Aus der Kategorie »Frustblogging«: Ich und Conrad

Ich bin seit längerem auch Online-Kunde bei Conrad; an die teils multiplen Newsletter am Tag gewöhnt man sich mit der Zeit, ich nehme sie mehr so als Funktionstest für mein Mailsystem wahr …
Jüngst stolperte ich, auf der Suche nach einer charmanten Master-Slave-Steckdosenlösung, über die Heimautomationsserie FS20 von ELV, die auch Conrad mit eigenem Label vertreibt. Zu diesen, teils autark funktionieren könnenden, Geräten existiert eine Zentrale, die sog. FHZ (»FunkHausZentrale«). Davon wiederum gibt es zwei Ausführungen, die auch mit einem PC-Anschluß glänzen und hierfür gibt es dann auch Anwendungen für Linux.
So wollte ich denn das Pärchen lastabhängiger Signalgeber und funkschaltbare Steckdose – dieses System soll, anders als die ähnlichen Dinger aus dem Baumarkt, in einem dafür dedizierten Funkbereich arbeiten, ferner ein Adresschema verwenden, sodaß nicht der Nachbar meine Steckdosen schalten kann; oder eine RC-Fernbedienung für $SPIELZEUG … – samt des Einstiegsmodells »FHZ 1000 PC« bei Conrad bestellen, insgesamt wäre es eine günstige Quelle gewesen.
Nur leider, trotz der grünen Ampel im Webshop sowohl bei conrad.de als auch cxtreme.de, welche Verfügbarkeit anzeigt, kommt beim Klick auf »in den Warenkorb« eine Fehlermeldung:

Leider ist dieser Artikel ausverkauft.
Wir können Ihnen folgenden Ersatzartikel anbieten.

 
Dieser verlinkte »Ersatzartikel« ist die »Funk-Haus-Zentrale FHZ 1300 PC« für rd. 60 EUR Aufpreis (FHZ 1000 PC bei Conrad: 99 EUR) — ein Schelm, wer Methode dahinter vermutet. Unter Linux dürfte die 1300er zur 1000er keinen Vorteil bringen; etwaige Software für kleinweichgespülte Systeme landeten ja eh’ im Shredder.
Danke, Conrad, für dieses Lockvogelangebot, auf dessen Annahme ich dann doch verzichte.

Cinema grande

30.01.2009, DerWesten zum Tarikpoker bei der Bahn:

[…] Transnet und GDBA verlangen neben zehn Prozent mehr Geld bessere Arbeitsbedingungen, unter anderem mindestens zwölf freie Wochenenden im Kalenderjahr und eine längerfristige Planung der Schichtdienste. […] Die Tarifgemeinschaft (TG) aus den Gewerkschaften Transnet und GDBA vertritt rund 130.000 Bahn-Beschäftigte, die GDL verhandelt für 20.000 Lokführer, für die sie 6,5 Prozent mehr Geld verlangt. (ap)

 
01.02.2009, DerWesten zum Ergebnis der Tarifverhandlungen:

[…] Die Bahn vereinbarte mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA sowie der Lokführergewerkschaft GDL in Frankfurt/Main, die Löhne und Gehälter zum 1. Februar um 2,5 Prozent und zum 1. Januar kommenden Jahres um weitere zwei Prozent zu erhöhen. […] Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 18 Monaten. […] «So haben wir die zwölf freien Wochenenden ebenso durchsetzen können wie die bessere Planbarkeit der Schichten», betonten [Transnet-Chef Alexander Kirchner und der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel]. […]

 
Das Ganze, wieder einmal, erst nach Warnstreiks. Und von den vollmundigen »10 Prozent mehr Gehalt« ist, einmal mehr, nur rund die Hälfte übrig geblieben. Alle Jahre wieder das gleiche Ritual, die Arbeitgeberseite kontert exorbitante Lohnzuwachsforderungen der Arbeitnehmerseite mit unter der Inflationsrate liegenden Angeboten, man kommuniziert lautstark über die Presse, verhandelt vorzugsweise bis Nächte herein in Hotels – ich hoffe, das ist nicht eine Abart ehemaliger Praktiken bei Volkswagen – und präsentiert dann zerknirscht, vorzugsweise in den frühen Morgenstunden, ein zufriedenstellendes Angebot, welches erstaunlicherweise beide Seiten hochzufrieden stellt.
Ernsthaft, so manches Ritual in dieser ach-so-Sozialen Marktwirtschaft geht mir gehörig auf den Zeiger …