DealJaeger.de, auf der Suche nach einer Abmahnung?

Durch den Rummel um Studivz (mehr dazu hier, hier (english), hier, hier, hier, hier, hier, hier, …) kam ich gar nicht dazu, den Hinweis vom Fischmarkt zu würdigen.
Dort wird auf DealJaeger.de hingewiesen, was tolles Neues im Betastadium. Was mich »von außen« schon mal wundert, ist das Bild von »Papa Jones«, neben der Art des »DealJäger« mindestens die zweite Anlehnung an die Indiana-Jones-Filme. Bin mal gepannt, ob das so abgesprochen war (lies: lizensiert) oder aber die Beta-Phase nach Zahlung der Verfahrenskosten vielleicht schon wieder zu Ende ist …

Studivz/Dariani: Die Antwort …

… Ehssan Darianis ist ein »Essay: Vom “Völkischer Beobachter” und dem Versagen der Deutschen in Umgang mit ihrer Vergangenheit, ihrer Identität und folglich mit der Integration«.
Kurze Replik, in der Blogosphäre wird der Eintrag sicherlich noch gewürdigt werden:
Lt. Essay sieht Ehssan Dariani sich als »Europäer und Kosmopolit«, so »zumindest die sog. “Innen-Definition” meinerselbst«. Über »die “Aussen-Definition”« habe er keine Kontrolle; seiner Ansicht nach sei er darin für die meisten »Deutschen: ein Iraner, Ausländer oder gar Kanacke – oder jemand dem man seine Eltern nicht am liebsten als Freund präsentieren möchte«.
Armer »Dummer Junge«; klingt ein bißchen nach »ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich gänzlich ungeniert«, oder?
Dariani sieht sich »einer Art der “Lynch-Justiz durch den Mob” (J. Lanier)« ausgesetzt, »sei es durch Beleidigungen, falsche Behauptungen in Blogs oder durch einen ausländischen Wikipedia-Beitrag«, der ihn in »die Nazi-Ecke« verortete.
Den »Kampf gegen Faschos«, so Dariani, müsse man durch »Verspottung, nicht durch Dämonisierung« führen, wozu er dann seine Registration einschlägiger Domainnamen zählt:

Verspottung (Satire) bedeutet, dass man Filme dreht wie den von Daniel Levy mit Helge Schneider in der Rolle von Adolf Hitler. Verspottung heisst sich den Sinn und der Wirkung der Beiträge des TITANIC-Magazins bewusst zu werden.
Es heisst aber auch sich die Domains voelkischer-beobachter.de, voelkischerbeobachter.de und voelkischer-beobachter.com zu sichern, wie ich es vor Jahren tat, um zu verhindern, dass sie von Faschos reserviert werden.

 
Endlich kommt er dann zum Thema, zur Erklärung zu der »Parodie auf den Völkischen Beobachter«, die aktuell die Verbindung zu Parship vergessen macht: »erfreut« üder den Erfolg des Unternehmens und da er »zufällig im Juli Geburtstag habe«, wäre das »internationale Team […] über den Einfall erfreut [gewesen], eine Party-Einladung über die Seite voelkischer-beobachter.de an unsere Freunde und Gesellschafter zu senden«. Die »Parodie« stamme von nicht näher bezeichneten »ausländischen Praktikanten« und sei »auf dem ersten Blick als solcher zu erkennen«.

Den Link zu dieser Einladung sendete ich/wir an alle Freunde, Bekannte, Mitarbeiter und Gesellschafter.

 
Alle Empfänger, darunter auch »mehrere Deutsche und Ausländer jüdischer Abstammung«, hätten die Botschaft und den »Sinn verstanden«; nur wegen potentieller Mißverständnisse habe man die Seite nach »1-2« Tagen wieder »offline genommen bzw. auf die TITANIC-Seite weitergeleitet«.
Ehssan Dariani ergeht sich dann darin, daß »gegen jeden Anstand und Respekt« diese »privat einzustufende« Einladung nun doch noch, stückweise, an die Öffentlichkeit gezerrt wird. Ehssan weiter:

Ich hätte nichts dagegen diese Einladung zu veröffentlichen, da sie in bester Absicht entstand und nichts zu verbergen da ist. Ich sträube mich allerdings dies zu tun, da es sich um eine PRIVATE Einladung handelt und diese private Angelegenheit nicht Gegenstand der Öffentlichkeit sein darf, […]

