Why Sony sucks¹

Meinen Frust über Sonys arrogante, erpresserische und insbesondere zur Sippenhaft neigende Verhaltensweise habe ich mal niedergeschrieben.
Nach wie vor finde ich nicht, wo ich mich verpflichtet hätte, neue, meine Nutzungsmöglichkeiten beschränkende neuere Firmwares einzuspielen (bei meinem alleinigen Risiko übrigens; charmant); und da Sony bislang keinen Beweis geliefert hat, daß “Other OS” – ein offiziell von Sony beworbenes Feature der PS3 – die Systemsicherheit plötzlich beeinträchtigte, halte ich diese sippenhaftartige Entfernung einer dokumentierten und beworbenen Nutzungsoption auch nicht durch Sonys Recht auf Entfernung von Sicherheitsrisiken gedeckt (mangels eben jenem).
So heißt es nun abwarten, ob dem Studenten, der Sony das Pipi in die Augen trieb, der Zaubertrick gelingt, eine (unentdeckbare) custom Firmware für ein 3.21 mit »Other OS« bereitzustellen — und wenn, wie er sich Sonys Rechtsstreitmacht zu entziehen gedenkt, denn eine Reproduktion des Sony-Eigentums in der Firmware wird Sony sich kaum bieten lassen. Es bliebe also nur das »AVM-Modell«, d. h. ein Programm ändert die legal von Sony runterladbare FW und baut daraus ein von der PS3 akzeptiertes, neues, Image. (Naja, und nach der Analyse dieser CFW 3.21 wird Sony dann eine inhaltlose 3.22 hinterherwerfen … Wer wohl zuerst aufgeben mag..?)
Technisch ist dem kaum beizukommen, es wird ein Hase-und-Igel-Spiel bleiben, mit wechselnder Besetzung der Figuren »Hase« und »Igel«. Treffen – und ggf. zum Einlenken bringen – kann man Sony nur dadurch, sie dort zu treffen, wo der Dickhäuter es auch merkt: beim lieben Geld. Also sind juristische Virtuosen gefragt, die das gesamte Instrumentarium drauf haben und Sony pro PS3-Altnutzer nennenswert Geld kosten (die ca. 20% via – angeblich; habe bislang nur »Berichte vom Höhrensagen« gefunden, also »der Freund einer Cousine kennt wen, der gehört hat, daß seinem Nachbarn ein Artikel bekannt ist, wonach jemand von Amazon UK Geld zurückbekommen haben soll … oder so« – Amazon UK wären ein super Einstieg). Ferner sollte jeder mit »Draht zur Politik« (und/oder der EU ;)) Sonys Vorgehen dorthin tragen; und schlußendlich schadet es sicher nicht, auch außerhalb der einschlägigen Foren über Sonys Machenschaften zu berichten. Wahrheitsgemäß, denn die Wahrheit ist abstoßend genug (»Enteignung« und »Erpressung« fallen mir hier umgangssprachlich ein).
Spread the word!
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¹ in my humble opinion; your mileage may vary, no liability assumed

Kraftwerksersatz per Post

(Blogged via flickr)

Als ab Freitag abend einer meiner SheevaPlugs nur noch hektisch blinkte, summte ich schon heimlich den Goodbye-Data-Blues. Gerät einschicken mit nicht gesicherten Entwicklungsquellen auf dem internen Flash – das doof. Aber ich hatte ja in UK gekauft, bei NewIT; gegen 19 Uhr MESZ Problem per Mail geschildert, erste Antwort gegen 21 Uhr. Montag dann wurde ein Ersatznetzteil (der silberne Kasten) aus Norfolk losgeschickt, ich hab’s heute getauscht und mein SheevaPlug rennt wieder! So sollte Kundenservice sein!

Kamera: Motorola Milestone (f/2.8)

Sony vs. Linux, nächste Runde

Seit gestern Nachmittag deutscher Zeit hat sich’s erstmal ausgeproxied; Sony hat augenscheinlich Tests im Play-Station-Network aktiviert, die Zugriffe von Consolen ohne die »OtherOS«-Option entfernende Version 3.21 verweigert.
Vielleicht sollte man sich generell überlegen, ob der Preis, den Sony für die Benutzung des PSN verlangt, nicht viel zu hoch ist:

3. Verwendung von PSN
Jedes Mal, wenn Sie sich bei PSN anmelden, erfassen wir ohne weitere Mitteilung automatisch Informationen wie beispielsweise:
o Ihre Online-ID
o Ihre IP-Adresse und die MAC-Adresse Ihres Systems (die eindeutige Nummer, die das von Ihnen verwendete Netzwerk und Gerät identifiziert), das Datum und die Uhrzeit Ihrer Anmeldung.
o die von Ihnen verwendete Hardware und auf welche Weise Sie diese verwendet haben, z. B. Modell und Seriennummer, Einstellungen der Kindersicherung, Foto- und Musikeinstellungen, Remote-Play-Einstellungen, Angaben über die mit der Hardware verbundenen Geräte, welche Inhalte auf der Hardware gespeichert sind bzw. mit dieser Hardware verwendet wurden sowie weitere damit zusammenhängende Informationen.
o wie Sie PSN nutzen, z. B. welche Spiele Sie spielen, auf welche Inhalte Sie zugreifen, Ihre Downloads, welche Dienste Sie für welchen Zeitraum in Anspruch nehmen, einschließlich wie häufig Sie Chats, Message-Boards und andere Kommunikationsdienste nutzen.
o Ihr Spielerprofil, Spielsuchen, Ihre hochgeladenen Ergebnisse und Ranglisten, Ihre Freunde- und Blockierlisten und Ihr Erscheinen auf den Freunde- und Blockierlisten anderer Benutzer.
Wenn Sie PSN-Guthaben aufladen oder Zahlungen über PSN durchführen uns für die Bearbeitung Ihrer Zahlung Ihre Zahlungsdaten, wie z. B. Ihre Kreditkartennummern, den Namen des Karteninhabers, Ausstellungs- und Ablaufdatum sowie Sicherheitscodes mitteilen. Kreditkartendaten werden für künftige Käufe gespeichert, es sei denn, Sie entfernen diese von Ihrem Konto über die „Kontoverwaltung”.Wir führen Aufzeichnungen über das Aufladen Ihres PSN-Guthabens und über Ihre Käufe, die Sie über PSN tätigen.

 
Im Datenkrakigsein steht Sony Google offensichtlich in nichts nach. Schön finde ich auch diesen Passus und bin geneigt, das erstmalig auszutesten:

13. Ihre Rechte
Sie haben das Recht, zu erfahren, über welche Ihrer persönlichen Daten wir verfügen und wie diese Daten verwendet werden. Wenn Sie wissen möchten, über welche Ihrer Daten wir zurzeit verfügen, wenden Sie sich bitte über die Kontaktdaten auf der Seite „Über uns” an unseren Kundendienst oder schicken Sie einen Brief an den Data Protection Officer, PlayStation Network Europe Limited, 10 Great Marlborough Street, London W1F 7LP, Großbritannien. Sofern Sie Zugang zu Informationen benötigen, werden wir diese zur Verfügung stellen; benötigen hierzu jedoch einen Nachweis Ihrer Identität und erheben gemäß den gesetzlichen Bestimmungen gegebenenfalls eine geringe Verwaltungsgebühr.

 

Das Berlin-Münchener FakePad

Tja, schade. Das WePad, dieses – aus meiner Sicht – »iPad done right«, ist wohl nichts, auf das man heute bauen kann als Couchsurfing-Alternative zum stalinistischen Cupertino-Produkt.
Ja, ich bin schon ziemlich enttäuscht; naja, nicht wirklich. Diese Salamitaktik, die, wie auch immer die-Firma-dahinter heißt, da auf Facebook abgezogen hat, stimmte schon nachdenklich. Jedenfalls alte »Ankündigungsopfer« wie mich …
Gestern wurde also nun ein – zugegeben schickes – Pad in die Kameras gehalten, … auf dem Windows wohl bildschirmfüllend endlos ein Video abspielte, bei dem jemand per Maus oder Touchpad – keinesfalls aber per Touchscreen – über etwas einen weißen Kreis bewegte, was wohl die WePad-UI darstellen soll.
Mager.
Sehr mager, denn entwickelt wird seit 2006 daran:

Da laut tiitoo schon in 2009 ein Feldtest mit 150 End-Usern durchgeführt wurde und die Firma seit 2006 daran arbeitet (das sagt zumindest das gerade aktuelle Textsnippet in den Google-Suchergebnissen das bei einer Suche nach 4tiitoo angezeigt wird ist folgendes wahrscheinlicher:
das tiitoo wurde als eigenes Linuxderivat mit eigener Oberfläche entwickelt. Vielleicht wurde ja auch eine Flash-SourceLizenz erworben (wie es z.B. bei dem Chumby der Fall ist) und die komplette Oberfläche ist Flash.

 
Oder, um den nun auch offiziellen Partner zu zitieren:

4tiitoo was founded in 2007 to bring the best of the Internet and modern information technologies intuitively closer to everyone. The WePad OS was build as an intelligent and intuitive usage system for touch screens while focusing on personal Internet usage. The widget based user interface enables quick access to a comprehensive world of applications, news and multimedia content.
The WePad combines lifestyle design with powerful technology optimized for mobile use in the entire living environment. After three years of development and a successful home use test with 150 users in 2009, we are now preparing the launch in mid 2010.

