Bye-bye, SS?

Endlich. Endlich gibt es nun offiziell einen Großbuchstaben für das Eszett. Das war ja auch mal ganz dringend notwendig, steht doch das Eszett auf der Abschußliste der Rechtschreibreformer weit oben.
Gut, es gibt keine direkte Eingabemöglichkeit für dieses Zeichen.
Ja, Schriften mit dem Zeichen U1E9E, »ẞ«, sind ein wenig rar.
Okok, der Einsazbereich wird durch reformierte Rechtschreibregeln zunehmend geringer.
Aber: was lange währt, wird nun endlich gut.
Und das ist ja die Hauptsache.
Oder?

Redundanz vs. Monopol

Schade, ich habe das Halbfinale mal nicht aufgezeichnet; wer denkt auch schon daran, daß bei der von Österreich und der Schweiz ausgerichteten EM im ersten Halbfinale es minutenlangen Bildausfall geben könnte?
Jetzt sitze ich hier, von draußen saugt der Ventilator mit kühler Luft auch den Gestank verbrannten Papiers hinein, und wundere mich schon ein wenig. Zwei Länder — ein Sendezentrum. In Wien. Und aus diesem kommen für alle Fernsehsender weltweit die Bildsignale? Unwillkürlich fragt sich dann die alte Serverschabe: »Und was ist, wenn da mal was ausfällt?«
Die Frage wurde heute abend beantwortet: dann senden ZDF, BBC und wie sie alle heißen ein – teils, BBC, aufwendig animiertes – »Sorry, Störung«-Bild, die pfiffigeren haben augenscheinlich zumindest direkte Audio-Verbindungen zu ihren Kommentatoren vor Ort schon im Vorfeld besorgt – während das ZDF wohl noch ein Telefon mit dem Reporter zu verbandeln versuchte, kommentierten sie bei BBC munter weiter; unterbrochen nur von der sonorigen Off-Stimme des Ansagers, daß leider die Bildleitung ausgefallen sei (Herzchen, weissu, das steht da auf Eurer psychedelischen Tafel schon) und man nun erst einmal nur den Ton senden werde (Wichtige Information für Blinde, die nicht nur die wabernde Tafel nicht sehen können sondern sich nun fragen, warum die Kommentatoren nicht mehr zu hören sind) …
Das ZDF schwenkte dann später auf das TV-Signal der Schweizer Fernsehens — offensichtlich, wie man aus der Latenz zwischen Kommentatorenton (angeblich mittlerweile über Telefon) und leicht verwaschenem Bild des Schweizer Fernsehens annehmen konnte — vom Satelliten. Gut, rund eine Sekunde, bevor man das Tor sieht, dann »Tooooorrrr!« hören zu können, also, das Nonplusultra des Fußballgenusses sieht dann doch anders aus. Wobei: in der eigenen Wohnung zu schwitzen dürfte angenehmer gewesen sein als in Wien fast weggeweht und -gespühlt zu werden.
Trotzdem, Unwetter hin oder her; daß weltweit der Bildschirm schwarz blieb ist auch Resultat der elenden Geldgier der Veranstalter; und auf de.euro2008.uefa.com findet sich um kurz nach Mitternacht natürlich noch immer keine Stellungnahme zum Ausfall. (Daß der Klick auf das Pay-per-Stream-Angebot ein »Your country of origin has not been identified.« brachte, untermauert da offensichtlich nur die technische Kompetenz der UEFA.)
Lob jedenfalls an’s ZDF für die, ich möchte es Notwehraufschaltung nennen, auf’s Programm des Schweizer Fernsehens; die Verantwortlichen – Veranstalter, Verwerter und Rundfunkstationen – müssen aber ihre Hausaufgaben machen. Denn wie das in einem nicht ganz so technisierten Land wie Südafrika. zum Beispiel zur kommenden WM, abgelaufen wäre – oder ohne die Schweizer Sonderlocke –, das mag man sich in den nächsten schlaflosen Stunden bunt ausmalen …

Solaris 10 4TW!

Wie heise online meldet, wurde in Solaris 10 wieder einmal ein neuer Bug entdeckt, der augenscheinlich ältere Solaris-Versionen nicht betrifft, mal wieder nicht betrifft:

2. Contributing Factors
This issue can occur in the following releases:
SPARC Platform
* Solaris 10 without patch 137111-01
* OpenSolaris based upon builds snv_13 through snv_91
x86 Platform
* Solaris 10 without patch 137112-01
* OpenSolaris based upon builds snv_13 through snv_91
Note: Solaris 8 and 9 are not affected by this issue.

