Wie heise online berichtet, bieten »Intel und SpikeSource eine integrierte Web-2.0-Suite für den Unternehmenseinsatz an«; enthalten: Wiki, Blogging-Software RSS-Reader sowie ein RSS-Feeds-Erzeuger.
Sind interne Wikis und Blogs ein Muß in der Geschäftswelt 2006 — oder ist auch diese Aktion nur eine Ausprägung dessen, was ich Blase2.0 nenne? Sicher vor dem 2.0-Hype scheint man nur noch im Space Shuttle zu sein, denn diese kennen nicht einmal Neujahr, sondern zählen einfach weiter, vom 365. Tag zum 366. und so weiter. Denn: »Es war nie vorgesehen, die Space Shuttles zum kalendarischen Jahreswechsel im All zu haben”, erklärt der Leiter des Space-Shuttle-Programms«.
Ganz sicher eine Blase2.0-Wahnsinnstat ist der vor zwei Tagen erfolgte der Kauf von Blocks durch Spreeblick, einem der bekannteren deutschen Weblogs. Wieder ist von utopischen Summen die Rede, die investiert wurden; ich frage mich, ob das Familienunternehmen dafür sich mit Venture Capitalists einlassen mußte, Börsengang nicht ausgeschlossen?
Auf den Schreck brauche ich erstmal mehr Kaffee …
Spammer, Domaingrabber, Rechtshumoristen — Projektpushing 2006
Ist schon schräg.
Die seinerzeit von Ehssan Dariani selbst – via Studivz.de/blog – publizierten weniger den Mainstreamgeschmack treffenden »Inter- views« (»was ist Deine Botschaft« könnte Ehssans Reportage-Markenzeichen werden) wurden seinerzeit eher belächelt; heute werden sie förmlich zerrissen. Ist das die Meinungsbildung in Aktion, von der man so oft hört?
Naja, mittlerweile spricht Tilo Bonow mit der Presse für Studivz, Vermutungen in der Blogbar tauchen auf, daß er oder ein anderer PR-Mann auch schon Ehssans jüngere Blogbeiträge (mit-)textet. Fragen wirft der Hinweis auf Technorati auf — gehört der ganze Rummel gar zum viralen Marketing-Ansatz?
Nach Gerüchten über die aktuelle Finanzierung des schnuckeligen 3-Personen-Studentenprojekts – welches seit August 25 Mitarbeiter und seitdem eine Burn Rate von mutmasslich zwischen 60.000 und 100.000 Euro im Monat haben soll, gemeint ist die studiVZ Ltd., eine Gesellschaft britischen Rechts mit beschränkter Haftung – werden derzeit die lokalisierten Auftritte der studiVZ Ltd. in anderen Ländern unter die Lupe genommen. Don Alphonso läßt kaum ein gutes Haar an der Durchführung. Außerdem gibt es eine Geschichte über fragwürdige Werbemaßnahmen in Frankreich in der Zielgruppe für StudiQG, dem französischen Portal von Studivz.
In Studivz-Blogeintrag Nummer 69 – nicht verlinkt, da man in 68 droht, die Publicity auszuschlachten …
In den letzten Wochen und Monaten hat sich dieser Blog – fast unbemerkt von uns – zu einer reichweitenstarken und sichtbaren Plattform entwickelt.
… und zumindest ich dem nicht Vorschub leisten will – allerdings schreibt man was sehr interessantes:
Weiterhin arbeiten unsere Tech-Jungs und Mädels an der Stabilisierung der Seite. Tag und Nacht. Die anderen Aktivitäten wie die Internationalisierung oder der Liedermacher Wettbewerb haben auf diese Arbeit natürlich keinerlei Auswirkungen, da sie das Tech Team nicht mehr betreffen.
Spannend. Ob dann das am 22. August in http://www.studivz.net/blog/ angedrohte »studiVZ – on SpeeeeED!« noch dieses Jahr kommt, daran wird man u. a. den Wahrheitsgehalt jener Aussage messen können. Es gibt jedenfalls Zweifel an der Funktion der Software. Ehssan Darianis Einlassung …
Wegen der technischen Priorisierung muss die finale Abstimmungsrunde bis auf weiteres verschoben werden. Aktuelle Infos in der Gruppe: studiVZ Liedermacher – die Kandidaten. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
… stimmt mich zumindest denn auch eher nachdenklich.
