WePad, das Phantom-Pad aus Berlin

Mittlerweile gibt es eine Pressemappe zum »WePad«, aus der auch die folgenden WePad-relevanten Bilder/Grafiken stammen.
Konkrete Aussagen zu Preis und Verfügbarkeit sind zwar nach wie vor Fehlanzeige, aber das mag an der Salamitaktik zur Aufmerksamkeitserhöhung liegen — oder schlicht daran, daß die Umsetzung der Grafiken in Hardware noch nicht vollständig erledigt ist? Immerhin, auch die technischen Daten hat man konkretisiert:

 
Der Hersteller neofonie setzt den technischen Daten nach demnach einerseits auf die Nutzbarkeit vieler Android-Apps, die man ggf. auch schon auf seinem Android-Telefon hat – Parallelen zu iPhone/iPad sicher nicht zufällig –, andererseits auf »Rich Content« via Adobes Flash/Air. Die Rechnung könnte für den Kunden aufgehen, grade Leute mit Android-Telefon dürften eine dankbare Zielgruppe sein für ein Android-Pad, welches aber, eben anders als ggf. andere Nach-Padder, auch den De-facto-Standard Flash unterstützt. Leider fehlen nach wie vor Aussagen zur Grafikfähigkeit, Berichten im Netz zufolge reicht »Pineview« alleine nicht für die Darstellung von HD-Content in 720p — und nach eigenen Erfahrungen mit Linux auf MSI U100 (als akoya Mini E1210, 1. Atom-Netbook-Generation) sowie HP Mininote 2133 (VIA-getrieben) weiß ich auch, was diese Plattform nicht bietet: Rechenleistung. Insofern ist auch die Aussage »Multitasking: ja« sicherlich mit Vorsicht zu genießen. Zur Plattform N450/NM10 schreibt denn auch tomshardware.de:

Die Tatsache, dass Intel einen zusätzlichen HD-Videodecoderchip empfielt – den optional erhältlichen Broadcom BCM70015 HD – zeigt bereits auf, dass Blu-ray- und H.264-Videowiedergabe nicht zu den Stärken des GMA3150 zählt.

 
Golem.de bestätigt ebenfalls die mageren Rechen- und Grafikkünste:

Im Vordergrund steht für die neue Plattform eine höhere Integration mit sinkenden Kosten für die Chip- und Gerätehersteller, der CPU-Kern basiert weiterhin auf der ersten Atom-Architektur, so dass hier keine Sprünge in der Rechenleistung zu erwarten sind. […] Wenig Innovation gibt es dagegen bei der Grafik: Der neue Kern heißt GMA3150 und soll DirectX-9-Funktionen beherrschen, womit Intel bei den Netbooks nun schon zwei Generationen hinterherhinkt. Wie das Unternehmen im Rahmen einer Telefonkonferenz angab, ist auch der neue Grafikkern nicht schnell genug, um Full-HD-Videos mit Blu-ray-Codecs wiederzugeben. Kleinere HD-Formate soll er jedoch beherrschen.

 
Fragt sich nur, ob auch Flash dann von dieser HW-Beschleunigung Nutzen ziehen kann, denn sonst werden die immer häufigeren 720p-Videos bei YouTube, Vimeo und Co. auf dem WePad vollformatig eher keinen Spaß verbreiten :(
Schön finde ich, daß WLAN & BT von Haus aus an Bord sind — was aber, aufgrund des Android-Überbaus und des eher gekapselten Linux’, nicht automatisch bedeutet, daß man z. B. Kopfhörer/Headsets per BT anbinden kann. Hier wird sich dann zeigen, wie »offen« die WePad-Plattform wirklich ist — BT und Android ist ja eine lange, traurige Geschichte voller Mißverständnisse, die BT-Implementation in Android 2.0 ist bekanntlich grottig und unvollständig (unter 1.5 gibt’s ‘ne deutlich bessere App, die allerdings ein gerootetes Android benötigt *sigh*).
Warum allerdings GPS nicht generell an Bord ist, erschließt sich mir nicht; sicher, im Haus ist es oftmals Essig mit dem GPS-Empfang (dann trianguliert Android über die SSIDs in der Umgebung), aber so ein Gerät würde ich zumindest nicht nur im Haus verwenden wollen — so wäre es im Urlaub einerseits ein Unterhaltungsmöbel für die Kids auf der Rückbank, welches parallel per MyTracks (Android-App) als GPS-Tracker fungieren könnte …
Daß 3G ebenfalls nur optional erhältlich ist, finde ich eigentlich gut; nicht nur, weil ich mittlerweile 3 USB-3.5G-Dongles (Huawei E160, E220) habe, sondern auch, weil 3G heute nicht zwingend auf die 3.75G/LTE-Netze von morgen passen mag. Fragt sich natürlich, inwiefern das Android/der Linuxunterbau mit einem anstöpselbaren Funkmodul klar kommt; für Netbooks ist das 08/15-Krams, aber ob Android derlei schon kennt? Auch hier steht zu hoffen, daß neofonie kundenfreundlichen Lösungen den Vorzug gibt, die Hardwarevoraussetzungen dafür wären jedenfalls – ganz anders als bei Apple – vorhanden.
Ich würde wirklich gerne mal ein, zwei Wochen dieses Pad auf Herz und Nieren prüfen … *hint, hint* ;)