Hallo Jörg!
Na, dann will ich mal auf die »Querschüsse« antworten …
das was in dem von dir monierten Artikel steht, hat nichts mit selektiver Realitätswahrnehmung zu tun: Zwischen eine IBM und einer Sun und einer Dell und Sun gibt es vertragliche Regelungen zum Weiterverkauf von Solaris (im Sinne von Preinstallation, den Solaris an sich kostet ja nichts) und den Supportdienstleistungen für Solaris auf diesen Maschinen.
Die Situation bei HP sieht ein wenig anders aus: […]
Hmm, es ging um:
Mittwoch, 14. November 2007
Is there still anybody out there, who believes that Solaris x86 doesn´t matter? As Between the linereports:
[Dell & Schwartz verkünden Solaris 10 vorinstalliert auf Dell Servern]
IBM and Dell on our side, HP … do you really be the only one not to support Solaris x86?
Also ist es erst einmal so, daß Hewlett-Packard (HP), wie Du im weiteren Text ja auch ausführst, durchaus Solaris x86 auf Proliant-Servern unterstützt.
Das ist somit unstrittig, oder etwa nicht?
Wobei HPs Grad an »Unterstützung« sich von dem vielleicht unterscheidet, den IBM und Dell liefern — kann ich nicht beurteilen, schon, weil ich mit besagten Lieferanten nichts zu tun habe. (Nach den Erfahrungen mit IBMs paranoiden LOM-Boards in der frühen x-Series wäre der Überzeugungswiderstand allerdings »spürbar«. Eigene Erfahrungen mit Dell zu machen war mir bislang nicht vergönnt.)
Interessant, daß Du auf eine HP-Seite zu Solaris 10 verweist, wo doch auf der generischen Solaris-Seite von HP Kombinationen von bestimmten Servern und Solaris-Versionen als »HP supported« ausgewiesen werden. Und darunter sind neben vielen Kombinationen mit Solaris 8
[sup]1[/sup]
sogar welche mit Solaris 9 und 10. Gut, prinzipiell sagt HP »”Supported” indicates that the OS runs on the server and that HP supports the HP-developed Solaris drivers«, wie Du ja ausführst. Allerdings habe ich (nicht nur) HP-Vertriebler schon durchaus offen für die verschiedensten Ideen gesehen; letztlich bedürfte es nur eines Agreements HP-Sun, daß HP formal den Support übernehmen könnte (als Durchlauferhitzer).
Den einen Hals zum würgen gibt es da nicht.
Dunno, never tried that — yet. Ich würde gerne die X4xxx loswerden und durch HPs ersetzen (einfach, weil bei ein paar hundert »einfach funktionierenden« Servern eines Herstellers es das gesamte Handling einfacher machte, wenn man nicht noch fünf bis sieben Exoten in seinem Zoo hat, die besonderer Pflege bedürfen), da das aber ein lustiges Dreiecksverhältnis ist (SW-Vendor nennt Sun-Modell als supported für seine Appliance-like Software), stellt sich derzeit diese Frage nicht.

Vergleicht man das jetzt mit einer Dell […], so sieht das ganze etwas anders aus: Hardware bei Dell kaufen, Support fuer Solaris bei Dell kaufen, und im Supportfall bei Dell anrufen.
Hmm, tut das bei Dir? Ich konnte jetzt nur Windows und SuSE Linux ordern, immerhin schon ein paar Tage nach dem (für Sun) aufregenden Händedruck …
Heute geht der “Support” von HP soweit, auf der Solaris 10 Seite auch gleich ein Pressrelease über die Migration von Solaris SPARC Systemen mit Transitive auf Linux/x86 zu verlinken […]. Das “Migrating to Solaris on ProLiant Press Release” wird nach wenigen Zeilen eine Werbeveranstaltung ueber HP-UX und nochmals Transitive.
