Das digitalisierte Runde …

… ist grade günstig zu haben: nach Bundesliga für lau bei T-Home Entertain gibt’s die Bundesliga nun auch für lau bei Vodafones MobileTV per UMTS. Als Aktion, versteht sich. Zeitlich und in der Anzahl begrenzt.
Warum finde ich das grade jetzt spannend, wo die Diskussion um DVB-H und »Mobile 3.0« akut ist?
Generell frage ich mich, was das bringen soll; mit DVB-T gibt’s doch schon ein – nicht flächendeckendes, aber irgendwas ist ja immer – »Überall-Fernsehen«, welches man empfangen und – entsprechend skaliert – auch auf Mobiltelefonen darstellen könnte. Mit EDGE, UMTS und HSDPA existieren tendentiell IPTV-taugliche Datenkanäle für VoD — auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, außer als Gag, es mit mir ‘nem warmen Bier am Lagerfeuer gemütlich zu machen und für mehrere Euro einen »Blockbuster« auf dem N95-Display mir 90+ Minuten lang anzutun. (Abgesehen davon, daß 90 Minuten MobileTV per UMTS, DVB-T oder auch -H sicherlich einen marginalen Einfluß auf die Akkuleistung hätten. Details.)

Xen, Xen und nochmals xVM, äh, Xen

Wer sich schön länger eher praktisch denn theoretisch

[sup]1[/sup]

mit Virtualisierung beschäftigt, dem mag, wie mir, es aktuell etwas spanisch vorkommen, was sich da so am Markt tut.
VMware kann man mittlerweile wohl ungestraft als alten Hasen im dem Geschäft bezeichnen — und es handelt sich dabei, zumindest aus meiner Perspektive, um eine überraschend erfreulich stabile Lösung. Eine Lösung, die Dank kostenlosem »Player« einer großen potentiellen Anwenderschar geöffnet wurde – und auch im OSS-Umfeld Zuspruch findet.
Nach einem eher gemächlichen Start – lt. Wikipedia gab’s die erste Xen-Release in 2003 – hat sich nun Xen zum neuen, hippen Virtualisierer gemausert, tatkräftig unterstützt durch die neuen Fähigkeiten in den aktuellen AMD- und Intel-Prozessoren. Denn während man z. B. Windows seit der ersten Version der VMware Workstation ohne Änderungen an Windows selbst auf Pentium & Co. benutzten konnte, klappt derlei mit Xen nach wie vor erst auf Virtualisierung unterstützenden CPUs (Stichworte: Vanderpool, Pacifica).
Wie dem auch sei: aktuelle Distributionen unterstützen Xen zunehmend von Haus aus, mit Red Hat Enterprise Linux 5 pusht Red Hat Xen in meinen Augen sogar ziemlich aggressiv.
Und mittlerweile scheint auch Sun auf den Zug aufmerksam geworden und aufgesprungen zu sein:

Auf der Oracle OpenWorld hat Sun seine Virtualisierungsplattform xVM vorgestellt. Die setzt im Kern, wie schon früher angekündigt, auf das Open-Source-Projekt Xen und wird anfangs aus Server-Software sowie einer Verwaltungsanwendung bestehen. […] Suns Virtualisierungsangebot wird zum einen aus dem xVM-Server bestehen, dem eigentlichen Hypervisor, der ohne gesondertes Wirtsbetriebssystem direkt auf der Hardware läuft. Der Hypervisor wird auf x86- sowie auf SPARC-Systemen laufen – der andere Name wurde, so Sun in der Vergangenheit, hauptsächlich aus markenrechtlichen Gründen gewählt.

 
Big Deal? Naja. Um auf x86ern zu virtualisieren, mußte niemand auf Sun warten – genausowenig wie bei x86-Servern, auch wenn Sun diese gerne verkaufen möchte, anders als z. B. HP hier aber eine echte Produktstrategie, die sich am Unternehmenseinsatz orientiert, vielleicht noch vermissen läßt.