 

Schwarzer Ritter Amazon

Narf.
Da vergeht sich wieder mal so eine feige Pißnelke an meinem sshd …

Jun 24 22:12:04 igor sshd(pam_unix)[21946]: authentication failure; logname= uid=0 euid=0 tty=NODEVssh ruser= rhost=ec2-75-101-134-151.compute-1.amazonaws.com user=root

… und müllt mein Logfile voll; gut, denke ich, iptables auf dem Tunnelendpunkt im RZ löst das Problem ja nachhaltig, Thema durch, fsck Dir … Aber Moment, der Domainname?
Mal whois bemüht, tatsächlich, es ist Amazon, tapferer Versorger all der lechzenden Seelen mit Lesestoff und allerlei anderem Krams, genialer Erfinder des 1-Click-Shoppings.

wusel@home:~ $ whois amazonaws.com
[...]
Registrant:
Amazon.com, Inc.
P.O. Box 81226
Seattle, Washington 98108
United States
[...]
Administrative Contact:
Hostmaster, Amazon hostmaster@amazon.com
Amazon.com, Inc.
Legal Dept, P.O. Box 81226
[...]
Technical Contact:
Abuse, Amazon Webservices abuse@amazonaws.com
Amazon.com, Inc.
P.O. Box 81226
[...]

»Naja, wenn sie schon abuse@ propagieren«, dachte ich mir so … und schickte eine eMail; die abuse-Adresse aus dem whois allerdings, die mag man bei Amazon nur angeben, nicht aber auch bedienen:

Jun 24 23:15:55 famine sendmail[29441]: m5OLFiIp029433: to=<abuse@amazonaws.com>, delay=00:00:06, xdelay=00:00:05, mailer=esmtp, pri=438604, relay=smtp-fw-9101.amazon.com. [207.171.184.25], dsn=5.1.1, stat=User unknown

Okay, Freunde des subtilen Humors, wenn Ihr schon so sehr drum bettelt, dann liste ich Euch eben bei rfc-ignorant.org — aber auch das war nicht mehr nötig, Amazon Webservices ist da ein alter Bekannter:

Current Results for amazonaws.com lookup



blacklist_zonedomainstatusSubmittedAddedRejectedRemoved
postmaster amazonaws.comListedMay 18, 2008 11:21 EDTMay 18, 2008 11:33 EDTNeverNever
abuse amazonaws.comListedMay 18, 2008 11:21 EDTMay 18, 2008 11:39 EDTNeverNever

Aber was tun mit der angefangenen Mail (und damit Zeit)? Hach, der Ansprechpartner, Amazons »Legal Dept«, steht ja oben mit eMail-Adresse, dann schreiben wir doch mal ein freundliches »Go away – and make your abuse-address work« an’s »Legal Dept«:

Jun 24 23:32:15 famine sendmail[5948]: m5OLW3Ui005864: to=<hostmaster@amazon.com>, delay=00:00:07, xdelay=00:00:05, mailer=esmtp, pri=438645, relay=smtp-fw-2101.amazon.com. [72.21.196.25], dsn=2.0.0, stat=Sent (ok: Message 75403966 accepted)

Nichtfunktionierende erratene abuse-Adressen, naja. Aber nichtfunktionierende publizierte abuse-Adressen, das ist meines Erachtens nicht mal Hinterhofniveau, liebe Amazon.

HP 2311, Eee PC 900, MSI Wind U100 oder einfach warten?

Das ist alles ganz schön doof.
Der Asus EeePC 900 … ist noch nicht lieferbar und kommt mal wieder ohne Bluetooth — einen €uro bei der BOM gespart, unendlich viel mehr Umstand bei den Nutzern erzeugt. Klasse, Asus.
Das HP 2311 hat die doch eher lahme VIA-CPU, dafür ansonsten eine super Ausstattung mit 1280x768er Auflösung (yeah!), Expresscard-Slot (cool!) und auch BT an Board (nur in Ausstattungsvarianten?), aber leider wohl auch ein eher als Spiegel zu bezeichnendes Display. Erscheinen soll die Kiste in Europa doch schon im August 2008 auch in Deutschland:

In addition to the United Kingdom, the HP 2133 Mini-Note will be available in France, Spain, Portugal, Italy, Austria, Germany, Russia, Norway, Middle East, Switzerland, Sweden, Turkey, Czech, Poland and Finland in August, 2008.