Naja, was erwartest Du? HP hat nun drei eigene Betriebssysteme (VMS als Digital-Erbe, True64 als Compaq-ate-Digital-Erbe und HP-UX als eigene Altlast), warum sollten Sie sich auch noch, neben ihrer Linux-Strategie, mit Solaris x86 rumärgern? (HP hat imho genug mit dem »Support« von Debian zu tun, den sie seit, dunno, 2002?, munter announcen und nicht so richtig auf die Reihe bekommen (im Sinne von alles, was es für RedHat und Novell/SuSE gibt, gibt’s zeitgleich auch für Debian).)
HP hat kein eigenes Interesse an Solaris, warum auch; wenn’s auf ihren Karren tut, freut das das Produktmarketing, aber die Anzahl der Kunden, die von HP Solaris-Support einfordern, würde ich im niedrigenden Promillebereich verorten.
Schon insofern finde ich schon Deine initiale Frage unverständlich (abgesehen von der optimistischen Annahme, Solaris x86 hätte einen signifikanten tatsächlichen Nutzen »da draußen«); natürlich ist HP nicht »the only one not to support Solaris x86«; Dell bietet es – siehe oben – Stand heute zumindest in Deutschland nicht an und
z. B. Pyramid hat von Solaris auch noch nichts gehört.
Aber da sind wir gar nicht; ich wünschte mir ja Zahlen zur Relevanz von Solaris x86 für den IT-Markt; Solaris x86, gemeuchelt einst von Sun und dann überraschend wiederbelebt und zum Hoffnungsträger erkoren …
Was ich bekam war der Hinweis, daß diese Zahlen nicht einfach zu ermitteln seien … Mutig, dies vom Hersteller zu hören — wenn einer an der Quelle sitzt, dann dieser, hätte ich jetzt naiv gedacht. Ich schließe daher daraus, daß trotz des Marketing-Dauerfeuers pro Solaris 10 ein nennenswerter Impact auf den real exisitierenden Markt ausbleibt; sonst, da stimmte ich mit dem Autoren Timothy Prickett Morgan überein, hätte Sun das schon anders ausgeschlachtet:
What seems reasonable is that if Sun had a 50 percent Solaris 10 conversion rate and was adding hundreds of thousands of new, paying customers to the Solaris support fold, it would have long since said so.
Aber spekulieren wir doch einfach weiter:
TPM merkt in diesem Text an, das die Nennung dieser Zahlen schwierig ist. Das Problem der genauen Adoption geht ja sogar noch weiter: Ich kenne mittlerweile einige Firmen, die OpenSolaris in Form der Developer Edition im Rechenzentrum einsetzen (ist ungefaehr die Entsprechung der Debianisten im Enterprise Linux Umfeld, self- und communitysupported). Wie zaehlt man diese? Das Thema ist nicht so leicht, wie man gemeinhin nimmt.
Sorry, die Entsprechung zur Dev. Ed. von OpenSolaris, da muß ich Dir widersprechen, ist nicht »Debian« – Debian an sich ist tendentiell ein stabiles OS auch, wenn nicht gerade, für den Einsatz im RZ, für welches man auch Support einkaufen kann – sondern eher OpenSuSE bzw. Fedora (Core), die »Spielwiesen« von Novell bzw. RedHat. Mindestens bei RedHat/Fedora kann ich bestätigen, daß die jeweils aktuellen Fedora-Distributionen den Weg zur nächsten Red Hat Enterprise Linux-Version aufzeigen und auch ebnen (indem die im Feld auftretenen Probleme nach und nach angegangen werden).
Wenn Du OpenSolaris Developer Edition (»[Die Developer Edition] ist haupstsächlich für Solaris Kunden gedacht, die die jeweils neueste Technologie ausprobieren wollen, die eventuell in neue Solaris Versionen Einzug findet.«) schon mit Debian GNU/Linux vergleichen mußt, dann bitte explizit mit den experimental- oder unstable-Zweigen.
