Der Urlaub ist vorbei, der Alltag hat mich wieder. Mit ihm kommen dann so Alltäglichkeiten wie »Papa, ich brauch’ ein Bild für’s Freundebuch von XYZ«.
Eigentlich eine dieser 5-Minuten-Sachen — ohne Heim-IT wären’s wohl wirklich 5 Minuten: Bild suchen (ok, DAS kann länger dauern ;)), Bildausschnitt ggf. anpassen, Hochladen, in drei Tagen als Foto in den Händen halten. Nur nützt ein normales Foto nicht zwingend was, übliche Fotofelder in Freundebüchern – hießen die nicht früher mal »Poesiealben« oder verwexel ich da was? – scheinen eine Breite von kleiner-gleich 6 cm zu haben, das Fragliche bot Platz für 6×7. Ich hab’ jetzt nicht geguckt, gibt’s das Format bei den einschlägigen Fotodienstleistern?
Anyway, normalerweise erschlage ich
derlei mit einem Ausdruck vom Farblaser (Konica-Minolta magicolor 2430DL, Jahres-End-Kauf vom Aldi vor 1,5 Jahren, IIRC) – Farben sind weitgehend stimmig, Qualität ausreichend und hinreichend wischfest ist es auch, auch auf leicht glänzendem Papier.
Tja. Nur leider hat der magicolor rechtzeitig in der ersten Urlaubswoche, pünktlich vor dem Ausdruck der Steuererklärung, den Geist aufgegeben; das Display zeigt nichts mehr an – auch keine Fehler :( –, eine IP-Adresse holt sich der Drucker via Ethernet auch nicht mehr. Und 4 Wochen Stromlosigkeit haben ihn leider auch nicht reanimiert: It’s Dead, Jim :(
Also back to Tintenpisser, hier: HP OfficeJet 56xx All-In-One, denn ein Tischfaxgerät hat einen ungleich höheren WAF als bisherige Lösungen mit Flachbettscanner und Hylafax o. ä. … Die letzte Druckaktion mit diesem liegt also vier Wochen zurück, die 30+ Seiten für das jährliche Steuerlotto.
Gut, ich gebe zu, ich habe eigentlich aus bisheriger Erfahrung insbesondere mit HP (und Samsung/Lexmark) nichts anderes erwartet, aber ob des Ergebnisses des Ausdrucks war ich dann doch erzürnt — die bekannt ungünstigen HP-Tintenvorratsdruckköpfe sind grade mal rd. zwei Monate alt und schon wieder Sondermüll? Entzückend.
Entsprechend sinnvoll ist es denn auch aus meiner Sicht, einen HP-Tintenpisser als Fax-Gerät zu nutzen (z. B. in Form eines All-In-Ones); wenn denn mal ein Fax kommt, bemerkt die supertolle Elektronik der Druckköpfe natürlich nicht, daß hier ohne Tinte auf weiß gedruckt wird und man hat ein unbedrucktes, bestenfalls die oberste Zeile hat am Anfang noch Tintenflecke, Blatt im Ausgabefach. HP Invent: the white-on-white printout …
Daß es durchaus anders geht, beweißt für mich Canon; einen iP4300 habe ich mir vor geraumer Zeit mal zum Bedrucken von CDs bzw. DVDs zwecks Datenarchivierung gekauft; leider wird dieser Drucker nur von nicht freien Treibern (Turboprint für Linux, IIRC, und natürlich Windows) unterstützt. Der letzte Versuch vor ein paar Monaten mit dem damals neu installierten Fedora (Core?) 8 zeigte zwar leider keine Verbesserung der Linux-Unterstützung; aber(!) der Canon druckte nach rd. 6 Monaten Auszeit vom Start weg(!) in allen(!!) Farben. Und das, liebe HP, ohne verkackte patentierte Chips auf den Druckköpfen, die offensichtlich eben nicht dazu dienen, die Enduserexperience zu verbessern (z. B. durch Warnung vor einem nicht sinkenden Füllstand während des Drucks, sprich: Druckkopf eingetrocknet), sondern nur zur Absicherung des Geschäftsmodells: Drucker billig, Tinte exorbitant teuer. HP Invent eben.