 
Es geht weiter mit dem, für mich nicht nachvollziehbaren, Hinweis, daß »Blogger, die sich bislang besonders über diese Einladung echauffierten, den Delikt begehen die private Post anderer und noch dazu aus zweifelhafter Quelle zu besitzen und weiterzureichen«. Der Vorwurf des Bruchs der Vertraulichkeit einer Kommunikation wiegt schwer; belegt wird er nicht.
In schönster FUD-Taktik wird dann doch noch die Authentizität dessen, was publiziert wird, in Frage gestellt:

Mitunter scheinen auch MANIPULIERTE Versionen des Screenshots in Umlauf gebracht worden zu sein,

 
Man beachte die bemüht unangreifbare Formulierung: »Scheinen«.
Widersprüchlich bleibt es weiterhin, wenn jeglicher Hauch von Anrüchigkeit durch den Hinweis auf die »Einladung im Namen eines internationalen und teils jüdischen Teams an (wiederum internationale und jüdische) Freunde und Mitarbeiter zu einer offenen Party« zu verscheuchen gesucht, gleichzeitig wird sich darüber echauffiert, daß versucht werde, »aus einer privaten Angelegenheit« etwas zu machen, was angeblich gar nicht da sei.
An spätestens dieser Stelle ist der Hinweis auf das Studivz-Logo im »Kampfblatt der Vernetzungsbewegung Europas« angezeigt. Wie »privat« ist eine Einladung zú einer »offenen« Party auf einer öffentlichen Website (von einen Passwortschutz war bislang nicht die Rede; wenn es an einen kleinen Kreis Erlauchter nur ging, wäre das zu erwarten gewesen), die von der deutschen Niederlassung eines britischen Unternehmens ausgerichtet wurde?
Schlußendlich bedarf auch der Abschluß des Verteidigungsversuches der Kommentierung: es geht nicht darum, daß der »“Völkische Beobachter” […] 61 Jahre nach Stilllegung, eine immer noch vielen Deutschen “Ehrfurcht einflössende” Institution« sei; diese These würde ich im übrigen bestreiten.
Es geht um die Frage, ob es für einen Unternehmensgründer, der in Interviews davon redet,»dass die Leute das Machtergreifen üben« müßten, schicklich ist, sich, lt. heise online im Stile Adolf Hitlers auf einer öffentlichen Website anläßlich seines Geburtstages und des Erfolges seines Unternehmens über die Domain voelkischer-beobachter.de feiern zu lassen. Daß diese Umgestaltung von einem »ausländischen Praktikanten« erstellt worden sei, ändert meines Erachtens nichts an der Geschmacklosigkeit. Derlei wissent- und willentlich ins Netz zu stellen halte ich nach wie vor für problematisch — unabhängig von der Intention. Der abschließende Hinweis auf vermutete »(Parallelen zum Karikaturenstreit?)« ist in meinen Augen nur eine weitere Nebelkerze, von dieser, nochmals als Satire verteidigten, unwürdigen Affäre abzulenken.

Sturmwarnung?

Draußen im Real Life pusten erste Herbststürme Blätter energisch von den Bäumen, in der deutschen Blogosphäre übernimmt Don Alphonso das pusten: Blogbar (1), Blogbar (2), Blogbar (3) und natürlich auch Rebellmarkt.
Sturm, ja Tsunami wurde versprochen — untergegangen ist die USS Studivz bislang nicht. Aber mit welt.de …

Peinliches kommt vom obersten Web2.0-Studenten Ehssan Dariani […]
Jetzt was Peinliches. Ehssan Dariani ist einer der Shootingstars des sogenannten Web2.0. Er hat das Onlinestudentenverzeichnis StudiVZ gegründet, an dem mittlerweile die renommierte Verlagsgruppe Holtzbrinck (unter anderem “Die Zeit”, “Tagesspiegel”) eine Beteiligung hält. Derzeit fällt der junge Mann (26 Jahre) aber abseits des Unternehmerischen auf. Im Internet kursieren selbst gedrehte Filmchen, die ihn beim penetranten Anquatschen von Frauen zeigen. Außerdem erregt Dariani Aufsehen, weil er sich die Internetadresse www.voelkischer-beobachter.de zugelegt hat. Angeblich hat er eine Party-Einladung für StudiVZ einer Titelseite des “Völkischen Beobachters” nachempfunden und dafür die Adresse gebraucht. Über Geschmack lässt sich in dem Fall nicht streiten.

 
… und heise online …

*** Mit 2.0 wird das Web nicht nur persönlich, sondern so persönlich, dass es peinlich wird. […] Nehmen wir nur StudiVZ, den Klon einer US-amerikanischen 2.0-Idee, die gerade ganz stolz ist, eine Million Studenten in Deutschland versammelt zu haben. In deren Geschäftsbedingungen heißt es: “Im Profil oder in sonstigen Bereichen des Portals absichtlich oder in betrügerischer Absicht gemachte Falschangaben – insbesondere das Vortäuschen einer fremden Identität – können zivilrechtliche Schritte nach sich ziehen.” Studi, bleib bei deinem Namen, auch wenn viele Details darauf hindeuten, dass StudiVZ selbst es nicht so genau nimmt und sich im Ausland schon einmal hinter einer Kontaktanbahnungsfirma namens Parship versteckt. Welche zum Holtzbrinck-Konzern gehört, der in StudiVZ investiert hat.
*** Im vorherigen WWWW habe ich auf den Geschäftsführer von StudiVZ verwiesen, der immerhin so konsequent ist, sein Schweinsein 2.0 mit Fotos, texten und Videos im Web 2.0 auszustellen. […] Wobei eine Anstellung bei StudiVZ nach erfolgreicher Bewältigung der Anmache dazu führen kann, dass es schnell ans Machtergreifen geht. Machtergreifen wohlgemerkt, nicht das übliche Wischiwaschi von “leitende Funktion übernehmen”. Wer dann noch mit dem Kürzel RMVP über eine Domain namens Völkischer-Beobachter.de im “Kampfblatt der Vernetzungsbewegung Europas” darüber jubiliert, dass Millionen deutscher Studenten bis zum Herbst mobilisiert sein werden, der zeigt sein wahres Antlitz. Ist es wirklich nur eine harmlose Partyeinladung, die das “Gebot der Pflicht” zur Feier des Führergeburtstages und des “Erfolges unserer Bewegung” oder zeigt sich nicht eine braune Denke, die gleich mit der Einladung das Abspielen von undeutschem Rap und Jazz nicht gestattet? […] Natürlich gibt es diejenigen, die geblendet von den Millionen deutscher Studenten auf StudiVZ und der schieren Größe und dem blitzsiegartigen Erfolg des Unternehmens von einem Streich eines dummen Jungen sprechen. Die, die Kritik an einem echten 2.0-Unternehmer, der diese Vorlage zum 65. Geburtstag Adolf Hitlers für seine Community verwendete, als blogvölkisch abtun und sich ganz tief bücken. “Europa steht standhaft und treu zum StudiVZ” titelte der neue Völkische Beobachter. Das mit seinen gefakten Niederlassungen Europa nach Strich und Faden verarscht.

 
… sind die ersten traditionelleren und reichweitenstärkeren Publikationen auf das Thema angesprungen. Es sollte eine ungemütliche Woche werden da im FührerbunkerZentralbüro der Studidaten-Sammelbewegung in Berlin. Da heißt es eigentlich: Friesennerz angezogen und raus an die Publicty-Front. Denn (nicht mehr nur) die Blogospähre wartet auf die neueste Darianische Umdefinition von Satire …

Ruhe vor dem Sturm?

Während Studivz nun auch bei englischsprachigen Blogs (dank des andauernden Technorati-Search-Highscores) zum Thema wird und “explanation pages” (another one) munter aus der deutschen Blogosphäre heraus geschrieben werden, blogt Ehssan Dariani (ob unter Aufsicht ist unklar) frohgemut, daß »1.000.000 Studis glücklich vernetzt« seien.
Glücklich? Naja, schon die Lassie Singers wußten, »Jeder ist in seiner eigenen Welt (aber meine ist die richtige)«, insofern mögen die über Probleme nörgelnden User vielleicht auch nur ein Wahrnehmungsproblem sein.
Wahrnehmbar ist allerdings auch das Ultimatum in Richtung Investoren bei Studivz (initialer Artikel) von Don Alphonso (siehe auch „Journalist Rainer Meyer“-Thread vom Sommer):

Lukasz, ich weiss, Du liest hier mit. Du weisst, wer und was ich bin. Es ist aus. Greift durch, zwingt mich nicht.
Ich gebe Euch 48 Stunden. 48 Stunden haben uns damals bei solchen Einsätzen auch immer gereicht. In 48 Stunden müsst Ihr die ganze Geschichte haben. Oder das Ganze geht hoch.
Denn ich war schneller als Kolja. Ich bin immer schneller.

 
Wobei er später ausführt:

Nein. Ich weiss, die sollen wissen, dass ich weiss, der Rest ist deren Sache. Nicht meine. Ich bringe so etwas nicht.
Die sollen den Saustall aufräumen, das ist alles.

 
Hmm, was nun, kommt Morgen Nachmittag die ganze Wahrheit ans Licht – oder eben doch nicht?
Eigentlich auch egal; der Impact der Blogosphäre ist meines Erachtens längst nicht so groß, daß ein Unternehmen wie Studivz Ltd. davor nun zittern müßte.
Was soll passieren? Wird BILD anbeißen? Wohl kaum, denn wer im Meinungsmainstrem kennt Ehssan Dariani, Studivz — oder wen kümmerte es? Peter Turi hat schon Absolution erteilt, andere folgen wohl zumindest gedanklich; bleiben also irritierte Blogger und irritierende Blogeinträge; das aber ficht den gemeinen Studenden 2006 nicht an. (Bekommt er/sie/es überhaupt mit?)
Naja, nicht bevor seine bereitwillig weggegebenen Daten als Bummerang Probleme bereiten — oder er, rein hypothetisch, Partner vermittelt bekommt ohne gefragt zu werden.
Aber das ist eine zuküftige Geschichte — vielleicht auch nur Wunschdenken von Menschen mit bösen Gedanken.
Wir werden es erleben, demnächst, in Ihrem lokalen Blogtheater ;)

Simple PHP Blog & WordPress …

Hmm, ich versteh’s nicht. Ich versuche, auf mein WordPress-Testblog zu linken und Simple PHP Blog pingback beizubringen. WordPress aber mag mich nicht:

Nov 11 10:47:46 sphpblog wusel-dbg[25422]: sb_pingback to death.uu.org, xml was: <?xml version="1.0"?> <methodCall> <methodName>pingback.ping</methodName> <params> <param><value><string>http://blogdoch.net/index.php?y=06&m=11&entry=entry061111-104107</string></value></param> <param><value><string>http://death.uu.org/worldpress/?p=3</string></value></param> </params> </methodCall>
Nov 11 10:47:46 sphpblog wusel-dbg[25422]: sb_pingback to death.uu.org returns: HTTP/1.1 200 OK Date: Sat, 11 Nov 2006 09:47:34 GMT Server: [...] Connection: close Content-Length: 377 Content-Type: text/xml <?xml version="1.0"?> <methodResponse> <fault> <value> <struct> <member> <name>faultCode</name> <value><int>0</int></value> </member> <member> <name>faultString</name> <value><string>Is there no link to us?</string></va

WordPress-Code:

 // Check if the page linked to is in our site
$pos1 = strpos($pagelinkedto, str_replace(array('http://www.','http://','https://www.','https://'), '', get_settings('home')));
if( !$pos1 )
return new IXR_Error(0, 'Is there no link to us?');

Ideas, anyone?

