Allzeit redebereit

Nur, damit es nicht in Vergessenheit gerät, wie auf Staatskosten gereist wird:

Demnach habe die Ministerin in Stuttgart bis 14 Uhr an einer Podiumsdiskussion teilgenommen. Um 16 Uhr habe sie Gespräche in Zürich geführt, unter anderem ein lang angefragtes Redaktionsgespräch bei der Neuen Zürcher Zeitung. Um 18 Uhr habe die Vortragsveranstaltung der Deutsch-Schweizer Handelskammer begonnen, zu der die Ministerin als Rednerin eingeladen gewesen sei. Der Bild am Sonntag zufolge kostete der 146 Kilometer lange Flug die Staatskasse mindestens 26.500 Euro.

 
Wenn ich daran denke, daß – nicht nur – mir, grade erst vom Finanzamt beschieden wurde, daß seit 01.01.2007 der Weg zur Arbeitsstätte nun auch mein Privatvergnügen ist, dann darf ich schon mal fragen, warum Frau Schavan ein Zeitungsinterview nicht per Telekommunikation führen und nicht auf eigene bzw. die Kosten der einladenden Deutsch-Schweizer Handelskammer in die Schweiz reisen konnte?
Ich predige es nicht erst seit heute: wenn »die da oben« vollumfänglich so behandelt würden wie das Gros derer, die sie regieren dürfen, dürfte würde einiges deutlich anders aussehen.

Zwischen Genie und Wahnsinn …

Wie muß man eigentlich gestrickt sein, um etwas wie den Grimselpaß per Rollerskates runterzujagen?

Größere Kartenansicht
Noch dazu offensichtlich ohne Absperrung für den zivilien Verkehr – oder sollten die entgegenkommenden als auch die überholten Autos und Motorräder eingeweiht gewesen sein, daß ihnen da eine menschliche Rakete mit g-Antrieb entgegen- bzw. hinterhergeschossen kommt?
Nennt mich Spießer, aber ich war erst letztes Jahr wieder oben am Rhonegletscher — ich, meine Familie und unser Gespann. Und ich kann mir sowohl vorstellen, daß es einen Verkehrsteilnehmer zu Fehlverhalten verleiten könnte, schösse da so ein menschliches Geschoß vorbei, von einer Kollision und deren Folgen – grade für die Nichtselbstmörder im PKW – ganz zu schweigen.
Auch wenig erbaulich dürfte es sein, verpaßte der Skater die Kurve und passierte die Begrenzungssteine – ja, teilweise sind da nur Steinblöcke, keine Leitplanke, siehe Video –, um dann etliche Meter weiter unten vertikalen Kontakt mit Fahrzeugen oder auch nur der Straße herzustellen.
Ja, es sieht geil aus. Ungefähr so geil wie ein Geisterfahrer auf einem Motorrad auf der A1 …

Heise Newsticker via Netbook

Kristian Köhntopp postete angebliche Bilder des Heise Newstickers via Mobiltelefon, nur daß er dabei nicht den Ticker, sondern augenscheinlich die 7-Tage-News-Übersicht verwendete. Da gehen viele Meldungen auf jeden Screen, aber das ist, mit Verlaub, auch nach heises Sicht nicht der »Newsticker«.
Naja, eigentlich auch egal.
Wie super das neue Layout auf einem 800×480-Display (Nokia Internet Tablets; »Trauerrahmen«-Netbooks) wirkt, hatte ich ja schon gezeigt, hier nun noch ein Screenshot von einem aktuellen Netbook, ich möchte fast schon 2nd-Generation sagen, dem Medion akoya Mini. Auch beim 1024x600er-Display – und dieses Format dürfte durch die Netbooks auch für Sites wie heise wieder an Bedeutung gewinnen – ist der Infomationsgehalt durch das neue Layout auf grade einmal 1,5 Artikel geschrumpft, nicht zuletzt wegen der großen Fläche für Anzeigen oben.
Klar, sieht schöner aus als davor, aber letztlich kann ich dann auch gleich auf die reine RSS-Nutzung schwenken und klicke dann im (Google) Reader nur noch die spannend klingenden Überschriften an — mehr als die Überschrift, mithin das, was »7-Tage-News« zeigt, liefert heise per RSS ja sowieso nicht.
Sollte das Schule machen, dürften Hits wie PIs sinken; dank IVW sollte dies ja zu beoachten sein.