Auch die Affäre um die Dariani-Domains voelkischerbeobachter.de und voelkischer-beobachter.de – siehe auch hier sowie bei Blogbar – wird skurril: Mittlerweile wurde auch auf www.voelkischerbeobachter.de ein Redirect aktiviert (vormals kam eine Präsenz-im-Aufbau-Providerseite):
--01:21:02-- http://www.voelkischerbeobachter.de/ Resolving www.voelkischerbeobachter.de... 213.155.64.209 Connecting to www.voelkischerbeobachter.de|213.155.64.209|:80... connected. HTTP request sent, awaiting response... 301 Moved Permanently Location: http://german.imdb.com/title/tt0780568/ [following] --01:21:02-- http://german.imdb.com/title/tt0780568/ Resolving german.imdb.com... 207.171.166.140 Connecting to german.imdb.com|207.171.166.140|:80... connected.
Interessanterweise zeigt der Forward auf den IMDb-Eintrag zu dem vom Domaininhaber am 07.11.2006 04:15 lt. Blogeintrag 66 angesprochenen Film »Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler«, zu dem Ehssan Dariani schreibt: »Hier werden offenbar mit Stilmitteln der SATIRE und der PARODIE die Faschos und ihre Institutionen (Posten, Ministerien, Zeitungen) der Lächerlichkeit preis gegeben und so demaskiert. Eine mutige Art, die Dummheit solcher Ideologien/Leute offen zu legen.«
In der Blogosphäre kommt das nicht ganz so rüber, weder mittlerweile politisch korrekte Inhalte über extreme Drittes-Reich-Begriffe als Domainnamen, noch die Säuberungsaktionen im Web, um Ehssan und damit auch Studivz wieder zum Liebhabeobjekt zu machen; siehe auch den goetheblog, Party-on Viral-Dudes … für die Sache! und customer of hell.
Ob das aber geschickt ist, jetzt noch?
Ich denke, jeder, insbesondere die datenstrip- tease praktizierenden Mitglieder in Studivz und ähnlichen Verzeichnissen, sollte sich diese Aktion zum Anlaß nehmen und nochmal gründlich nachdenken, welche Details sie von sich öffentlich gemacht wissen wollen. Und mindestens halböffentlich ist Studivz, sei es ob der Teilnehmerzahl, sei es ob der Leichtigkeit, einen Zugang zu bekommen.
Vielleicht, damit es nicht untergeht, auch hier der Hinweis auf Investigativblogger Don Alphonsos Beitrag zur Finanzierung von Studivz im Kasi-Blog … Im Auge haben sollte man dann aber auch, was Don, wenn auch scherzhaft, ausführte:
Doch, hier geht es darum, ein Web2.0 Startup mit Web2.0 Methoden tot zu machen :-)
Hmm … Dasistjetztauchwiedernichtsonett,eigentlich.
Naja, so ist es mit Meinungen, Halbwahrheiten und nicht verifizierbaren Insiderinformationen: bitte nur mit ‘ner Prise Salz geniessen. So bitte auch abschließend Don Alphonsos Andeutungen in der Blogbar einordnen:
Wer wissen will, was in meinem Kommentar gemeint ist, suche bei StudiVZ mal nach Gruppen mit “Israel” und “Juden”. Klar, soviel geld, dass sie das immer überprüfen können, haben sie nicht, ist ja auch nicht öffentlich.
Starten wir also in die zweite Hälfte einer eventuell noch spannend werdenden Woche2.0BETA. »May you live in interesting times.«
Amazon geht unter die Hoster?
»Amazon wird zur Webservices-Firma« titelt Fischmarkt.
Konkret geht es um einen BusinessWeek-Artikel (“Jeff Bezos’ Risky Bet”) der kommenden Ausgabe.
Bezos is initially aiming these services at startups and other small companies with a little tech savvy. But it’s clear that businesses of all kinds are the ultimate target market. Already, Amazon has attracted some high-powered customers. Microsoft Corp. (MSFT ) is using the storage service to help speed software downloads, for instance, and the service is helping Linden Lab handle the crush of software downloads for its fast-growing Second Life online virtual world.
