Der nicht gehörte Schuß

Seit ein paar Tagen fallen mir komische Artikel vor die Füße. Eigentlich korrekt: Artikel mit komischen berichteten Aussagen:

Dass das geplante Leistungsschutzrecht juristisch nur sehr schwer zu fassen ist, machte Professor Karl-Nikolaus Peifer vom Institut für Medienrecht der Universität zu Köln deutlich. So ist bisher nicht klar, auf welche Leistung der Verlage das geplante Leistungsschutzrecht denn fußen soll. Peifer verwies auf ein Urteil von 1928, bei dem bereits das deutsche Reichsgericht das exklusive Recht auf Nachrichteninhalte negiert hatte. […] Übrig bleibt die separate Definition der Verlagstätigkeit, die in der Auswahl und dem Arrangement der Informationen besteht.
In diese Kerbe schlug [der Cheflobbyist der Axel Springer AG, Christoph] Keese : “Das Netz quillt über mit Informationen – wir organisieren die Rangreihenfolge. Das ist die Leistung, die wir bringen.” Diese solle in Zukunft separat bezahlt werden, indem gewerbliche Websurfer zur Kasse gebeten werden. […]
Notwendigkeit für eine Grundsatzdebatte sieht Keese nicht – bei der Diskussion um das Leistungsschutzrecht handelt es sich aus seiner Sicht nur um eine juristische Fachdiskussion. […] Die Einführung eines Leistungsschutzrechts sei aber aus praktischer Sicht notwendig: “In jedem Einzelfall die Rechtekette nachzuweisen ist unsagbar aufwändig, dass sich das gesamte Modell nicht mehr lohnen würde”, sagte Keese. So seien alleine bei der Welt Texte von über 30.000 Autoren erschienen, die oftmals keinen expliziten Vertrag unterschrieben hätten.
Doch nicht nur Internetkonzerne, auch die Leser der Verlagsangebote sollen zahlen, zumindest wenn sie die Informationen beruflich nutzen oder mit einem Rechner an ihrem Arbeitsplatz sitzen. […]

 
Das ist schon kraß. Und irgendwie auch respektabel, wie hier, anstatt selbst tätig zu werden und die eigenen Angebote anstatt für Lau rauszuhauen, mittels Mauthäuschen von der eigenen Webseite zu vermarkten, nach dem Staat und einem »Leistungsschutzrecht« für die Leistung »Organisation der Rangreihenfolge« von Informationen getrommelt wird.
Sorry, Folks, aber wer keine Maßnahmen ergreift, seine ach-so-wertvollen »Rangreihenfolgen« zu sichern, der ist nur eiens: selbst schuld. Man löse nicht mit wirren Gesetzen etwas, was mit Technikeinsatz in 15 Minuten aus der Welt geschaffen werden kann. Ich kann daher Thomas Stadler nur recht geben, wenn er schreibt:

Weshalb diese Forderung auch nur ansatzweise legitim sein soll, erschließt sich mir aber nicht. Warum sollen ausgerechnet gewerbliche Nutzer von PC’s für die Inhalte von Springer, Burda und Co. bezahlen? Mein Vorschlag an die Verlage: Wenn Sie Geld für Ihre Internetangebote wollen, dann verlangen Sie es doch einfach. Niemand verbietet den Verlagen Paid Content Angebote einzuführen.

 
Natürlich tun mir die Verlage leid, die jetzt doch schon den Weg antreten, den die Musikindustrie schon fast hinter sich hat, insbesondere tun mir jene Verlage leid, die sehenden Auges sich nicht gekümmert haben um ihr Überleben in einer zunehmend digitaleren Welt — für sie ist schlicht kein Platz mehr in dieser Welt, wie es auch keinen Platz mehr für den Schuster gibt, der schon zu meiner Kindheit in der zweiten Hälfte des letzten Jahrtausends ein aussterbender Beruf war (wir hatten noch einen, nein, zwei Schuster-und-Sattler im Ort, damals, 30 Jahre nach dem letzten Krieg …). Wieso man deren Überflüssigkeit mittels eines obskuren, ungriffigen »Leistungsschutzrechts für Verleger« kaschieren sollte, erschließt sich mir nicht.
Und nicht nur mir; wenn es denn aber kommt, werde ich wohl Verleger werden müssen, um auch, ohne großes Zutun, was vom großen Kuchen abzubekommen. Alternativ finde ich die Idee von Thomas Knüwer nett wie konsequent:

[…] Das ist alles Arbeit, da sind keine Agenturmeldungen oder Artikel aus problematischeren Quellen wie Aktiencheck dabei, was diese Angebote von Welt.de unterscheidet.
Diese Seiten werden auch von Mitarbeiter der Axel Springer AG besucht, dass lässt sich leicht erkennen. Und deshalb bin ich mir sicher, dass der Verlag es nicht ablehnen wird, für jeden seiner Mitarbeiter 0,1 Cent monatlich für jeden seiner 10.000 Mitarbeiter zahlen. An mich. Für die guten Seiten. Dass Christoph Keese da nein sagt, seine Mitarbeiter aber weiterhin diese Dienste nutzen lässt, das kann ich mir einfach nicht vorstellen.

 

N95 (2007) vs. Milestone (2009)

Anläßlich des »Sushi-Massakers« heute abend habe ich mal mein olles Nokia N95 mitgenommen und damit mal wieder bißchen fotografiert. Und diese Aufnahmen, exemplarisch unten, bestärken mich wieder einmal in der Auffassung, daß seit dem Nokia N95 kein brauchbares Kamerahandy auf den Markt kam (zumindest kam mir keines in die Finger); näherungsweise das SE Cybershot K750i, welches aber bei der Videoaufnahme abkackte, IIRC.

Irgendwann die Tage lasse ich mal die Armada antreten, als da wären Nokia N95, Nokia E71, Kodak Zi8, HTC Magic, Motorola Milestone sowie Sony DSC-P10 und Panasonic TZ7 …

Energieverbrauch Milestone

(Blogged via flickr)

… jetzt ist mir klar, warum nach ein paar Stunden im Auto der Akku platt ist: die Kopplung ans MMI per Bluetooth nuckelt offensichtlich massiv am Akku. :(

Kamera: Nokia N95 (Brennweite 5.6mm, f/2.8)

Vodafone 360 = 350 EUR für 4 Stunden?

Ein lustiges Malheur ist dem lieben Holger da passiert:

[…] Ziel meiner technikverliebten Begierden was das Motorola Milestone. Eine bislang gute Entscheidung. […] Ist ja eigentlich recht einfach: Altes Telefon auf -> SIM-Karte raus -> neues Telefon auf -> Sim Karte rein und loslegen (nachdem man das neue auch wieder zugemacht hat ihr Hirsel :) ) Hat auch genau SO funktioniert. Ich hab auch noch daran gedacht, dass Vodafone ja so einen tollen Service auf der Webseite anbietet: Mobiltelefon remote konfigurieren. Wollte ich glatt machen, aber obschon Vodafone das Milestone auch anbietet, ist es bei den konfigurierbaren Telefonen nicht aufgeführt. […]
Was war passiert? Wer – um mit Vodafone zu dem “günstigen” Kurs ins Internet zu gehen – eine Flatrate bucht hat zwei Stahlkugeln an den Beinen:

  1. Es darf nur über dedizierte Zugangspunkte/Proxys (z.B. wap.vodafone.de) gesurft werden
  2. Noch viel schlimmer: Es müssen die von Vodafone autorisierten Browser und Programme genutzt werden

[…] Gag am Rande: Nachdem die Vodafone-SIM-Karte bereits 2 Stunden aus dem Milestone entfernt war kam noch ein Quickcheck: Nun habe ich 350 Euro mit Internet verbraten. In gesamt 4 Stunden!.[…]