Debian stable ist so verläßlich im RZ-Einsatz, wie es Solaris (Sparc) 8 und 9 auch lange waren (und Solaris 10 leider nicht ist).
Um hier eins hier klar zu stellen: Natuerlich herrscht hier ein gewisser Bias in Richtung Sun. Hey, ich bin Sun-Mitarbeiter, ich darf das … Ziel dieses Blogs ist: Ich informiere ueber Sun, ich sammel Information ueber Sun, ich schreibe über meine Sichtweise bezüglich der Marktbegleiter und wer dieses Blog genau liesst, weiss auch wo ich Sun kritisiere.
Tja, daß ist das hüpfende Komma. Du kritisiert Sun, ich möchte sagen: zwangsläufig, nicht offen und direkt. c0t0d0s0 ist kein Sun-Blog, aber das eines bekennenden Sun-Mitarbeiters — und als solcher wirst Du auch lernen müssen, mit anderen Sichtweisen, sei es von »Marktbegleitern«, sei es von Kunden Nutzern der Produkte Deines Brötchengebers, umzugehen, ohne sie gleich diskreditieren zu wollen
[sup]2[/sup]
. Du darfst ja Deine euphorische Meinung zu $WHATEVER durchaus behalten; aber auf eine Frage nach dem Deinem letzten Realitycheck mußt Du – grade wenn Du derlei kontroverse Ansichten vertrittst – noch emotionsloser zu antworten lernen, IMHO …
Und natuerlich macht es mir Spass, auf Schwächen der Marktbegleiter herumzureiten.
Be my guest. Ich habe meine Erfahrungen mit »OS Support« von $VENDOR gemacht und es bedürfte einiger Anstrengungen seitens $VENDOR, daß ich mir überlegen würde, jenen »Support« von $VENDOR wieder ernst zu nehmen. (JFTR: $VENDOR ist wirklich ein Platzhalter für mehr als nur »Sun«.)
Bestimmte Dinge darf ich nicht schreiben. Es gibt bestimmte Dinge deren Offenlegung nicht mir obliegt. Ich bin kein offizelles Leck der Firma Sun.
Es ist Deine Entscheidung, in dieser Form in die Öffentlichkeit zu gehen. Ich halte sie für problematisch weil deutlich zu einseitig. JFTR: jemanden, der den Einsatz von Dingen wie OpenSolaris Developers Edition im Rechenzentrum propagierte, den ernst zu nehmen fiele mir massiv schwer.
Was ich mir für meinen Artikel ankreide: Ich habe nicht hinreichend zwischen “support” im Sinne der Lauffähigkeit (“Solaris laeuft auf Proliant”) und “support” im Sinne von Unterstützung eines Vorhabens (“der Verbreitung von Solaris/dem Verkauf von Solaris”) unterschieden.
Na guck, wir nähren uns ja tatsächlich an ;)
Und für letzteres bleibe ich bei meiner Aussage: IBM and Dell on our side, HP … do you really be the only one not to support Solaris x86?
Da es HP kaum tun wird, übernehme ich das mal, wenn auch nicht für HP: »Ummm; what the heck is this Solaris x86 anyway and will it still be around in, say, 2010?«
Ach so, eins noch:
Obwohl, im von dir im Zitat vorgenommene Verkuerzung auf “Solaris preinstalliert auf Dell” passt zu deiner Argumentationskette. Es fehlen dabei grosse Teile der eigentlichen Aussage.
Der geneigte Leser wird sich ein Bild machen können, ob »Michael Dell joined Sun CEO Jonathan Schwartz on stage at Oracle OpenWorld to announce that Sun’s open source Solaris 10 operating system would be shipping on Dell servers. “We heard from customers that they want better support for Solaris,” Dell said.« sinnentstellend wiedergegeben wird mit »[Dell & Schwartz verkünden Solaris 10 vorinstalliert auf Dell Servern]« … (Daß Solaris noch nicht einmal heute zu ordern ist auf neuen Dell-Servern, habe ich ja schon dargelegt.)
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