Wer weiß, vielleicht lösten sich ja die Performanceprobelme von Studivz in Luft auf, würden sie zu Amazon umziehen — und falls nicht, könnte ja auch Amazon vom Studivz-Chefblogger in Grund und Boden geblogt bzw. die Amazon-Server durch den Hinweis in der Community überrannt werden ;)
SPIEGEL ONLINE zu Studivz ..
In einem englischsprachigen Artikel auf SPIEGEL Online gibt es augenscheinlich erstmals Aussagen des Hosters von Studivz:
The problem is that as many as two-thirds of all registered users may be logged on at the same time, according to Dariani. The servers and the site itself simply cannot keep up with the traffic. The problem, of course, is one many Internet start-ups run into. The solution? Buy more equipment.
Yet what sounds easy enough, isn’t in the case of StudiVZ. Dariani’s host, Telefónica/O2 has so far refused – and he is furious. He says that Telefónica wants cash upfront before it will deliver the new servers – despite an original installment agreement. A breach of contract, says Dariani.
Telefónica, not surprisingly, sees things differently. “It is true that there were delays in the provision of servers to StudiVZ,” Telefónica spokesman Nadine Kleinert concedes. But “in our view, the performance problems on the StudiVZ Internet pages are not caused by a lack of servers, but rather by their own Web applications, which are the sole responsibility of StudiVZ,” she told SPIEGEL ONLINE.
Meanwhile, the real losers are the thousands of frustrated students who can no longer access their accounts. “Awesome idea, awesome implementation. With a few servers and a little patience, the whole thing will soon be running without problems,” writes Mohammad Al-Bayati from the University of Duisburg-Essen on the site’s notice board.
Weitere interessante Informationen hat auch blogbar parat, insbesondere über die eher laienhaft umgesetzt scheinenden internationalen Auftritte.
Komisch. In der einzigen Meldung im Handelsregister finde ich dagegen:
Vertretungsregelung: Ist ein Director bestellt, vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Directors bestellt, wird die Gesellschaft durch sämtliche Directors gemeinschaftlich vertreten. Einzelvertretungsbefugnis kann erteilt werden. Director:; Bemmann, Dennis, *28.07.1978, Berlin; mit der Befugnis die Gesellschaft allein zu vertreten; Director:; Dariani, Ehssan, *15.07.1980, Berlin; mit der Befugnis die Gesellschaft allein zu vertreten
Kein Michael Brehm. Könnte es sein, dass StudiVZ Ltd. vielleicht noch einen Termin beim Amtsgericht beantragen sollte, um Michael Brehm nachtragen zu lassen? Und wäre es nicht klug, den Firmennamen zu nennen, der eben nicht StudiLN, StudiQG.fr ist, sondern in jedem Fall StudiVZ Ltd.? Vielleicht ist es für manche ja wichtig zu wissen, dass ihr Vertragspartner formal kein Projekt dreier Studenten oder eine echte Firma im jeweiligen Heimatland, sondern eine deutsche Zweigniederlassung einer englischen Brieflkastenfirma mit sehr beschränkter Haftung im, grob gesagt, Gegenwert einiger Abmahnung in diesem Geschäftsbereich ist.
Als Service für neue Leser dieses Blogs sei auf Studivz – Eine Zusammenfassung der Ereignisse verwiesen; so spart man sich extrem-link-verfolging durch die diversen Blogs zum Thema.
Auch Kritik an StudiVZ nicht erwünscht? faßt die Ereignisse bis Ende Oktober 2006 noch mal zusammen. Und da noch aktuell, nochmal der Verweis auf eine weitere Site, die um die Gunst der Studis buhlen möchte.
Es bleibt spannend im Social-Networking-Bereich …
Social Networks, die Nächste
mmyNews hat mich auf eine spannende Entwicklung aufmerksam gemacht: www.campusfriends.de — das nächste StudiNetzwerk aus Berlin (verantwortlich lt. Impressum: »Campusfriends.de, Sabine Drill, Lerbacher Weg 47, 12249 Berlin«).
Kinners, wenn das so weitergeht, gibt’s in 5 Jahren mehr StudentenNetzwerkButzen als Studenten in Berlin … Wie auch immer, erst einmal ist mir das ein Blase2.0-Symbol wert, schaun’ wir mal, wie das so weitergeht … Zumindest stapeln sie nicht tief; man scheint von der Dariani-Truppe gelernt zu haben:
CAMPUSFRIENDS wird mittel- und langfristig das bedeutendste Alumni-Netzwerk darstellen, da CAMPUSFRIENDS die künftigen Alumni in großer Zahl bereits als Studenten gewinnt. CAMPUSFRIENDS kann hier die Bemühungen einzelner Hochschulen unterstützen, den Kontakt zu den Alumni zu intensivieren.