Wie paßt das wohl zu Themen wie »Green IT« oder »Nachhaltigkeit«?
Von den Schwierigkeiten, eine Community zu bauen
Als am Freitag Berichte über »Vorkommnisse« bei Blastwave, einem beliebten Repository für precompiled Solaris-Binaries, die Runde machten, war ich erst amüsiert. Daß der Domain- und Namensrechteinhaber schon in der Vergangenheit Leute ausgesperrt haben soll, die sein AAL-Modell erst erfolgreich gemacht haben – AAL (Andere arbeiten lassen) geht nicht mehr so gut, wenn man den Anderen die Möglichkeit zur Arbeit nimmt –, das klingt zu popcornlastig um wahr zu sein.
In der heutigen Zeit empfinde ich es zunehmend lästig, daß ich unter Solaris mir Software meist selbst besorgen, selbst übersetzen und die Installation auch noch selbst verwalten muß; unter Linux mache ich nur noch seltenst den »configure; make; make install«-Dreisatz. Daß apt-get bzw. yum kein Ergebnis bringen, ist unter Red Hat/Fedora, erst recht aber unter Debian, die große Ausnahme (patentproblembeladene Multimedia-Themen einmal außen vor gelassen) und die Nutzung der paketierten Software ermöglicht erst eine sinnvolle Versionierung und ggf. auch ein Downgrading einzelner Pakete. Das alles geht Sun Solaris eher so ab, zumindest beim bis Solaris 9 aktuellen Packaging Subsystem. Blastwave und pkg-get schienen da ein Weg zu sein, auch dem gemeinen Entwickler das Leben zu erleichtern.
Und nun streiten sich Projektinitiator und Projektarbeiter?
Hintergrund der Aktion waren jedoch Streitigkeiten über die generelle Ausrichtung von Blastwave, die schon länger schwelen. Dennis Clarke, seines Zeichens Eigentümer der Marke Blastwave, Admin und derjenige, der die Hardware-Infrastruktur des Projekts stellt, wollte vor allem Pakete für Solaris Express und OpenSolaris bereitstellen und hielt die Zeit für reif, die Solaris-8-Unterstützung zu beenden. Viele Maintainer jedoch, darunter auch pkg-get-Vater Philip Brown, hatten vor allem das Ziel, die auch von Sun offiziell unterstützten und stabilen Solaris-Versionen 8-10 mit Paketen zu versorgen. Das erste Mal eskalierte der Streit im Mai dieses Jahres, als Dennis Clarke den Account von Phil Brown für zwei Wochen sperrte. In dieser Zeit erschienen keine neuen Pakete, da nur Brown über den Schlüssel zum Signieren verfügte.
Quelle: heise online
Fest dürfte nun stehen, daß das Repository einen anderen Namen bekommen wird; ich kann mir nicht vorstellen, wie man so weiter zusammenarbeiten will. Fraglich, ob Sun sich mit den aktiven Maintainern einigen kann und es einen rechtlich, technisch und administrativ abgesicherten neuen Repository-Master kurzfristig geben wird. Ein zentrales, zuverlässiges und integeres Repository für Sun Solaris-Packages sehe ich jedenfalls als conditio sine qua non für das Überleben von Solaris als Basis für Web2.0-Dienste an. Da sind Linux-Distributionen als auch die *BSDen viel viel weiter als Sun mit Solaris. (Daß dazu ein Package-Management mit umfassender Dependency-Behandlung gehört, dürfte klar sein, oder?)
Ich weiß nun zu wenig über die Analen von Debian, dort allerdings scheint das Setup von Individuen weitgehend unabhängig zu funktionieren. Bei Red Hat/Fedora gibt es einerseits die vom Distributor betriebenen bzw. unterstützten Repositories als auch private, teilweise leider nicht zueinander kompatible, Repos. Die Manigfaltigkeit der RPM-Dielekte macht es zudem unntötig schwer, ein Sourcecode-Package (.src.rpm) einer anderen Distribution für Red Hat/Fedora zu übernehmen, die unterschiedlichen Packagenamen tun ihr übriges — der Wunsch, »welcome to dependency hell« nicht mehr zu erleiden, war für mich z. B. ein Auslöser, meine privaten Server von Fedora/CentOS auf Debian (und die Nicht-Server von Fedora auf Ubuntu) zu migrieren.
Ich bin gespannt, wie das Thema »Blastwave« nun weitergeht. Ich werde das wohl am Beispiel von Nexenta, das ja auch betroffen ist, weiter verfolgen.
Erste EIndrücke: Online mit der ICQ- bzw. United Mobile Data-SIM
Im Nachgang des letzten Urlaubs dieses Datenreisenden ist diese Woche dann auch meine ICQ-SIM eingetroffen. Und ich überlege ernsthaft, diese zu meiner neuen primären Nummer zu machen und die in über 11 Jahren gehegte und gepflegte 0172er-Nummer auf’s Prepaid-Wartegleis zu schieben. Daß United Mobile bei den Data-SIMs auf Vodafone zurückgreift, mithin die Erreichbarkeit sich nicht ändern würde, sieht man von potentiellen Problemen bei United Mobile an, wäre dabei ein netter Nebeneffekt.![]()
Aber warum sollte ich das tun wollen? Nun, zum einen zahle ich mittlerweile für UMTS-Paket und allen möglichen Kram, den man zwar flink bestellen aber nicht mehr abbestellen kann (zumindest nicht online), monatlich einen dicken Batzen an Vodafone — und nutze verschiedene der Super-Duper-Inklusiv-Wasauchimmer gar nicht aus. Zum anderen erhoffe ich mir ja noch eine Abschreckung bei den Callcentern, wenn ich eine Liechtensteiner Mobilfunknummer angebe; rufen sie doch an, war’s für sie wenigstens teuer und für mich
und für mich kostenlos — eben anders als dieses Jahr, als mich spät abends irgendeine Pißnelke anrief, »Guten Tag, ich bin Herr $SOWIESO von $WASAUCHIMMER, …« wodrauf ich nur ein hastiges »Und ich bin im Ausland. Nein Danke.« auflegend erwiederte. Trotzdem hat’s mich rd. 60 Cent gekostet — bei United Mobile wäre auch dieser Anruf an mich kostenlos gewesem …
Aber zurück zum Datenpart; an sich funktioniert die ICQ-SIM – im folgenden Gesagtes bzgl der ICQ-SIM ist, es sei denn das Gegenteil steht ausdrücklich dort, auch übertragbar auf die UM-DATA-SIM – super, nachdem man die augenscheinlich nicht optionalen Werte »Username» und »Password« denn auch wirklich überträgt. Dies ist ein erster Unterschied zu anderen GPRS-Zugängen, wo i. d. R. anhand der APN-Angabe der Zugang erlaubt wird oder nicht (z. T. auch – das Wort Gebührenfalle fällt einem spontan ein – zu deutlich teureren Tarifen als vielleicht gewünscht).
Anders als bei D1, D2 und o2 (zu e-Plus kann ich nichts sagen), TIM oder auch WIND bekommt mein pppd unter Linux leider keine DNS-Server übermittelt, stattdessen werden lustig 10.11.12.13 und .14 eingetragen — damit ist dann Internetnutzung nur eher eingeschränkt möglich, zumal Anfragen an andere Nameserver augenscheinlich aktiv geblockt oder passiv verschluckt werden (Anfrage kommt beim Nameserver an, dessen Antwort aber passiert nicht das NAT-Gateway von United Mobile). Dank des auf dem Akoya Mini installierten Windows konnte ich aber immerhin über diesen Umweg die Nameserver von United Mobile in Erfahrung bringen:
PPP-Adapter HUAWEI3G.ICQ: Verbindungsspezifisches DNS-Suffix: Beschreibung. . . . . . . . . . . : WAN (PPP/SLIP) Interface Physikalische Adresse . . . . . . : 00-53-45-00-00-00 DHCP aktiviert. . . . . . . . . . : Nein IP-Adresse. . . . . . . . . . . . : 172.31.23.37 Subnetzmaske. . . . . . . . . . . : 255.255.255.255 Standardgateway . . . . . . . . . : 172.31.23.37 DNS-Server. . . . . . . . . . . . : 212.47.170.2 212.47.171.2 Primärer WINS-Server. . . . . . . : 10.11.12.13 Sekundärer WINS-Server. . . . . . : 10.11.12.14 NetBIOS über TCP/IP . . . . . . . : Deaktiviert
Über ein Skript in /etc/ppp/ip-up.d/ trage ich bei Einwahl bei UM nun jene Adressen in /etc/resolv.conf ein; es scheint ein nicht seltenes Problem zu sein, auch ein Debian-Bugreport exisitiert — wär’ jetzt schön, wenn Linux’ PPP nicht schlechter funktionieren würde als der Windows-Kram …
Von diesem Detail abgesehen – das eher Linux’ PPP-Daemon denn dem Anbieter anzulasten sein bzw. von den Anbietern auf Basis von »es tut ja unter Windows« als Endkunden-PC-Problem eingestuft werden dürfte –, funktioniert die ICQ- bzw- UM-DATA-SIM gut, verglichen mit manchen Tarifen großer Mobilfunkanbieter ist sie zudem für gelegentliche Nutzung günstig — zumal bei Nutzung im Ausland. Das verwendete Netz ist vielfach das der lokalen Vodafone-Dependance — das sollte meistens einen guten Netzausbau, auch mit UMTS/HSxPA. ergeben. SMS-Versand zu 19 Cent/SMS bei der ICQ-SIM ist meines Erachtes selbst innerhalb Deutschlands ein konkurrenzfähiger Preis. Was ich noch nicht ausprobiert habe ist MMS — da dafür keine Preise genannt werden, fürchte ich mal, daß dieser Dienst nicht angeboten wird; sollte dem so sein, eignete sich die ICQ-SIM zwar für rückständige Geräte wie das iPhone, nicht aber für moderne Kamerahandies, wo MMS seit ca. 10 Jahren zum Standard gehört. das fände ich latent schade, grade bei einem »ICQ«-gelabelten Produkt, welches sich eher an Junge Leute richtet …
Wermutstropfen ist allerdings die derzeit fehlende Rückwärtsauflösung für die Adressen, mit denen man über United Mobile ins Internet gelangt; inwiefern einem das Probleme macht, wird man selbst herausfinden müssen. Die Hotline konnte mit dem Begriff schon mal nichts anfangen, aber man wollte immerhin meinem Wunsch entsprechen und die diesbezügliche Meldung an den technischen Dienstleister weiterleiten.
4765
Schon erschreckend; seit zwei Tagen mache ich ssh-Spielkinder per iptables glücklich. Lt. Logfile wurden über 4700 zeitlich beschränkte Sperren konfiguriert in diesen rd. 48 Stunden …
Scam?
Journey's End
Das war’s dann erstmal mit Urlaub 2008. Ab Montag hat mich der Alltag wieder … Lt. Google Maps liegen 3.668 km hinter uns, es ging von Gütersloh nach Noville am Genfer See in der Schweiz, geplant war die Weiterreise nach Spanien. Aufgrund der (Regen-) Wettervorhersage für Blanes kam, nach einer Regennacht in der Schweiz, die Planänderung auf Italien. Immer dem dräuenden Regen einen Schritt voraus, landenten wir erst in bei Fano in den italienischen Marken, wo aus einem Erholungsstopp doch eine Woche Urlaub wurde. Lästig war die den Platz vom Strand trennende Bahnlinie, und einer weiteren Schlechtwettervorhersage glaubend, ging’s dann weiter in die Gegend von Vieste am Gargano-Nationalpark in Apulien.
14 Nächte – mit herrlichen Sonnenuntergängen als auch Sonnenaufgängen – folgten dort, wo vor einem Jahr der Wald in Flammen stand — und was das feuer überstanden hat, ist jetzt zurückgestutzt und zeigt die Brandspuren deutlich.
