Replik von Studivz

Hmmtja, Ehssan blogt wieder:

Offenbar sind meine Formulierungen und flotten Sprüche in letzter Zeit der Nährboden für allerlei Missverständnisse…

 
Also, »Mißverständnisse« würde ich es nicht nennen; der Zensur-Vorwurf ist alles andere als entkräftet, die einzig logische Konsequenz, wenn das Studivz-Blog als Blog auch betrieben werden soll, wäre die nachgelagerte Entfernung von Einträgen aufgrund von rechtlichen Notwendigkeiten. Rein willkürliches Unterdrücken von Beiträgen findet keine Gegenliebe.

Nun, ich folgere überrascht, dass dieser Blog mittlerweile nicht nur beliebter ist als gedacht,

 
Auch dieser Interpretation würde ich eine Alternative entgegen stellen wollen: das offizielle Blog der Firma Studivz Ltd. hat es aufgrund vom von Ehssan angezettelten, Studivz-einseitigen öffentlichen Waschen vermeintlich schmutziger Vertragswäsche, gepaart mit als unpassend empfundenen Verhalten, flambiert durch das nachgewiesene extensive Domaingrabbing von Domains der Konkurrenz, in den Wahrnehmungshorizont Klein Blogistans geschafft. Dort tritt man augenscheinlich besser leise und gefühlvoll auf, sprödes Beleidigtsein oder gar arrogantes Rumgezicke ruft sofort die Blogger auf den Informationsbeschaffungsplan.

sondern auch, dass die Leute zu gerne hier Kommentare hinterlassen würden. Mir fehlt leider die Zeit, um alles zu moderieren;

 
Andere Firmen stellen einfach fähige Leute ein … Was Ehssan offensichtlich noch nicht verinnerlicht hat: als Schreiber auf dem Studivz-Blog ist es nicht mehr der Student Ehssan Darini, der privat blogt und der auf Parties Frauen auf dem WC videointerviewt oder einhändig filmend ein zweites Eis erbittet. Es ist der Unternehmer Dariani, der beim Bloggen für’s VZ Geschäftspartner und Journalisten in den Schmutz zieht, das Domaingrabbing von Konkurrenzdomins lt. Michael Brehm mitzuverantworten hat und nicht zuletzt durchaus aktiv in den Medien dafür gesorgt hat, daß man Studivz kennt. Wieso er sich dabei wundert, daß »bis vor kurzem […] sich keiner für meine Meinung interessiert [hat] und jetzt habe ich das Gefühl, dass ich mal dringend ein Nachhilfeseminar in Diplomatie im Auswärtigen Amt besuchen sollte…«, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar.

wie neulich gepostet. Und: Ich verstehe dieses Blog primär als ein “Newssystem”, um die Studis auf dem Laufenden zu halten über technische Hintergründe und anderen Themen.

 
Dafür eignet sich – da keine Kommentare erwünscht sind –, welche Software?

Im studiVZ gibt es die Möglichkeit freie Gruppen zu bilden (es gibt schon viele von Bloggern), und in diesen sich auszutauschen, jeden (z.B. diesen Autor) und alles (z.B. diesen Beitrag) zu kritisieren oder zu loben und grenzenlos zu spekulieren! Das alles ohne, dass ich täglich zig Kommenatre lesen und dann moderieren müsste: Freiheit!

 
Öffentliche Kritik bleibt also unerwünscht? Nun gut, wie man seine Kundschaft informiert, muß jeder selbst wissen; mein Verständnis eines Blogs kollidiert allerdings mit derlei Anwandlungen. Wo nur eine Einbahnstraßenkommunikation gewünscht ist, sollte nicht ein bidirektionales Tool gewählt und nur wohlwollende Antworten darin freigeschaltet werden. Aber das ist nur meine unbedeutende Meinung …