Lt. Alexa hat www.pennervz.de schon www.unister.de überholt — und wenn Ihr alle brav weiter blogdoch.net lest, dann holt blogdoch unister auch noch. studivz.de ist, noch?, weit in Führung, aber was nicht ist …
Apropros, pennerStudivz: es könnte der Eindruck entstande sein, ich hätte was gegen Studivz oder ähnliche Dienste. Dem ist nicht so; mir persönlich fehlt zwar diesen Netzwerken der finale Netzwerk-Kick, da ich nur innerhalb einer Umgebung meine Konkakte knüpfen kann.
Über openBC aber habe ich schon viele liebe, alte ;) Bekannte wiedergefunden; dem Jungvolk wird es bei hinreichend gut mit Teilnehmern ausstaffierten anderen Verzeichnissen ähnlich gehen. Und da, stehe man dazu wie man will, schießt Studivz, das muß man neidlos anerkennen, einfach den Vogel ab.
Was mich aber ankotzt ist das Took-Over-Everything-Gehabe, was grade bei öffentlichen Äußerungen der Studivzler um sich greift; auch deshalb halte ich den BOO nach dem Online Star für gerechtfertigt.
Gut, jetzt greift noch mit Westeins die WAZ-Gruppe nach Ruhm und Ähre — es wird nicht der letzte OldEconomy-Tanker sein, der Bubbles im Blase2.0-See machen will.
Es bleibt also spannend ;)
La Fonera — jetzt auch freizügig
Wie unter anderem bei Golem und heise online berichtet wird, haben zwei Studenten einen Weg gefunden, den subventionierten WLAN-Router von FON »zu öffnen« — auch dieses Mal wieder, wie seinerzeit bei den ersten Linksys WRT54G-Hacks, über nicht 100%ig korrekt bereinigte Usereingaben (damals über das »ping«-Kommando, heute mit Hilfe von Perls WWW::Mechanize via FON-Webfrontend).
Was bringt’s? Neue Firmware aufzuspielen ist keine Option:
So exchanging the firmware is out of option, since there is no way of uploading a working firmware image without posession of the correct cryptographic key: This has also been an issue with the TiVo digital video recorder.
Was man aber tun kann ist, die Möglichkeiten FONs, den Router (um-) zu konfigurieren, unterbinden oder zumindest kontrollieren. Hmm. Aus Sicht von FON nicht nett, aber damit war eigentlich zu rechnen; andererseits kosten mit Linux laufende WLAN-Router heute nicht mehr signifikant über 40,– EUR (RTL8186-basierte Kistchen wie etliche von Edimax z. B.) …
Ha! »Time-Warner-Chef warnt vor Blase 2.0«
Zu spät ;) Aber immerhin, heise online schreibt:
Der Chef des größten Medienkonzerns der Welt warnt vor einem neuen Dotcom-Hype. “Wir könnten uns durchaus in einer zweiten Internetblase befinden”, fürchtet der CEO von Time Warner, Richard Parsons, im Handelsblatt. Angesichts zahlreicher Übernahmen neuer Web-Unternehmen und der enormen Summen, die dafür gezahlt werden (Google legte für YouTube 1,6 Milliarden US-Dollar auf den Tisch), fragt sich der Medien-Manager, wo das hinführen soll.
Mehr direkt bei heise online.
WestEins: Zweitverwertung2.0?
Die gute alte WAZ-Gruppe springt nun auch auf den Web2.0-Hype auf.
Hier entsteht unter dem Arbeitstitel WestEins das neue Online-Portal der WAZ Mediengruppe. www.westeins.de soll den Menschen in der Region eine virtuelle Heimat bieten. Über den Einstieg in das Projekt, das voraussichtlich im Frühjahr 2007 online gehen soll, informiert die Westdeutsche Allgemeine Zeitung in dem Bericht “Eine aufregende Zeit”.