Die Gegend des Gargano ist eine völlig andere als die Maremma/Toskana; die Straßen quälen sich die Berge, die gleich nach dem Meer hochschnellen, rauf und wieder runter, Einkaufsmöglichkeiten á la großem Supermarkt oder gar einem Centro Commerziale gibt es kaum (das nächste große Einkaufszentrum war vor Manfredonia, rd. 1 Stunde bei V[sub]avg[/sub] von unter 50 km/h entfernt), den Touristenbedarf decken entweder kleine, spezialisierte Touri-Supermärkte oder die, teilweise Tante-Emma-Länden gleichenden, Supermercatos der Einheimischen. Letztere scheinen teilweise kleiner als die zu ihnen führende Beschilderung …
Anyway, mehr ggf. später; auch diese Gegend Italiens hat mir gefallen, allerdings, anders als in der Toskana, kann ich mir dort nicht wirklich vorstellen, seßhaft zu werden. Gefühlt ist man dort entweder Oliven-Öl-Presser oder Fischer — und definitiv besser gut zu Fuß, denn Straßen und Wege sind überwiegend steil.
Wie schon erwartet, schenke ich TIM wieder notgedrungen den Großteil des Prepaid-Traffics:
Hai a disposizione 6425.01 MB residui di traffico dati verso ibox.tim.it.
Immerhin, 2,5 GB scheine ich dieses Mal ja abends und ganztags von Freitag, 17 Uhr bis Montag, 9 Uhr, durchgebracht zu haben …
Wie es bei WIND aussieht, kann ich leider nicht checken, www.155.it findet wohl seine Datenbank nichtwieder:
Call to WPG_SESSION API Failed. Error-Code:20000 Error TimeStamp:Sun, 3 Aug 2008 21:56:56 GMT Database Log In Failed TNS is unable to connect to destination. Invalid TNS address supplied or destination is not listening. This error can also occur because of underlying network transport problems. Verify that the TNS name in the connectstring entry of the DAD for this URL is valid and the database listener is running.
Meine United Mobile-Data-SIM habe ich mir dann doch neu nach Italien schicken lassen, dieses Mal hat’s auch geklappt und ich konnte auf der Rückfahrt durch Österrreich sie kurz testen: Man bekommt Adressen aus einem Pool »MOBILKOM-LI« (213.33.90.0 – 213.33.90.255), IP-mäßig ist man damit dann Liechtensteiner/Österreicher (Mobilkom Austria scheint involviert zu sein). In D und IT ist der Roamingpartner Vodafone, in Österreicht war’s A1. Leider scheint die Abrechnung nicht zu klappen wie erwartet, statt 0,99 EUR/MB verrechnete United Mobile diese Sessions zu einem MB-Preis von 1,39 EUR; eine Anfrage ist raus …
Aber auch das ist deutlich billiger als das, was die deutschen Raubritter
mir abgenommen haben — für die Verbindungen, die mein N810 dummerweise auch im Ausland über meine »Internet-Pack-L«-SIM aufbaute, 25 EUR für 10 MB. Ja, surfen im Ausland ist eine Wohltat für die gebeutelten deutschen Netzbetreiber. Nur: bei derart unverschämten Griffen in die Geldbörse der Kunden – im Inland sind für 25,– 5.000 bis 10.000 MB drin! –
dürfen sie sich nicht wundern, daß Kunden von ihren Vorteilen in Europa Gebrauch machen und sich im Ausland mit SIMs eindecken, weil es einfach über den deutschen Netzanbieter unverschämt teuer ist.
Aber nunja, das ist eben Lehrgeld, welches man wohl zahlen muß; der nächste Urlaub wird dank dann vorhandener United-Mobile-Ausstattung sicher günstiger sein als das, was die normalen Roamingkonditionen hergeben. Neben den geringeren Minutenpreise für ausgehende Gespräche schlägt bei aktiver Nutzung auch der Preis von 0,28 EUR/Minute bei ankommenden Gesprächen zu Buche. Sicher, das ist ales schon günstiger als noch vor einigen Jahren, aber es geht auch deutlich günstiger:
27.07.2008 21:13:08 Ausgehendes Gespräch 4947xxxxxxxx ITALY 0,29 00:10:55 -3,44
Wie war das, ausgehende Anrufe »nur« 0,58 EUR/Minute, also 6,38 EUR hätte das Gespräch über normales D2-Roaming gekostet?