iBrick reloaded: iPhone 3G 0G

Menschen sind einfach wunderbar. Über die von Microsoft gelebten Eingriffe in die Rechte der Anwender – seien es die »Call-Home«-Themen, die heimliche eindeutige Nummerierung der Windows-Nutzer oder auch die ausdrücklich untersagte heimliche automatische Installation von Software, die Microsoft dem Kunden auch gegen dessen Willen nicht vorenthalten will – wurde und wird regelmäßig für 10 Minuten laut aufgeschrieen. Hernach kehrt man zur Tagesordnung zurück und wickelt mit Microsoftprodukten seine Bankgeschäfte und ab und vielleicht auch Downloads, wo beim althergebrachten Versandhandel man einen neutralen Umschlag begrüßen würde — kurz: man wendet sich augenscheinlich wichtigeren befriedigeren Dingen zu als z. B. der eigenen informationellen Selbstbestimmung.
Nun dachte ich ja wirklich – bis zur Einführung des iPhones –, daß Apple-Anwender weniger Lemming-DNA hätten als die traurige, Microsoft-ergebene Bevölkerungsmehrheit. Aber weit gefehlt: das iPhone 3G ist ruck-zuck ausverkauft und wird weiter, trotz Zahlungsverpflichtung auch ohne geliefertes iPhone 3G bei T-Mobile bestellt wie blod. Auch daß Apple Softwareinstallationen auf dem iPhone aktiv beeinflussen kann und somit selbst legal gekaufte Software ohne Möglichkeit für den Nutzer, diese Enteignung zu verhindern, nachträglich deaktivieren, scheint im an Überwachung gewöhnten, von Schily und Schäuble geprägten Deutschland niemanden mehr zu tangieren. Wäre ich Verschwörungstheoretiker, müßte ich wohl vermuten, daß das iPhone Gedankenmanipulation betreibe.
So wird es denn wohl auch keinen stolzen iBrick-NG-Besitzer mehr schocken, daß Apple nun auch teilweise Hardwareprobleme mit einem Softwareupdate zu lösen gedenkt. Ich mutmaße mal: die 3G-Funktion wird einfach endgültig deaktiviert, ein Mehrwert des iPhones 3G zum GRPS-only-Vorgänger bleibt ja — in Form eines günstigeren Preises sowie eines GPS-Empfängers … Aber, nichts genaues weiß man nicht:

Wie üblich waren von Apple keine Informationen dazu zu bekommen.

 

Twitter finanziell angeschlagen?

Hi,
I’m sending you this note because you registered a mobile device to work with Twitter over our UK number. I wanted to let you know that we are making some changes to the way SMS works on Twitter. There is some good news and some bad news.
I’ll start with the bad news. Beginning today, Twitter is no longer delivering outbound SMS over our UK number. If you enjoy receiving updates from Twitter via +44 762 480 1423, we are recommending that you explore some suggested alternatives.
[…]
Why are we making these changes?
Mobile operators in most of the world charge users to send updates. When you send one message to Twitter and we send it to ten followers, you aren’t charged ten times–that’s because we’ve been footing the bill. When we launched our free SMS service to the world, we set the clock ticking. As the service grew in popularity, so too would the price.
Our challenge during this window of time was to establish relationships with mobile operators around the world such that our SMS services could become sustainable from a cost perspective. We achieved this goal in Canada, India, and the United States. We can provide full incoming and outgoing SMS service without passing along operator fees in these countries.
We took a risk hoping to bring more nations onboard and more mobile operators around to our way of thinking but we’ve arrived at a point where the responsible thing to do is slow our costs and take a different approach. Since you probably don’t live in Canada, India, or the US, we recommend receiving your Twitter updates via one of the following methods.
m.twitter.com works on browser-enabled phones
[,,,]
Twitter SMS by The Numbers
It pains us to take this measure. However, we need to avoid placing undue burden on our company and our service. Even with a limit of 250 messages received per week, it could cost Twitter about $1,000 per user, per year to send SMS outside of Canada, India, or the US. It makes more sense for us to establish fair billing arrangements with mobile operators than it does to pass these high fees on to our users.
[…]
Thank you for your attention,
Biz Stone, Co-founder
Twitter, Inc.
http://twitter.com/biz

 
Tja, damit ist dann Twitter mehr so endgültig raus. IM — tut seit laaaaanger Zeit nicht mehr. SMS — ist nun ohne Vorwarnung auch tot. Und der SMS-Empfang war für mich eines *der* Features von twitter, denn auch nur mit einem Telefon konnte man »dabei« sein.
Tja, schade,
Ich habe mich bei identi.ca angemeldet und werde demnächst mir mal ‘nen eigenen Server dafür aufsetzen. Zwitschern done right? Hhopefully …