 
In 2009 wurde also ein Test des WePad mit 150 Leuten durchgeführt. Selbst wenn man annähme, daß jeder Tester nur 1 Tag das Pad hatte und somit nur genau 1 Exemplar (150 Tage Test, 150 Tage Transport von Tester n zu Tester n+1) existiert: jenes hätte man gestern in Berlin vorführen können. Nein, streiche können, setze müssen. Was aber vorgeführt wurde, war eher peinlich, insbesondere hinsichtlich der, auch geweckten, Erwartungen im Netz:

Kaufen kann man die Hardware übrigens (noch nicht ;)): sie heißt ExoPC Slate, so wird zumindest auf Facebook spekuliert, und rennt wohl hervorragend unter Windows 7. Warum man, wie Spiegel Online berichtet, das Pressekonferenzgerät frisch aus den Klauen des Zolls entreißen mußte, wenn doch 150 Leute es schon getestet haben, bleibt denn auch unklar:

Das Gerät, das auf der Pressekonferenz gezeigt wird, sei erst zehn Minuten vor dem Termin eingetroffen – “es hing beim Zoll in Köln fest”, sagt einer der Männer, die für die chaotische Pressearbeit verantwortlich scheinen. Einem TV-Team hatte man versprochen, es schon zwei Stunden zuvor abfilmen zu dürfen. Daraus ist nun offensichtlich nichts geworden.

 
Letztlich irgendwie peinlich ist denn auch die Geschichte mit dem Verkaufsstart; sollte es erst im April losgehen (siehe auch Marcus Schwarzes Artikel in der HAZ) …

Freitag 19. März 2010 01:56
WePad: Der deutsche iPad-Rivale
iPad, iPad, iPad. Noch bis Ende April müssen sich die Apple-Fans gedulden. Dann kommt Jobs’ Tablet auch in Deutschland in den Handel. Doch ein mittelständisches Berliner Unternehmen prescht noch vor dem Verkaufsstart auf den Markt. Der deutsche Suchmaschinen-Experte Neofonie will sein WePad getauftes Tablet schon Mitte April in den Handel bringen. Es unterstützt Flash, läuft mit Android, soll weitaus günstiger als das iPad und für Verlage individuell zu branden sein.

 
… so wird der April nun in den Spätsommer verlagert, siehe SpOn oder auch das Video:

Zweifel werden diskutiert, ob das Gerät überhaupt schon ansatzweise marktreif ist. Immerhin hatte die Neofonie angekündigt, mit dem WePad auf den Markt zu kommen, noch bevor die ersten iPads in Deutschland ausgeliefert werden. Daraus wird nichts werden, so viel ist jetzt klar. Vorbestellungen sollen ab dem 27. April angenommen werden, ein sogenannter Soft-Launch, also die Auslieferung in homöopathischen Dosen, ist für den Juli geplant. Erst im August rechnen die Entwickler damit, WePads in nennenswerten Stückzahlen liefern zu können.

 
Tja; und die Ankündigung »billiger als das iPad«, auch diese wird ggf. von der Realität noch eingeholt, zumindest aber fällt der Unterschied nur mathematisch beweisbar aus.
Tja, schade. Viel Rauch um … ein Windows-Gerät. Nicht, daß Windows zwingend schlecht wäre, an dieser Stelle, wo ein Android-basiertes Tablett für den Verkauf im April 2010 avisiert war, ist das aber mehr so der Beweis, daß neofonie und deren Partner eines nicht können: ein Android-Pad liefern, geschweige denn ein Gerät mit all den sagenhaften Features, die dem WePad mal nachgesagt wurden.
Wenn man Mitte April als Verkaufstermin den kommenden August nennt und die Produktpräsentation aus einem Video besteht, kann man mit durchaus Zweifel haben an der Marktreife des virtuellen Produktes. Und womit? Mit Recht. Denn wäre die Hardware nach den Spezifikationen der Wepad-Macher entwickelt worden, was hinderte denn dann daran, das Image des/der »Heimwerkermodelle« auf das fertige Gerät zu spielen und all die tollen Features vorzuführen?
Wie auch immer; neofonie GmbH/WePad GmbH, ich würde nach wie vor gerne ein WePad kritisch unter die Lupe nehmen. Allerdings nicht erst im August; im Laufe des Mai sollte auf der Hardware die Software weitgehend lauffähig sein nach allem, was bisher verlautbart wurde – schließlich muß »nur« noch der Linux-Unterbau angepaßt werden, was mit Intel als Technologiepartner ja kein Problem sein dürfte. Adresse siehe Impressum ;)