Studivz hype explained for Technorati-Users

As the recent interesst in British Company Studivz Ltd., which is, upto now at least, run by three students (employing roughly 50 people) currently leads to “Studivz” being No. 1 phrase in Technorati searches, lots of people start wondering what all this German (definitely not Dutch ;)) babbling is about.
To put it in a nutshell, one student named Ehssan Dariani saw facebook during his intern at spreadshirt in the US, saw it’s potential for the german and european market and founded Studivz Ltd. with another student and some external money; there are hints that his copycat, Studivz is indeed at least at the CSS level copied from facebook. Others claim this is purely by chance, since both used the same book on website design during development …
Recently, Studivz won the “Online Star 2006”, despite the fact that there are massive problems with site stability for several months now. See article on SPIEGEL online, Dariani blames the hoster for that, who in turn rejects that and claims that the software isn’t as capable as neccessary. Later on, Dariani reveals in the official Blog of Studivz that the software, written one year ago for some hundred concurrent users, does not cope well with several thousand concurrent users using the site today. (English translation via Google available.)
Dariani publishes strange Interviews on the Studivz company blog, the other company founders were found already to have grabbed domains of competitors and lately there was some fuzz about Dariani being the domain holder of voelkischerbeobachter.de and voelkischer-beobachter.de; currently redirecting somewhere else, these domains were allegedly used to invite to a Studivz-Party on 2006-07-15.
While currently the original content is not available in full, parts of it are leaking out. While Dariani claimed satirical intentions before, those site(s) seem to have shown something resembling the “Völkischer Beobachter”; see en.wikipedia.org or de.wikipedia.org … The image, when enlarged, features in the middle something resembling the logo of Studivz, as can be seen by overlaying the enlarged image with a 5% upscaled current logo. Still, it’s unclear whether this is a bad joke on Dariani/Studivz or if it’s one made by him.
More on karsten-wenzlaff.de/, pulse2.0, fimpern.de; German summaries at Customer of Hell and current issues at Rebellmarkt.
An not up-to-date article on Studivz in English from MSNBC is available as well.

Exit

Oh what a day. Aber er fing ja auch vielversprechend an — jedenfalls, was die Nachrichten- und Gerüchtelage rund um das Studiverzeichnis betraf. Nachdem Peter Turi heute morgen die bisherigen Mutmaßungen bestätigte …

Dariani hat vor Monaten zu einer Party seines Studenten-Netzwerkes StudiVZ, das zu den heißesten Startups 2.0 in Deutschland gehört, mit einer umgestalteten Titelseite des NSDAP-Kampfblattes “Völkischer Beobachter” geladen. Anstelle des Hakenkreuzes im Titel stand das StudiVZ-Zeichen. Konsequent schmerzfrei, wie Dariani nunmal ist, hat er für den Party-Gag auch gleich die Adressen www.voelkischerbeo– bachter.de und www.voelkischer-beobachter.de reserviert.

 
…, gab die Blogospähre richtig Gas, dazu gleich mehr.
Vorab noch ein bißchen on-the-fly Montage: Mittels Überlagerung zweier beim Zugriff direkt geladener Bilder wird hier das bislang öffentlich auffindbare Material, dessen Authentizität aber noch nicht bestätigt wurde, um den Faktor 4 vergrößert und dann in der Mitte des Bildes das aktuelle Studienverzeichnis-Logo um 5% vergrößert eingeblendet. Die Paßform ist erstaunlich, viel spricht daher für Turis Aussagen. (Randnotiz: natürlich ist so ein cgi eine Sollbruchstelle, DOSen leicht gemacht. Falls es zu einem Lastproblem kommen sollte … redirecte ich notfalls auf die Kaffeewerbung im Studiverzeichnis, also nicht wundern ;-))
Wenngleich es natürlich schwer fällt, den derzeit in vielen Blogs zu findenden vermeintlichen Ausschnit aus dem angeblichen Dariani-Werk zu vergleichen, so scheint doch dieses GIF eines orginalen V-B Ausgangspunkt für die Bearbeitung gewesen zu sein. Bedauerlich, daß bislang kein kompletter Screenshot aufgetaucht ist; aber letztlich ist das wohl nicht mehr nötig.
Im Studivz-Blog schreibt Ehssan am 22.08. (Hervorhebungen durch mich):

(zensiert: Einige Freunde von mir hatten (zurecht) grosse Bedenken, dass es wieder Ärger geben könnte seitens der pc-Polizei (Für Insider: Stichwort b-day-Einladung und studiVZ-Party vom 15.07….). Leider haben zu viele Leute nicht die geistigen Fähigkeiten den (Un-)Sinn von Satire zu erfassen.

 
Hmm, »pc-Polizei«? Sollte es um den 15.07.06 ob der vielleicht satirisch gemeinten »Bearbeitung« eines »Völkischen Beobachters« und der – vermuteten – Veröffentlichung auf den nun sattsam bekannten Domains schon Stimmen gegeben haben, die Ehssan zum Realitycheck aufforderten?
Hat offensichtlich dann nicht wirklich gefruchtet — und das ist meines Erachtens der Grund, weshalb die Finanziers des »Projektes« Studivz sehr gründlich über die zukünftige Rolle und Stellung Ehssan Darianis, Empfänger des Online Stars 2006 für Studivz, nachdenken sollten.
Obige Äußerungen, demnach wohl rd. einen Monat nachdem »einige Investoren und Freunde daraufhin Ehssan kräftig den Kopf gewaschen haben, er den Fehler eingesehen und Besserung gelobt habe« (Turi) getätigt, deuten für mich auf ein hohes Maß an Uneinsichtigkeit hin. Ob das Grund genug für die Testierung einer Merkbefreiung ist?
Als Aushängeschild müßte der Ideengeber (so zumindest lt. diversen Interviews, wonach er die Idee aus den USA, äh, »mitbrachte«) damit eigentlich Geschichte sein; ich bin gespannt, wie die Studivz Ltd. bzw. ihre deutsche Niederlassung mit dem »erfolgreichen Web-2.0-Unternehmer« (Turi) weiter verfährt.
Zwei, drei Kleinigkeiten in Peter Turis Abhandlung allerdings erscheinen mir einer Kommentierung wert und werden daher im Folgenden hervorgehoben:

Ich bitte Abstand zu nehmen: von Gerüchten, Ehssan sei ein Neonazi, ein Agent der Weltverschwörung oder sonstwas. Das ist Humbug. Ehssan ist ein netter junger Mann, der derzeit viel Erfolg und wenig Schlaf abbekommt, von der Grundkonstitution her nicht zum Grübeln neigt und dringend einen gestandenen Kommunikationsberater braucht.
Also bitte, lieber Blogger-Kollege: Kirche im Dorf lassen. Ehssan ist ein junger Mann, der riesigen Erfolg hat, weil er vif, fleißig und kurz entschlossen ist. Manchmal schießt er über sein Ziel hinaus, soll vorkommen bei 26-Jährigen. Messt ihn bitte an seinen Taten bei StudiVZ, nicht an schlechten Party-Gags, naiven Videos und leichtsinnigen Blog-Kommentaren.

 
Naja. Wie ich schon schrieb: »Irgendwie wäre es nett, wenn Ehssan auch dieses mal erklären würde; wenngleich es seine private Spielwiese sein mag, es wirkt … sonderbar.«
Ein »erfolgreicher junger Mann« ist doppelt, da müssen wir einen abziehen. Warum ein Alter von 26 zur Absolution führen soll, ist nicht nur mir unklar.
An den Taten bei Studivz mögen wir ihn messen? Gerne, nur: liegt die Präferenz auf einer gefakten Grafik aus dem Dritten Reich samt zugehöriger Domains; auf den Veröffentlichungen von »Interviews« mit z. B. nicht ganz nüchternen Frauen auf einem WC oder eher an den Performance-Problemen, die die wenigen Entwickler nach wie vor nicht im Griff haben?
Die Idee hinter Studivz.de ist, wenngleich (nicht nur die Idee?) geklaut, offensichtlich etwas, was viele Nutzer anspricht. Für die ca. 1 Million Nutzer nach eigenen Angaben gebührt Dariani, Brehm und Bemmann Anerkennung, keine Frage. In der Summe aber ergibt sich nicht mehr das Bild eines vorzeigbaren Unternehmens, selbst falls keine der Aktionen, in die das Unternehmnen Studivz verwickelt ist, juristisch angreifbar sein sollte.
Domaingrabbing von Adressen des Wettbewerbs, das Fingerpointing wg. der Performanceprobleme, die an Dritte-Reich-Propaganda ‘satirisch’ angelehnte Studivz-Party-Einladung, dann noch die fragwürdigen Mittel der Werbung in Frankreich und als aktuelles Sahnehäubchen »die Rattenlinie nach Barcelona« — vielleicht kann man ein Unternehmen so aufbauen, müssen muß man das aber glaube ich nicht.
Genug geschrieben, hier noch ein bißchen weiterführender Lesestoff: »StudiVZ Barcelona-Connection: Deine Daten und wer sie bekommt« (blogbar), »StudiVZ-Gründer und der Völkische Beobachter« (visualblog), »StudiVZ: Gib der Anonymität keine Chance!« (YAMB.BETA²), »StudiVZ: Braune Grütze kocht nun doch über« (basicthinking), »Gruscheln bis der Partner kommt« (GoetheBlog), »StudiVZ – Nazigate?« (customerofhell), »Es soll wohl nicht aufhören« (i-jeriko), »copycat« (die-wohnung.com) und »Wir werden sehen.« (betablog).