Amazon: MSI Wind U100 nicht verfügbar, aber auf Lager

Manchmal frage ich mich ja schon, wie solche Ergebnisse rauspurzeln können.
Auf die klare Frage »nenne mir nur Subnotebooks bis 10 Zoll, die auch “am Lager” (also vorrätig und lieferbar, hätte ich jetzt erwartet) sind«, listet mrt Amazon das MSI Wind U100 auf — nicht verfügbar, in keiner der drei Farben … Aber immerhin, ich könnte mich für einen Verfügbarkeitshinweis ja anmelden … Thema verfehlt, Sechs, setzen?

Medion akoya Mini && Linux, Update 1

Kleiner Nachtrag zum Status Linux auf dem akoya Mini: zwischenzeitlich habe ich mittels der aktuellen SVN-Version des uvcvideo-Treibers die Webcam an den Start gebracht — und festgestellt, daß das mehr so vergebene Liebesmüh’ war, denn die »Qualität« ist zumindest in natürlich als auch künstlich beleuchteten Räumen derart unterirdisch, dagegen hatten die Bilder meines Nokia 7650 Spiegelreflexqualität …
Das WLAN habe ich mittels ndiswrapper und Windows-Treiber (von der Recovery-Partition) gebändigt, der native Treiber gebar sich als ein störrischer Haufen Grütze :( Mit der ndiswrapper-Lösung tat bei mir jetzt in 4 WLANs die Ein-/automatische Umbuchung unter NetworkManager-Kontrolle, mehr will ich – erst mal – nicht. Monitor-Mode wäre geil nett, aber wenn ich ein KismetBook wollte, würde ich ggf. stumpf die Karte gegen eine von Atheros tauschen.

Ein neues Design … und seine Folgen

Das neue heise-online-Layout kommt augenscheinlich nicht so gut an, jedenfalls liefert es reichlich – 4636 Beiträge derzeit – Diskussionstoff. Ein blogdoch-Leser – der leider eine vermutlich ungültige Mailadresse beim kommentieren angab und somit seinen Kommentar nicht freischalten kann (Alternative: wasteland!) – pointerte mich auf einen Diskussionsbeitrag mit einer userContent.css-Lösung für das blöde neue Layout. Danke!
Leider tut der bei mir – Ubuntu Haariges Hundehäuflein, also mit FF3 – jetzt nicht so gut beim Klick auf »ältere« (Artikel) in der Übersicht … Wobei, der Trauerflor hat natürlich auch was, ist fast ein wenig symptomatisch — das neue Design läßt jedenfalls die Gegenideen nur so sprießen.
Und wahrscheinlich muß man den heise-Layoutern sogar dankbar sein, daß sie »endlich« auf CSS geschwenkt sind; dadurch wird es augenscheinlich einfach, das in manchen Augen unvorteilhafte Design durch lokale FF-Einstellungen zu verschlimmbessern, auch ohne lustige Plugins. Fraglich, ob heise das letztlich glücklich machen wird. Ohne solche Anpassungen bleibt der Newsticker allerdings eher unbrauchbar auf Internet Tablets und frühen Netbooks.
[Nachtrag] Heise ’08 – Retro funktioniert im userContent.css bei mir bislang. Hat jemand ‘ne Idee, wie/wo dergleichen beim Browser des Nokia Internet Tablets N810 eingestellt werden könnte? [/Nachtrag]

Layout: hui, Usability: pfui

Super. heise online hat sich ins Zeug gelegt und sich ein neues Layout gegeben. Und, zugegeben, schicker ist es. Allerdings auch deutlich weniger praktisch in meinen Augen — und auch recht »gewöhnlich«: beim ersten Blick dachte ich, ich wäre bei golem.de gelandet :(
Bislang war heise.de eine angenehm schnell ladende Newssite, (mit ABP) ohne viel Brimborium, übersichtlich bekam man die neuesten Artikel an erster Stelle geliefert. Der Inhalt verteilte sich über die Bildfläche des Browsers, Text war in meiner normalen Einstellung gut lesbar — siehe Snapshot links.
Jetzt hingegen … klafft ersteinmal ein großer Leerraum dort, wo ABP irgendein (flashiges?) Werbebanner kalt gestellt hat. Und dann folgen gefeaturte Artikel. ganze zwei aktuelle Schlagzeilen kann ich in meiner Standardkonfiguration sehen — auf einem 1400x1050er Display … Immerhin, mit http://www.heise.de/newsticker/classic/ bietet man einen Einstieg ohne Schörkel, aber leider kann auch hier AdBlockPlus nur die Anzeige selbst entfernen, nicht aber den layouteten Leerraum für selbige. Was sich leider nicht ändert, ist die feste Seitengröße, rd. ein Drittel meines Browserfensters bleibt nun eklig weiß — dafür quetscht sich der Nachrichtentext am linken Rand des Fensters. Schöner aussehend, aber nicht zwingend besser lesbar :(
Anyway: Wenn jemand eine Idee hat, wie ich den ollen weißen Ad-Fleck auch noch automatisch wegredigiert bekomme in Firefox: ich bin ganz Ohr.

