… keine Pressefreiheit. Jedenfalls nicht für Blogger.
Sie könnte einem fast leid tun, die Frau Borchert … Aber was Holthoff-Pförtner auf dem 19. medienforum.nrw da vom Stapel gelassen hat, konnte unwidersprochen nicht bleiben von den Angesprochenen.
Nun gibt’s keinen Widerruf, aber auch kein Dementi — was immerhin die Authentizität der initialen Berichterstattung in einem Blog stärkt. Eine Klarstellung in Form einer Pressemitteilung der WAZ-Medien-Gruppe gab man ab: 
Holthoff-Pförtner betont Recht auf Meinungsfreiheit
ESSEN. 20.06.2007. Den Vorwurf, Bloggern das Recht auf freie Meinungsäußerung abgesprochen zu haben, weist Stephan Holthoff-Pförtner, Bevollmächtigter der Funke-Familien-Gesellschaft, entschieden zurück: „Es geht mir nicht um die Meinungs-, sondern um die Pressefreiheit“, stellt er klar. Holthoff-Pförtners Äußerung auf dem medienforum NRW, Blogger und Leserreporter fielen nicht unter Artikel 5 des Grundgesetzes, hatte gestern für Aufregung in der Bloggosphäre gesorgt.Quelle: Pressemitteilung
Also, gesagt hat er’s dann ja offensichtlich, wird ja auch noch mal wiederholt. Nur meint er wohl gar nicht den Artikel 5, sondern nur einen Satz dieses Artikels. Beim WAZ-Projekt WestEins hat man sich das offizielle Wording der WAZ-Medien-Gruppe zu Eigen gemacht und versucht, die bestätigte Aussage ungesagt zu schreiben:
Herr Holthoff-Pförtner soll auf einem Podium im Rahmen des Medienforums NRW Bloggern ihre Grundrechte aus Artikel 5 abgesprochen haben. Das konnte ich mir nun beim besten Willen nicht vorstellen, schließlich ist er Jurist und Artikel 5 ist Stoff des ersten Semesters […].
Ein kurzer Anruf bestätigte meine Vermutung. Er hatte bei seiner Aussage überhaupt nicht die Meinungsfreiheit im Blick, […]Quelle: WestEins
Nun, was er »im Blick« hatte, was er dachte, was er meinte — wer weiß das schon außer ihm?
Was er gesagt hat, ist in der Pressemittelung wiederholt worden: »Holthoff-Pförtners Äußerung auf dem medienforum NRW, Blogger und Leserreporter fielen nicht unter Artikel 5 des Grundgesetzes […]«.
Zurück genommen wurde diese Aussage nicht, nur die Bedeutung der Worte möge die Zielgruppe doch bitte wie folgt verstehen … Die Pressemitteilung führt noch weiter aus:„Artikel 5, […] Satz 2 regelt den Presseschutz. Gerade dieser Schutz steht den Bloggern meiner Meinung nach nicht zu, weil sie keine Organe der Presse sind“, betont Holthoff-Pförtner. […] Der wichtige Satz 2 sei daher ein Privileg, das ausschließlich für die Medien gelte. „Wenn jemand abends mal auf dem Fußballplatz den Schiedsrichter spielt, ist er ja noch kein Teil der Judikative.“ […]
Quelle: Pressemitteilung
Der eine oder andere leidenschaftliche Schiedsrichter mag sich nun ob der abfälligen Bemerkung »Schiedsrichter spielt« angegriffen fühlen, aber auf die Goldwaage zu legen sind Holthoff-Pförtners Worte wohl besser nicht, siehe Ausgangssatz; ich denke, auch hier hat er etwas anderes ausdrücken wollen als daß die Funktion des Schiedsrichters bei sportlichen Wettkämpfen nur ein Spiel sei.
Immerhin wird am Ende der Pressemitteilung klargestellt, daß für Holthoff-Pförtner das Recht auf Meinungsfreiheit uneingeschränkt gelte und er sich für dessen Schutz auch »immer einsetzen« würde. Fragt sich nur, warum er dann nicht einfach den fatalen Satz zurücknimmt. Ich denke jedenfalls, daß man differenziertere Aussagen von einem gelernten und praktizierenden Juristen erwarten dürfte — und eine klarere Distanzierung von der getätigten Aussage als das, was da in der Pressemitteilung steht.
