Eines muß man den Amis ja lassen, …

… ihre Gesetze klingen oftmals einfach geil:

Derartige Aktivitäten verbietet in den USA das Ende 2003 verabschiedete Antispam-Gesetz, der CAN-SPAM Act (Controlling the Assault of Non-Solicited Pornography and Marketing Act).

Quelle: heise online

 
»Can SPAM«, auch wenn in der Übersetzung zweideutig, dürfte wohl »verklappe SPAM in eine Dose« die indentierte Bedeutung sein.
»CAN-SPAM Act«, das klingt ungleich geiler als »UWG«. Und anders als im letzteren kann bei den Amis das Opfer klagen; in der Verbänderepublik Bundesrepublik Deutschland könnte das ja zur Überlastung der unabhängigen (auch unabhängig von festen Arbeitszeiten oder derlei Lasten) Richter führen und ist damit nur für »direkte Mitbewerber, Verbraucherverbände sowie die Industrie- und Handelskammern« zulässig.
Warum übernehmen wir immer nur die negativen Dinge, wie z. B. die panische Einschränkung von Bürgerrechten als Antwort auf den internationalen Terrorismus (und, natürlich, auf die Millionen von Raubkopierern, die die Musikindustrie durch unerwünschte Kopien kanibalisieren)? *seufz*

Memory Lane: vom ORL (VNC, TRIPCode, …) zu Semacode

Sind die besten Träume die, die sich niemals erfüllen können? Dann habe ich den Jackpot gezogen ;)
Seit bald zehn Jahren träume ich davon, Mitarbeiter in den – längst abgewicklten – AT&T Laboratories Cambridge, vormals Olivetti & Oracle Research Laboratory, vormals Olivetti Research Ltd (ORL) zu sein. Darauf gestoßen bin ich über VNC (historischer Link; heutzutage wird es als RealVNC weiterentwicklet); seinerzeit eine coole Geschichte, um insbesondere Windows-Rechner vom Solaris- oder Linux-Arbeitsplatz aus zu bedienen (insbes. für Office-Programme oder auch die leidige Steuererklärung habe ich es früh zu schätzen gelernt). Heute bildet die technische Grundlage, das Remote Framebuffer (RFB) Protocol, auch die Basis für diverse andere Produkte, z. B. in KVM-over-IP-Lösungen oder LOM-Boards.
Als ich heute abend zufällig bei der Auseinandersetzung mit Plazes auf diese komischen 2D-Barcodes stieß, erinnerte ich mich an die komischen runden Symbole, mit denen sie im ORL um die Jahrtausendwende experimentierten (auf TRIP beschränkter Auszug aus einem längeren PDF über die Projekte am ORL). (Zur Geschichte der Entwicklung vom TRIP- zum Shotcode siehe Wikipedia, auch wenn ich meine, daß da die Rolle des ORL zu Gunsten der Universität Cambridge etwas heruntergespielt wird.)
2D-Barcodes in rechteckiger/quadratischer Form allerdings gibt es leider mal wieder mehrere; zwei sind frei von Patentrechten bzw. frei verwendbar, da die Rechte nicht ausgeübt werden vom Rechteinhaber: QR- und Data Matrix (aka Semacode, richts im Bild).
Und was kann man damit machen? Nun, man kann sich einen Reader runterladen sofern der nicht schon, wie bei neueren Nokia-Handies, vorinstalliert ist. Mittels dieses Readers nimmt man ein Bild eines solchens 2D-Barcodes auf, welcher dann, im Idealfall, vom Handy dekodiert wird und entweder der enthaltene Text angezeigt oder, im Falle einer http://-URL, diese direkt an den Browser im Handy übergeben. Das Ergebnis soll sein, daß man durch abfotografieren eines solchen 2D-Barcodes direkt auf einer speziellen Webseite landet, ohne umständlich eine ggf. längliche URL einhacken zu müssen.
Es gab/gibt Seitens BMW eine Kampagne, bei der BMW Matrix Codes (von Semacode) einsetzte oder noch einsetzen will — ich denke, so ein Reader im Handy macht Sinn, zumal eben auch Telefonnummern oder Vcards in diesen 2D-Barcodes kodiert werden können; und welches neue Handy kommt noch ohne Kamera daher?
Bei Splitbrain gibt es eine PHP-Adaption des Matrix-Code-Erzeugers, das zugehörige Standalone-Projekt heißt iec16022.
Ich gebe zu, Real-life-Anwendungen sind in Deutschland noch eher rar; eignen würde es sich überall dort, wo der Nutzer auf eine Webseite gelotst werden soll, z. B. um sich für den WLAN-Hotspot anzumelden …
Auch in der Inventarisierung von Hardware, z. B. in Schulen, könnte es sich anbieten — keine teure Extra-Hardware notwendig, allerdings sind grade für Schulen natürlich die mobilen Datentarife wieder prohibitiv. Vorteil der 2D-Barcodes in Verbindung mit dem richtigen Auswerteprogramm ist allerdings, daß auch reiner Text kodiert werden kann, z. B. eine Hardwarekennung, Standortcode sowie eine Störfallrufnummer …
Ich bin jedenfalls gespannt, ob derlei Codes zukünftig häufiger zu sehen sein werden.