Zeit für ein weiteres Feature des pennerVZ.de

Es hat den Anschein, als ob die Truppe um Giselher Jacob Ernst mache und tatsächlich zum Angriff2.0 auf die etablierten Verzeichnisse und Communities blase.
Nachdem die Verhandlungen mit der Bundesregierenden offensichtlich, zumindest nach Angaben des pennerVZ, als gescheitert anzusehen sind, beginnt man aktiv, die Erfahrungen aus den USA mit sog. viralem Marketing auf den deutschen Markt zu adaptieren, konkret durch diskretes Productplacement im Kommentaraum verschiedener Blogs (u. a. auch BasicThinking.
Ganz im Trend der Zeit wird das noch zu schreibende Buch Rudi Ratzkes schon mal angekündigt, auch hier ist wieder die grünlich-elegante Schlichtheit des Designs auffällig, welche sich ja auch durch das eigentliche pennerVZ zieht und für designerischer Klarheit sorgt.
Wo Licht ist, ist leider zwangsläufig auch Schatten — auch das pennerVZ leidet mittlerweile unter selbst verursachten Serverproblemen!
Allerdings hängt man hier aus naheliegenden Gründen keine »Käffchen«-Seite raus — und selbst die schon fast obligatorischen Schuldzuweisungen an den Hoster ähnlicher Portale vermißt man eigentlich nicht.
Weiterso, Rudi und Giselher!

Sturm im Wasserglas oder die perfekte Welle?

Die Blog-Titel klingen groß: »StudiVZ im Blogsturm« und »StudiVZ unter Feuer«, sogar zu ‘nem BOO hat es Studivz heute geschafft. Verdient? Naja. Hat eine Site, die lt. Nutzerberichten mehr off- denn online ist, den »Online Star« verdient? Wahrscheinlich, denn die Nutzer stimmten dabei ab, und Nutzer hat Studivz wohl ein paar hunderdtauschend, auch wenn man eigentlich mit dem Überschreiten der Millionengrenze noch im Oktober mal rechnete.
Was ist der Auslöser dieses lauen Lüftchens in Klein Blogistan? Neid, Mißgunst? Fehltritte der ach-so-smart dargestellten zwei (plus Nachzügler) Gründer?
Wahrscheinlich von allem ein bißchen; Selbstbeweihräucherung und Fingerpointing geht einigen (bloggenden) Zeitgenossen auf den Zeiger, die gute Blog-Infrastruktur mit track- und pingbacks, RSS-Feeds und einer minutenaktuellen Blogdurchsuchmaschine sorgt für schnelle Verbreitung an Interessierte: »bad news travel fast«.
Die Technik jedenfalls hat Studivz noch immer nicht im Griff:

Irgendwie scheint da so einiges nicht zu klappen. So bekomme ich auch E-Mails, die mir sagen, dass ich mir selbst Nachrichten geschickt hätte, obwohl sie erfolgreich bei anderen angekommen sind.
Von den Performance-Problemen und sporadischen Ausfällen mal ganz zu schweigen. Hoffentlich ergeht es den Jungs nicht so wie Friendster, wo technische Probleme dazu führen, dass ein Großteil der Community zur Konkurrenz abgewandert ist.

 
Augenscheinlich scheint man sich aber die zahlreiche Kritik an der zuletzt praktizierten Einbahnkommunikation zu Herzen genommen zu haben, jedenfalls schweigt seit Ende Oktober das Studivz-Blog hartnäckig.
Einen relativ neutralen Artikel findet man im Ich doof! Du klug! Weblog; aber Fakten interessieren vielleicht schon länger nicht mehr …
Sehr lesenswert erscheint ein Artikel bei www.connectedmarketing.de zum Thema, wie Studivz zu seinen exorbitanten Nutzerzahlen gekommen ist. Vielleicht auch für den einen oder anderen Gründer-in-spe von Interesse ;) Kirtisch hinterfragt wird die aktuelle Blubble2.0 auf blog.nugg.ad:

Mich amüsiert und beunruhigt gleichermaßen, dass nach fünf Jahren Eiszeit wieder en masse Geschäftsideen ohne verlässliche Erlösmodelle aufblühen, die sich aber dennoch offensichtlich nicht über einen Mangel an medialem Hype und auch handfesten Investments beklagen müssen. Nichts gelernt aus Bubble1.0?

 
Tcha. Wir werden es abwarten müssen.
In der Zwischenzeit könnte man ja sich auch die Konkurrenz des viralen VZ ansehen, da gab es wohl auch schon das eine oder andere unschöne Ding ;)

Verkauf von Studivz?