Aber genug gegrantele über die Roaming- und Datentarif-Abzocke ;)
Eine Lanze für United Mobile
Ich weiß nicht, ob der Autor, Urs Mansmann, des heise-online-Artikels »Mit dem Handy unterwegs« vom gefeatureten Anbieter global günstig nutzbarer SIM-Karten, der dort mehrfach genannt wird, »gesponsort« wurde; ich will das auch nicht unterstellen. Nach meinem ersten Urlaub mit United Mobile-SIM statt Selfmade Callback via Asterisk möchte ich United Mobile einfach einmal loben.
Gut, die Zusendung der Data-SIM hat leider nicht ganz geklappt (trotz anderslautenden Bestätigung nicht am rechtzeitig per Express rausgegangen) und bei der Zusendung an den Interims-Urlaubsort gab’s Kommunikationsprobleme (auf meine Anfrage, ob eine Zusendung nach Genf möglich wäre, wurde die SIM nach Genf geschickt; diese Information ist wohl einem vollen Mailserver zum Opfer gefallen und so liegt meine UM-Data-SIM wohl noch in Genf auf dem Postamt zur persönlichen Abholung), aber alles wurde weitestgehend wieder aufgelöst (am Mittwoch wurde der Auftrag seitens UM wie per eMail besprochen storniert und per PayPal der Rechnungsbetrag mir wieder gutgeschrieben). Aber das Theater hätte ich auch vermeiden können, hätte ich mich nicht erst eine Zeitwoche vor geplanter Abfahrt zum Kauf entschlossen …
Kurzum: zuvorkommender, kundenorientierter Service bei United Mobile, gepaart mit interessanten Produkten wie der Data-SIM – einer 3G-SIM, die in vielen Ländern das Surfen ab 0,99 EUR/MB (zzgl. 0,39 EUR/Verbindung) ermöglicht – oder der ICQ-SIM – im Prinzip eine UM-Data-SIM (evtl. GPRS-only?) mit besonders auf’s chatten fokussierten Tarifen, 0,19 EUR pro gesendete SMS, 1,17 EUR/MB (0,39 EUR/333 KB) zzgl. 0,39 EUR pro Tag der Datennutzung –, welchen zumindest der im heise-online-Artikel gefeaturete Anbieter nichts vergleichbares entgegen zu stellen hat. Daß man über diese SIMs mit Data-Option in vielen Ländern kostenlos erreichbar ist (Anrufer wählt Liechtensteiner Mobilfunknummer) und ausgehende – per Callback realisierte – Telefonate ab 0,29 EUR/Minute (zzgl. 0,25 EUR für den erfolgreichen Verbindungsaufbau zur Zielrufnummer) führen kann, ist tendentiell ein echter Mehrwert — meine Data-only-WIND-SIM belegt derzeit ein Handy, welches als BT-Surfmodem dient, telefonieren darf (kann) ich damit aber nicht mehr.
Natürlich bietet United Mobile, wie auch GlobalSIM, ganz normale SIMs für Sprachkommunikation an. Aber grade die Optionen auf relativ günstige Datennutzung – im Nachhinhein wäre über die UM-Karte mich das Nachsehen, welchen Text ich TIM SMSen muß, damit der gewünschte Tarif gebucht wird, signifikant günstiger gekommen – halte ich für eine wichtige Innovation; wer länger in einem Land bleibt, wird sich vor Ort informieren müssen. Aber auch das geht deutlich besser, wenn nicht jedes MB 6 EUR kostet wie hier bei TIM, und wenn man es weiß, lassen sich Daten ja auch sparen (keine Bilder nachlagen o. ä.).
Geht doch nach drüben Italien!
Grade im Feedreader gefunden:
Seehofer fordert Schaffung eines Michfonds
from NETZEITUNG.DE
Der Bundeslandwirtschaftsminister hat zusammen mit Milchbauern, Molkereien und Handel ein Maßnahmenbündel geschnürt. Bauern-Präsident Sonnleitner forderte eine schnelle Umsetzung.
