Das ist doch mal eine Aussage:
“Der im Vergleich zum Wettbewerb spätere Ausbau ist eine sehr intelligente Entscheidung, denn heute kostet zum Beispiel eine neue UMTS-Basisstation nur noch ein Fünftel dessen, was vor drei Jahren fällig geworden wäre. Und sie verbraucht auch nur noch die Hälfte bis ein Drittel des Stroms”, begründet Schulze die Konzernstrategie. Das spare der E-Plus-Gruppe enorme Kosten – und sei nebenbei umweltfreundlicher.
Da mag e-Plus ganz ganz viel Geld sparen — leider vergißt e-Plus dabei aber auch, daß nakte UMTS-Basisstationen heute – vielleicht außer e-Plus – keiner mehr haben will, der aktuelle Standard heißt HSxPA und wenn wenn e-Plus weiter so »günstig« einkauft, könnte es sein, daß sie mit ihrem 2,75G-Netz als reiner Telefonie-Billigheimer wahrgenommern werden, wenn der Rest der Branche bei 4,xG angekommen ist … Kann passieren, muß nicht; wer weiß das schon?
Generell hat es den Anschein, als befänden sich Deutschlands Anbieter auf dem Rückzug, was die mobile Datennutzung angeht; wirklich neue Angebote gibt es nicht und die wenigen bestehende Flatrates werden mehr oder weniger offiziell kastriert, siehe z. B. Mogelcent MoobiCent. Nur e-Plus, mit seinen billig geschossenen UMTS-Basisstationen, scheint in der Lage zu sein, Flatrateangebote ohne heimliche oder offen zur Schau gestellte Trafficlimitierungen weiterhin anbieten zu können. Allerdings:
“Unsere Flatrates bei E-Plus und Base kosten jeweils 25 Euro und sind aktuell ohne Beschränkungen”, erklärt Kommunikationsmanager Schulze. Dabei verschweigt er aber, dass den E-Plus-Kunden zurzeit mit UMTS-Geschwindigkeit noch niedrigere Übertragungsraten als bei der Konkurrenz zur Verfügung stehen und der Anbieter einigen Base-Kunden die Verträge wieder gekündigt hat, wobei die Hintergründe hierfür im Dunklen liegen.
Faszinierend finde ich, daß niemand sich in Deutschland traut, ein Angebot wie TIM/Alice zu machen: werktags von 17 bis 09 Uhr und von Freitag 17 bis Montag 09 Uhr 9 GB/Monat versurfen für XX EUR (die 35,00 EUR sind dafür am deutschen Markt wohl nicht mehr durchsetzbar). Für Berufstätige würde das IMHO vollkommen reichen — und bei klarer Nennung der inkludierten Trafficmenge gibt es auch kein Gejammer um einen als »Flatrate« angepriesenen Volumentarif, der eben in Wirklichkeit Letzterer ist und bei Überschreitung das Businesscase-Kartenhaus des Anbieters ins Wanken bringt.
Irgendwie ist es ja erstaunlich, daß seit nunmehr seit zehn Jahren immer wieder Anbieter mit fragwürdigen Businesscases Flatrates marktschreierisch anbieten, die sie, bei auch nur teilweiser Inanspruchnahme des Angebotes, arg in Bedrängnis bringen müssen — genauso erstaunlich eigentlich, daß, man muß annehmen wider besseren Wissens, immer wieder viele Leute sich mit Elan auf derlei Angebote stürzen, um hernach überraschterweise sich enttäuscht wiederzufinden. Oder ist das einfach nur – »Geiz ist geil« – menschlich zeitgeistlich?