Philipp Klöckner bittet darum, daß jemand »endlich« Studivz kaufe, dieser jemand »fange damit etwas Vernünftiges an«, so der Wunsch.
In dem Zusammenhang ist vielleicht das Interview mit Matthias Ehrlich (United Internet) interessant, er sagt dort u. a. zum Thema Unternehmensgründungen:

“Zweite Frage ist: Was will ich damit? Will ich das in einem Jahr hochjazzen […] und dann verkaufen? Oder will ich langfrsitige Systeme bauen? Wenn ich das hochjzzen will, dann muß ich den schnellen Erfolg suchen und dann auf der Höhe der Hype-Welle aussteigen, es verkaufen.”

 
Generell höhrenswert, das Interview. In welche Kategorie Studivz fällt, dazu mag sich jeder anhand des aktuellen Rummels in Klein Blogistan selbst eine Meinung bilden …

Unfähige Hoster — was ist dran an der Geschichte?

Nachdem die Sache mit den Konkurrenzdomains, trotz des Versuchs, das harmlos dastehen zu lassen eher ein schlechtes Licht auf die Domaingrabber-WGStudivz-Gründer wirft, möchte ich nochmal die Aussagen bzgl. des angeblich unfähigen Hosters hinterfragen — auch wenn Hoster-Probleme bei Startups scheinbar (samt der wenig hilfreichen, da einseitigen, Darstellung im Blog) mittlerweile die Regel sind. Hitflip:

Fakt ist, dass wir bereits vor 4 Wochen angefangen haben neue Server bei HostEurope zu bestellen. Bisher wurde noch kein einziger geliefert. Der erste Server, bestellt am 09.10, sollte am 19.10 bereitgestellt werden (neuer Termin: 07.11). Die anderen, die wir am 16.10 bestellt haben, brauchen wohl auch noch bis Mitte November. Auf der Homepage wird zwar eine Express-Bereitstellung angeboten, HostEurope kann diese derzeit aber nicht liefern. Leider können wir derzeit auch nicht in ein eigenes Rack umziehen, um eigene Server unterzustellen, da auch diese seitens HostEurope derzeit nicht lieferbar sind.

 
»Auf der Homepage« habe ich grade keine »Express-Bereitstellung« gefunden (nur Express-Service); hilfreich zur Bewertung wäre also zu wissen, welche Maschinenklasse nicht wie gewünscht bereitgestellt wird seitens des Hosters.
Fehlender Rackspace ist natürlich auf den ersten Blick unentschuldbar — auf den zweiten Blick fallen aber durchaus Gründe ein, warum sowas trotz sorgfältiger Planung passieren könnte. Kurzum: auch hier wäre natürlich ein Statement des Hosters schön, wo er seine Sicht schildern kann.
Eine plausibel scheinende Erklärung scheint dieser Forumsbeitrag zu bringen:

Lieferprobleme bei HostEurope?
23.09.2006, 08:28
Gibt es eigentlich noch andere die bei HostEurope seit über 3 Wochen auf die Bereitstellung neuer Dual-Xeon-Systeme warten?
Eine einzige Liste an angeblichen/tatsächlichen Problemen: erst kann/will Dell nicht liefern, dann passt es nicht mit dem Linux-Kernel und jetzt Probleme bei der Stromversorgung.

 

AW: Lieferprobleme bei HostEurope?
23.09.2006, 15:08
Entweder man wartet paar Std. bis 1 – 2 Werktage auf seinen Server oder es dauert verdammt lange :-)
HostEurope, scheint es so zu machen das die erstmal eine Stange von Servern in Racks stellen und dann nur noch installieren und an die Kunden weitergeben. Daher vermute ich mal das HE momentan keine Server zur Verfügung haben. Und dann kommt noch das Dell in Allgemeinen lange Lieferzeiten haben.
Ich denke, dass du mit Sicherheit bis 6 – 8 Wochen warten musst :)

 

AW: Lieferprobleme bei HostEurope?
24.09.2006, 09:35
Danke für die Antwort – auch wenn sie mich nicht wirklich begeistern kann :(

 
Hmm, wenn das stimmt, würde das ggf. beide Probleme von hitfllip erklären — und hitflip müßte sich fragen lassen, welche SLA sie eingekauft haben. Gegen Einwurf kleiner Münzen sollte, bei variabler Definition von »klein«, eigentlich jeder Dienstleister willens und fähig sein, dedizierte Vorratshaltung zu betreiben.
Was aber war bei Studivz los?
In einem der letzten Blogeinträge dazu heißt es:

Die Software von Dennis entstand im November letzten Jahres und wurde inkrementel weiterentwickelt. Es war auf einige Hundert oder Tausend Nutzer Pro Tag ausgelegt. […] Die Optimierung kann jedoch noch Tage bis einige Wochen beanspruchen. Wir bitten dies zu berücksichtigen.
[…] Nun liegt es zu einem grossen Teil an uns, die Applikation schlank und rank zu bekommen. Eine Arbeit, die Tage oder gar Wochen beanspruchen kann und nicht von heute auf morgen geht.

