Deutschland, ein Sommeralptraum

Der Bundestag kriminalisiert präventiv mal Teile der sonst ach-so-wichtigen Hochtechnologie …

Viele Security-Experten fragten sich, ob sie bei der Verrichtung ihrer Arbeit bei Inkrafttreten des Gesetzes nicht bereits mit einem Bein im Gefängnis stünden. […]
Das Parlamentsplenum soll den vom Rechtsausschuss abgenickten Entwurf in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gegen 2 Uhr morgens verabschieden. Es ist davon auszugehen, dass eine Live-Debatte zu dieser Uhrzeit entfällt und die Reden allein zu Protokoll gegeben werden.

Quelle: heise online (23.05.)

 

Der Bundestag hat am späten Donnerstagabend mit den Stimmen von Schwarz-Rot, der FDP und den Grünen den Regierungsentwurf […] verabschiedet. Die PDS und Jörg Tauss, forschungs- und medienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, votierten gegen das als Tagesordnungspunkt 23 behandelte Gesetz. Änderungen, wie sie etwa Experten bei einer parlamentarischen Anhörung im März sowie Branchenverbände nachdrücklich angemahnt hatten, nahmen die Abgeordneten […] nicht mehr vor. Auch eine echte Aussprache über die Verschärfung der Hackerparagraphen fand nicht statt. Die für die Debatte vorgesehenen Redner gaben ihre Positionen angesichts der späten Stunde zu Protokoll.

Quelle: heise online (25.05.)

 
…, ermöglicht jedem Bundesbürger endlich die zwangsweise Abgabe der Fingerabdrücke (zumindest, sollte der Bürger den unbotmäßigen Wunsch verspüren, in ein Land zu reisen, wo sein deutscher, maschinenlesbarer Personalausweis nicht ausreicht).
Aus dem Sommermärchen von 2006 wird langsam ein Alptraum. Ein vermeintlich sicherer Alptraum vielleicht, aber Alptraum bleibt Alptraum.

CCC-Sprecher Andy-Müller Maguhn weiter: “Hier wird systematisch der gesetzliche und organisatorische Rahmen geschaffen, um Bürger und Unternehmen wehrlos gegenüber Computerangriffen, Wirtschaftsspionage und auch dem Bundestrojaner zu machen. Sicherheitsforschung kann nur noch in einer unannehmbaren rechtlichen Grauzone stattfinden.”

Quelle: Golem

 
Aber der Konjunkturmotor muß brummen — der Fotofachhandel freut sich jedenfalls schon diebisch auf Paßfotos auf der schnieken Gesundheitskarte:

Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Technik des Einzelhandels e.V. (BVT): “Namhafte Krankenkassen haben dem BVT gegenüber erklärt, dass sie voraussichtlich per Mailing bei ihren Mitgliedern die persönlichen Daten und das Passbild für die Gesundheitskarte abfragen. Versicherte können ihr Bild per Post schicken oder ihre digitale Passbild-Datei auf eigens eingerichteten Portalen der Krankenkassen einstellen. Bei Millionen Versicherten, die ein neues Passbild benötigen, bietet sich für den qualifizierten Foto-Fachhandel eine Riesen-Chance.”

 

Teurer Spaß

Eigentlich Wahnsinn, was man so an Geld für’s Tanken mittlerweile hinblättert.
Ich weiß noch, wie die beiden Zapfsäulen der nun schon lange demontierten Dorftankstelle das extra Loch gefräst bekamen beim Sprung über die 100-Pfennig-Marke pro Liter Benzin/Super (100 Pfenning waren 1 D-Mark) …
98,00 Euro für 1x volltanken. Und mehr als die Hälfte davon sind Steuern … *seufz*

Exterminate!

Als Fan der Serie Doctor Who, die seit 2005 wieder fortgeführt wird (die 1. Staffel datiert aus 1963), finde ich das, was neuerdings.com vorstellt, natürlich kraß: Anrufmelder mit ‘nem kleinen Dalek drin …

Doctor Who läuft im Orginal samstags auf BBC One, 2 Wiederholungen (Sonntag, Freitag vor der neuen Folge) auf BBC Three – derzeit zumidnest FTA, empfangbar z. B. in Gütersloh mit ‘ner 85er Schüssel ausgerichtet auf Astra 28,2° Ost. (Nein, Reserve für ostwestfälischen Platzregen ist da leider nicht drin; bei Wolkenbrüchen reicht aber auch die zweite 85er für Astra 19,2° Ost nicht :()
(Image via boingboing.net.)

