Von wegen unbegrenzt …

Nun hat man endlich bei VictorVox Mut gefaßt und, siehe Golem.de, das Märchen von der unbegrenzten Flatrate auf dem 3G-Netz der deutschen Vodefone beerdigt. In den »MoobiCent mobileDSL flat Tarif AGB (PDF-Format)« (unten auf der AGB-Seite verlinkt) findet sich nun folgender Passus:

XIII. Verpflichtung und Haftung des Teilnehmers / SIM-Karte und SIM-Kartenpfand / Plug-In
[…]
11. Der Kunde ist verpflichtet, die Mobilfunkdienstleistungen, die dem Kunden unabhängig von einer Abnahmemenge zu einem Pauschalpreis zur Verfügung gestellt werden (z.B. im Rahmen einer Flatrate),
[…]
d. nicht in einer Weise, die zu einer derartigen Belegung einzelner GSM/UMTS-Zellen führt, dass andere Kunden von VICTORVOX von der Inanspruchnahme des Mobilfunkservices dauerhaft ausgeschlossen werden und
e. nicht für Dauerverbindungen aufgrund manueller oder automatischer Wahlwiederholung
zu nutzen.

 

Liiiiebe Victorvox/MoobiCent, das Verbot von »Dauerverbindungen aufgrund manueller oder automatischer Wahlwiederholung« bei einem Mobilfunkdienst, der noch immer mit den Worten »mobileDSL flat unterliegt keinerlei zeitlichen Einschränkungen« beworben wird — seid Ihr sicher, daß dies nicht nichtig wegen Unvorhersehbarkeit ist?
Auch lustig das Ansinnen, die technische Organisation des GSM-/UMTS-Netzes auf die MoobiCent-Nutzer in Buchstabe d abzuwälzen; so ein GSM-, UMTS- oder auch HSxPA-Netz ist im Grunde nicht anders als ein DSL-, ein Kabelnetz oder auch ein WiMAX- oder WLAN-Netz, welches für eine bestimmte Anzahl von Nutzern eine bestimmte Bandbreite vorhält. Kabelgebundene Netze sind hier etwas im Vorteil, können Sie die Bandbreite vom und zum Kunden ggf. auf Hardwareebene (dem Kabel ;)) kontrollieren — Funknetze hingegen bestreichen, vereinfacht, einen bestimmten Bereich mit einer vorgegebenen Bandbreite, in dem nun ein Nutzer Teile dieser Bandbreite nutzen kann.
Es ist mir als IP-over-MoobiCent-Nutzer allerdings schlechterdings unmöglich, z. B. kernel.org zu sagen »hey, Server, ich nutze grade MoobiCent und da muß ich auf andere potentielle Kunden Acht geben, also schick’ mal nicht mit Fullspeed sondern nur so mit 120 kBit/sec«. Die (gerechte) Aufteilung der Resourcen sicherzustellen, das ist Kernaufgabe des Netzes bzw. des Netzbetreibers. Wüßte ja gerne, wie Victorvox/MoobiCent die Beweisführung in diesem AGB-Punkt führen möchte …
Anyway; es wiederholt sich also, was schon vor Jahren mit der 79-DMark-Flatrate eines bestimmten Anbieters anfing: $ANBIETER kauft nutzungsabhängig tarifierte Vorleistung ein, startet Marketingkampagne für den Verkauf einer echten Flatrate zu einem nicht ganz geringen Preis, zieht dabei – vollkommen unvorhersehbar natürlich – grade die Intensivnutzer an und sieht schon nach kurzer Zeit es kommen, daß man seinen Businesscase bei der Insolvenzverhandlung belächeln würde. Da $ANBIETER es nicht so weit kommen lassen will, haben erst einmal die Intensivnutzer »technische Probleme«, bis man sich dann doch zur AGB-Änderung entschließt — und ggf. später das Angebot doch ganz einstellt …

shop.nokia.de …

… mein persönliches Lowlight im Online-Einkauf 2007/2008.
Gut, für die Nichtakzeptanz der Maemo-Promotion-Codes ist vielleicht eine andere Instanz zuständig; allerdings kann ich weder die halbstündige Nichtentgegennahme eines Anrufs auf der 01805-Hotline noch die stümperhafte technische Umsetzung des offiziellen Onlinevertriebswegs »shop.nokia.de« auf Unstimmigkeiten zwischen Maemo- und Nokia-Verantwortlichen schieben.
Derlei ist für einen Onlineshop im Jahre 2008 jedenfalls einfach nur ein peinliches Armutszeugnis:

Jan 8 20:32:44 famine smf-sav[4581]: sender check failed: <noreply_NokiaDEOnlineShop@nokia.com>, 216.39.102.208, DC20MAIL01.Colocation.ChannelWave.local, [00:00:14]
Jan 8 20:32:44 famine sendmail[32000]: m08JWNjX032000: Milter: from=<noreply_NokiaDEOnlineShop@nokia.com>, reject=550 5.1.8 Sender address verification failed
Jan 8 20:32:45 famine sendmail[32000]: m08JWNjX032000: from=<noreply_NokiaDEOnlineShop@nokia.com>, size=0, class=0, nrcpts=0, proto=ESMTP, daemon=MTA, relay=DC20MAIL01.Colocation.ChannelWave.local [216.39.102.208] (may be forged)

Bei aller Liebe, einen Server mit externer Kommunikation – einen Mailserver noch dazu – auf ».local« zu taufen, das ist schon frech.

wusel@brick:~$ host 216.39.102.208
208.102.39.216.in-addr.arpa domain name pointer DC20MAIL01.Colocation.ChannelWave.local.

Daß es nicht Nokia selbst ist, sondern lt. whois ein Unternehmen »Digital River, Inc.«, entlastet Nokia meines Erachtens nicht. Sowas ist schlicht grober Unfug, und er geschieht im Namen des Nokia Deutschland-Online-Shops.
Wobei, um das festzuhalten: der Ablehnungsgrund der Mail war nicht der hirnrissige DNS-Name der einliefernden IP, sondern der gefälschte – da unter nokia.com unbekannte – Absender »noreply_NokiaDEOnlineShop@nokia.com«. Daß Sender-Address-Verification ein probates, RFC-konformes und zielführendes Mittel zur Vermeidung von Spam ist, ist unstrittig; daß es notwendig ist, mögen diese Zeilen belegen:

Dec 31 18:12:30 famine smf-sav[4581]: sender check failed: <janna@nokia.com>, 200.121.231.72, client-200.121.231.72.speedy.net.pe, [00:02:05]
Dec 31 18:12:30 famine sendmail[14158]: lBVHAJ9a014158: Milter: from=<janna@nokia.com>, reject=550 5.1.8 Sender address verification failed
Dec 31 18:12:30 famine sendmail[14158]: lBVHAJ9a014158: from=<janna@nokia.com>, size=0, class=0, nrcpts=0, proto=ESMTP, daemon=MTA, relay=client-200.121.231.72.speedy.net.pe [200.121.231.72] (may be forged)
Jan 2 21:49:18 famine smf-sav[4581]: sender check failed: <harford3@nokia.com>, 83.29.211.102, bvn102.neoplus.adsl.tpnet.pl, [00:00:05]
Jan 2 21:49:18 famine sendmail[6289]: m02Kn71H006289: Milter: from=<harford3@nokia.com>, reject=550 5.1.8 Sender address verification failed
Jan 2 21:49:18 famine sendmail[6289]: m02Kn71H006289: from=<harford3@nokia.com>, size=0, class=0, nrcpts=0, proto=ESMTP, daemon=MTA, relay=bvn102.neoplus.adsl.tpnet.pl [83.29.211.102]
Jan 6 03:19:24 famine smf-sav[4581]: sender check failed: <faye@nokia.com>, 67.182.11.221,c-67-182-11-221.hsd1.ca.comcast.net, [00:00:18]
Jan 6 03:19:24 famine sendmail[20306]: m062IxMX020306: Milter: from=<faye@nokia.com>, reject=550 5.1.8 Sender address verification failed
Jan 6 03:19:24 famine sendmail[20306]: m062IxMX020306: from=<faye@nokia.com>, size=0, class=0, nrcpts=0, proto=ESMTP, daemon=MTA, relay=c-67-182-11-221.hsd1.ca.comcast.net [67.182.11.221]


Ein anderes Highlight ist die Behandlung der zugesandten Promotion-Codes; nicht nur, daß es schlappe zwei Monate gedauert hat, bis diese – mehreren früheren zugesicherten Terminen zum Trotz – endlich tatsächlich funktionierten — zumindest am 08. Januar 2007 gaben diese in Deutschland (und wohl auch Frankreich, zumindest theoretisch) scheinbar 100% Rabatt. In Deutschland waren’s gar 100% auf die gesamte (N810-) Bestellung, behauptet zumindest der Shop. Ich habe nicht probiert, ob eine solche Bestellung durchliefe; aber jemand, der alle relevanten Daten meiner Kreditkarte bekommt, der sollte in meinen Augen deutlich sorgfältiger arbeiten. Erst recht, wenn der Shop Signet und Name eines Weltmarktführers führt …

Sollte jemand von Nokia Deutschland mit mir Kontakt aufnehmen wollen: meine 01805er-Nummer habe ich dem Shop anvertraut — und ja, jene Nummer kostet auch schon, während man noch mit keinem menschlichen Gegenüber spricht …

iBrick-Erfahrungen

Harald Bögeholz schreibt bei Heise zum Thema »Ein Monat mit dem iPhone – ein persönlicher Erfahrungsbericht«. Er berichtet über seine anfägnliche Ablehnung der dem Kunden seitens Netzbetreiber und insbesondere Hersteller auferlegden Bürden, über die nicht wenigen Bugs — und wie er dem iPhone dennoch verfallen bleibt. Lesenswert, imho.
(Und ich kaufe mir dennoch keines …)

Alles muß raus …

Jaja, das alte Jahr ist zu Ende, das nächste schon angebrochen — schon klar, daß da Platz geschaffen werden muß für neue Ware.
Aber, mal ernsthaft: kann man einem Versandhändler, der mit »Angebote bis -50%« wirbt und dann bei »Sportschuhe und Sneaker bis -50%« »-55%« als Rabattmarke setzt (bei »Digitalkameras bis -60%« werden zwar die 50% unterschritten, aber nicht auch die avisierten 60% für diese Produktgruppe), weiter trauen als man ihn werfen könnte?

ebay-Zeitrechnung

Monopolisten mag ich nicht. Oftmals geschehen dann Dinge, die bei einem funktionieren Markt inkl. echter Alternativen nicht geschehen würden.
Aktuelles Beispiel für mich ist ein Streitfall mit einem in Hongkong sitzenden Händler, der auf der Auktionsplattform massenhaft USB-Kameras mit – beworbenen – Multimegapixeln für unter fünf Euro anbietet (zzgl. Versand aus Hongkong, versteht sich).
Glücklicherweise habe ich innerhalb 90 Tagen nach Auktionsende mein Geld (abzüglich PayPal-Gebühr — 80 Cent Lehrgeld, quasi) zurückerhalten, denn für die Plattform beginnt eine Unstimmigkeit offensichtlich schon mit dem Auktionsende, nicht erst der Streitfall-Eröffnung …

(DWDL.de) Zeitreise

Grade drüber gestolpert auf DWDL.de: Nach der verheerenden Flutwelle Ende 2004 nahmen Rundfunksender »mißverständliche Titel« wie »die perfekte Welle« oder »die Flut« aus dem Programm.
Ich fand das damals schon wenig zielführend; diese Lieder hatten orginär nichts mit den Geschehnissen zu tun, Berichterstattung darüber hat man auch nicht eingestellt, im Gegenteil. Warum wird vermischt (Präsens, da es auch heute geschieht), was gar nicht zusammen gehört?

Tracking Santa …

Nifty, unter noradsanta.org kann man, natürlich unter Einbeziehung von Googles Mapdiensten, virtuell verfolgen, wo sich der Heilige Klaus grade aufhält.
Die Seite gibt’s lt. gestrigen Bericht 1live schon seit den späten Neunzigern. Ist jedenfalls eine nette Idee ;)

Vodafone-Kurz-Saison?

Faszinierend, die »Bundesliga Saison 07/08«, deren Berichterstattung auf meinem Handy abrufbar zu machen mir vor gar nicht allzulanger Zeit Vodafone anbot, scheint kurz vor dem Ende zu stehen.
Wie anders sollte man sich erklären, daß die »inklusive in Ihrem Tarif ohne Mehrkosten« versprochene Nutzung der »Bundesliga Saison 07/08« (wie immer man auch eine Bundesliga-Saison nutzen können soll …) laut meiner Buchungsübersicht bei Vodafone nur für einen Monat noch gültig ist?
Durch einen Abrechnungsfehler? Durch ein Problem in der Abbildung eines flink ausgedachten Marketingmodells auf die real-existierenden Buchungs-IT?
Gut, das wäre in der Tat natürlich denkbar, soll ja auch schon vorgekommen sein, daß Mobilfunkanbieter Angebote machen, die sie so gar nicht abrechnen können.
Vertrauen erweckt derlei jedenfalls bei mir nicht. Pacta sunt servanda; verlassen auf korrekte Abrechnung darf man sich dabei aber augenscheinlich nicht?