Aber wie Katharina Borchert ausführt …Was die juristische Einordnung von Bloggern in Bezug auf den Pressebegriff betrifft, darüber kann man sicherlich ausgiebig streiten. [Die allermeisten Blogger] […] wollen weiterhin unbehelligt von allen Metadiskussionen ihren Alltag verbloggen und gelegentlich das obligatorische Katzenfoto posten. Trotzdem wird sich die Rechtsprechung früher oder später dieses Themas annehmen müssen. Etwa wenn es darum geht, ob das Zeugnisverweigerungsrecht hinsichtlich ihrer Quellen auch für Blogger gilt. Das wird kommen, ganz bestimmt.
Quelle: WestEins
… ist die Trennung Journalie/Nicht-Journalie vielleicht nicht ganz so einfach, wie Holthoff-Pförtner das gerne hätte. Ich kann derzeit jedenfalls nicht nachvollziehen, warum ein Bevollmächtigter der Funke-Familien- Gesellschaft, welcher die Hälfte der WAZ Mediengruppe gehört, sich dermaßen stört anMeinungsfreiheitPressefreiheit für Blogger. Sollte es wirklich die blanke Angst sein vor einer möglichen Alternative zur etablierten Verlagswelt?One login to bind them all
So langsam gewinnt »Single Sign On« (damit wollte vor rd. 5 Jahren u. a. Sun groß rauskommen, oder?) dank Googles Expansionsstrategie für mich eine neue Bedeutung …
Ja, ich habe einen Google-Account; eigentlich Google-Mail (leider schon mit der googlemail.com-Adresse *seufz*), aber praktischerweise auch für Google Analytics nutzbar (im Einsatz seit Ende 2006) oder für den Google Reader (seit ein paar Wochen im Einsatz). Eigentlich ganz nett, zumal Google bislang den Eindruck erweckte, die Dienste sauber zu trennen – trotz offenem Google Reader komme ich ohne Login nicht an meine Google Analytics ran und auch bei Surfern wähnte ich mich nur pseudo-anonym geloggt …
Aber seit ich eben einen Kommentar zu hirnlöffel seinem Blog auf blogspot.com, offenbar eine blogger.com-Domain, absetzte, bin ich verunsichert.
Die Kommentarfunktion von blogspot.com erkannte mich als »Kai (Ihr Blogger-Anzeigename)«— aber ich habe doch gar keinen Blogger-Account‽ Nun gut, des Rätsels Lösung: blogger/blogspot gehören zu Google. Offensichtlich – und das finde ich grade nicht so fein – wertet blogspot/blogger einen Google-Cookie aus und erkennt so, daß ich ein vergoogleter Surfer bin und zieht schon mal den Vornamen aus der DB … Nach dem Einloggen mit googlemail-Credentials allerdings zeigt Blogger mir eine @gmail.com-Adresse — die sogar funktioniert.
Ob das der Grund ist, warum ich beim Einloggen bei blogspot.com mit meinem @googlemail.com-Account nach ein paar Sekunden wieder die Anmeldeseite bekomme?Auf noch ein Wort …
Also irgendwie, ich will ja nun nichts herbeireden, aber eine »technische Panne« sieht für mich anders aus als das, was das Grimme-Institut da gestern Nacht fabriziert hat.
Wenn, dann war es ein menschlicher Fehler, denn offensichtlich wurde die Nominierten-Seite genommen (siehe Link und Titel im Screenshot) und zur Preisträgerseite aufgehübscht.
Die Erklärungen, u. a. veröffentlich bei medienrauschen, sind aus meiner Sicht jedenfalls nicht mit den Beobachtungen in Einklang zu bringen.Ein Verknüpfungsfehler im Content Management System habe für die Panne gesorgt. “Da waren Dateien verknüpft, die nicht hätten verknüpft werden dürfen. Während der redaktionellen Arbeit im System war das nicht erkennbar.”
Quelle: medienrauschen
Schon trickreich, diese Contentsysteme … Wie erklärt sich dann aber dieser Mischcontent, oben, auf verlinkter Seite »Nominierte«, schon mal das Ergebnis, weiter unten noch die Beschreibungen zu den nominierten Blogs?