 
»Vodafone Live« dürfte zumindest Holger jetzt mit »Vodafone nimmt’s von den Lebendigen« übersetzen; wobei, witzig ist daran ja eigentlich nichts. Und daß Vodafone und Web 2.0 inkompatibel sind, ist jedem klar, der wie z. B. ich schon länger D2-Kunde ist und z. B. vormals die Handyflat für 9,95 gebucht hatte, um mit seiner Weblupe namens N95 o. ä. unterwegs mobil aktiv sein zu wollen. Denn, als mal wieder eine Vertragsverlängerung anstand und das HTC Magic bei VF im Angebot war, wollte ich keinen der blöden Flat-Verträge – ich telefoniere zu wenig ausgehend über jene SIM, daß sich das lohnte – sondern einen normalen Vertrag plus dieser »Vodafone live! Internetflat« 9,95. Geht nicht (siehe hier). Gut, mittlerweile ist mir auch klar, warum, denn über den APN dafür gehen nur ausgewählte Dienste; ein »richtiger« Zugang, wie ihn Androiden brauchen/gerne hätten, ist darüber nicht vorgesehen. Hirnrissig das Ganze imho, denn ich kann problemlos Myriaden an Bytes per HTTP transferieren, aber gut, Verständnis für Internettechnik ist in Führungs- und Marketingbereichen der alten Leitungsvermittler eher Mangelware — siehe die lustigen Tricks, mit denen schon o2-Sondertarife damals ausgenutzt wurden. o2 immerhin hat gelernt, die Festlegung auf bestimmte APNs wurde fallengelassen und praxistaugliche Maximalvolumen-danach-flat-aber-Speed-gedrosselt-Tarife (ja, ich vermeide krampfhaft den – falschen – Begriff »Flatrate«) eingeführt.
Aber zurück zu Holger: das, sollte Vodafone tatsächlich auf Begleichung der fiktiven Kosten bestehen, sollte jedem Vodafone-Kunden Anlaß sein, »mit den Füßen« abzustimmen, d. h. seine Verträge bei Vodafone wegen dieser Web-2.0-Abzockermentalität zu kündigen. Denn: Vodafone weiß sofort, wenn ein Kunde, der z. B. eine Flatrate gebucht hat, die nur über einen bestimmten APN so tarifiert wird, über einen anderen APN surft — und zumindest bei mir kam dann auch binnen Sekunden eine SMS, daß diese Verbindung kostenpflichtig sei und ich den APN wechseln möge für kostenloses Surfen. (Wohl noch auf dem 6630, denn auf dem N95 finde ich keinen Screenshot direkt davon mehr.)
Auch klasse ist, daß Vodafone mir, obwohl ich es nachweislich nicht mehr nutzen kann, seit ich mir dort das HTC Magic gekauft habe und die D2-SIM dort bzw. mittlerweile im (o2-) Milestone nutze – beiden fehlt es an der MobileTV-Applikation zur Nutzung dieses Pixel-TVs –, stumpf weiter 9,99 EUR jeden Monat für ihre »MobileTV Flatrate« abbucht. Die, wie ältere Screenshots des N95 mir zeigen, kostenlos sei bzw. im August 2009 ausgelaufen ist … Und ja, Vodafone weiß natürlich, mit welchem Mobilgerät ich jeweils in ihrem Netz unterwegs bin. Aber kurzfristiger Profit geht ja vor Kundenbindung … Ergo, um es mit Vodafone-Slogans zu sagen: Es ist Deine Zeit … Deine Nummer zu einem kunden- und Web-2.0-freundlicheren Unternehmen zu portieren — weg von #Vodafail. (Bei mir, »Dank« Zweijahresvertrag, also in 2011 …)

Hands on: OpenShot 1.1.0-karmic1

Ich muß sagen, ich bin positiv überrascht von OpenShot 1.1.0. Nicht nur, daß es bislang grade mal einen Absturz gab (unter Ubuntu 9.10, Installation via PPA gem. Anleitung auf der Homepage; mit den Installationspaketen für 9.04 wurde ich nicht glücklich, es war wegen falscher Paketnamen (libtheora sucht OpenShot, libtheora0 bietet 9.04) kein Encoding möglich :(), OpenShot fraß bislang auch tapfer alle kompakten Formate, sie sich bei mir so im Laufe der Zeit angesammelt haben; nur DV habe ich nicht ausprobiert, da keine Quelldatei mehr zur Hand (alles nach DVD gewandelt und für die Rohfassungen auf D8 fehlt mittlerweile der FireWire-Port …) — hier mal ein etwas umfangreicheres Testvideo:

Leider hat auch OpenShot 1.1.0 noch etliche Schwächen. So beginnen Videos der Kodak Zi8, nachdem man sie in OpenShot geschnitten hat, mit weißen Frames, was das Gros der Überblendeffekte unbrauchbar macht. Auch hapert’s mit der Genauigkeit bei der Positionierung auf der Zeitleiste gelegentlich, wie man im obigen Film sehen kann oder im Folgenden noch einmal detailiert: hier wird mind. 1 Frame eines Schnipsels, der noch gar nicht anfängt und außerdem per fade-in starten soll, gut 1. Sekunde zu früh eingeblendet. Und was die flüssige Bedienbarkeit angeht, nun, zumindest auf dem Testlaptop mit »Intel(R) Pentium(R) Dual CPU T3400 @ 2.16GHz« und 3 GB RAM ruckelt und zuckelt die Wiedergabe teils gar fürchterlich, augenscheinlich je mehr, je mehr parallele Spuren benutzt werden:

Sorry für die Unschärfe des ersten Schnipsels, die Zi8 hat leider nur ‘nen Fixfokus und der Abstand war einfach zu klein.

Aber: Hut ab vor dem Team hinter OpenShot — dies ist hinsichtlich Videoschnitt und -bearbeitung unter Linux bislang das Beste, was mir untergekommen ist (für die Standardumgebung, d. h. Gnome). Es beginnt fast Spaß zu machen, damit Filme zu bearbeiten ;) Was mir noch fehlt sind Bild-in-Bild-Effekte, also zwei Schnipsel nebeneinander bzw. möglichst frei skalierbar irgendwo auf der Bildfläche; falls das schon geht, hab’ ich’s noch nicht gefunden und wäre über Hinweise dankbar. Ach ja, und wenn der Ton mit beschleunigt/verlangsamt würde, wenn man das für einen Schnipsel einstellt, das wäre auch cool; habe ich händisch (mplayer, ffmpeg, sox) bislang nie vernünftig hinbekommen …

Unboxing PogoPlug … NEW! With Video!!!

Nachdem ich mit LiVES fertig bin (und eigentlich mit Videobearbeitung unter Linux auch abgeschlosen hatte), jetzt doch das Unboxing-Video meines PogoPlug V2; mit OpenShot – siehe auch ifranznation – war die Bearbeitung unter Ubuntu 9.10 zwar kein Zuckerschlecken, aber relativ schmerzfrei — und insbesondere ohne jeglichen Absturz (sowas lernt man zu schätzen, hat man mal mit LiVES gearbeitet …):

(Ich hoffe, YouTube wird bis zur Veröffentlichung um 20:00 MET fertig; derzeit heißt es lapidar: »This video is not yet processed.« bzw. »… is not available« *seufz*)

Aktuell versuche ich grade, meinen Saegate DockStar zum general purpose-System aufzubohren (mehr dazu demnächst hier im Blog); nach dem DockStar mag dann der PogoPlug drankommen, oder ich lasse die Software drauf und nutze wirklich die wolkigen Features, mal gucken …

Geek-Dienstag: Making of ifranz' Project Photo/365

Zum heutigen Bild aus @ifranz 365-Tage-Projekt anbei ein kurzes »Making of«, welches, nachdem @_refugee_ freundlicherweise auf OpenShot hingewiesen – einer (neuen) Videoschnitt- bzw. -bearbeitungssoftware für Linux – hat, auch gleich mir als erstem Testobjekt dafür dienen soll:

Spannenderweise ist aus dem mplayer-tauglichen .mov beim YouTube-Upload, zumindest bei mir, ein Stummfilm geworden — schade eigentlich.
Ich hab’s nun nochmal von OpenShot exportieren lassen als »YouTube-HD« (heraus kommt ein .mp4-File); jenes mag nun MeineRöhre nicht: “Error”. Ja. Schön, daß wir drüber gesprochen haben …
[Update] In einem späteren, zweiten Anlauf haben Upload des .mp4 & Konvertierung mit Ton geklappt, oben daher nun die vertonte Fassung, den Stummfilm habe ich im vorigen Absatz verlinkt … Das folgende .flv ist damit eigentlich über, aber das lasse ich nun drin — über Objekte funktioniert <strike> ja nicht ;) [/Update]
Anbei also noch einmal als »Quarter Square PAL Widescreen« (512×288) nach Flash exportiert und selbst gehostet: