Blogger und Hoster — zwei Welten?

blogger.de ist down. Seit Freitag morgen, mit einem kurzen Funktionsintermezzo zwischen Freitag 17:55 und Samstag später Abend. Und wieder geht das öffentliche Waschen der Schmutzwäsche los, denn auf dem eigens eingerichteten Protokoll-Blogeintrag »Hetzner: Protokoll eines Scheiterns«, rechnet der Betreiber von blogger.de mit seinem Hoster Hetzner ab.

Bei Hetzner stehen für Blogger.de und Blogscout.de insgesamt fünf ihrer Rootserver. Bislang war ich sehr zufrieden und habe Hetzner sogar weiterempfohlen: […]
Nach den Erfahrungen der letzten Tage bin ich jedoch ziemlich ernüchtert. Ich hatte mich damals extra gegen 1&1, sowie Strato entschieden, weil ich lieber einen “kleinen” Hoster unterstützen wollte. Hinzu kommt, dass die Preise von Hetzner (im Gegensatz zu z.B. HostEurope), es mir überhaupt erst ermöglichen, die Dienste durch Werbung zu refinanzieren.
An dieser Stelle möchte ich protokollieren, wie schwierig sich die Kommunikation mit Hetzner gestaltet hat.

 
Es folgt eine Darstellung des bisherigen Mailwechsels mit dem Hoster, eine Interpretation des Betreibers — und ein Verweis auf das Forum des Hosters, wo der Vorfall durch Hetzner-Kunden ebenfalls behandelt wird, teilweise durchaus mit einer anderen Brille als der des blogger.de-Betreibers.
Kommentar eines Selbsthosters (ich habe eigene – ausgelutschter Kram von eBay – Hardware im Housing in einem Datacenter stehen): der Supportablauf via eMail liest sich wenig professionell — granted.
Aber ansonsten muß man dem Betreiber von blogger.de, lt. Selbstdarstellung im Hetzner-Forum ist »Blogger.de ein Hobbyprojekt, welches neben einer ganz normalen Arbeitswoche gestemmt wird«, auch ein gewisses Maß an Versäumnissen ankreiden — nicht zuletzt, wenn es sich um ein Hosting von 9000 Blogs handelt, wie im Hetzner-Forum anklang:

Wenn der Server jetzt erstmal wieder einigermaßen läuft, werde ich sicherlich ein Raid installieren. Ich will ja einen möglichst zuverlässigen Dienst anbieten. Wie schon gesagt: bisher wusste ich nicht, dass da zwei Platten drin sind.
Und sicher hast Du Recht, dass die Platten in dem Sinne defekt sind, dass sie in dem Rechner nicht laufen. Ich meinte das in dem Sinne, das smart, dmesg, oder andere Dinge, keinen Hinweis auf einen Defekt der Platte brachten. […] Klar, hätte ich mehr Zeit in die Problemlösung stecken können, als der Server noch lief. […]
Und unter den Voraussetzungen war ein Reset alle paar Wochen zu verschmerzen.

 
Weder wurde die Hardware untersucht (»fdisk -l« ist so schwer nun nicht) noch wurden Maßnahmen eingeleitet, den offensichlichen Problemen (Hänger) nachzugehen. Statt dessen wurde sich auf den, bekanntermaßen nicht mehr zuverlässigen, Reboot-Service per Web-Auftrag verlasen. Konsequenterweise wurde auch unter gar keinen Umständen erwogen, auch nach Wahrnehmung eines vermeindtlichen 33%igen Mailverlustes nicht, mal den Support anzurufen.
(Technisch vermute ich mal, daß die Maxtor-Platte(n) sich derart verabschieden, daß nur ein Powercycle (und nicht ein normaler Reboot) sie reanimiert, für unbestimmte Zeit.)
Für ein Projekt, von dem mehrere Tausend Leute abhängig sind, stellt sich mir – unbeleckt der Tatsache, daß ja keiner formal gezwungen ist, zu den Konditionen dort sein Blog zu haben – schon die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieses Setups und des Vorgehens der Betreiber.
Außerdem fehlt mir die Rechfertigung dafür, den Ausfall, der gegen Zahlung von rd. 120 EUR längst hätte behoben sein können (»Ein Supporteinsatz am Wochenende und nachts kostet 116,- Euro inklusive 15 Minuten Arbeit. Das ist eine Summe, für die ich die Blogger.de-Server für einen Monat bezahlen kann. Aus dem Grund müssen wir leider bis Montag morgen warten, bis Hetzner dann hoffentlich schneller den DB-Server resettet und vielleicht auch gleich schon eine der defekten Platten austauscht.«), publikumswirksam dem Hoster anzukreiden. Unter dem Aspekt der Schadensminderung hätte es entweder eine »Service will be restored on Monday«-Meldung auf den Webservern sein dürfen oder aber eine Beauftragung des Wochenendeinsatzes mit Zahlung unter Vorbehalt, denn die Aufträge sind, lt. neuem Blog ja vor der kostenpflichtigen Zeit erteilt worden. Schuld am Ausfall über das Wochenende hat jedenfalls nicht der Hoster alleine; auch wenn das die Eingangsseite und die Überschrift des Blogeintrags suggerieren. Als Hoster würde ich mir derlei verbitten — und vorzugsweise Blogs aus der Liste der erlaubten Dienste streichen. Gegen derlei, in meinen Augen ungerechtfertigte, negative Publicity kann man nicht anarbeiten.
Zeit für ein neues Startup, BlogHosting 2.0?
Update, 22:15 Na toll, jetzt hat es der, ich bin schon fast geneigt zu schreiben »gewollte Ausfall«, von blogger.de es zum BOO geschafft:

Im Vordergrund steht sein [des Hosters] Bemühen, die Sache ans Laufen zu bekommen. Im Hintergrund möchte man meinen, die lassen ihn bewusst auflaufen. Das ist eine persönliche Meinung, aber bestimmte Tendenzen sind fast nicht anders erklärbar.
Geboot wird hier Hetzner, dem Dirk Olbertz drücken wir die Daumen.

 
Ganz groß, Jungs …

Hmm, ist sehe grade, daß ich eine »Maxtor 6Y080L0« als Boot- und Systemplatte in einer meiner Kisten habe (die auch schon wiederholt stumpf und kommentarlos stehen geblieben ist — trotz SW-RAID-1 mit ‘ner »SAMSUNG SP0802N«, BTW) … Jetzt wüßte ich gerne, welche Maxtor-Modelle das betrifft; für ein echtes Server-Remote-Management wie eine eRIC-Karte war ich bislang auch zu geizig … Any Hints appreciated, werde jedenfalls gleich mal googlen.

SMS-Tricks 1.5

Dreist. Das finde ich nun mal wirklich dreist. Da schaltet man ein wochenlang nicht benutztes Mobiltelefon an und prompt trudelt wieder SMS-Spam ein. Der übliche Sermon von wegen Nachricht hinterlassen und so.
Neu, zumindest für mich: »antworte mit JA oder Stop […] um diese abzurufen.. diese Nachricht ist kostenlos« leutet es mich an.
Hallo? »Stop« zum empfangen? Geht’s noch? Ein bißchen fehlen mir grade zivilisierte Worte …

»Was ist ein Blog?«

Gute Frage. WAZ’ Weblog stellt sie und beantwortet sie auch: »Weblogs sind Tagebücher. In ihnen schreiben unsere Redakteure und bekannte Persönlichkeiten – ungeschminkt und offen.«
Abgesehen davon, daß in Blogs nicht zwingend und ausschließlich nur WAZ-Redakteure schreiben, scheint »offen« das Stichwort zu sein. Denn, wie schon vor ein paar Tagen thematisiert, das Weblog der WAZ ist offensichtlich dauerhaft inhaltsleer.
Offen sind insofern die Themen, die die WAZ gerne ansprechen würde (oder gibt es keine mehr?), offen scheint auch zu sein, welche Redakteure noch, im Vorgriff auf Westeins? ins WAZ-Web-Tagebuch schreiben sollen.
Tja. Waz wohl nix. Zum Glück gibt es ja noch andere Blogs — und neben Studivz auch noch andere Themen.

Schmutz, PR und ein Screenshot


Auszug aus angeblichem Orignal-Screenshot, komplett erhältlich an Don Alphonsos Blogbar.
So. Nun ist es draußen.
Don Alphonso hat die Drohung wahr gemacht und eine »Bombe« ins Netz gestellt: den, lt. Don Alphonso, orginalen Screenshot der vieldiskutierten Einladung zu einer Party des Studiverzeichnis‘ im Stile und unter der Domain voelkischer-beobachter.de. Die Rechtfertigung mit Satire bzw. das Eingeständnis, daß jene Partyeinladung ein Fehler gewesen sei, ist im Firmenblog des Studiverzeichnises zu finden. Man bilde sich ein Urteil …

Monstren, Mumien, Mutationen

… so hieß es in meiner späteren Kindheit des Nachts auf dem 3. (Fernseh-) Programm des NDR, wenn 40er-Jahre-Movies liefen. (Ja, ich bin nicht mehr ganz jung). Rückblickend ein nervenschonendes Programm, die Ungeheuer aus dem Amazonas waren aus erkennbarem Plastik statt wie heute als CGI lebensecht animiert (nein, ich spreche nicht von CGI im Webumfeld).
Unter dem Schlagwort allerdings kann man auch gut zusammenfassen, was heute in Kleinbloggerstdorf abgeht:
DonAlphonso:

# Kommentar von DonAlphonso, 15.11.2006, 0:43
Hinweis: gestern hat Holtzbrinck Ventures das PR-Ruder übernommen und auch gleich bei der Gelegenheit Journalisten gebügelt. Sie wussten beispielsweise, dass der Spiegel mit der Geschichte kommt. Den Screenshot bringen sie wegen der internationalen Probleme nicht.

 

# Kommentar von DonAlphonso, 15.11.2006, 0:53
Frankfurter Rundschau und Heise haben auch schon berichtet, und da kommt wohl schon noch was. SPON marschiert morgen ein, heisst es.

 
Bzgl. der Frankfurter Rundschau kann dies bestätigt werden … wenngleich so manches diskussionwürdige Thema nicht angeschnitten wurde; was ist mit der obskuren Partyeinladung (über eine URL mit dem Domainpart voelkischer-beobachter.de)? Warum löscht Studivz nicht augenscheinlich rechtsgelagerte Gruppen, derer es offensichtlich mehrere gibt? Es gäbe noch weitere Fragen … aber die Reporterkaravane muß weiter.

# Kommentar von DonAlphonso, 15.11.2006, 1:22
Geht schlafen, Jungs, geht schlafen. Morgen wird ein langer Tag. Sehr lang.
Und, Dariani: No way. Ausser, Du sagst es ihnen selbst mit Facebook. Ich gebe Dir Zeit bis morgen früh, 7 Uhr.

 
Manche Blogger möchte man latent nicht mal als Freunde haben ;)
Immerhin wurde das Rätsel um die angeblich in Bayern liegenden Rechte am ulkigen Beobachter gelüftet, der lt. Wikipedia initial nur ein »Münchener Beobachter« gewesen sein soll:

# Kommentar von DonAlphonso, 15.11.2006, 1:23
@ Oberlehrer: Völkischer Beobachter ist eine Marke des Eher Verlag Nachf., der im Besitz der NSDAP war und mit allen Rechten auf das bayerische Innenministerium übergegangen ist.

 
Naja, dann ist ja alles klar in der Hauptstadt der Bewewgung …

Whoa! Studivz/Ehssan: »Offener Brief: Fehler und Verantwortung«

Hmm. Nach dem »lesenswerten PR-Rührstück “Ich war gar nie nicht kein Nazi und habe massenhaft Juden im Keller die mir das so auch bestätigt haben”« (DonAlphonso) nun also, nur einen PR-VideoBlog später, Ehssan im Büsserhemd:

Zugleich habe ich zweifelsohne viel Mist gebaut. Einige Aktionen und Verhaltensweisen von mir waren nicht in Ordnung und falsch. Dafür stehe ich ein und übernehme die volle Verantwortung.
Konkret: Die Party-Einladung in Anspielung auf den Völkischen Beobachter war ein Fehler. Dafür und für die daraus entstandenen Missverständnisse möchte ich mich aufrichtig entschuldigen.

 
Auch wenn es nach Nachkarten klingen wird: dies schon vor zwei Tagen statt des Sermons in Eintrag 76 wäre ungleich ehrlicher ‘rübergekommen. Grade nach Eintrag 76 (als Screenshot vorliegend, veröffentlichte Daten sind ja grade im Studivz-Umfeld sehr volatil) vermag ich nun nicht einfach ein »Opps, sorry, wie dumm von mir. Mea culpa.« zu akzeptieren. Wie kommt es zu dem 180-Grad-Sinneswandel?

Weiterhin war der Umgang mit manchen […] und einigen Videos völlig unangemessen und unprofessionell. Auch in dieser Sache möchte ich mich für die entstanden Irritationen ehrlich entschuldigen.

 
Naja, ich war nicht abgelichtet; es stellt sich mir die Frage, ob denn die (unfreiwilligen) Interviewpartner konsultiert wurden und diese Abbitte überbracht?

Im Interesse von studiVZ und den 50 Arbeitsplätzen versuche ich in Zukunft den Ansprüchen an meine Position besser gerecht zu werden. Des Weiteren werde ich mich und meine private Person vom studiVZ Blog deutlich trennen.

 
Danke.

In letzter Zeit waren leider durch kommunikative Versäumnisse unnötige Spekulationen und unwahre Gerüchte entstanden. Datenschutz ist bei studiVZ das Thema, das die höchste Priorität und Aufmerksamkeit genießt: Es wurden und werden keinerlei Nutzerdaten aus dem studiVZ je an Dritte (Firmen, Investoren etc.) aus dem studiVZ weitergeleitet oder zugänglich gemacht.
In den kommenden Tagen werden wir sukzessive auf die Informationsbedürfnisse und offenen Fragen, aber auch falschen Behauptungen reagieren. Morgen Abend werden wir hier über unsere Finanzierung informieren.

 
Man darf also gespannt sein … Auch auf die Gefahr hin, Ehssan Dariani hier unrecht zu tun: das liest sich nicht irgendwie gar nicht wie Ehssan. Wortwahl, Satzbau, der gesamte Stil … Aber hey, Kleinbloggersdorf hat ja professionelle PR eingefordern, wollen wir also mal nicht schon wieder meckern ;)

Sale

Sommerschlußverkauf gibt’s ja nicht mehr, drum heißt es ja auch in Deutschland, wie in anderen Nachbarländern, nun »Sale«. Unwillkürlich fragt man sich, was diese Geschäfte wohl sonst das Jahr über machen … Naja. Marketing.
Wie die blockvölkischen Beobachter (Turi) kundtun, stehen einige der Domains von Ehssan Dariani, seines Zeichens kommunizierter Gründer und kommunizierender Frontmann der Berliner Niederlassung der StudiVZ Ltd., zum Verkauf, u. a. die durch unverstandene Satire berühmt-berüchtigten, sanft bräunlich-schimmernden Domains voelkischer-beobachter.de, voelkischerbeobachter.de und voelkischer-beobachter.com, auch letztere eingetragen auf

[owner-c] handle: 9179419
[owner-c] type: ORG
[owner-c] title:
[owner-c] fname: Ehssan
[owner-c] lname: Dariani
[owner-c] org: mencentric.de
[owner-c] address: Kaethe-Kollwitz-Strasse 15
[owner-c] city: Leipzig
[owner-c] country: DE
[…]
[owner-c] email: edariani@gmail.com
[owner-c] updated: 2005-10-19 14:28:08

 
Nunja, einfach freigeben tut der geschäftstüchtige Student von heute nicht mehr, das durfte das Blogvolk ja schon bei den gekrallten Domains der Studivz-Konkurrenz erleben. (An der angegebenen Adresse soll unbestätigten Links zufolge Lukasz Gadowski (openBC, Firma, Blog), hier im TechnologyReview-Interview, residieren. Verbindung zu Ehssan Dariani? Nun, Lukasz Gadowski ist Gründungsfinanzier der Studivz-Unternehmung …)
Komisch allerdings: ein Klick auf die Domains ergab (mit der jew. Domain) sämtlichst

Bei der Bearbeitung Ihrer Eingaben sind Fehler aufgetreten:
* Die Domain voelkischerbeobachter.de wurde verkauft oder ist nicht mehr verfügbar.
Bitte korrigieren Sie Ihre Eingabe.

 
Kalte Füße, heißer Deal (unwahrscheinlich bei 1-2 Aufrufen) — oder gefickt eingeschädelte Kampagne gegen Ehssan? No sé.
Apropros Verkauf: in Kleinbloggersdorf macht aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen das Gerücht die Runde, daß die ehemalig vorzeigbaren Führungsstudenten dabei wären, ganz nach dem Vorbild von Teilen der Finanziers, die schlechte Kopie Studivz an die florierende Mutter facebook zu verschachern.
Ob da was dran ist? Don Guiseppe Alphonso scheint das zu glauben:

Die echten Herausgeber des damaligen Völkischen Beobachters waren übrigens nicht in den USA, um sich dort an die Gegner zu verkloppen – wie heisst es nicht so schön?
“They don´t make Nazis as they used to.”

 
Es heißt wohl abwarten und Tee trinken — und für den, der keinen Tee mag, etwas zum entspannen.

PennerVZ: Großinvestor ante portas?

Wie PennerVZ selbst berichtet, habe ein Investor sich am PennerVZ beteil…
Ok, Spaß beiseite, aber über BasicThinking bzw. Arne Völker kommt man auf sehr nette Anzeigen; wer weiß, vielleicht noch brauchbar für den nächsten DCT BooCompany-Post? ;)
Spannend wird sicher auch morgen der Start der Anmeldungen beim PennerVZ zu beobachten sein. Sollten auch dort die Nutzerzahlen in den Himmel schießen, wird es wohl in Kürze die nächsten Soziale-Randgruppen-Portale geben … Vielleicht auch so wenige Web2.0 wie Studi- und PennerVZ, aber wen kümmert die Technik, wenn der (Ver-)Kaufspreis stimmt?

WAZ Weblog — sprachlos

Hmm, das scheint ein längerer Weg zu werden mit dem Projekt Westeins; heute war zeitweise (und ist zur Stunde noch) der WAZ Weblog jedenfalls ziemlich leer, Screenshot der grauen Ödnis anbei …
Natürlich kann das mal vorkommen, aber schon über 90 Minuten? Für ein Unternehmen mit derart großen Plänen, noch dazu ein alt eingesessenes Medienunternehmen und kein Wohnzimmer-Startup, ist das meines Erachtens ein etwas schwaches Bild. Auch das klicken in den Kalender funktioniert, stichprobenartig, bis zurück in den Juni nicht — bzw. bringt nur wieder dieses triste Bild.
Hoffen wir einfach, daß man beim Projekt Westeins genauer arbeiten wird, sonst wird das eher keine Neue Heimat für Surfer im WAZ-Gebiet.
Apropros WAZ: Über den scheinbar wenig recherchierten Artikel zu Studivz breitet man besser schnell den Mantel des vergessens aus. Am »13.11.2006« veröffentlich, darf man eigentlich aktuellere und kritischere Berichterstattung erwarten – siehe »Boulevardpresse« (Dariani) und Online-News des Heise Verlags gestern …

Gedanken & Kommentare

Da sich die Technik von dittes.info mir versperrte (Beitrag absenden scheint ohne Flash nicht zu gehen?), meine länglichen Ausführungen zu Andreas Dittes’ Kommentar halt hier. It’s a linked world, after all … Andreas schrieb in der Diskussion zum Ehssan-Essay:

aber wenn du den ubahn-clip erwähnst: die art, wie der durch die kritik hochgepusht wurde, hilft sicher nicht den zwei jungen frauen, weniger gesehen zu werden. das ist wie terror mit krieg zu bekämpfen.

 
Ack soweit; allerdings sehe ich keine triviale Möglichkeit, das Verhalten des D. öffentlicher zu machen ohne auf die von ihm veröffentlichten Videos direkt hinzuweisen. Im Falle des für den BOO scheinbar wiedereingestellten S-Bahn-Videos – IMO nicht unproblematisch, schon weil man dem Urheber, E. D. bzw. K. H., die Möglichkeit der Verbreitungskontrolle nahm oder sie zumindest erschwerte -, ja, rückblickend hätte man, ich schließe mich da ein, dieses, inkl. Bericht darüber, deshalb ausschließen sollen. (Wenig beleuchtet wurde in dem Zusammenhang bislang die Rolle K. H.s, der ja “Ehssan und die Frauen” titelte und seinen Film des filmend baggernden E.s auf YouTube unter jenem Titel einstellte. Sowas macht man eigentlich zumindest nüchtern nicht ohne Hintergedanken, oder? Habe ich jedenfalls bislang nicht so ganz verstanden, was das sollte; Beginn einer Quellensammlung für eine Biographie?)
In keiner der filmischen Eskapaden E.s, die ich bislang gesehen habe, findet sich eine Einverständniserklärung zur Veröffentlichung – auch wenn E. im VZ-Promo-Video ja vor dem Ausblenden noch murmeln darf, daß alle bei ihn gewußt hätten, daß er sie interviewen würde. Und zumindest bei der Eisverkäuferin, gefeatured auf studivz.net/blog, für das die Firma und nicht E. privat verantwortlich zeichnet(e?), würde ich bezweifeln, daß sie die Veröffentlichung »in nem Blog« so toll fände. Wie damit umgehen? Totschweigen? Bearbeiten mit schwarzen Balken vor den Gesichtern (was erneute Veröffentlichung bedeutete)? Wenigstens, schwacher Trost, warf die Szene im Berliner Untergrund ein weniger, ahem, fragwürdiges Licht auf die »Interview«-Opfer als diese Geschichte auf dem (Party-)Klo.
Ich frage mich allen Ernstes, ob E. den Kram demnächst als Satire auf die überbordende Sensationsgier der Medien zu erklären plant. Stichwort dann “Gladbeck”?

ausserdem müsste man sich dann auch auf mehrere zehntausend videos im internet beziehen, auf denen einen ähnliche bedingung vorherrscht und diese mit der gleichen eifer ankreiden.

 
Nein, ich sehe hier schon eine ganz besondere Konstellation. Jemand, sei es gezüchtetes Aushängeschild (Don deutete sowas IIRC an) oder genialer Visionär, läßt ein erfolgreiches US-Portal nachempfinden, findet Geldgeber, geht Live, hat Erfolg und wird damit in diversen Publikationen vorgestellt. Es geht soweit, daß die Äußerung »Deutschland kann mehr solche Typen brauchen« fällt.
Nun gut, was er in seinem stillen Kämmerlein mit sich oder anderen anstellt: seine Sache. E. aber trägt seine Videos in die Öffentlichkeit und spannt sie vor den Karren der »VZ-Bewegung«, wie er auch das »Kampfblatt der nationalsozialistischen Bewegung« vor den schon flott laufenden Karren Studivz spannt. Kurz: ich sehe schon auch einen qualitativen Unterschied, ob ein, zumindest Mainstreammedien zufolge, Vorzeigeunternehmer im Unternehmensblog zur Untermauerung des »kuschelweiches Studiprojekt«-Eindrucks derlei veröffentlicht — oder ob ein Netznovize dies tut.
Soweit die initiale Erwiderung auf Andreas’ Kommentar …