Badge as Badge can

Vielleicht bin ich schon ein bißchen spät dran – seit Montag liegt es nun hier rum, aber ich kam bislang einfach nicht zu bebloggen –, aber dennoch möchte ich kurz den Badge Maker vorstellen.

Badge Maker: Create an ID badge using your digital photographs
Make your own ID card, press pass, name tag, unofficial Flickr badge, or any other kind of identification. Print it out, laminate it, wear it with pride! Make any kind of identification* easily in just a few seconds.

* Evil and/or unlawful uses are strictly prohibited. Please play nice. :-)

 
Nette Sache, für Deutschland stören ggf. die englischen Bezeichnungen. Have fun ;)

TIM, der 31-Bit-Service …

Klasse Service, Verbindungsabbrüche, zumindest scheinbar stundenlange PPP-Server-Probleme — ich kann TIM wirklich für reelle Arbeit in Italien empfehlen. Heute sah’s von ca. 18 Uhr bis ca. 20 Uhr wieder so aus:
Jul 7 19:59:49 brick pppd[689]: sent [IPCP ConfReq id=0x9 <compress VJ 0f 01> <addr 0.0.0.0> <ms-dns1 0.0.0.0> <ms-dns3 0.0.0.0>]
Jul 7 20:00:04 brick last message repeated 5 times
Jul 7 20:00:07 brick pppd[689]: sent [LCP EchoReq id=0x1 magic=0x0]
Jul 7 20:00:07 brick pppd[689]: rcvd [LCP EchoRep id=0x1 magic=0x0]
Jul 7 20:00:07 brick pppd[689]: IPCP: timeout sending Config-Requests
Jul 7 20:00:07 brick pppd[689]: sent [LCP TermReq id=0x13 "No network protocols running"]
Jul 7 20:00:07 brick pppd[689]: rcvd [LCP TermAck id=0x13]
Jul 7 20:00:07 brick pppd[689]: Connection terminated.

Ganz groß auch die kostenlosen Info-SMS zur Abfrage des Kontostands bzgl. des »Frei«-Trafics. Im Web werden von den 9 GB (9 mal 1024 mal 1024 mal 1024 Byte) noch rd. 8 als verfügbar angezeigt, was in etwa korrekt sein dürfte. Die SMS hingegen kennt nur den Zahlenraum bis 2^31-1 …
Leider wenig hilfreich ist auch die Website, die sich, wie eben auch andere TIM-Dienste, gerne zwischenzeitlich schlafen legt.
Schon faszinierend; vielleicht surft der Italiener ja nicht des Nachts und schon gar nicht Serviceseiten seines Providers an? Immerhin scheint Alice hier ganz gut zu rennen, bei WLAN-Scans (darf ich das in D wohl noch, wenn ich wieder da bin? *sigh*) tauchten etliche Alice-xyz-Netze auf, alle brav verschlüsselt. Nicht jede Telco kann halt Mobilfunk, Festnetztelefonie und Breitbandzugänge, oder IP im allgemeinen, gleich gut …

Klitzekleines Latinum

Aufgrund eines Satzes Don Alphonsos, »ich habe aus meinen Fehlern gelernt, und in Zukunft werden die anderen lernen; facta est fabula.« schmiß ich mal Google an, da ich mir keinen Reim drauf machen konnte. »Fakten sind Fabeln« machte jedenfalls erstmal keinen Sinn, also nachschlagen ;)
Außer in Dons Blogs finde ich den Spruch nur an zwei zweiteren Stellen — Wikipedia listet es ohne führendes »F«:

Acta est fabula, plaudite!

„Das Spiel ist aus (wörtlich, die Geschichte ist vorbei), Applaus!“ – häufiger Endsatz altrömischer Komödien

 
Und wie heißt die Redewendung nun wirklich?

Unfallverhütung

Einen Countdown bis zur nächsten Fußgänger-Grünphase, sowas habe ich lange nicht gesehen (also, eigentlich … überhaupt noch nicht).
Die vierspurige Verkehrsader vor dem Hamburger Hauptbahnhof hat jedenfalls sowas, wie ich mich heute überzeugen konnte. Schätze, es hat damit zu tun. daß – so kenne ich das noch aus dem letzten Jahrtausend – viele Leute es immer von und zum Bahnhof sehr eilig haben und ggf. auch schon mal bei rot gelaufen sind. Manchensmal wohl Bambi-gleich vor eine überlegene Motorhaube?
Nun ist da ein netter Countdown. der die eh’ schon aus Autofahrersicht elend kurzen Rotphasen zur Kurzweil werden läßt — wenn man weiß, daß in 20 Sekunden grün kommt, wird man wohl eher warten als bei einem unbestimmten »Grün kommt!«.