Whow, eine »virtuelle Heimat«, also Portal und lebenslange eMail-Adresse? (Vorzugsweise lebenslänger als die 5 Jahre, die die Deutsche Post darunter verstand.) Virtuelle Marktplätze und Flohmärkte (gar in Kooperation mit eBay)?
Die aufregende Seite führt aus:
Dafür gibt es drei Bereiche – die klassischen Inhalte aus der gedruckten Zeitung, Angebote der Online-Redaktion und Beiträge der Bürgerjournalisten.
Die Nutzer erhalten Informationen – harte, stets topaktuelle Fakten vor allem aus dem Lokalen und Regionalen -, Fotostrecken, Audio- und Video-Nachrichten sowie Serviceangebote und Veranstaltungstipps. Ebenso wird das Portal Diskussionsplattform – sämtliche Artikel werden kommentierbar sein -, Treffpunkt und Platz für Bürgerjournalisten sein.
Hmm. Doch nur Zweitverwertungsplattform2.0? Man wird sehen.
Mehr dazu auch bei fimpern.de, inkl. Details über die neue ChefBloggerin der WAZ und ihre Probleme mit ihrem Audi TT.
Die Demontage des Ehssan Dariani, Studivz
Heute morgen war ich unsicher. Unsicher, was ich von Peter Turis Blogeintrag über Ehssan Darianis – nicht unwidersprochenen (siehe auch Kommentare bei YouTube, z. B.: »Wer zum Henker filmt denn eine gernevte, bekiffte Frau aufm Klo?«) – Filmgewohnheiten halten sollte.
Gucken: Ehssan Dariani, in Deutschland weltberühmter Gründer von www.StudiVZ.net, und sein Schlag bei blonden Frauen (oder: wie akquiriert ein Gründer 500.000, pardon: 900.000 Mitglieder(innen).
Mehr vom GröGaZ (größter Gründer aller Zeiten): Hier.
Nun gut, die dicksten Freunde sind sie nicht …
Ehssan Dariani [Besucher]
http://www.studiVZ.net
28.10.06 @ 00:35
Hallo, hier ist Ehssan vom studiVZ. Dein Artikel in der WiWo strotzt vor falschen Tatsachen, die bestenfalls als spekulative Gerüchte zu qualifizieren sind. Der ganze Artikel, begonnen mit der Titelseite (“Wer wird Milliardär?”) ist eine reisserische Aufbauschung, die der Art der Boulevardpresse im nichts nachsteht. Leider hast du es trotz meines AB-Textes nicht geschafft, dich bei mir/uns einmal zu melden und für die erfundenen Zahlen und Aussagen zu entschuldigen.
Alle wesentlichen Infos zu den tatsächlichen Begebenheiten finden sich in meinem studiVZ Blog (www.studiVZ.net/blog). Der Grund, weshalb ich (noch) keine Gegendarstellung angestrengt habe, ist schlicht, aus Effizienzgründen. […]
Genervt und undiplomatisch,
Ehssan.PeterTuri PeterTuri pro
http://www.turi2.de
28.10.06 @ 06:11
Hallo Ehssan,
ist schon okay, wenn Du genervt bist, und Startups müssen auch keine Karriere als Diplomaten durchlaufen haben. Aber es wäre schon schön, wenn Du konkret sagen würdest, was genau an MEINEM Artikel […] nicht korrekt ist.
Gruß,
Peter.Andreas Dittes [Besucher]
http://dittes.info/blog/
28.10.06 @ 19:22
es geht wohl unter anderem um den satz “Über 10 Millionen Euro”. dass holtzbrink investiert hat steht ausser frage,
…, aber trotzdem, Turis Eintrag war auf den ersten Blick schon eine direkte, persönliche Attacke.
Auf den ersten Blick.