[sup]2[/sup]

Wünschenswert wäre natürlich eine einheitliche Lösung oder zumindest administrative Oberfläche über Systemgrenzen (x86 vs. Sparc) hinweg; mit »logical domains« bietet Sun auf der Niagara-Architektur wohl etwas mit Xen vergleichbares unter Solaris 10 an (mangels ‘ner T1- oder T2-Kiste im Zugriff fehlen mir da eigene Erfahrungen mit). Lt. einem Blogeintrag von David Miller kann man in einer Niagara-LDom mittlerweile einen (modifizierten Ubuntu-) Linux-Gast starten …
Bin jedenfalls gespannt, wo das noch hinführt; mangels VT-Erweiterungen steht mir für Virtualisierungen auf x86 nach wie vor eigentlich nur VMware zur Verfügung (ok, nur für Linux als Gast gäbe es da noch mehr) — kommt Zeit, muß ich mir mal Red Hats Xen-Geschichte angucken, grade für Entwicklungsumgebungen halte ich Servervirtualisierung für eine sehr gute Idee.
____

[sup]1[/sup] Ich nutze seit ca. 2000 VMware auf Linux-Rechnern als Mittel zum Zweck, d. h. Zugriff auf die im realen Berufsleben unverzichtbaren MS-only Programme. Am Office-Crap kommt man meines Erachtens in der geschäftlichen Korrespondenz nicht vorbei. Open Office konvertiert auch 2007 noch nicht 1:1; frühere Lösungen, deren Namen mir nicht mal mehr einfallen – es gab um 1998 herum eine Suite, die Unternehmen mindestens unter Solaris als unternehmensweite Alternative zu MS-Office angepriesen wurde, erinnert sich noch jemand? –, litten unter vergleichbaren Problemen. Und selbst wenn ich ein .doc eines geschäftspartners lesen kann — welche Eindruck macht es, wenn mein mit Drittprogrammen erstelltes .doc, z. B. ein Angebot, beim Empfänger wegen anderer Interpretation der Formatanweisungen aussieht wie Kraut und Rüben? Aber das ist schon wieder ein anderes Thema ;)
[sup]2[/sup] Sun gibt für mich insbesondere im Bezug auf das Remotemanagement ein ähnlich trauriges Bild ab wie z. B. FSC. Wenngleich auch HP leider beim Wechsel von iLO auf iLO2 der Versuchung, nützliche, wenn nicht elementare, Features einfach mal zu streichen (Good-bye, REMCONS) unterlegen ist: über einen sehr weiten Bereich setzt HP eine von Features und Handling nahezu identische, über die Jahre (remember RIL-OE? ;)) stringent weiterentwickelte, LOM-Plattform ein. Sehr angenehm, wenn man Serverzahlen im vierstelligen Bereich zu beackern hat und sich nicht für jedes neue Modell neue, super-kryptische Kommandos merken muß — und da Zeit == Geld, ist dies ein klarer Wettbewerbsvorteil. Für HP …

Gummipunkte

Es gibt Tage, da wünschte ich mir ganz viel von dem Kraut, was andere vor dem Texten geraucht haben müssten — heute ist so ein Tag und Golems Lobhudelei auf OpenSolaris, konkret »Project Indiana«, ist so ein Artikel.

[Dank] Gnome-Desktop und die gut integrierten GNU-Programme können Linux-Nutzer so weiterarbeiten, wie sie es gewohnt sind. Obendrauf bekommen sie dann noch Solaris-Techniken wie das Dateisystem ZFS, die Virtualisierungstechnik Zones und das dynamische Tracing-Framework DTrace.

 
Hmm, wozu brauche ich Zones, wenn ich mit UML (Usermode-Linux) weitgehend unabhängige Linux-Kernels auf einem Linux fahren kann, mit Xen mit und ohne Hardwareunterstützung weitgehend autarke virtuelle Maschinen bilden oder mit vserver bzw. OpenVZ auf dem Hostkernel basierende Linux-Instanzen laufen lassen, die Solaris-Zonen nicht unähnlich sind? Vom meinem Standpunkt hinsichtlich der Wartbarkeit aus gesehen, brauchen alle vorgenannten Methoden, Solaris’ Zonen eingeschlossen, noch einige Mannjahre, bis sie ein Managementframework bieten, wie man es bei VMware heute kaufen kann. But, as always: your mileage may vary.