Natürlich kann es ein rein technisches Versehen gewesen sein. Es kann sich auch um »Grimmes Unbollendete« gehandelt haben; einen Text, der noch bearbeitet wird, fälschlicherweise aber sofort veröffentlich wurde.
Warum aber ausgerechnet von den im Vorfeld schon zu Trouble geführt habenden Blogs dann welche auf dem Siegertreppchen landen … Der ziemlich unappetitlich-fade Beigeschmack bleibt jedenfalls da, beim Grimme Online Award 2007.WestEins, Herr Holthoff-Pförtner und der Artikel 5
Kollege Lau hat sich in einem Kommentar zu Wort gemeldet und auf seine Tätigkeiten außerhalb WestEins’ hingewiesen:
Hier spricht der “Überblogger”: Sie müssen nicht nur Westeins.de lesen, sondern auch etwas im Internetz blättern, z. B. http://www.westropolis.de/thomas.lau/stories
Auslöser war wohl mein Text[…] seit dem 01.06.07 mit 10 Artikeln in gut 16 Tagen auf eine höhere Schlagzahl gebracht als z. B. das mit ‘nen Überblogger gesegnete WestEins-Projektblog.
Vielleicht hier zur Klarstellung – den Begriff »Überblogger« hat Katharina Borchert verwandt; worauf sie sich dabei bezieht, bleib etwas im unklaren …
Aber WestEins sie hier nur am Rande ein Thema — ich möchte hier meiner Verwunderung Ausdruck verleihen über die kernige Aussage des Herrn Stephan Holthoff-Pförtner — einem von drei Bevollmächtigten der FFG, der die Hälfte der Essener WAZ Mediengruppe gehört:Blogger verdienen nach meiner Ansicht nicht den Schutz des Artikel 5.
Quelle: Indeskretion Ehrensache
Artikel 5 GG allerdings sieht das glücklicher Weise etwas weniger beschränkend, dort heißt es:Artikel 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.Quelle: dejure.org
Mal abgesehen vom Detail, daß Blogger da nicht explizit erwähnt werden; ist es tatsächlich die, gar anwaltlich-professionelle, Meinung des Herrn Holthoff-Pförtner, daß Blogger eben nicht das Recht hätten, ihre Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern?
Das wäre dann, meiner, absolut betrachtet unwichtigen, Meinung nach, ein ziemlich bedenklicher Standpunkt. Für einen Anwalt einerseits; als nicht Unbeteiligter am deutschen Pressegeschehen andererseits aber ganz sicher.
Zum Glück ist es nur eine Meinung, aber wenn man sich vor Augen führt, wer diese Meinung medienwirksam vertritt – die Aussage fiel immerhim im Rahmen des medienforum.nrw –, muß man sich schon fragen, wie dieser nach rückwärts gerichtet scheinende Ansatz sich verträgt mit den Visionen Katharina Borcherts, der WestEins-Cheffin (übrigens auch bloggend). Ich halte Borcherts Überlegungen für durchaus valide, aber man darf die Machtverteilung sicherlich nicht außer Acht lassen, denn laut DWDL.de hat Holthoff-Pförtner sich noch weiter abfällig zu Blogs geäußert:Das Bloggen sei “wie Wikipedia”. Dort könne auch schonmal drei Wochen stehen, dass der österreichische Kanzler Moser heiße, so Holthoff-Pförtners etwas verquere und nicht von allzu viel Wissen in diesem Bereich zeugende Äußerung.
Quelle: DWDL.de
Schaun’ wir mal, wer sich am Ende durchsetzt, die Bloggerin oder der Notar und Anwalt.[Update, 2007-06-20 20:00] Upsala, Freischaltung vergessen. Also nicht wundern, wenn’s erst am 20. im Feed aufschlägt ;) [/Update]Auf ein Wort
Eigentlich wollte ich dies Thema auslassen. »Grimme Online Award«. Was ist das? Was soll das? Wer braucht das?
Keine Ahnung; der »echte« Grimme-Preis hat was mit Fernsehen zu tun, Details in der Darstellung des Grimme-Institutes.