Dieses Gejammer der Bauern geht mir gehörig auf den Piss, um es mal plakativ zu formulieren. Hier, d. h. aktuell Süditalien, liegt der Endkundenpreis pro Liter Milch bei 1,50 EUR und aufwärts. Meinethalben darf er dort auch in D landen — aber, was wollen wir wetten: dann jammern die Bauern über den mangelden Absatz und dadurch verfallende Erzeugerpreise … ganz abgesehen davon, daß zunehmend Kritik laut wird am Nahrungsmittel (Kuh-)Milch.
Auch wenn nächstes Jahr (wohl erneut nicht verfassungsgemäße) Bundestagswahlen sind: Berlin, halte Deine Finger im Zaum und Dich mit neuen halbgaren Regelungen bitte zurück!
No Fon in Sight *sigh*
1 Jahr danach
Ich muß gestehen, ich habe die Nachrichten über Waldbrände in Südeuropa nach meinem Urlaub 2007 nur am Rande verfolgt — es betraf ja niemanden, den ich kannte. Ein neu angekommender Deutscher allerdings wies mich kürzlich darauf hin, daß es – entgegen anderslautenden Berichten – hier im Villaggio Camping Internazionale Manacore durchaus gebrannt hat; er berichtete, daß rd. der halbe Platz Opfer der Flammen wurde, daß es dort, wo wir jetzt stehen, vor dem Feuer schönen alten Baumbestand gab, der sowohl Schatten spendete als auch den Wind minderte (3 Tage und Nächte bei Windstärke 4 bis 5 lt. wetter.com mit Böen von über 70 km/h haben wir hier schon gehabt), daß er sein Zelt 2007 hier verloren habe, nur »ein kleines Häufchen schwarzer Reste« seit übrig geblieben.
Mit dem Wissen – Hintergründe siehe die damalige Berichterstattung in Österreich, dem Abendblatt oder dem Göttinger Tageblatt – erklären sich dann manche Sonderbarkeiten. Nämlich warum der Bereich hier am Wasser so spärlich bepflanzt ist, warum die im Plan eingezeichnete Pizzeria jetzt scheinbar ein Gästehaus ist, warum viele Bäume dermaßen radikal beschnitten sind in einer Gegend, wo man doch jeden Schattenspender wilkommen heißt …
Von »Das große Feuer am 24.07.2007 hat der Platz fast unbeschadet überstanden. Schnell waren die verbrannten Stellen aufgeräumt und nach 2 Tagen war fast nichts mehr zu sehen.« ist die Realität hier dann doch weit entfernt, wie bei locr zu sehen ist: die terrassenartige Anlage am Ufer ist nur mit dürren Setzlingen bestückt, viele Bäume in diesem Teil sind massiv beschnitten und werden Jahre brauchen, um wieder Schatten spenden zu können. Viele anderen Bäume sind auch nur noch als Stumpf erhalten, etliche tragen Brandflecken als stumme Zeugen … Auf dem Weg von Peschici hierher sind uns schon sonderbare Wälder voller schwarzer toter Bäume aufgefallen; man kann sich nur vorstellen, wie maerisch es vor dem Brand in der Gegend ausgesehen haben muß.![]()
Um nicht den falschen Eindruck zu erwecken: die Gegend hier ist schon bombastisch, wer nur Wert auf seine Bräune legt wird ebenso fündig wie Leute, die sich an der Natur erfreuen können; Wanderungen durch den Gargano müssen ein Erlebnis sein — nicht nur wegen der Temperaturen :-) Wir sind nun, andere Wege gibt es auch nicht, mehrfach durch den Gargano-Nationalpark gefahren, es ist umwerfend. Zugegeben, die Serpentinen, die dauernden Kurven, der resultierende Schnitt von ca. 40 km/h — all das nervt kollossal, wenn man nur von A nach B möchte. Aber die Landschaft ist einfach atemberaubend! (Wenn das bekiffte Ubuntu 8.04-Upgrade nicht so grandios all das kaputt gemacht hätte, was unter 7.10 tadelllos ging, hätte ich auch mehr Bilder beigepackt anstelle nur Verweisen auf locr …)