Spar' Dich reich!

Das ist doch mal eine Aussage:

“Der im Vergleich zum Wettbewerb spätere Ausbau ist eine sehr intelligente Entscheidung, denn heute kostet zum Beispiel eine neue UMTS-Basisstation nur noch ein Fünftel dessen, was vor drei Jahren fällig geworden wäre. Und sie verbraucht auch nur noch die Hälfte bis ein Drittel des Stroms”, begründet Schulze die Konzernstrategie. Das spare der E-Plus-Gruppe enorme Kosten – und sei nebenbei umweltfreundlicher.

 
Da mag e-Plus ganz ganz viel Geld sparen — leider vergißt e-Plus dabei aber auch, daß nakte UMTS-Basisstationen heute – vielleicht außer e-Plus – keiner mehr haben will, der aktuelle Standard heißt HSxPA und wenn wenn e-Plus weiter so »günstig« einkauft, könnte es sein, daß sie mit ihrem 2,75G-Netz als reiner Telefonie-Billigheimer wahrgenommern werden, wenn der Rest der Branche bei 4,xG angekommen ist … Kann passieren, muß nicht; wer weiß das schon?
Generell hat es den Anschein, als befänden sich Deutschlands Anbieter auf dem Rückzug, was die mobile Datennutzung angeht; wirklich neue Angebote gibt es nicht und die wenigen bestehende Flatrates werden mehr oder weniger offiziell kastriert, siehe z. B. Mogelcent MoobiCent. Nur e-Plus, mit seinen billig geschossenen UMTS-Basisstationen, scheint in der Lage zu sein, Flatrateangebote ohne heimliche oder offen zur Schau gestellte Trafficlimitierungen weiterhin anbieten zu können. Allerdings:

“Unsere Flatrates bei E-Plus und Base kosten jeweils 25 Euro und sind aktuell ohne Beschränkungen”, erklärt Kommunikationsmanager Schulze. Dabei verschweigt er aber, dass den E-Plus-Kunden zurzeit mit UMTS-Geschwindigkeit noch niedrigere Übertragungsraten als bei der Konkurrenz zur Verfügung stehen und der Anbieter einigen Base-Kunden die Verträge wieder gekündigt hat, wobei die Hintergründe hierfür im Dunklen liegen.

 
Faszinierend finde ich, daß niemand sich in Deutschland traut, ein Angebot wie TIM/Alice zu machen: werktags von 17 bis 09 Uhr und von Freitag 17 bis Montag 09 Uhr 9 GB/Monat versurfen für XX EUR (die 35,00 EUR sind dafür am deutschen Markt wohl nicht mehr durchsetzbar). Für Berufstätige würde das IMHO vollkommen reichen — und bei klarer Nennung der inkludierten Trafficmenge gibt es auch kein Gejammer um einen als »Flatrate« angepriesenen Volumentarif, der eben in Wirklichkeit Letzterer ist und bei Überschreitung das Businesscase-Kartenhaus des Anbieters ins Wanken bringt.
Irgendwie ist es ja erstaunlich, daß seit nunmehr seit zehn Jahren immer wieder Anbieter mit fragwürdigen Businesscases Flatrates marktschreierisch anbieten, die sie, bei auch nur teilweiser Inanspruchnahme des Angebotes, arg in Bedrängnis bringen müssen — genauso erstaunlich eigentlich, daß, man muß annehmen wider besseren Wissens, immer wieder viele Leute sich mit Elan auf derlei Angebote stürzen, um hernach überraschterweise sich enttäuscht wiederzufinden. Oder ist das einfach nur – »Geiz ist geil« – menschlich zeitgeistlich?