Zum »Grimme Online Award« führt das Institut aus:Mit dem Grimme Online Award werden seit dem Jahr 2001 vom Adolf-Grimme-Institut qualitativ hochwertige Websites ausgezeichnet. In drei Kategorien werden insgesamt maximal sechs Preise vergeben, zusätzlich kann ein Sonderpreis vergeben werden[…]
Eine unabhängige Nominierungskommission und Jury – Journalisten, Medienwissenschaftler, Internet-Experten und Fachleute aus Kultur und Bildung – bewerten sowohl inhaltliche, funktionale als auch gestalterische Aspekte.
Sie orientieren sich bei der Beurteilung an internetspezifischen Bewertungsmaßstäben. Zudem spielen auch journalistische Qualität, soziale Verantwortung und gesellschaftliche Relevanz eine Rolle.
Mal abgesehen davon, daß die Jury, insbesondere die »Internet-Experten«, eher nur mit ‘nem aktuellen InternetExploder surfen werden und Themen wie Interoperabilität oder Barrierefreiheit nicht Betrachtungsgegenstand sind: wer zum Henker braucht das?
Nun denn, nach dem Trara um nachnominierte Seiten, die ein Jury-Mitglied betreut, wollte ich denn auch mal für den Publikumspreis abstimmen. Leider gestaltete sich das hinreichend schwierig, die Capchas mußte ich mir teilweise aus dem HTML-Code klauben, um sie eingeben zu können — teilweise fehlten sie nämlich ganz, mal waren sie schlicht nicht erkennbar.
Davon machte ich dann meine Screenshots und wandte mich wieder wichtigeren Themen zu — ausnahmsweise mal nicht dem Wetter.
Daß aber gestern abend schon die Preisträger verkündet wurden (was dem Text nach erst am 20.06.2007 geschehen soll), setzt der diesjährigen Farce um den »Online-Grimme« die Krone auf.
Aber man muß der Jury Respekt zollen, finden doch gleich zwei Nachnominierte sich unter denGewinnernPreiträgern wieder. Ein andererNominierterPreisträger fragt sich mittlerweile, ob er diesen Preis überhaupt haben möchte.
Also, ganz ehrlich, aus meiner Sicht gehört dieses Spiel annuliert und neu angesetzt — ob die mit der Durchführung Beauftragten gedoped waren, wird sich schwer nachweisen lassen; gut beraten jedenfalls waren sie nicht. Teuer vielleicht, mag sein; aber nicht gut. Nicht in diesem Jahr.
[Update, 2007-06-19 08:30] Weitere Artikel zum Thema in Kleinbloggersdorf: Gewinner bekannt: Debakel um Grimme Online Award (DWDL), Cool: Grimme Online Award Zeitkapsel (netzpolitik.org), Grimme Online Award: Die Gewinner (medienrauschen.de), Glaubwürdigkeit? Hat sich erledigt (medienpiraten.tv), Gewinner des Grimme Online Award 2007 sind vorzeitig bekannt geworden (aktualisiert) (pottblog.de), …
Das ganze Elend zeigt die nächsten paar Tage dann Technorati Search. [/Update]flickr/Yahoo: Dann geh' doch!
Geil.
Mich tangiert die Aufregung um flickr und deren kulturelles Mißverständnis nicht wirklich, ich hatte nie einen Account dort und hatte auch nicht vor, dies zu ändern — was ich veröffentliche, nennt mich Old School, tue ich seit ca. 10 Jahren von von mir kontrolliertem Equipment aus.
Zur Veröffentlichung der Ablichtungen von Personen – auch von mir existieren viel zu viele; und das sind nur die, von denen ich weiß – habe ich seit längerem eine eher zurückhaltende Meinung, nicht nur, weil sie aus dem Kontext gerissen durchaus problematisch sein können.
Gut, soviel also zu den Gründen, warum mir flickr am Gesäß vorbei egal ist. Spannend, um nicht zu sagen erschreckend allerdings finde ich die Antwort, die ein zahlender flickr-Nutzer vom neuen Eigentümer bekommen hat:Wir [Yahoo! Customer Support] haben eigentlich keine Lust, Ihnen das zu verraten… aber… natürlich können Sie Ihren Account jederzeit löschen. Hier ist ein Link […]
Respekt. Da ist Yahoo! dann ja schnell angekommen in der viel zitierten »Service-Wüste Deutschland«. Als zahlender Kunde wäre das für mich dann der Punkt, dem Inneren Schweinehund ins Gemächt zu treten und mit den Füßen abzustimmen.
