Frage nach der Anzahl der PIs – lt. Alexa liegen die eher noch so im blogdoch.net-Bereich ;)

BTW: Session Manager-Plugin++

Renaissance der Stasi-Methoden

<sarcasm> Na, wer sagt’s denn, alles Gute kommt eben doch wieder. Neben der Vorbeugehaft, die sicherheitshalber aus der NS-Zeit hinübergerettet wurde, kehrt lt. tagesthemen.de jetzt auch eine echte Stasi-Methode zurück:

Die Polizei hat bei mehreren G8-Gegnern Körpergeruchsproben genommen. “Das ist bei einzelnen Beschuldigten passiert”, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft der Nachrichtenagentur AP.
[…] Die Abnahme von Geruchsproben war bisher als Überwachungsmethode der ehemaligen DDR-Staatssicherheitsbehörde (Stasi) im Fall von Dissidenten bekannt.

 
Über die Zulässigkeit von Folter wird ja gerne mal nachgedacht, sollte dieses Tabu denn auch noch fallen, wäre die Wiedereinführung der Gestapo eigentlich nur konsequent.
Wo ist so drüber nachdenke, eigentlich komisch, daß diese Forderung noch gar nicht gestellt wurde. Wie angenehm und streßfrei muß sich ein Staat regieren lassen, in dem aus bloßem Verdacht heraus Menschen inhaftiert und ggf. unter Gewaltandrohung oder -einsatz befragt werden können?
</sarcasm> Aber vielleicht sollte auch Herr Schäuble in seinem fehlgeleiteten Wunsch, die Sicherheit – koste es, was es an Bürgerrechten auch wolle – zu erhöhen, diesen Artikel in der Zeit und insbesondere diesen Abschnitt lesen und darüber noch einmal nachdenken:

Die fatalen Folgen dieser Aufweichung hat das Oberste Gericht von Israel in seinem Urteil vom 6. September 1999 eindrucksvoll formuliert. Diese Entscheidung, sagten die Richter, sei ihnen im Angesicht der täglichen Terrorbedrohung und ungezählter Opfer nicht leicht gefallen. […], sei dies kein Anlass für vorbeugende Ausnahmen vom Folterverbot. Denn damit öffne man dem Missbrauch Tür und Tor, und sie fuhren fort: »Es ist nun einmal der Sinn und das Schicksal einer Demokratie, dass ihr nicht alle Mittel erlaubt sind und ihr nicht sämtliche Praktiken ihrer Feinde offen stehen. Auch wenn die Demokratie oft mit einer hinter ihrem Rücken gefesselten Hand kämpfen muss, behält sie doch am Ende die Oberhand.«

 
Ich hoffe nur, die deutschen Gerichte entscheiden bzgl. Heilgendamm schnell …

Google-Balken

Nervig: beim zurückscrollen mancher Seiten, z. B. bei fx3.org, geht die Darstellung im Firefox über den Jordan. Lange Zeit habe ich das ja auf die X-Server oder FF geschoben, bis mir heute auffiel, daß diese komischen Balken, in diesem Fall zumindest, von irgendeinem Google-Kram herrühren.
Scheint ein Artefakt der immer am oberen Viewportrand klebenden Zeile zu sein — interessanterweise geht’s nicht beim reinklicken weg, wohl aber beim Versuch, einen Screenshot des »Kunstwerks« zu machen … Aber ich hab’s dann doch geschafft ;)

Bedienung einstürzender Neubauten

Eine neue Erkenntnis ist es nicht, aber vielleicht als Gedächtnisstütze für mich selbst … Ein vorhandener WAF bedeutet nicht automatisch eine allzeit fehlerfreie Bedienung latent fragiler technischer Spielereien, die zum Gebrauchsgegenstand gemacht wurden.

Uff! Scheinbar keine größeren Schäden durch einen wegen vermeintlichen Hängens seitens meiner besseren Hälfte durchgeführten zweiten Power-Cycles – während der fsck lief – am Wohnzimmer-VDR. Zuviel Reboot ist eben auch nicht gut ;)

Web2.0 my a…lternate reality

¡Mierda! So langsam wird es, finde ich, Zeit, daß diese ach-so-tollen 2.0-Beta-Dienste erwachsen werden …
Bei twitter verheddert sich dauernd ‘n Kätzchen im Server – wobei ich den tieferen Sinn des Ein-Zeilen-Blog-Formates »twitter« sowieso noch nicht gerafft habe. Und da jeder 3. bis 4. Klick von mir zum Katzenbildchen führt, werde ich es wohl auch nie schnallen.
Technorati hat ebenfalls Probleme mit dem eigenen Haustier bzw. dessen Käfig, denn das Technorati-Monster bricht (zumindest für mich:) neuerdings häufig(er) aus … :(

Merkel, Schäuble und das Demonstrationsrecht …


Schon ein schwieriger Spagat für unsere zierliche Kanzlerin. Wie soll man auch erklären, daß man in Russland es scheiße findet, wenn bekannte Oppositionelle (die nur in anderen Ländern so heißen, in unserem Ländle heißt daß dann schnell »Randalierer« oder »Mitglieder der militanten, linksextremistischen Szene«) an der Anreise zur Demo gehindert werden, in der ehemaligen DDR aber Schutzzäune und Demonstrationsverbote bis zu 6 km vom Tagungsort entfernt demokratisch und frei und sowieso vollkommen in Ordnung seien?
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die aktuelle audio-visuelle Berichterstattung rund um den anstehenden G8-Gipfel zu sichten und hinsichtlich des Themas »Demonstrationsrecht« ein paar Aussagen von Angela Merkel (amtierende Kanzlerin, CDU), Wolfgang Schäuble (amtierender Bundesinnenminister, CDU), Heiner Geissler (ehem. CDU-Generalsekretär) und Gerhart Baum (ehem. Bundesinnenminister, FDP) zueinander in Verbindung zu setzen:

Quellen: ARD-nachtmagazin vom 19.05.2007, ZDF-Sendung »Berlin Direkt« vom 20.05.2007 sowie die ZDF-Sendung »Das G8-Trefen und die Bürgerrechte«.