Denn, wie, nicht nur, es *Björnstar schreibt (»Ehssan Dariani hat hat die studenten community studivz.net gegründet. ein mensch aus berlin. plötzlich entdeckt man ihn im netz und vor allem, wie er sich gegenüber damen und menschen gebärdet. mehr als peinlich.«), ist einerseits Ehssan ein Mensch mit einem Faible für »Was ist Deine Botschaft?«- Videointerviews (in Ehssans Bereich auf DuRöhreYouTube, vgl. Eis essen und philosophieren, eis (frau) macht glücklich, skinhead (?) teil 1) – so what, jedem sein Hobby; andere züchten eben Vogelspinnen oder blogen –, andererseits aber eben auch Gründer, (Mit-)Besitzer und Aushängeschild von Studivz. Und in dieser Funktion hat er diese Videos über studivz.de/blog verbreitet. Insofern darf man durchaus dieses Verhalten – rechtlich meines laienhaften Verständnisses nach für alle seine »Interviews« nur dann unproblematisch, sofern Ehssan jeweils die Einwilligung zur Veröffentlichung hatte – in Verbindung zu Studivz setzen und insbesondere auch zum reichhaltigen Datenbestand der Community namens Studivz, »die eigentlich darauf ausgelegt [ist] möglichst detaillierte Userprofile der Nutzer anzulegen, um diese dann gewinnbringend zu verschachern oder zielgruppengerechte Werbung zu schalten…« bringen.
Randnotiz: das Video aus der S-Bahn stammt initial von Kolja Hebenstreit (vgl. Googles Cache (s. rechts)), verlinkt vor wenigen Tagen u. a. auf dieser Seite mit diesem Link.
Mittlerweile wurde das fragliche Video, lt. YouTube (s. links) von Kolja Hebenstreit, gelöscht. Die aktuell erreichbare Fassung wurde wohl vom Melder des BOOs neu eingestellt — über die rechtlichen und moralischen Implikationen mag sich jeder seine Meinung bilden …
Anders als Robert Basic denke ich daher, daß diese Videogeschichte schon relevant ist für die persönliche Bewertung des Angebotes, welches die Firma Studivz Ltd. mit ihren in Schlüsselpositionen weiterhin agierenden Gründern, u. a. eben Möchtegern-Raab Ehssan Dariani, den Nutzern unter studivz.de bzw. den schon gestarteten Ablegern http://www.studiqg.fr/, http://www.studentix.pl/, http://www.studiln.it/ und http://www.estudiln.es/ anbietet.
Es geht eben grade nicht darum, wie Robert schreibt, »sich nunmehr statt über das Unternehmen und deren Gründer […] über die Menschen dahinter lustig« zu machen; das zugegebene Domaingrabbing oder auch die aktuell kontrovers diskutierten Videos haben nicht im luftleeren Raum agierende Privatleute gemacht und zu verantworten, es sind Vorzeigegründer, die ein Kommunikationsportal für Millionen(!) von Menschen (gewünscht: Studierende) betreiben (naja, wohl mal betreiben wollen – auch das französische Portal blogt von Serverproblemen: »Wir sind momentan Lebhaftigkeit, von Host zu wechseln, um eine dieses Namens würdige Kapazität zu haben! Deshalb vielleicht die langsame Seite, das heißt zu bestimmten Zeitpunkten des Tages oder ausnahmsweise schlägt sich eine Mitteilung Sie ankündigende der Wartungsarbeiten an. Versetzen nicht in Panik! Wenn dies der Fall ist, auf Seite 5 oder 10 Minuten umdreht später.« (Translation by Google)); ganz offensichtlich sind sie aber nicht in der Lage, die Reichweite Ihres Tuns als Geschäftsleute zu überblicken, wie soll das dann erst mit der Verantwortung für die avisierten Millionen von Nutzern (und deren, dem Unternehmen Studivz Ltd. anvertrauten, persönlichen Daten) sein?
Ich stimme Robert zu, wenn er anmerkt:
Unreife und mangelndes Verantwortungsgefühl drücken sich nicht in selbstgedrehten Videos aus. Sie äußern sich darin, wie man mit unglaublich detailierten Userprofilen umgehen wird.
Schön, aber was können wir, was die Nutzer dieses bislang kostenlosen Dienstes, diesbezüglich erwarten? Ich verweise nochmals auf das gruenderszene.de-Interview mit Matthias Ehrlich (United Internet) und stelle die mir per Mail gestellte Frage:
Eins versteh ich […] aber ganz und gar nicht: Wenn [sie] augenscheinlich so große Hard- und Softwareprobs haben, wieso starten sie dann in diesen Zeiten auf andere internationale Märkten das StudiVZ á la StudiVZ France oder Polska oder was auch immer?? Ich denke soviel verstehe ich von Hardware Performance: Die Probleme werden doch wohl nicht kleiner bei noch mehr Verzeichnissen. Auch wenn diese Ableger einen eigenen Server oder sonstiges bekommen verstehe ich die Geschichte nicht. Diese Server könnte man doch für das deutsche Wurstverzeichnis benutzen, oder?