Überdies wird der Caiman-Installer die Installation langfristig so einfach machen, wie dies von Linux-Varianten wie Ubuntu bekannt ist. Hier fehlt derzeit die Möglichkeit, selbst zu partitionieren, um auf einem System ohne vorhandene Solaris-Partitionen nicht die gesamte Festplatte opfern zu müssen.

 
Wirklich, diese Glaskugel hätte ich gerne — wobei ich nur die Lottozahlen von morgen mir holen würde. Der »Caiman-Installer wird« also die Installation »langfristig« so einfach machen, wie sie es bei nahezu jeder Linux-Distribution schon heute ist? Hamma! Leider hat der Autor nicht näher spezifiziert, in welchem Jahr der Zukunft er dieses beobachten konnte; dem Leser bleibt nur zu raten, daß, weil »langfristig«, weniger in Monaten denn in Jahren gezählt werden darf.
Abgesehen davon, daß es das zumindest näherungsweise schon gibt – nennt sich Nexenta (»NexentaOS is a complete GNU-based open source operating system built on top of the OpenSolaris kernel and runtime.«); ich muß allerdings gestehen, daß ich nicht mehr weiß, ob ich die Platte partionieren konnte, was in der VMware-Instanz aber auch ohne Bedeutung war –, warum läßt Sun nicht sein angejahrtes OS so friedlich dahinscheiden wie die ebenso angejahrte Sparc-Architektur, die, wie vorher schon MIPS, vielleicht im Embedded-Umfeld noch eine Zukunft hat?
Statt sich mit Solaris aufzuhalten, könnte Sun sich lieber der Erfüllung des, bis heute meines Erachtens leeren, Versprechens »write once, run anywhere« für Java widmen; stattdessen stürmen die Versionsnummern von Java nun auch schnellen Schrittes auf die 10 (oder X?) zu, mit mehr und mehr als Kollateralschäden auf der Strecke bleibenden Java-Anwendungen. (Jene mögen bescheiden gecodet sein, ok. Aber in der User-Experience scheint es mir im Jahr 2007 wahrscheinlicher, daß eine Flash-Anwendung auf einem Linux daß tut, was der Programmierer mal intendierte, als daß ich dies für eine Java-Anwendung auch nur zu hoffen wagen würde.)

Technisch könnte Suns Vorhaben gelingen und zudem durch Vorteile von Solaris wie die Abwärtskompatibilität sowie die lange Unterstützung durch Sun punkten – genügend Treiber für aktuelle x86-Hardware vorausgesetzt.

 
Treiber sind das eine — verläßliche Produktpolitik ist das andere. Und letzteres kann man Sun weder bei Solaris x86 noch bei Suns Linux vorwerfen. Berechenbarkeit ist mit dieser Historie ebenfalls kein Pfund, mit dem Sun für Solaris x86 wuchern könnte.
Solaris x86 ist, und da beißt die Maus keinen Faden ab, ein anderes Betriebssystem als Solaris/SPARC. Wahrscheinlich ist es das zukünftige Betriebssystem der Server von Sun — außer einer gewissen Solidität vermag ich nicht mehr viel Vorzüge an den sparcbasierten Angeboten Suns zu finden, als hochperformanter Datenbankserver im Web2.0-Umfeld jedenfalls eignen sich 1,x GHz-Sparc-Dickschiffe nicht so sehr wie kleine rote Flitzer mit Dual- oder QuadCores aus Intel- oder AMD-Schmiede; Single-Thread-Performance darf man heute auch nicht vernachlässigen, genauso wie die Auswirkung fehlender FPUs …
Inwiefern greift dann aber das angeführte Argument der »Vorteile von Solaris wie die Abwärtskompatibilität sowie die lange Unterstützung durch Sun«?
Welche 1999 geschriebene kommerzielle Solaris-x86-Anwendung muß man heute auf Solaris 10 x86 umziehen, damit dies Argument greift?
Wie sieht es mit der Unterstützung von Hardware aus, die seinerzeit mit Solaris 8 x86 installiert wurde — liefert Sun hier Treiber für jede damals unterstützte Hardware auch bei Solaris 10 x86 mit?

Damit das gelingen kann, muss Sun aber noch eine andere Aufgabe erfüllen, die auf Ian Murdocks Plan steht: Es muss eine Community rund um OpenSolaris entstehen, so wie es sie bei Debian, Fedora oder Ubuntu gibt.

 
Und xas wird Sun nur schwerlich erreichen, allem Schönblogging zum Trotze; schon deshalb nicht, weil Sun eben nicht in der gleichen Liga und gleicher Intention spielt:

Für die Vorschau verwendet Sun die nicht freie OpenSolaris Binary License.

 
Es wird Anhänger geben, Protagonisten; ob sich eine Community bilden wird, die signifikant die Entwicklungsleistung übernehmen kann – sofern Sun dies überhaupt zuliesse, was nicht ersichtlich ist –, ist aus meiner Sicht mehr als fraglich. Für Geeks ist und bleibt es eine weitere Option — oder, wie es Steven J. Vaughan-Nichols in eweek schrieb: »I don’t get it. I mean, yes, I like [Solaris x86]. But then, I also like BeOS, OS/2 and CP/M-80. What can I say? Some people collect baseball cards, I collect operating systems.«

Ja, genau …

Nee, Jungs, iss klar. Für ein Produkt, welches ich für 1,99 EUR gekauft habe (zzgl. 9,39 Versandkosten aus Hongkong), soll ich nun nochmals 2x Porto zahlen, weil Ihr das falsche Gerät zu mir geschickt habt? Ich glaube, es hackt …
Aber der Reihe nach: am 27.09.2007 ersteigerte ich für 1,99 eine »4 Mio Pixel 6 LEDs PC Kamera/Webcam/Web Cam + Mikrofon«, mit »Anschluss: USB 2.0, CMOs Chip Typ: color CMOs image sensor, Standbildauflösung: 1280 x 960, 1024 x 768, 800 x 600 Pixel, Videoauflösung: 1280 x 960, 640 x 480 Pixel«
Nach der Ankunft des Schätzchens am 31.10.07 mußte ich leider feststellen, daß der Anschluß USB 1.1 ist und mehr als 640×480 der Sensor nicht hergibt.
Also flugs reklamiert:

Hallo,
die Cam ist heute angekommen. Es ist aber nur eine USB 1.1-Cam mit einer Auflösung von 640×480. Gekauft habe ich aber eine Cam mit “Anschluss: USB 2.0, Standbildauflösung: 1280 x 960, 1024 x 768, 800 x 600 Pixel, Videoauflösung: 1280 x 960, 640 x 480 Pixel”.
Ich vermute Lieferung eines Typs wie in 140174026441 statt wie in 140162117259. Bitte teilen Sie mir mit, wie Sie sich die Lösung vorstellen.

 
Schnell kam sie, die Antwort — nicht zielführend, aber schnell:

Hallo,
Schicken Sie das Geraet ohne Zubehoer(um das wenigste Gewicht) BITTE per International Luft Brief uns zurueck, es kostet dann 2-4 Euro innerhalb 100g (von Deutschland nach weltweit, ist nicht teuerer als Versand innerhalb Deutschland.
Nach dem Eingang der Ware werden wir es sofort ueberpruefen. Wenn die zurueckgelieferte Ware in Ordnung ist, dann ziehen wir 10% Gebuehren ab und das Porto der Ruecksendung muessen Sie selbst tragen. Dann werden wir Ihnen das Geld zurueckschicken ( nur moeglich innerhalb 14 Tage nach dem Wareeingang) oder einen Ersatzteil schicken.
Bitte untere Formular ausfuellen, ausdrucken und uns mitschicken.

 
Klartext: Für einen lächerlich geringen Betrag bietet dieser eBay-Händler USB-Webcams mit gradezu phantastischen Auflösungen an — als auch, zum Startpreis auf gleichem Niveau, VGA-Cams.
Wird nun, entgegen anderslautender Bestellung als auch Rechnung, nun »aus Versehen« nur eine VGA- statt eines »bis zu x MBit«-Monsters, stellt man sich den Ablauf in Hongkong wie folgt vor: Empfänger zahlt 1-2x Cam-Neupreis für Reklamationsversand nach HK. Dort würde kostenpflichtig der Sachverhalt geprüft, um dann, wiederum zu Empfängers Portolasten, die richtige Cam zu schicken. Da das Porto nach Hongkong schon bei mind. 100% des Materialpreises liegt — wo liegt da der Sinn?
Einen Güteversuch werde ich noch starten, danach soll dann eBay sich um seinen PowerSeller kümmern.