Studivz — die allmorgendliche Zusammenfassung

Die Gastgewerbe Gedankensplitter machen sich am Mittwoch Gedanken über den Wert den Datensammlung, die es Dank und in Studivz nun gibt.

Ich sehe weniger die Gefahr, daß Bewerber, die sich auf traditionellen Wegen bewegen, vom Arbeitgeber gescannt und ausgesondert werden, als die Chance, daß Arbeitgeber in solchen Portalen aktiv nach geeigneten Bewerbern suchen. Wo anders kann man sich als Arbeitgeber einen Teil des Freundeskreises von Bewerbern anschauen, wo einen Blick werfen in Fotoalben mit Fotos seiner Familie?

 
Mal abgesehen davon, daß das formal wohl Fake-Accounts voraussetzten würde, würde dies allgemein von Human ResourcesPersonalabteilungen praktiziert: durch die freizügige Verlinkung kann ein Außenstehender über die vom Nutzer gepflegte Liste »meine Freunde« einfach auf z. B. unvorteilhafte Bilder des Nutzers bei einem Freund kommen, wobei weder Freund noch Nutzer – zum Datum des Einstellens – die Bilder mit der Unterhose auf dem Kopf am Strand von Ganzweitweg in der Morgendämmerung problematisch fanden.
Konsturiert? Unvorstellbar? Eigentlich nicht: Man kann das dieser Tage sogar live nachvollziehen: Man sehe sich nur die aktuellen Aufräumaktionen im Umfeld des Studivz-Mitgründers Ehssan Dariani an — welche Ausmaße das revidierte Verständnis bzgl. der öffentlichen Zurschaustellung der eigenen und befreundeter Personen haben kann, kann man auch rechts am Screenshot von Googles Cache sehen.
Und wer es noch immer nicht glaubt: heise online berichtet unter dem Titel »Säuberung von Jugendsünden aus der Online-Geschichte« über eine entsprechende Unternehmensgründung.
In dem Zusammenhang sei ein Verweis auf den aktuellen Blogeintrag auf YAMB.BETA² verwiesen:

Während gestern noch unklar war, ob und welche Inhalte auf den beiden von StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani registrierten Domains voelkischer- beobachter.de und voelkischerbeobachter.de hinterlegt waren, machte heute ein – in meinen Augen – authentisch wirkender Screenshot die Runde durch Klein-Bloggersdorf und die angrenzenden Redaktionen. […]
Und dann? Dann wissen wir, dass Dariani nicht nur merkwürdige Filmchen auf Berliner Toiletten dreht, sondern wohl auch jegliches Gespür bei der Gestaltung weböffentlich verbreiteter Partyeinladungen vermissen lässt.

 
Falls das, das dort angedeutet wird, sich als wahr herausstellen sollte – das Bild zeigt, bei vierfacher Vergrößerung besser erkennbar, etwas, daß dem Studivz-Logo ähnelt sowie eine Text. der auf einen Kontext Studentennetzwerk hindeuten könnte –, dürfte es Studivz auch als Firma, durch die Verquickung mit Ehssan Dariani, schwer haben, da sauber rauszukommen, ohne sich völlig von Ehssan zu trennen.

Update: Mittlerweile wird dieses bei turi2 unter dem Titel »Dummer Junge.« konkretisiert.

Da nützten dann auch noch so viele Imagefilmchen nichts, wie der, der bei Robert Basic just verlinkt wurde.
Wobei: so ganz PR-optimal ist der Film ja auch nicht, der geneigte Flashfilmchenschauer achte auf die Texte auf der Eingangstür, auf die Beteuerung Ehssans, daß seine »Interviewpartner« ja immer wußten, daß er sie interwiewe und insbesondere auf das, was »einer der wenigen Techniker bei Studivz« der Zielgruppe rät: macht nicht soviel IM sondern vorzugsweise mehr AUSSERHALB des Studivz … Die PR kommt noch immer etwas studentisch-unvollkommen rüber ;)