Machen kann man vieles; siehe besagtes Interview, was ist das Ziel der Unternehmensgründung? Schnell Kasse machen oder etwas langfristiges aufbauen?
Letzteres ist sowas von Prä-1.0, man könnte es schon fast Old-Economy nennen. Aber bei letzterem plante ich zumindest deutlich anders als beim Push-Up-and-Sell-2.0-Ansatz. Und da, wie auch schon verschiedentlich dargelegt, Studivz ein massives Softwareproblem hat, welches sie seit Wochen nicht in den Griff bekommen, sollte sich jeder die Frage stellen, warum man mit Frankreich, Polen, Italen und Spanien, die auf der gleichen Software aufsetzen werden (seien es getrennte Server und Datenbanken oder auch nicht — die problematische Codebasis wird sinnvollerweise für jedes Länderportal verwendet werden, mit allen Vor- und Nachteilen, die das mitbringt), neue Baustellen aufreißt.
Wirklich Sinn macht das nur, wenn man, statt das Portal ans fliegen zu kriegen, primär auf die von Investoren ausgegebene Meßlatte von 25% Rendite auf die Investition in das Unternehmen Studivz Ltd. abstellt:
Dem Studiverzeichnis bleibt auch immer die Hoffnung auf Übernahme durch ein zahlungskräftiges Großunternehmen. Der YouTube-Kauf durch Google nährt solche Träume.
Siehe dazu auch Don Alphonso im KASI-BLOG:
Sorry, aber das ist falsch. 5.000 Euro kamen von Lukasz und weitere 5.000 Euro von einem anderen Spreadshirt-Mann. Die Samwers beteiligen sich nicht unter 500.000 Euro. Chronologisch war es höchstwahrscheinlich so: […] Formaler Start war in Deutschland der Eintrag ins Handelsregister […]. Noch davor stiegen die Samwers ein, soweit ich weiss ist der hauptbetreuer Marc Samwer, und das Geld hat bislang gereicht. Im August hatten sie 25 Mitarbeiter und seitdem eine Burn Rate von mutmasslich zwischen 60 und 100.000 Euro im Monat.
Dass StudiVZ nicht offen kommuniziert, dass sie bis zum Einstieg von Holtzbrinck durch die Samwers finanziert wurden, ist selbstverständlich – das hätte der Legende von den Studenten Abbruch getan. […] Mindestzielgrösse der Marktkapitalisierung für einen Samwereinstig sind 100 Millionen Euro.
Wozu die (zu) freizügige Preisgabe persönlicher Informationen im GoogleInformationszeitalter führen kann, habe ich seinerzeit in der Orientierungseinheit gelernt — es läßt sich aber sehr schön auch an Ehssan Dariani zeigen:
In seinem Profil in Studivz sagt über sich u. a. »volksnah. ewiggestriger. schwarzmaler.«, »Politische Richtung: liberal«, unter »Bisherige Karriere« steht: »Seit einem Putschversuch im Exil und bemueht etwas Sinnvolles zu machen«.
Er ist unter anderem Gründer der Studivz-Gruppe »02 – Nein, danke!« (»Ich hatte schon mal eine Handy-Nr. von BASE/eplus (aktuell), easymobil, simyo, ja sogar eine überteuerte von T-Mobile. Ich möchte jedoch kein Handy, nie einen Vertrag, mit 02 oder angeschlossenen Organisationen, die sie in Spanien gekauft haben.« »1000 Gründe gesucht: Schlechte Erfahrung mit 02 gemacht? Dann teile bitte deine Erfahrugen mit deinen Kommilitonen. Wir leiden gemeinsam!«) und gibt als »Homepage« der Gruppe http://www.studivz.net/blog/?p=54 an.
Weitere in diesem Zusammenhang interessante Gruppen: »Freunde von jüdischer Kultur und Israel«, »No Racism«. An seiner Studivz-Pinnwand finden sich neben Fragen zu Studivz und Freundschaftseinladungen auch folgende »gelbe Zettel«:
Daten entferntschrieb
am 05.11.2006 um 16:27 Uhr
http://www.youtube.com/watch?v=O_rLaG2iXFk
sehr armselig das zu filmen und hochzuladen.