»Im Prinzip« hat Schäuble also nichts gegen Demonstranten, und sie dürfen ja auch gegen G8 demonstrieren, wo der Pfeffer wächst sie wollen — solange das nur nicht grade in Sicht- oder Hörweite des Tagungshotels ist … Und Kanzlerin Merkel meint, daß zumindest in Russland jeder, der »gar nichts gemacht hat sondern nur auf dem Weg zu einer Demonstration« sei, auch zu dieser gehen dürfen sollte.
In Russland. Nicht automatisch auch in Mecklenburg-Vorpommern.
Warten wir also ab, wie die Gerichte das sehen …

Vladimir Merkelin

Aua. Bei Nerdcore findet sich ein Videodokument, in dem die amtierende deutsche Regierungscheffin folgende Weisheiten vom Stapel läßt:

Die CDU hat seit Jahr und Tag dafür plädiert, daß an großen Plätzen genau solche Videoüberwachung eingesetzt wird. […] Das sind aber Dinge, über die darf man nicht diskutieren, die muß man einfach machen. […] Man darf nicht sagen: »Ach, das ist doch nicht so schlimm«. Hier ‘n bißchen was weggeschmissen und dort einen angerempelt, hier mal auf den Bürgersteig gefahren und dort mal in der dritten Reihe geparkt … Immer so unter dem Motto: »Ist alles nicht schlimm.« Ist alles nicht nach dem Gesetz und wer einmal Gesetzesübertretungen duldet, der kann anschließend nicht mehr begründen, warum es irgendwann schlimm wird und irgendwann nicht so schlimm ist. Deshalb: Null Toleranz bei Innerer Sicherheit, meine Damen und Herren!

 
Es stimmt natürlich, Parken in dritter Reihe gefährdet ganz erheblich die Innere Sicherheit, da gibt es ein Vertun. Schon in zweiter Reihe ist nicht nett, zumal Parken, wir erinnern uns an unsere Fahrschulzeit, ja impliziert, daß man das Auto von außen abschließt und sich dann davon entfernt. Im Prinzip ist ein solches Auto vergleichbar mit einem herrenlosen Koffer auf dem Flughafen — man darf also erwarten, daß die Ordnungskräfte einschreiten, die potentielle (Auto-)Bombe entfernen und in sicherer Umgebung kontrolliert sprengen.
Wenn wir das Bild konsequent weiterdenken, ist unzweifelhaft jeder abgestellte PKW eine potentielle Gefahr für die Innere Sicherheit — anständige Bürger lassen ihren, potentiell zur Waffe umfunkionierbaren, fahrbaren Untersatz ja auch nicht einfach unbewacht irgendwo stehen, womöglich noch in einer Tiefgarage oder einem öffentlichen Parkplatz oder gar nahe an belebten Plätzen oder Märkten …
Ende 2006 podcastete Frau Merkel etwas zielsicherer:

Deshalb können wir nicht einfach immer nur neue Gesetze machen, sondern wir müssen mit den entsprechenden Mitteln eingreifen. Da ist für mich zum Beispiel das Thema Video-Überwachung von Plätzen ein ganz besonderes Beispiel.
Video-Überwachung alleine reicht aber nicht, um den Gefährdungen zu begegnen. Wir haben es mit völlig neuen Bedrohungen zu tun: dem internationalen Terrorismus.

 
Ob internationale Terroristen auch in dritter Reihe den Bürgersteig überfahren? Wenn ja, wären sie wengistens leicht zu erkennen. Gemeingefährlich wird’s aber, wenn die ihre Bomben einfach in Rucksächen am Körper tragen — das müßte dringend verboten werden. Was da alles passieren könnte! Gefährlich an der Autobombe ist ja in erste Linie die Bombe und erst dann das Auto. Und wenn die fiesen Terroristen aus dem internationalen Ausland das mal kapieren, dann aber gute Nacht.
Nein, im Ernst, es leuchtet natürlich ein, daß man bei der Inneren Sicherheit keinen Spaß verstehen darf und schon den Anfängen in Form von Falschparkern mit aller Entscheidenheit entgegen treten muß. (Wobei, ist das Verbot des Parkens in dritter Reihe – muß eine Berliner Spezialität sein; hier in der Gegend wären die meisten Straßen schon dicht, wenn zwei Fahrzeuge nebeneinander parkten – eigentlich in einem Gesetz verankert? Oder nur einer Verordnung?) Jetzt muß Frau Merkel mir nur noch erklären, wie sie durch Videoüberwachung »von Plätzen« eine in einem legal abgestellten Auto – also keinen Dritte-Reihe-Parker – deponierte Bombe erkennen und den geplanten Anschlag verhindern will …
Oops, hat sie ja schon: »Video-Überwachung alleine reicht aber nicht«, sagt Frau Merkel. Onlinedurchsuchung, Vorratsdatenspeicherung und Großer Lauschangriff sind unabdingbar für den Fortbestand unserer FDGO. Oder doch deren Sargnägel?