Von Entertain, Rechten und meinen Visionen

Ich muß mal wieder etwas Luft ablassen, eine Kategorie »Contentmafia« ist wohl langsam überfällig … Wie dem auch sei, die Vorstellung von »Entertain to go« möchte ich zum Anlaß nehmen, ein bißchen über das technisch machbare, aus meiner Sicht notwendige Grenzen der Einflußnahme der Rundfunkanstalten sowie meine Visionen hinsichtlich des Medienkonsums (Schwerpunkt Bewegtbild; Musik ist abgedeckt durch Squeezecenter und -player) zu reden.
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WP and me …

… might never become frieds :-(

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Holy shit, this is my bloody site and I do want to upload this 5.7 MB image. Gnampf! #tw

Legendenbildungsversuche der UEFA

Verantwortlich für die Panne seien drei durch ein heftiges Gewitter über Wien ausgelöste Mikroausfälle von weniger als einer Millisekunde im Stromversorgungssystem gewesen. “Diese reichten aus, um das System neu starten zu müssen”, sagte Fourtoy.

 
So liest man es nun bei der ARD, welt.de, Golem.de oder Spiegel Online.

„Wir bedauern dies zutiefst. Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände“, sagte der Uefa-Geschäftsführer für Medientechnologie, Alexandre Fourtoy, am Donnerstag in Wien.

Quelle: welt.de

 
Nur, dadurch wird’s doch nicht wahrer. Die Ursache für den unverzeihlichen UEFA-Patzer liegen nicht in Mikrosekunden ohne Strom, wie heise online zutreffend analysiert:

Die Schuld nun allein auf Stromausfälle und eine angeblich schadhafte Notstromversorgung zu schieben, erscheint aber etwas vorschnell. Denn es rächte sich, dass nach Auskunft von Telekom Austria zwar redundante Wege von den Stadien zum IBC und vom IBC zu den Sendern vorhanden waren, das IBC selbst aber ohne Ersatz da stand. […] Nur zum IBC selbst war keine Alternative eingeplant worden. Das IBC wurde so zum Single Point of Failure.
Anders als bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahre 2006, […] liegt die Verantwortung für das EM-IBC nicht mehr bei einem externen Dienstleister (2006: Host Broadcast Services) und den jeweiligen Telekom-Anbietern (2006: T-Com und Avaya mit zwei Ausweichzentren). Eigens zur Europameisterschaft hatte die Europäische Fußball-Union (UEFA) eine eigene Firma namens UEFA Media Technologies gegründet, die das IBC in Eigenregie betreibt.

 
Mit anderen Worten, die UEFA hätte, statt der Gewinnmaximierung zu huldigen – was durch Regreßforderungen hoffentlich nun saftig in die Hose gehen möge –, lieber jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt. Sich bei einem Medium, welches keine Aussetzer duldet (wie sprechen ja nicht über Handy-TV hier) einzig auf das rechtzeitige Einspringen von USVen zu verlassen, das erscheint mir schon grob fahrlässig. Dabei aber auch noch eine Sollbruchstelle einzuplanen (zentrale Schaltstelle IBC) und die Abhängigkeit von diesem wackeligen Konstrukt noch dadurch zu zementieren, daß alternative Quellen nicht authorisiert werden, ebenfalls Bilder zu liefern, das ist ein Unding. (Ein alltägliches allerdings, siehe Formel 1 oder andere Großveranstaltungen.)
Daß man dann nach vorangegangenen Ausfällen nicht reagierte, sondern wie das Kaninchen vor der Schlange auf den zu erwartenden Gau wartete, wie bei Spiegel online nachzulesen ist, zeigt, wie unerfahren die UEFA-Klitsche war:

Schon am Mittwochmorgen hatte es Furtois zufolge Mikroausfälle gegeben, die aber vom Versorger nicht als kritisch eingestuft worden seien. Bis zu den Ausfällen am Abend habe alles bestens funktioniert. “Es tut uns leid, dass diejenigen, die zugeschaltet haben, die wenigen Minuten verpasst haben.”

 
Bemerkenswert, was dazu bei Spiegel online zu lesen ist:

Das Schutzsystem der Unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) sei fehlerhaft gewesen, sagte Furtois, es habe die Mikroausfälle nicht erkennen können – wobei dieses System schon bei der WM 2006 im Einsatz gewesen sei.

 
Auch die ARD spart nicht mit Kritik am Handling der UEFA-Tochter:

Man hätte sich spätestens nach dem ersten Stromausfall vom Hauptnetz trennen und auf das Notstromaggregat umschalten müssen, zumal das Gewitter über Wien bereits wütete. Warum die Notstromaggregate erst beim dritten Stromausfall nach Ende der Partie ansprangen, ist weiter unklar. Der Fehler liege nicht bei den Sendern, sondern bei der UEFA.

 
Erst für heute und Sonntag scheint man überhaupt für einen längeren Ausfall vorzusorgen:

Für die verbliebenen zwei Spiele […] kündigte die UEFA neue, besondere Sicherheitsmaßnahmen an. Im International Broadcasting Center (IBC) in Wien […] soll ein nun parallel laufender Dieselgenerator verhindern, dass bei Stromausfällen das gesamte System neu gestartet werden muss. “Wir haben den bestmöglichen Stromversorger gewählt, der auch bei der WM 2006 verantwortlich gewesen ist”, wies der UEFA-Verantwortliche Fourtoy Vorwürfe einer schlechten Planung für das Milliarden-Event zurück.

 
Also hat man sich dann jetzt entschlossen, das Notstromgerät auch zu nutzen, um nicht wieder dessen Nichtfunktion melden zu müssen? Siehe welt.de:

Auch die Uefa wusste noch nicht, ob sie ihren Stromlieferanten, dessen Reservesystem auch nicht funktionierte, verklagen wird.

 
Oder hat man vielleicht erst seit heute ein solches System vor Ort? Beruhigend für deutsche Zuschauer ist denn aber die Aussicht, daß die ARD der bewiesen unzuverlässigen UEFA-Klitsche nicht mehr erlauben will, nochmals die deutschen Zuschauer durch Inkompetenz auszusperren:

Unter anderem soll zusätzlich zu weiteren Sicherungsmaßnahmen der UEFA ein Glasfaserringsystem und damit eine eigene unabhängige Sendestrecke ins Stadion gelegt werden. Die Genehmigung der UEFA ist nach den gestrigen Vorfällen wohl Formsache.

 

Arschlochente mit Ohren

Narf. Ich zappte des Nachts zum zweiten Mal binnen einer Woche in das Rosettenmeerschwein die Arschlochente. Nun ja, was erwartet man von Call-In-TV? Richtig:

Made with VDR, Asterisk and ffmpeg. VoIP connection via N95 & GMX.DE.

Falls es jemand noch nicht weiß, gesucht wurde der Stachelrochen …

Formel Farce: Revolutions

2007 ist kein Jahr für McLaren-Mercedes. Wirklich nicht. Erst fliegt ein bißchen »Spionage« auf, wobei anscheinend auch der Ex-Weltmeister Alonoso involviert war.
Dann rutscht der Newcomer Hamilton in der Boxeneinfahrt ins Kiesbett — anstatt im vorletzten Rennen den Titel zu holen.
Und als es drauf ankommt, im letzten Rennen mit zwei McLaren- Mercedes und einem Ferrari-Aspiranten auf den WM-Titel, ja, da reicht es für Hamilton nicht für den benötigten Platz 5 und auch das ehemalige Ass Alonso läßt dem ehemaligen McLaren-Mercedes-Fahrer Kiki Raikönen den Vortritt, sodaß Ferrari sich, wieder einmal, zum Fahrer- und Teamweltmeister gemacht sieht.
Aber kein Formel-1-Finale 2007 ohne sportgerichtliches Nachspiel, denn: Williams-Toyotas Nico Rosberg (4. Platz) und Kazuki Nakajima (10. Platz) sowie BMW-Saubers Robert Kubica (5. Platz) und Nick Heidfeld (6. Platz, ebenfalls noch vor Hamilton) wurden nicht disqualifiziert, obwohl die gemessene Sprittemperatur jeweils zwischen zwei und vier Grad Celsius unterhalb des erlaubten Grenzwertes gelegen hatte. Klar, dagegen muß man vorgehen, zumal wenn der eigene Pilot es grade mal so auf Rang 7 geschafft hat und durch Ahndung dieser gehäuften Regelverstöße durch Disqualifikation plötzlich Vierter und damit doch noch Fahrerweltmeister würde.
Gesagt. Getan. Und verzockt, schon wieder: »Die Richter waren nach der Anhörung der Meinung, dass das Team aber gar nicht zu einem Einspruch gegen die Entscheidung der Rennkommissare berechtigt war, weil es nicht an der vorherigen Untersuchung beteiligt war. Die McLaren-Gegner hatten am Donnerstag moniert, dass die Silberpfeile stattdessen gegen das Rennergebnis hätten protestieren müssen.«
»Nur einmal mit Profis arbeiten!« — ob Norbert Haug dieser Gedanke wohl 2007 mehr als einmal gekommen sein mag?