Un-Flat

Sie finden doch immer einen Weg, dem Verbraucher nicht die vertraglich zugesichterte Leistung liefern zu müssen, die Herren Juristen. Vielleicht nicht rechtlich einwandfrei, aber welcher Endknude zieht gegen übermächtige Telekommunikationskonzerne schon zu Felde?
Jedenfalls ist letzte verbliebene UMTS-Flatrate nun Geschichte – obwohl auch heute auf base.de noch anders geworben wird (Hervorhebung durch mich):

BASE ist mehr als Telefonieren. BASE ist auch Internet. Ideal für alle, die ausgiebig surfen, mailen oder chatten. Egal, wie viele Stunden. Ganz gleich, wie viel Volumen. Mit der BASE Internet-Flatrate sind Sie auch online immer auf Zack.

 
Unter »egal, wie viele Stunden« und »ganz gleich, wie viel Volumen« versteht der Netzbetreiber e-Plus allerdings offensichtlich etwas anderes, »egal« hat hier eine – nicht kommunizierte – Obergrenze:

In dem Schriftstück heißt es zur Begründung der Kündigung, dass die Internet-Flatrate vorwiegend “zum Aufbau und Halten von Dauerverbindungen über mehrere Tage und zu permanenten Datenübertragungen verwendet” wurde.

 
Klassisch auch der Vorwurf, gegen die AGB verstoßen zu haben:

Vorwarnungen habe es nicht gegeben, wenn Kunden das Netz in missbräuchlicher Weise nutzen und damit den Netzbetrieb stören, erfolge direkt die Kündigung.

 
Ich wünschte, ich wäre betroffen (aber das manchmal-UMTS-Abdeckungsnetz von e-Plus war für mich schlicht nie eine Alternative), hier wäre endlich einmal ein Musterprozeß nötig. Im Grund ist dies nichts Neues und sattsam bekannt spätestens seit der legendär gescheiterten Dialup-Flatrate von Mog Mobilcom — wer ein unbegrenztes Produkt anbietet darf sich nicht wundern, wenn Kunden dieses Angebot annehmen und anbiederungsgemäß unbegrenzt nutzen.
Diese bestimmungsgemäße Nutzung dann als Störung des Netzbetriebes zu deklarieren, ist meines Erachtens Augenwischerei. Es ist technisch selbst einem Laien klar, daß technologiebedingt der klassische Mobilfunk untauglich ist als DSL-Ersatz. e-Plus hat es offensichtlich unterlassen, die Kapazitäten den verkauften Resourcen entsprechend aufzustocken und dadurch entstehen nun, bei bestimmungsgemäßen Gebrauchs eines »Egal, wie viele Stunden. Ganz gleich, wie viel Volumen.«-Angebotes Probleme im Netz. Tja, schade, e-plus:There ain’t no such thing as a free lunch. Ich fände es jedenfalls mal erfrischend, würde e-plus die Kündigung aus diesem fadenscheinigen Grund untersagt …

Frustblogging, heute: Kurzsichtige Kerneldespoten

Vorweg: ich habe zeitlebens meines Wissens nicht mal einen Kommentar zum Linux-Kernel beigetragen — vielleicht disqualifiziert mich dies, das Folgende zu schreiben. Wenn es so wäre, so sei es. Kann ich besser mit um jedenfalls als mit so mancher hirnrissigen maximal problematischen Entscheidung der Maintainer des Linux-Kernels …

Und wieder geht ein Abend ins Land. Ob mein Sodbrennen von der unheiligen Idee, UTS_RELEASE aus …/include/linux/version.h nach …/include/linux/utsrelease.h zu verschieben kommt, weiß ich nicht. Vorstellbar wäre es jedenfalls.
Was mein Problem ist? Ach, eigentlich keines, ich wollte nur – packagemanagementkonform – motion 3.2.9 für Debian Etch bauen. Mal eben schnell, geht ja ratz-fatz mit Debian-Bordmitteln … Aber denkste, Puppe: vor den Erfolg haben die Herren Kernel-Matadore den »Errors were encountered« gesetzt:

Setting up cpad-kernel-source (0.10-3) ...
/var/lib/dpkg/info/cpad-kernel-source.postinst: line 49: [: too many arguments
Warning: kernel headers don't match running Linux version.
Building cpad module for Linux _CODE 13262 (this may take a few minutes)...dpkg: error processing cpad-kernel-source (--configure):
subprocess post-installation script returned error exit status 2
Setting up wacom-kernel-source (0.7.4.1-5) ...
/var/lib/dpkg/info/wacom-kernel-source.postinst: line 49: [: too many arguments
Warning: kernel headers don't match running Linux version.
Building wacom modules for Linux _CODE 13262 (this may take a few minutes)...dpkg: error processing wacom-kernel-source (--configure):
subprocess post-installation script returned error exit status 2
Setting up fakeroot (1.5.10) ...
Errors were encountered while processing:
cpad-kernel-source
wacom-kernel-source
E: Sub-process /usr/bin/dpkg returned an error code (1)

So auf Dauer nervt das schon etwas, also fütterte ich die allwissende Müllhalde und bekam auch eine nur bedingt hilfreiche Antwort. Großes Kino also, eine Variable. die Skripte zur Ermitteln der Version der Kernel-Sourcen nutzen, wird mal eben von version.h nach utsrelease.h geschoben. Raider heißt jetzt Twix — und der Build bricht ins Essen:

rescue:/old-raid# more /usr/src/linux-headers-2.6.18-5-k7/include/linux/version.h /usr/src/linux-headers-2.6.18-5-k7/include/linux/utsrelease.h
::::::::::::::
/usr/src/linux-headers-2.6.18-5-k7/include/linux/version.h
::::::::::::::
#define LINUX_VERSION_CODE 132626
#define KERNEL_VERSION(a,b,c) (((a) << 16) + ((b) << 8) + (c))
::::::::::::::
/usr/src/linux-headers-2.6.18-5-k7/include/linux/utsrelease.h
::::::::::::::
#define UTS_RELEASE "2.6.18-5-k7"

Lustigerweise – die Kiste, wo ich grade drauf builde, diente initial als Rekontruktionskiste für ein nach einem Doppel-RAID-Fehler unpäßlichen Devices – findet sich auch noch ein älteres version.h, welches diesen Dünnsinn nicht mitgemacht hat:

rescue:/old-raid# more /old-raid/angua/usr/include/linux/version.h
#define UTS_RELEASE "2.6.18"
#define LINUX_VERSION_CODE 132626
#define KERNEL_VERSION(a,b,c) (((a) << 16) + ((b) << 8) + (c))

Finde ich jedenfalls alles richtig suuuper. Da hat jemand aber wirklich den Bruchteil einer Sekunde nachgedacht, bevor #define UTS_RELEASE aus version.h eliminiert wurde. Höchstens den Bruchteil einer Sekunde …
Danke dafür.

Regen & Traufe

(10:16:55 AM) twitter: (tiboralthans): facebook gibts ja jetzt auf deutsch…bye bye studivz – wurde aber auch langsam mal zeit…

 

Vetrauen ist gut, …

… Kontrolle der Mobilfunkrechnung von Vodafone aber offensichtlich nötig:

Mobile TV
00049 28.02 06:39 00:00 Mobile TV 49172******* 0,00 8,3950 Netto
Summe der Nettobeträge: 8,3950

Klar stehe ich manchmal am Donnerstag morgen zu Hause auf und schaue 0 Minuten und 0 Sekunden MobileTV zu rd. 9 EUR. Man gönnt sich ja sonst nix …
Und jetzt, stutzig geworden, fallen noch ganz andere Posten auf:

Mobile TV
00027 28.01 06:57 00:00 Mobile TV 49172******* 0,00 8,3950 Netto
Summe der Nettobeträge: 8,3950
Mobile TV
00078 28.12 06:40 00:00 Mobile TV 49172******* 0,00 8,3950 Netto
Summe der Nettobeträge: 8,3950

Auch im Dezember hat Vodefone mir MobileTV-Nutzung für 8,3950 Netto berechnet, eine Verbindungsübersicht ist praktischerweise nicht mehr verfügbar …
Also, ich bin mir spontan schon fast so sicher, daß ich an Eides Statt versichern könnte, daß ich nicht regelmäßig am 28. eines Monates zwischen 6:40 und 7:00 aufstehe, um genau 0 Sekunden Vodafones beknacktes MobileTV pro forma zu aktivieren. Schon gar nicht, wenn mich das EUR 9,99 zusätzlich kosten würde …
Spannenderweise kostet die »Vodafone MobileTV Flat« genau diesen Betrag — ausweislich des MeinVodefone-Portals habe ich diese aber weder gebucht noch könnte ich sie gar stornieren. Online allerdings finde ich dies nach wie vor gebucht — ohne Kündigungsmöglichkeit. Danke, Vodafone, daß heißt, daß Ihr mir bislang sechzig Euros für nichts und wieder nichts abgezockt habt?
Na, dann werde ich doch mal Asterisk zum mitschneiden konfigurieren und mir dieser Tage Spaß mit der Hotline gönnen (natürlich inkl. Hinweis, daß das Gespräch zu Beweiszwecken aufgezeichnet wird).

Trügerische Sicherheit (Update)

Ubuntu Linux sicherer als MacOS X und Windows Vista Ultimate? Klar, liest man als Linuxer gerne, aber auf die Details kommt es an:

Besonders übel erging es dem Apple-System in Form eines MacBook Air, das innerhalb von 2 Minuten gehackt wurde, indem eine offene Sicherheitslücke im Safari-Browser ausgenutzt wurde.

 

[…] konnte ein System mit Windows Vista Ultimate und installiertem Service Pack 1 hacken, nachdem eine aktuelle Version von Adobes Flash auf dem Rechner installiert wurde. In Adobes Flash steckt ein Sicherheitsleck, das bislang nicht geschlossen wurde und zu dem bislang auch keine weiteren Informationen vorliegen

 
Ich denke, Zweierlei ist klar:

  1. An zeitnaher Installatiion aller(!) verfügbaren Sicherheitsupdates führt – auch bei (Ubuntu) Linux – kein Weg vorbei.
  2. Auch installierte Zusatz- oder Drittherstellersoftware kann ein eklatantes Sicherheitsproblem herbeiführen — generell auch unter (Ubuntu) Linux.

Kurzum: Schöner Test, nette Publicity — aber leider geringe allgemeine Aussagekraft, IMHO. Jedes Massen-OS zumindest ist, über die Zeit oder durch Zusatzsoftware, knackbar — und je nach Statistik ist ein auf Linux aufsetzender Webserver zum Beispiel nicht zwingend sicherer als einer unter einem anderen OS … (Wobei man sicher auch munter darüber streiten kann, ob gehakte 0,3 Prozent von 80 Millionen Websites wirklich schlechter ist als 0,2 Prozent von 56 Millionen. Wie heißt es? »Traue keiner Statistik, …«)
Update, 2008-04-05: Wie sich mittlerweile herausstellte, wurde das Ubuntu-Laptop nicht nur nicht gehackt sondern nicht einmal der Versuch dazu unternommen. Security by ignorance, das hat nun (Ubuntu-) Linux nun eigentlich auch nicht verdient … allerdings halte ich das nun nicht gleich für eine Verschwörung ein Gerücht — publicityträchtiger ist sicherlich der Hack von dem für seine erweiterte Sicherheit beworbenen und ob der damit angeblich zusammenhängenden chronischen Sicherheitsabfragen haßgeliebten Vista oder der erstaunlich flotte Hack der – ja eigentlich auch auf vermeintlich sichererem Unix-Kern aufbauenden – MacOS-Büchse.

Hellseherischer Aprilscherz

onlinekosten.de titelte vor vier Jahren:

Donnerstag, den 01.04.04 11:40

Mac OS X jetzt auch für Intel-PCs

aus dem Bereich Software

Bevor jetzt der Mac auf den Müll fliegt: Das Datum der Meldung gibt Aufschluss über deren Wahrheitsgehalt!
Die frohe Botschaft für alle Windows-Geplagten: Apples beliebtes Betriebssystem soll nun auch für IBM-kompatible Rechner auf den Markt kommen. […]

 
Das Dementi allerdings war doch etwas zu vorschnell uind zu gründlich, denn die Aussage …

Es wird kein MacOS X für Intel-PCs geben. Nicht morgen, nicht nächstes Jahr. Die Meldung ist eine selbst gebastelte Ente.

 
… mußte nur ein Jahr später dann auch wieder relativiert werden, als Steve Jobs die bislang letzte Architekturwende bekanntgab.
Ganz so weit, wie im onlinekosten.de-Aprilscherz von 2004 ist es dann doch (noch?) nicht gekommen, auf 08/15-»Pissies« läuft Apples Vorzeige-OS dann doch (noch?) nicht serienmäßig. Wohl aber, mit Segen von Apple, Windows XP auf Intel-Macs.
Auch in der größten Schwindelei steckt ggf. doch ein Quentchen Wahrheit – in diesem Sinne: frohen ersten April ;)

Web 2.0 und das Recht am eigenen Bild

Am Hype-Beispiel StudiVerzeichnis wurde hier und anderswo über die Sinnhaftigkeit der Veröffentlichung von Bildern privater Saufgelage und thematisch ähnlicher Inhalte geschrieben. (Fazit: Kann man tun, muß man aber nicht.)
Doch was ist mit dem, IIRC älteren, mir ja durchaus nicht soo sympathischen, Community-Versuch namens Stayfriends? Jüngst erreichten mich Mails über dort eingestellte Klassenfotos, ja sogar der Hinweis, daß einer der Einsteller unter anderem mich dort identifiziert und markiert hätte. Während ich nun nicht päpstlicher als der Papst sein will — wie ist das eigentlich mit dem Recht am eigenen Bild bei Kassenfotos? (Vom Copyright des Fotographen ganz zu schweigen; wobei, entsinne ich mich der horrenden Fotokosten, sollte das fast schon vergoldet worden sein …) Klar, im Klassen-/Stufenverband mag man sich haben ablichten lassen — aber umfaßt dies auch implizit die Erlaubnis zur Veröffentlichung in »Communities« – mit denen die Betreiber, auch durch Geiselnahme der Nachrichten der Teilnehmer, Geld machen wollen – wie Stayfriends? Müßte nicht der Anbieter von sich aus die Verbreitung solcher Daten unterbinden, da – meines Erachtens zumindest offensichtlich – im Regelfall nicht zur Veröffentlichung freigegeben?

Weiße Ostern?

Mal was anderes; nachdem Weihnachten ja eher matschig denn weiß abläuft – nicht wirklich erst seit der Klimadiskussion übrigens –, sind weiße Ostern doch mal eine begrüßenswerte Alternative.
Nachdem es tagsüber schon schneeregnete, begann der Niederschlag mit dem Absinken der Temperaturen dann zwar nicht auf dem Boden, aber doch auf Fahrzeugen liegen zu bleiben. Gegen Mitternacht hatte sich eine feine Schneedecke angesammelt (zweites Bild).
Ob wir morgen einen Schneeosterhasen bauen können, nunja, noch sieht’s nicht danach aus, aber die Nacht ist ja noch jung ;)