DerWesten: Doubletten

Ich kenne zwar nicht den Hintergrund, warum es zum Thema VDSL in Langendreer gleich zwei WAZ-Artikel gibt, die nach einem schnellen visual grep auch noch bis auf’s Datum (06.08.07 vs. 16.08.07) identisch zu sein scheinen — aber daß beide von der Suche angezeigt werden könnte noch spannend werden. Ich weiß nicht, inwiefern in der WAZ-Gruppe heute schon Artikel recycled werden (lies: wort- und teils auch satztechnisch identisch in mehreren Zeitungen auftauchen); in meiner alten Heimat geschieht das bei den Lokalblättern seit langem.
Interessant finde ich denn auch die (marginalen) Unterschiede zwischen der bebilderten DerWesten-Fassung (in »Start > Nachrichten > Technik«) und der, bis auf die fehlenden Zwischenüberschriften und die fehlende Grafik, identischen »Von Christoph Dernbach«-Fassung in »Start > Nachrichten > Technik > Computer u. Multimedia« des »Leopard«-Artikels. Es sieht fast so aus, als sei die »DerWesten«-Variante für das Web aufgehübscht worden?

DerWesten, Tag 1

Nach ersten nachgeburtlichen Komplikationen läuft das ehemals WestEins titulierte Nachrichtenportal relativ rund.
Leider ist es mir verwehrt, an der Community teilzunehmen, da das Portal fälschlicherweise korrekte Mailadressen[sup]1[/sup] abweist; ist natürlich ein bißchen schade, aber wahrscheinlich hat man gute Gründe — oder vielleicht auch einfach weniger kompetente Coder.
Allerdings nützt selbst eine für WestEins DerWesten zurechtgeklöppelte Mailadresse wenig, wenn auch nur ein Mailer auf Weg zum Empfänger aktuelle Spamvermeidungstechniken einsetzt. Denn leider versendet DerWesten Mails mit einer ungültigen Absenderkennung:

Oct 29 20:42:35 mx smf-sav[5080]: sender check failed: <apache2@westeins.de>, 80.77.216.125, mail-out.derwesten.de, [00:00:01]
Oct 29 20:42:35 mx sendmail[6423]: l9TJgShv006423: Milter: from=<apache2@westeins.de>, reject=550 5.1.8 Sender address verification failed
Oct 29 20:42:35 mx sendmail[6423]: l9TJgShv006423: from=<apache2@westeins.de>, size=4059, class=0, nrcpts=0, proto=ESMTP, daemon=MTA, relay=mail-out.derwesten.de [80.77.216.125]

Eigentlich ein Treppenwitz, wenn man bedenkt, wie man im Portal die Nutzer gängelt …
Diese Fehlkonfiguration hat man immerhin mit Massenhostern gemein — besser macht es dies allerdings nicht.
Natürlich ist es nachvollziehbar, daß die Administratoren nicht in Fehlermeldungen versinken wollen; allerdings hat RFC 2821 hierfür den leeren Absender vorgesehen. Wenn dies technisch nicht umsetzbar sein sollte – die zu präferierende Lösung ist es, da sie Bounces gänzlich unterbindet –, ist lokal eine (z. B. nach /dev/null ausliefernde) Adresse einzurichten, die die Bounces, die nach RFC 2821 die SMTP-Server im Falle des Falles nun einmal zu senden haben, entgegennimmt und entsorgt; diese Adresse ist als Absenderadresse zu verwenden. Tut man derlei nicht, passieren die eigenen Mails keinen Mailserver, der Sender Address Verification oder ähnliche Mechanismen einsetzt. Aber vielleicht möchte man im Westen ja auch gar nicht jeden erreichen?
____

[sup]1[/sup] Insbesondere ‘+’ ist ein gültiges Zeichen im ‘local-part’ der Mailadresse, vgl. RFC 2822, Abschnitt 3.2 ff.:

3.2.4. Atom
Several productions in structured header field bodies are simply
strings of certain basic characters. Such productions are called
atoms.
Some of the structured header field bodies also allow the period
character (".", ASCII value 46) within runs of atext. An additional
"dot-atom" token is defined for those purposes.
atext = ALPHA / DIGIT / ; Any character except controls,
"!" / "#" / ; SP, and specials.
"$" / "%" / ; Used for atoms
"&" / "'" /
"*" / "+" /
"-" / "/" /
"=" / "?" /
"^" / "_" /
"`" / "{" /
"|" / "}" /
"~"
atom = [CFWS] 1*atext [CFWS]
dot-atom = [CFWS] dot-atom-text [CFWS]
dot-atom-text = 1*atext *("." 1*atext)
[...]
addr-spec = local-part "@" domain
local-part = dot-atom / quoted-string / obs-local-part
[...]

Gut Ding will Weile haben

Im Nachhinein ist man natürlich immer klüger, aber andererseits sind die grade bei DerWesten zu sehenden Probleme nun so neu auch nicht bei Portalen für eine breite Öffentlichkeit. Ohne den Machern jetzt allzunahe treten zu wollen, aber: anstelle eines fulminanten Frühstarts wäre es vielleicht besser gewessen, zum 01.11.07 zu starten und die Tage zwischen heute und dem 01.11.07 für Lasttests zu nutzen.
Hohe Ladezeiten (deutlich über 1 Sekunde, gemessen aus einem Datacenter) gepaart mit Stylesheetproblemen — ich bin jedenfalls gespannt, was mein Smokeping heute abend gemessen haben wird (aktuell: 77% Packetloss avg. für http://DerWesten.de/).

DerWesten: AAL-Zeitung?

Hmm, so kann man das natürlich auch machen: anstatt selbst zu recherchieren, wo konkrent $NACHRICHT geschehen ist, setzt man einfach einen Platzhalter und läßt die Leserschaft diese Info beisteuern.
Gut, kost’ ja nix, dies DerWesten.de; insofern ist gegen die Umsetzung des Web2.0-Prinzips – Aandere arbeiten lassen – nichts einzuwenden. Aber ob es wirklich sachdienlich ist, Todesnachrichten Prominenter zu geotaggen?
Ich freue mich schon auf den »DerWesten-Jahresrückblick: Nachrichten aus Ihrer Nachbarschaft«, sortierbar nach Nachrichtenart und Entfernung zu einer wählbaren Koordinate …

No Way to Mongulus?

Oct 28 02:21:13 famine sendmail[10161]: l9S0L7MY010161: from=<info@mogulus.com>, size=1294, class=0, nrcpts=1, msgid=<4723cf9951ea3_5726..fdbfa7be23661@domU-12-31-36-00-21-B4.tmail>, proto=ESMTP, daemon=MTA, relay=ec2-72-44-46-42.z-2.compute-1.amazonaws.com [72.44.46.42]
Oct 28 02:21:43 famine sendmail[10161]: l9S0L7MY010161: to=<wusel+mogulus@uu.org>, delay=00:00:30, pri=31294, stat=Blocked by SpamAssassin

Fix also waren sie, nur leider nicht in der Lage, eine Freischaltungsmail so zu gestalten, daß ein mittelmäßig eingesteller Spamassasin diese nicht munter tagged ;(

Verspäteter Frühstart im Westen?

Komisch, da berichtet u. a. heise, daß morgen endlich der Start von WestEins DerWesten.DE stattfinden soll, und nun das: entweder hat man vor lauter, arbeitszeitrechtlich durchaus fraglichen, Überstunden vergessen, daß mittlerweile die Sommerzeit zuende gegangen ist oder aber der Loadbalancer konnte es einfach nicht mehr aushalten und hat von sich aus das sagenumwobene Portal frühstarten lassen …
Wie auch immer: Termintreue kann man den Machern nicht nachsagen ;)
Nachtrag, 2007-10-29 00:05: Hmm, augenscheinlich hatte man auch vergessen, fimpern.de Bescheid zu geben — ein kläglicher Eintrag, das kann doch nicht alles gewesen sein?