Ehssan Dariani ist kein Journalist …

… stellt donalphons bei Rebellen ohne Markt fest. Schaut man sich die jüngsten Blogbeiträge bei Studivz an, genauer die ab Nummer 67 (in der Übersicht besser zu sehen), fällt auf, daß die sie namentliche Kennzeichnung Ehssans vermissen lassen. Zufall oder sind die Zeiten der Verquickung des Studivz-Blogs mit eines Gründers privaten Gedanken zu Welt da draußen vor den Bildschirmen nun – aus vielerlei Gründen: endlich – vorbei?
Noch in Eintrag 60 hieß es:

Nehmt es mir nicht über, aber ich sehe die Kernaufgabe meines Blogs darin, die Studis mit (technischen) Infos rund um das VZ zu versorgen. Manchmal geht es aber auch nur um sinnlosen Spass… Mir fehlt leider die Zeit allerlei Diskussionen zu moderieren. Hierfür gibt es Foren.
VG
Ehssan Dariani.

 
Ich hoffe allerdings, daß Ehssan der Blogosphäre erhalten bleibt; es gibt ja noch immer sein http://dariani.blog.de/, wo er seine Sicht der Welt allen mitteilen kann, ohne den direkten Bezug zu Studivz — dem ehemaligen ambitionierten Studenten-für-Studenten-Projekt, welches sich anscheinend anschickt, ob des großen Erfolges seine Gründer zu fressen.
Hoffentlich lohnt es sich dann wenigstens finanziell für die Gründer, denn, darf man den Gerüchten und Berichten um die Finanzierung glauben, dürften sie ja das eine oder andere Prozentchen Unternehmensanteil abgegeben haben. Oder investieren die VCs der Blase2.0 neuerdings gegen einen warmen Händedruck und einen Danksagungskarte zu Weihnachten?
Noch ein Vorschlag zur Güte: nachdem man nun evtl. einen professionellen Schreiberling zur Hand hat, warum verbindet man die schein’s obligatorische »Funktion ist grade aus«-Seite nicht mit einem zeitversetzten Redirekt auf’s Blog — in Anlehnung an einen Kommentar:

Ja du hast recht. Es macht einfach keinen Spaß mehr, wenn das Studi ständig nach Kaffeepäuschen schreit. Ich habe in der letzten Zeit soviel Kaffee getrunken, dass ich schon einige Nächte nicht mehr schlafen konnte und wie ein Känguru durch die Wohnung gesprungen bin, wobei ich mir ständig den Unmut meiner Mitbewohner eingefangen habe, da sie offensichtlich nicht oft im studi sind und keine Kaffeepausen machen. Jedenfalls wollen sie um 4 Uhr früh lieber schlafen als mit mir durch die Wohnung springen.

 
Zum Schluß vielleicht noch was zu diesen *beobachter-Domains: seinerzeit im Usenet hieß es, das Ende der sachlichen Diskussion sei erkennbar am Beiziehen von Nazi-Vergleichen; so einfach sollten wir es uns hier nicht machen.
Bislang wurden Fragen nach dem Sinn und Zweck dieser Domains gestellt, ferner gibt (gab?) es Fundstellen im Netz, die eine Nähe Ehssans zum braunen Sumpf suggerierten – je länger eine Erklärung ausbleibt, desto mehr werden die Gerüchte ins Kraut schießen, das ist, leider, ganz normal. In seinem Blog thematisiert Jörg-Olaf Schäfers:

Nun aber allein aus den Domainnamen etwas abzuleiten, insbesondere eine rechte Gesinnung, ist schlicht indiskutabel. Angeblich existierende „Kommentare in diversen Blogs“, die den Verdacht stützen könnten, habe ich bisher nicht gefunden.

 
Dazu eine Augenzeugin(?):

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mein Forumsbeitrag solche Wellen schlägt – vor allem Monate später. Inzwischen sind Kommentare von Dariani oder ganze Blogs nicht mehr über einfache Hilfsmittel wie Suchmaschinen zu erreichen. Unter diesen Umständen gibt es natürlich auch keine Anhaltspunkte mehr für meine Behauptung. Vielleicht hätte ich Screenshots machen sollen?

 
Was immer dran ist – oder auch nicht: so, wie virales Marketing, vulgo Mundpropaganda, nun einmal funktioniert, sehe ich etwas dunkel für Ehssans Reputation, wenn die Blogosphäre sich weiter von der Existenz einer Domain hin zu einem entfernten Ziel hochschaukelt … Und das wäre dann wirklich schade.
Weitere Links zu dem Thema: fimpern.de