Tendenz fallend

Anläßlich der Veröffentlichung der IVW-Zahlen von StudiVZ – an dieser Stelle auch von mir: Respekt, von Null auf eins bei den PIs und von Null auf 6, direkt hinter AOL, bei den Visits, das ist schon nicht schlecht – habe auch ich mir mal wieder die IVW-Seiten angesehen. Auflällig, insbesondere aus der Ferne, finde ich den seit 1999 fast durchgängigen Abstieg bei der verkauften Auflage in den gelisteten Kategorien (s. Ausriß rechts).
Wochen- und Kundenzeitschriften können ungefähr das Niveau halten, insbesondere Tageszeitungen allerdings haben bis heute keine sichtbare Maßnahme gegen den Auflagenschwund finden können.
Quo vadis, Print? Wohin geht die Reise — ist eine Tageszeitung als Medium noch zeitgemäß?
Den Zahlen nach nicht, zumindest ist die Nachfrage gering. Ob bzw. inwiefern das mit der demographischen Entwicklung zusammenhängt, entzieht sich meiner Kenntnis — die Verlage werden das sicherlich beobachten und auch analysiert haben.
Was aber kommt nach Print? Was machen große (insbesondere Tageszeitungs-) Verlage, wenn Tageszeitungen nicht mehr nachgefragt werden (oder zumindest weniger und weniger und weniger)?
Sind Ansätze wie WestEins die Antwort der Verlage? Holtzbrinck hat sich ja u. a. bei StudiVZ stark involviert (lies: den Laden übernommen) — wie man sieht mit hoher (Werbe-)Reichweite ohne viel redaktionellen Content. WestEins will wohl, meinem Verständnis nach, die Inhalte der WAZ-Gruppe mit UGC, User Generated Content, verknüpfen (richtig?). Ist AAL, das Web-2.0-Motto »Andere Arbeiten Lassen«, also die Rettung?
Wenn man davon ausgeht, daß die Zahl derer, die selbst Content liefern wollen oder können, durchaus begrenzt ist – auch hier ist StudiVZ sicherlich ein Sonderfall durch die primäre Zielgruppe der Studierenden –, dürfte User Generated Content nicht die eierlegende Wollmilchrettungssau einer ganzen Branche sein.
Aber ich mag mich natürlich auch mal wieder irren ;)