Diät nach meinem Geschmack

Fundstück: Ein Tag nichts: Fasten nach Helge Timmerberg bei dataloo. Zitat:

Auf die Idee einfach nur einen Tag pro Woche zu fasten, bin ich noch nie gekommen, werde das aber ab jetzt austesten.

„Es ist eine Shivaisten-Diät. Sie beinhaltet kein Essen, keinen Alkohol und keinen Sex, aber erlaubt jede Menge Wasser, jede Menge Kaffee (ohne Zucker) und jede Menge Haschisch. Das Haschisch macht high, der Kaffee hält auf Trab, und das Wasser nimmt den Hunger.“

 
Den Kaffee habe ich durch Mate- und Grüntee ersetzt, und das Haschisch sowieso ersatzlos aus dem Diätplan gestrichen. Während mein Kopf sich schon mit dem Frühstück morgen früh beschäftigt, wird es jetzt (16 Uhr) immer schwieriger den Hunger und schwächlichen Kreislauf mit Leitungswasser zu bekämpfen.

 
Ich müßte auch mal an die Admin-Wampe ran, der innere Schweinehund allerdings tendiert bei weit göffnetem Büro- oder Home-Office-Fenster und gemessenen knapp 30 Grad Celsius eher zum Aufenthalt im Biergarten …
Die Kombination Wasser, Kaffee und Haschisch klingt jetzt mal erfrischend anders — aber ich fürchte, derlei ist einem deutschen Staatsbürger auch in den Niederlanden im Ausland nicht erlaubt, oder?

»Die TV-Tages-Tipps mit …«

… nein, den Namen nenne ich mal lieber nicht.
In der Frühzeit des Privatradios im Norden, gab es einen Sender (ok, den gibt’s heute auch noch) mit einem, für damalige Verhältnisse, erfrischend frechen Programm. Dort wurde auch ein Moderator beschäftigt (war er damals schon Anwalt?), der, sagen wir mal, »bissig«, nicht moderat, moderierte.
(Zeitlicher Fast-Forward in die Jetzt-Zeit.)
Leider erwies sich sein später öffentlich gewordenes Verhalten als stringente Weiterführung dessen, was die vermeintliche Kunstfigur so im Radio absonderte — meine Symphatien schrumpften.
Naja, wie auch immer. DWDL.de berichtet übrigens über ein geplantes Mattscheiben-Comeback des Joachim Steinhöfel.

Steuertricks for Runaways

Erwähnte ich eigentlich schon, daß ich diesen Staat für grundlegend krank halte? Wäre er eine natürliche Person, wäre die Vormundschaft schon vor Jahren von Amts wegen eingesetzt worden — Hoffnung auf langfristige geistige Genesung besteht aber nicht mehr.
Was los ist? Nichts weiter, außer vielleicht, daß lt. FTD Ferienwohnungen als potentielle Vermietobjekte langfristig steuermindernd sind:

Dabei dürfen Finanzbeamte nach einem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofs selbst bei beständigen Verlusten nicht danach fragen, ob das Urlaubsdomizil irgendwann einmal Überschüsse abwirft. Bei vermieteten Ferienwohnungen ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die Eigentümer schwarze Zahlen erwirtschaften wollen und auch bei einem hohen Minus keine Liebhaberei vorliegt (Az.: IX R 15/06).

Quelle: FTD

 
As usual also: wer hat, dem wird gegeben. Wer sich den Kauf eines Ferienhäuschens leisten kann, der kann dessen Kosten steuermindernd einbringen — für’s ZweiDritthaus. Wer hingegen doof genug war, sich derlei Spesen nicht leisten zu können, guckt auch weiterhin in die Röhre …

Raab als SEO

Selbsterfüllende Prophezeihung, quasi.
Wie man bei SpOn nachlesen kann, war der gestrige TV-Abend keiner von denen, die man nicht schnell wieder vergessen dürfte.
Lustig finde ich allerdings den »Sex-Tantenverkauf«:

Und er [Peter] triumphiert im wirklich großartigen Wettbewerb “Suchmaschine”: Hier bekommen beide Kandidaten einen Begriff vorgegeben, aus dem sie durch Anhängen eines Suffixes ein möglichst selten vorkommendes neues Wort machen müssen. Den Punkt bekommt, wessen Wortschöpfung die wenigsten Treffer erzielt. Raab hängt an alles einfach “Bier” an, und liegt mit “Wurst-Bier” und “Sex-Bier”, die beide interessanterweise zwischen 30 und 80 Mal vorkommen, gar nicht so schlecht. Gegen “Sex-Tantenverkauf” kommt er aber nicht an: Dieses Wort gibt es tatsächlich nur einmal bei Google. Holz-Wurmfalle (Peter) schlägt am Ende Holz-Wein.

 
Tja, Sextanten verkaufen sich seit Samstag offensichtlich besser — nachdem es gegen 15 Uhr heute am 10.06.2007 schon 3 Fundstellen waren, weist Google mittlerweile 4 aus ;) Beziehungsweise wohl mindestens fünf, wenn dieser Artikel am Montag oder später gelesen wird …