Will Microsoft Google den Rang ablaufen?

Ok, rhetorische Frage …
Worum geht’s? Lt. Golem als auch heise online erforscht Microsoft Techniken, um einen Surfer anhand seines Surfverhaltens – auch ohne seine Zustimmung – zu identifizieren. Und konsequenterweise erforscht man derlei in China:

Bei Microsoft Research Asia in Peking wird für das AdLab von Microsoft an einem Programm gearbeitet, das aufgrund der Suchbegriffe und der besuchten Webseiten wichtige persönliche Merkmale des Internetbenutzers vorhersagen soll. Das berichtet New Scientist. Ziel sei, auch ohne direkte Abfrage der persönlichen Informationen oder trotz falscher Angaben Alter, Geschlecht, Wohnort, Religionszugehörigkeit, Beschäftigung oder Hochschulabschluss der Benutzer zu erkennen. Die Rede sei allerdings nicht davon, so auch den Namen herausfinden zu wollen, heißt es in dem Bericht.

Quelle: heise.de

 
Bei Golem findet sich ergänzend:

Langfristig erwartet Microsoft, dass sich mit Hilfe eines neuartigen “Cookies” auch persönliche Daten eines Internetnutzers herausfinden lassen. In diesnn Cookies werden nach dem Willen von Microsoft alle besuchten Webseiten protokolliert. Durch Auslesen des Browser-Caches und der neuen Cookies soll sich unter anderem der Name, […] in Erfahrung bringen lassen. Dazu muss der ausspionierte Nutzer nicht einmal zustimmen. Microsoft arbeitet derzeit an passenden Software-Routinen dafür.

Quelle: golem.de

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Schon heute sollen anhand des Browsingverhaltens das Alter und das Geschlecht des Nutzers bestimmbar sein.
Da Microsoft auch der bestimmende sowohl Browser- als auch Betriebssystemhersteller ist und sein Browser nahtlos ins Betriebssystem integriert, bieten sich dort natürlich charmante Möglichkeiten. Wobei, auch ein »nach Hause« sich verbindender Firefox- oder Opera-Browser dürfte in vielen Setups nicht auffallen …
Im echten Leben gibt’s die Geruchsproben, in der virtuellen Welt wird heimlich das Nutzerverhalten analysiert und vielleicht bald der »Bundestrojaner« eingesetzt — scheint so, als bekäme Schäuble noch seine totale Sicherheit.

Kostenfalle

Schon länger wollte ich was zu fring schreiben, einem VoIP- (Skype, SIP) und IM- (Skype, GoogleTalk, MSN) -Client für (Hauptspeicher-) potente Series 60-Mobiltelefone.
Bislang nutze ich den frimp-Client nur experimentell für GoogleTalk — experimentell primär aufgrund des Fehlens eines attraktiven (pauschalen) Datentarifs bei Vodefone; das tut soweit auch.
Series 60 r0x0r, btw — über 7650, 3350 und 6630

(V 2.39.15, 11-11-ß4, RM-1)

verfolge ich, vom 2110 über 8110 und schließlich das 6110 kommend, diese neue Codebase als Anwender. Und bis auf die typischen groben Schnitzer in der Firmware (wie fehlende Garbage-Collection in frühen 7650-Versionen oder der chronische “Nicht genug Speicher”-Fehler, wenn ich beim 6130 den Digizoom nutzen will) bin ich sehr angetan. Aber das ist ein anderes Thema ;)
Nun mag man einwenden, »VoiP auf dem Handy, darauf hat die Welt gewartet« — naja, irgendwo stimmt’s auch, auf einem Mobiltelefon eine Software für Telefonie (wenn auch über IP) zu installieren, ist … erstmal widersinnig. Dies gilt erst recht für SIP, was, anders als Skype, heute noch ein überwiegend für VoIP mit breitbandigen Codecs verwendetes Protokoll ist.
Der Charme liegt sicherlich darin, daß man auch unterwegs für Skype-Kontakte per Chat und Voice erreichbar bleiben könnte – es soll ja Leute geben, die Skype als primaäre Kommunikationsform nutzen …
Gestern allerdings wurde beim Start ein Update auf Version 3.20 angeboten und die Installation verlangt (eine Wahlmöglichkeit »Willst Du updaten? Ja/Nein« gab es nicht) — tja, und nun startet der frimp-Kram beim Starten des 6630 automatisch. loggt sich ein und erzeugt Datentraffic. Bei einem »metered contract«. Danke!
Aber neben dem Autostart-Mist bringt die neue Version auch Unterstützuing von twitter — that’s l33t! (Ich nutze das zwar (noch?) nicht, aber andere schon …) Nun kann man endlich von überall unterwegs sich mitteilen – auch ohne MMS-Umwege. Wenn die mobile Datenkommunikation nur nicht mehr so teuer wäre …

München, Augsburg, Osnabrück

Endlich! Endlich habe auch ich mal eine dieser Spammails mit wirren Mahnungen bekommen.
Eine Mahnung mit initialer Forderung von 80,49 EUR und einem zu überweisenden Gesamttbetrag von 17,00 EUR. Eine Mahnung für eine Anmeldung zu einer Site von einer IP-Adresse aus, bei der die mittleren beiden Oktette größer 255 sind — Rundungsfehler? Eine Mahnung an eine nicht von mir benutzte Adresse? Tststs. Eine Mahnung mit angehängter zip-Datei — wahrscheinlich mit ‘nem schnuckeligen Virus drin? Da danke ich aber ;)

Bleibt nur die Frage: wie hat es das Teil an der milter-Armada vorbei geschafft? spamassassin, greylisting, DNS- und SMTP-Check für jede Adresse, … *seufz*

Deadline verpaßt :(

Schade, ich lasse mich ja tendentiell schon fremd-anziehen — nur mit der direkten Werbung, zumal unangekündigt per Postkarte, habe ich das nicht so.
Die Aktion von ekaabo (sind eigentlich alle sinnvollen Kombinationen von Buchstaben als Dienst-/Unternehmensname schon weg? Doppel-a … Gefährlich, ich tippe da z. B. gerne »ekaboo«, weiß der Henker, warum) ist mir leider durch die Lappen gegangen — heute um 15:51 war Deadline.

(Sollte ich doch umkippen und das händisch-unregelmäßige Blog-Scannen einem der vielen Reader-Services überlassen? Nur welchem? bloglines hatte ich mal angeschaut, fand’s aber nicht so überzeugend.
Letztlich kommt wohl eh’ nur Google Reader in Frage — Zweitverwertung für’s Blog inbegriffen. Hmmmmm…)

Wie gesagt: Schade. Eine der (fast) identischen Tassen hätte ich wohl gerne genommen …

Der gläserne Surfer

Kollege corona zeigt auf fimpern.de offenherzig, was seine Vorlieben sind. Man kann seine Surfvorlieben verfolgen, die er für andere via Google Reader markiert (»shared«) hat. Seine musikalischen Vorlieben läßt er uns schon länger via last.fm-Einblendung zuteil werden. What’s next? RSS-Feed seines twitter.com-Accounts ins Blog? Man darf gespannt sein — sinnvolle wie zweckfreie Web2.0-Dienste schiessen ja noch immer aus dem Boden. Do you do Plazes?
Was mich dabei nachdenklich macht – und weshalb ich bislang die Nutzung von Google-Services, zu denen ich mich anmelden muß (GoogleMail, Google Talk, Google Analytics, …), auf einen Rechner beschränkt habe und insbesondere nicht Googles Browser-Sync in Erwägung zog –: Google kennt nicht nur das, was ich veröffentliche sondern weiß auch, was ich quasi »heimlich« ansurfe. Seien es die Klicks via Google Reader, sei es normales Surfing — spätestens nach meiner Anmeldung und dem entsprechenden Keks-Austausch eben sollte Google mich auf diesem Rechner wiedererkennen könnnen. Theoretisch auch, wenn ich nicht mehr bei Google eingeloggt bin …
They might not be evil — sie sind, jedenfalls informationstechnisch, aber noch lange nicht satt:

Der neu gestartete Dienst iGoogle ist für Schmidt in dieser Hinsicht ein wichtiger Schritt. Mit dem Programm kann der Benutzer seine Startseite personalisieren und liefert so Google weitere Informationen über seinen Wohnort, seine Vorlieben und Interessen. Dazu kommt die personalisierte Suche, mit der der Benutzer (und Google) erkennen kann, nach was er wann gesucht und welche Seiten er besucht hat.

 
Fragt sich nur, wie sicher diese Daten bei Google vor europäischem oder US-amerikanischem Zugriff sind — wenn Daten gehortet werden, entstehen immer auch Zugriffsgelüste auf diese. Von verschiedensten Seiten.