 
Dazu paßt der Eintrag vom 11.08.2006:

StudiVZ hingegen hat derzeit Probleme mit der Skalierung: die Server sind vom Ansturm überlastet. Das sollte sich in den nächsten Tagen aber auflösen, da meines Wissens neue Server schon bereitstehen und derzeit konfiguriert und getestet werden. Siehe auch Startseite von StudiVZ: “Endlich, die neuen Server sind da! Wenn wir übers Wochenende durchmachen ist nächste Woche alles fertig und die Seite ist und bleibt so schnell wie früher!”

 
(In dem Zusammenhang: Schade, daß in spekulativen Blogeinträgen von einem »Angel und Mitgründer« Studivzs nicht auf diese Verbindung hingewiesen wurde. Naja, kann passieren.)
Entweder hat man das Durchmachen vergessen oder die Ursache ist doch mehr ein strukturelles Problem der Software; selbst nach der Lieferung neuer Server im August gab es ja keine nachhaltige Besserung, wie jeder auch im Blog nachlesen kann. Inwiefern es tatsächliche Nichteinhaltungen von Zusagen gab, kann von hier nicht gesagt werden; aber daß die Software ein massives Problem mit dem Wachtum von Studivz hat, das wurde nach langem nebelbombenwerfen in alle Richtungen endlich klar gesagt.
Viel Lärm um nichts also?

»SCHMOOGLE«: Harald Schmidt besucht das Web2.0

Toll, nun gucke ich schon nicht mehr den greisen lauten Mann — bei »Schmidteinander« fand’ ich ihn noch gut, aber damals waren wir alle noch jünger —, da sprint er mich in der Blog-Welt an: Der Ice Blog berichtet drüber, SEO und andere: unter dem Motto »Schmoogle – Der Irre kauft alles.« gibt’s ‘ne Webpage. Vom Schmidt, wie’s aussieht.
Toll. Toller. Am tollsten aber:

Der Name indes ist so gut nicht gewählt, die Domain gibt es nämlich bereits seit geraumer Zeit – von einem SEO.

 
Damit wird’s schon fast wieder lustig ;)

Die häßliche Seite eines »Online Stars 2006«

Eigentlich war es ja abzusehen — die Kombination Klon-Import eines in USA erfolgreichen Community-Konzeptes, himmlische Hilfestellung durch die Samwer-Brüder und Junge Gründer barg es in sich: kometenhafter Aufstieg (nach Selbstdarstellung von Null auf 900.000 Mitglieder in einem Jahr), Technikprobleme, Größenwahn Online Star 2006!
Der Olymp ist erreicht. Oder der Zenit überschritten?
Denn nun wird’s schmutzig: von »beleidigten Dritten« wie zum Beispiel nicht freundlich genug schreibenden Journalisten und anderen möchte man im offiziellen StudiVZ-Blog nichts mehr veröffentlichen; ist das Zensur oder nur das gute Recht eines Blogbetreibers?
Zwischenzeitlich sah sich Ehssan Dariani »Unfairness« ausgesetzt; manches empfindet man gegen sich gerichtet wohl weniger lustig, als wenn man selbst am Abzug, pardon, Keyboard sitzt (vielleicht wieder mal in einem Cafe)?
Ungünstig, daß ausgerechnet jetzt diese Sache mit dem »dummerweise« passierten, fast schon massenhaft zu nennenden, Domaingrabbing von Domains der Studivz-Konkurrenten unister und StudyLounge publik wird. Das gibt mal wirklich schlechte Publicity.
Außerdem reiten immer mehr auf dieser lästigen Clone-or-Copy-Frage rum, stellt jemand die Stalker-Möglichkeiten im StalkStudivz bloß, ja, unverblümt wird sogar ein »EXACT _clone_ of www.studivz.net very urgend« gesucht (noch 21 Tage — any takers?).
Alles nicht so charmant für den Online Star-Preisträger; aber kommt es von ungefähr? Ist es gar eine unfaire Kampagne?
Ich denke nicht. Schauen wir uns kurz den bislang letzten Akt des PR-Gaus um Dariani, Bemmann und Brehm an:

Hallo,
hier ist Michael. Robert, auch Dir gebe ich Recht, die Aktion mit den Domains, war nicht gut und tut mir auch in diesem Zusammenhang leid. Ich sehe schon, dass ich noch viel lernen muss, kann Dir aber versichern, dass ich gerade einige sehr schmerzhafte Lektionen bekomme. Allerdings möchte ich auch sagen, dass ich Christoph alle Domains angeboten hatte, als er mich angeschrieben hatte. Er hat damals abgelehnt alle Domains zu übernehmen. Ja, ich hätte ihm auch einzelne Domains anbieten sollen, das habe ich nun nachgeholt. […] Zum Hintergrund nur noch dies: Als ich die Domains registriert habe, haben wir noch zu dritt aus dem Wohnzimmer gearbeitet und fanden die Idee lustig, dass Leute, die viele Internetprojekte gemacht haben vergessen hatten, sich wichtige Domains zu sichern. Im Nachhinein war das wohl ein Fehler.

 
Hallo? McFly? »Allerdings möchte ich auch sagen, dass ich Christoph alle Domains angeboten hatte«? Wieso »angeboten«, warum nicht einfach alle freigegeben? Wie schon festgehalten, die studylounge.co.uk-Entführung datiert auf den 02.05.2006 (»Renewal date: 02-May-2008«!), unister.at hingegen sogar erst auf den 31.08.2006. Da war das noch alles aus dem »Wohnzimmer«? Hmmm … Die Gründung wird auf Oktober 2005 datiert, 10 Monate später sitzt man also noch zu dritt im Wohnzimmer, im Oktober 2006 aber sind es schon »über 30 Mitarbeiter«. Wie war das doch?

Dariani: […] Wir dürfen Meinungen nicht zensieren, auch wenn sie uns persönlich nicht passen. Die Grenzen setzt der Gesetzgeber. Es gibt bei uns eine liberale Atmosphäre – aber kein Appeasement.

 
Mittlerweile sieht er das offensichtlich anders.

Dariani: […] Alle Daten bleiben bei uns. Vertrauen ist unser wichtigstes Kapital.

 
Ich warte dann also gespannt auf die vertrauensbildende Maßnahme der Veröffentlichung des Mietvertrages mit Datum nach dem 31.08.2006 für die Schlegelstraße 26a, 10115 Berlin.
Allerdings frage ich mich dann, wieso es in der Pressemitteilung vom 06.07.2006 heißt:

Während die Gründer in den ersten Monaten noch von zu Hause aus das Projekt entwickelten und sich zu Meetings in Cafés trafen, beschäftigen sie nun bereits 25 Mitarbeiter in ihrem Berliner Büro.

 
Mittlerweile weist das Impressum übrigens die Saarbrücker Str. 38, 10405 Berlin aus.
Spannennd auch die Erwiderung Christoph Bergers von www.studylounge.de:

Michael, Du hast mir Mitte September insgesamt 34 Studylounge/Studilaunge/Studylaunge-Domains zum Kauf angeboten. Und nur alle als ein großes Paket – für das du einen 4stelligen (!) Betrag haben wolltest. Mit der Begründung, dass das in etwa der Betrag war, den Dich die Registrierung damals selbst gekostet hast. Und Ende September meintest Du noch wörtlich, dass Du einzelne Domains nicht abgeben wirst…
Aber auch jetzt, nachdem eure Wild-West-Domainregistriererei schon einige Wellen geschlagen hat, scheinst Du leider wohl immer noch nicht kapiert zu haben, um was es hierbei eigentlich geht. Wie sonst soll ich mir erklären, dass Du mich in Deiner Email gestern gefragt hast, an welchen Domains ich interessiert sei? Ich solle Dir diese nennen und du würdest die dann freigeben.
Aber so läuft das nicht!
Du hast Dir Domains gesichert, die Du in meinen – und nicht nur in meinen – Augen nicht zu haben hast. Und ich bin auch nicht bereit, für eine Domainübernahme Geld an den Grabber zu zahlen. Sorry, aber Domaingrabbing=Cash burning!
Auch wüsste ich absolut keinen Grund, Dir eine Liste mit Domains zu nennen. Warum? Damit du andere dann behältst?
Gib einfach alle Domains frei, die Du „gegrabt“ hast! Und bitte komm nicht in paar Wochen mit „Ach, die hatte ich damals vergessen freizugeben…“!