Denn neben Zooomr, die sich über den Zulauf aus Deutschland freuen und die flicker-Affäre auf ihre Weise verarbeiten, gibt es da noch eine Menge anderer potentielle Alternativen, zusammengestellt und teils getestet von DonDahlmann.
Aber, wie gesagt, mir kann’s egal sein. Schade nur um weitere Links, die ins Leere laufen …HowTo AJAX?
Okay, nachdem twitter.com grade wieder eine signifikante Unpäßlichkeit zeigte, muß ich dem Problem ins Auge sehen und konstatieren, daß eine direkte, blockende, Einbundung verschiedener Dienste nicht gut für die User Experience ist …
Ich nehme hiermit gerne Tipps für einen Crashkurs in AJAX an, ich möchte Bereiche auf meiner Seite haben, die asynchron vom restlichen Seitenaufbau befüllt werden. Also so ähnlich wie beim Browser-Chat auf der Google-Mail-Seite — der Chatpartner tippt was und bei mir steht, daß er nun tippt bzw. es kommt sein Text nach dem Absenden automatisch, ohne daß ich Reload oder so machen müßte … Any ideas?2584 Beiträge weniger
Nun hat der Schäfers es (am Freitag) doch getan: YAMB.BETA² ist Geschichte.
Jörg-Olaf Schäfers zwitscherte noch kurz, postete einen letzten Beitrag (»Noch 10 Minuten bis zum Shutdown …«) — und dann war’s das:In 2 Stunden werde ich mein Blog abschalten. Nach 2 1/2 Jahren und 2583 Beiträgen. Komisches Gefühl.
10:03 PM June 15, 2007 from im
Gut, eigentlich ist’s egal und natürlich seine Entscheidung. Für blogdoch.net und sicherlich andere Blogs, die grade in der Hochzeit des Studivz-Bashings auch auf fx3.org/blog-URLs verlinkt haben, ist es ein Verlust; viele Links, wie dieser aus meinem Eintrag »Studivz pausiert nach Passwortklau« vom Februar diesen Jahres werden auf der Sommerpausen-Seite verenden. Hier hätte ich dann doch mehr Besonnenheit vor der Datenvernichtung mir gewünscht. Nun denn, das heißt also, als finale Lehre, nur auf lokal bereitgehaltene Screenshots zu verweisen und nicht ausschließlich auf die flüchtige orginale Fundstelle.
Sad, but true. Aber zum Glück nimmt sich die Nationalbiliothekeja bald des Themas an, sodaß es bald wirklich permanente Linktargets gibt; alles hat eben seine Vor- und Nachteile …Waiting for twitter.com …
… dieser Satz erscheint derzeit häufiger beim Laden von blogdoch.net. Hintergrund, wie der geneigte Leser nachvollzogen haben dürfte, ist, daß auch ich nun seit dem letzten Wochenende rumzwitschere und die API entsprechend am lebenden Beispiel blogdoch.net mal ausprobiere.
Derzeit befindet sich als kruder Hack noch eine leicht modifizierte Fassung des twitter-JavaScripts auf jeder Seite von blogdoch.net — oben, über’m Content.
Das ist so natürlich Kappes; nicht nur, weil twitter.com langsamer und langsamer wird sondern auch, weil es auf jeder Blogseite auftaucht: im Impressum, auf Einstellungsseiten des Blogs, …
Ich werde mir das in den nächsten Tagen noch vornehmen, wie ich das allerdings sauber in SPHPBLOG integrieren kann, weiß ich leider noch nicht.
For the time being bitte ich also um »etwas Geduld« — für die Sache! ;)ADAC und Software oder: Würden Sie die Textverarbeitung beim Bäcker um die Ecke kaufen?
Ich habe nichts gegen rechtschaffene Bäcker. Oder gegen Automobilclubs im allgemeinen.
Wenn aber ein Automobilclub einen Campingplatzführer mit Software herausgibt, erwarte ich im Jahre 2007 schon grundlegende Komfortfunktionen. Zumindest, wenn die olle Software extra kostet, darf man meines Erachtens einen Zusatznutzen erwarten.
Die Software, die man unter Windows mit full-blown Installergedöns installieren muß – unter MacOS X hingegen soll es direkt starten; Linux wird, natürlich, wieder mal mit keinem Wort erwähnt – ist nichts weiter als ein in meinen Augen ziemlich krudes Datenbankfrontend. Freitextsuche: Fehlanzeige. Suche nach Standardfeld »keine Hunde«: nicht vorgesehen.
Man kann Gegenden eingeben, in denen nach Campingplätzen gesucht werden soll. Nur vergißt die Software, z. B. schein’s auch beim Hibernate, gelegentlich diese Auswahl — Super, wenn plötzlich wieder österreichische Plätze angezeigt werden, suchte man doch an der italienischen Riviera.
Ganz groß auch die eingebaute Landkarte — vermutlich aus Angst der Kartenrechteinhaber vor der Benutzung als alternatives Navigationssystem (das ist in etwa so abwegig wie der Glaube daran, daß die Musikindustrie an irgendetwas anderem als der Gewinnmaximierung Interesse hätte, also z. B. so profane Dinge wie Kundenzufriedenheit ihr wichtig wärem), ist sie im selben Maßstab wie die gedruckte Karte, die dem Campingführer beiliegt. Interaktives reinzoomen: no fucking way, also Mehrwert effektiv Null. Ok, von der Markierung der Plätze in der elektronischen Karte abgesehen — die aber eben grob genug ist, daß an einem Ort gteich mehrere Plätze gelistet werden müssen, eine visuelle Auswahl »ok, der ist aber näher am Strand« ist in der Anwendung wiederum nicht möglich. Was verbraucht da aber die satten 300 MB?
Ich kann also nach kabelgebundenem Internet oder Internet per WLAN explizit suchen lassen — nach überhaupt Internetzugang, gleich auf welcher Zugangsart basierend, nicht. Hundefreier Platz – im gedruckten Führer per visual grep relativ schnell zu erfassen – ist nur durch Vergleich der einzelnen Angebote per visial grep der jeweiligen Detailansicht möglich. Das ging schon 1997 besser … Apropros: eine Mehrfachauswahl und dann eine vergleichende Gegenüberstellung der Plätze ist – natürlich – nicht möglich.
Ganz groß ist auch der Button für Google Maps-Koordinaten: erster Klick zeigt die Koordinaten an und bietet die Möglichkeit, direkt Google zu kontaktieren per Browser. Nutzt man dieses, erscheint, bei der aktuell genutzten WLAN-Verbindung, der JavaScript-Hinweis, daß die Verbindung ggf. Geld kosten könnte und sie jederzeit abgebrochen werden kann. Ist, natürlich, nicht konfigurierbar — Nervige Klicks für 100: Was bietet der ADAC-Campingführer als PC-Programm?
Und wer sich nun fragt »Google Maps‽«, dem sei gesagt, daß sich diese erstklassige Software mit 300 MB Plattenplatzverbrauch für eine bessere örtliche Orientierung eben nicht auf das mitgelieferte Kartenmaterial verläßt, sondern eine Google Maps-URL mit stumpf den Koordinaten aufruft. Ja, natürlich nur mit der des aktuell selektierten Platzes, will man mehrere vergleichen, heiß dies, diese in der Liste anzuklicken, auf Detailansicht zu gehen, den Koordinatenknopf zu drücken, den darin befindlichen Link zu klicken, die JavaScript-Kostenwarnung abzunicken und dann … die beiden Karten visuell zu vergleichen.
Seufz. Das alles ging schon im Web 1.0 besser. Von einer Software, die Windows 2000/XP mindestens voraussetzt hätte ich doch deutlich mehr Funktionalität und Komfort erwartet. Ok, ich hatte nichts weltbewegendes für 10 Euro Mehrkosten für die CD erwartet — aber doch wenigstens eine dem gedruckten Campingführer in Funktion nicht nachhinkende Software. (Und warum eine Java-Runtime installiert wird, der ganze Kram dann aber nicht als browsergestützte Anwendung, auch unter Linux lauffähig, daherkommt, verstehe ich auch nicht.)