[ Nachricht ]
Daten entferntschrieb
am 04.11.2006 um 21:37 Uhr
wie zur hölle kann man als iraner “Freunde
von jüdischer Kultur und Israel” sein????
[ Nachricht ]
Da sich zu diesem Zeitpunkt die Site zerlegt hat (irgendwie sind die CSS-Stylesheets abhanden gekommen und es gibt mir unverständliche Fehlermeldungen, …
Soyez les précurseurs du chalouillage dans l´hexagone!
Invite toutes tes connaissances francaises à rejoindre le site!
www.studiQG.fr
… suche ich auf Google weiter:
Fundstück Nummer eins: http://www.dariani.de/, eine eher leere Päsenz (»Für Herrenkultur: Herrenpflege«), das wird die Domain sein, unter der seine letzte Unternehmung Schiffbruch erlitt. Spannenderweise ist die Domain eingetragen auf »Niemann & Gadowski GbR« mit Adresse »Kaethe-Kollwitz-Str. 15, D-04109 Leipzig« (Adresse merken, wird noch gebraucht).
Fundstück Nummer zwei: http://dariani.blog.de/, mit »Das ist der Text meines ersten Blogs.«, »Mitglied seit: 31.05.05 | Letzter Login: 28.05.06«. Nichts weltbewegendes drin in den drei Artikeln, trotz des Titels »Weltenordnung«.
Fundstück Nummer drei: Der SPIEGEL-Artikel …
Fundstück Nummer vier: Aus dem aktuellen WirtschaftsBlatt, wonach am 29.10.2006 Studivz »mehr als 50 Mitarbeiter« beschäftigte.
Fundstück Nummer fünf: MSNBC Bericht über Dariani.
Fundstück Nummer sechs: »Im Übrigen ist einer der Gründer, Ehssan Dariani, ziemlich rechts. Leitet unter anderem auch das “Projekt” voelkischerbeobachter.de – soviel zu dem Thema.« Oh? In der Tat sind die Domains voelkischerbeobachter.de als auch voelkischer- beobachter.de auf eine »mencentric.de« in »Kaethe-Kollwitz-Strasse 15, 04109 Leipzig« eingetragen (Nachprüfbar über whois). Huch? Jetzt wäre mal spannend zu wissen, was die Kaethe-Kollwitz-Strasse 15, 04109 Leipzig denn ist; bei Google konnte zumindest gefunden werden, daß es dort eine WG gibt.
Wikipedia zum Völkischen Beobachter:
Der Völkische Beobachter war seit 1920 das publizistische Parteiorgan der NSDAP. Die Zeitung erschien zunächst wöchentlich, ab dem 8. Februar 1923 täglich im Franz-Eher-Verlag. Sie wurde reichsweit vertrieben.
Das „Kampforgan der nationalsozialistischen Bewegung Großdeutschlands“ ging aus dem Vorstadtblatt Münchner Beobachter hervor, das 1918 in den Besitz der Thule-Gesellschaft überging, nachdem am 22. Juni 1918 der bisherige Verleger Franz Eher gestorben war.
Content liegt scheinbar keiner auf voelkischerbeobachter.de; voelkischer-beobachter.de hingegen liefert von einem Server aus den USA die Homepage von www.titanic-magazin.de, einem eher linken Blatt.
Irgendwie wäre es nett, wenn Ehssan auch dieses mal erklären würde; wenngleich es seine private Spielwiese sein mag, es wirkt … sonderbar.
Auch die “02”-Gruppe samt Beschreibung zeugt nicht grade von Fingerspitzengefühl; ein Interesse an einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern sieht für mich anders aus.
Irgendwie habe ich das Gefühl, daß das noch nicht alle war zum Thema Dariani/Studivz …
InstantLogo2.0 (BETA)
Okok, ich bin spät dran, aber den Web2.0 Logo Generator finde ich lustig. Gefunden auf agenturblog.de.
BTW, wer’s noch nicht kennt: Official Seal Generator, auch latent spaßig:
Enter some text, choose a border and an emblem, pick your colors, and click the ‘Go’ button. An Official Seal will be generated for you. Collect ’em, trade ’em, put ’em on your website, or e-mail ’em to your friends.