 
Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Bemmann/Brehm haben Domains der Konkurrenz an sich gerissen; für die Freigabe nun noch Geld zu fordern, das … erscheint … dreist. Vorsichtig formuliert. Oder war der Domainverkauf vielleicht Plan B, falls das VZ nicht so einschlagen sollte wie erhofft? Wie so vieles, wird auch dieses wohl nie endgültig zu klären sein. Und das ist schade, nicht nur für den Online-Star-2006-Preisträger Studivz …

Nummer 6 lebt: Yahoo röhrt nun auch deutsch.

Super. Mir ist zwar noch immer unklar, wie sich diese lustigen Video-Upload-for-free-Portale finanzieren (wollen), aber gut, bei so großen Namen wie Google oder Yahoo ist das dann vielleicht auch nebensächlich.
Begrüßen wir also nun auch Yahoo in der illustren Runde derer mit deutschsprachigem Videoportal — heise online schreibt dazu:

Yahoo ist mit seinem Angebot keinesweigs allein im Internet: Neben Yahoo bieten bereits Google, Sevenload, Clipfish, MyVideo und Dailymotion deutschsprachige Video-Seiten an.

 

StayFriends — Kommunikation nur gegen Cash

Geld verdienen mit der aufgebauten Community — tendenziell ist dagegen ja nichts einzuwenden. Bei openBC konnte man mich zum Upgrade auf einen zahlenden »Premium«-Account bewegen, indem man es dem kostenlosen Basisaccount verwehrte, eigene neue Nachrichten zu schreiben; lesen hingegen konnte ich die an mich geschickten Nachrichten.
Ganz anders hingegen StayFriends; dort kann man munter Nachrichten verschicken, der Betreff allerdings ist nur aus einer Liste vorgefertigter Texte auswählbar — zugegebenermaßen mit Hinweis auf die potentielle Unlesbarkeit beim Empfänger:

Hinweis:
Ihre Nachricht wird beim Empfänger hinterlegt. Ihr Name als Absender und der gewählte Kurzgruß sind sofort sichtbar.
Die ganze Nachricht kann $EMPFÄNGER erst lesen, wenn einer von Ihnen die Gold-Mitgliedschaft erworben hat.

 
Schön — gelesen, vergessen. Klickt der mit einer solchen Nachricht Beglückte dann im Posteingang auf Betreffszeilen wie »Laß mal was von dir hören!«, kommt die große Enttäuschung:

Leider können Sie diesen kostenpflichtigen Service nicht im vollen Umfang nutzen.
Damit Sie Nachrichten lesen und beantworten können, muss einer der beiden Teilnehmer eine Gold-Mitgliedschaft besitzen.
Sobald Sie oder $ABSENDER Gold-Mitglied sind, können Sie bereits empfangene Nachrichten lesen und weitere Nachrichten austauschen.

 
Und da dieses Konzept konsequent durchgehalten wird, …

Spitzname:
[Der Spitzname wird ihnen als Gold-Mitglied angezeigt]
Meine Hobbys:
[Die Hobbys werden ihnen als Gold-Mitglied angezeigt]

 
… ist Kommunikation der Mitglieder untereinanger nur möglich, wenn wenigstens einer der beiden sich diese tolle »Gold-Mitgliedschaft« kauft.
Gretchenfrage: bleibe ich als Karteileiche drin oder lasse ich meine Daten lieber komplett löschen? Vom Ansatz her finde ich StayFriends ja nett, auch verstehe ich den Wunsch, die Ausgaben für das Angebot mit Einnahmen kompensieren zu können (Bannerwerbung o. ä. sehe ich jedenfalls keine) — aber diese Art der Nötigung, doch mal bitte sich ‘nen Gold-Account zu kaufen, geht mir prinzipiell gegen den Strich …