 
In den Staaten gibt’s das Kistchen jetzt wie viele Monate? HP: Setzen, sechs. So lange darf kann es nicht dauern, eine lokalisierte Notebooktastatur um 8% zu schrumpfen.
Das MSI Wind wird in ca. 2 Wochen als Medion-Gerät bei Aldi Süd Deutschlandpremiere feiern — leider wieder in der Bluetooth-losen Ausstattungsvariante …
Schade. Ich hätte gerne so ein kleines, (fast) vollwertiges Notebook dem Urlaubtest unterzogen; aber scheinbar will ja kein Hersteller ein Gerät nach Deutschland liefern, welches zumindest Bluetooth an Bord hat, um damit außerhalb großer WLAN-Wolken mobil – via Mobiltelefon in der Gesäßtasche eben – online sein zu können. Vielleicht sollte man Produktmanager mal eine Woche mit ihren Kreationen auf dem Land aussetzen, bevor Sie die Prämien für ihr Design einstreichen dürfen …
Mit dem Nokia Internet Tablet N810 ist online sein jedenfalls, datenfähiges GSM-/UMTS-Netz vorausgesetzt, dank BT problemlos möglich (wenn man nicht grade ein So-nie-erektion-Gerät als Modem verwenden will) …

Generalstreik?

Sind wir schon da? Gut, Autos und Vegetation sehen besser aus als bei Mad Max — oder wie in Italien im Hochsommer.
Aber nur die Ruhe und Gelassenheit der an der Supermarkttankstelle für eine Betankung zu 1,45 € je Liter Super Anstehenden bekräftigte mich in der Annahme, daß weder der Dritte Weltkrieg ausgebrochen sei noch daß es ab morgen keinen Sprit mehr gäbe; ich jedenfalls bin Schlangen – lies: mehr als 2 wartende Fahrzeuge vor einer Zapfsäule – an Tankstellen beileibe nicht gewohnt und derlei überrascht mich noch immer.
Esso Spexard lag Montag übrigens bei 1,47 €/Liter Super (Diesel 1,43, IIRC). Ob sich dafür das Anstellen schon rechnet? 0,02 €/Liter kann ich als ADAC-Mitglied auch derzeit regulär bei Shell sparen …

Twitter am Ende

Nach dem faktischen Ende der IM-Unterstützung bei Twitter schon vor Wochen bricht nun augenscheinlich mehr und mehr des filigranen Rahmenwerks zusammen.
Man hat bei Twitter ja wohl erkannt, daß Information sinnvoll, wenn nicht notwendig ist; dennoch, am Dienstag morgen deutscher Zeit findet sich noch immer als letzter Status jener von Freitag:

Friday report

2 days ago

As you can see from our publicPingdom report, we had 3 minutes of downtime about an hour ago. Despite this, our situation is largely improved today. We’ve had our lowest page load times since last Sunday and our uptime for the week has been 99.9%.
Our latency is still not as low as it should be (> 1sec is not good) and folks were running into error pages a lot yesterday. There’s still more to do, including the restoration of the services noted in red and orange in the sidebar.

 

Nur: Am Montagabend war’s dann – mal wieder – soweit, auch das Webinterface strich die Segel — Twitter, Opfer seines Erfolges? Bezeichnend in dem Zusammenhang ist dann sicherlich, daß zu den rot gefärbten Diensten neben »IM« auch »Track« gehört — mit dem dezenten Hinweis »Offline. Needs reworking.«

Virtualisierungstechniken

Ich halte mir ja einen kleinen Zoo von virtuellen Servern, leider basierend überwiegend auf Virtuozzo. Gute Erfahrungen selbst habe ich mit VMWare gemacht, insbesondere dem VMWare-Server, der u. a. meine privaten Windows-Notwendigkeiten abdeckt und zunehmend zur Systemkonsolidierung von mir eingesetzt wird.
Einen gravierenden Unterschied zwischen VMWare und Virtuozzo mußte ich vorhin feststellen:

vzvps210:~# ntpdate -v ntp1.ptb.de
22 Jun 18:26:33 ntpdate[28068]: ntpdate 4.2.2p4@1.1585-o Sun Mar 4 13:21:36 UTC 2007 (1)
22 Jun 18:26:34 ntpdate[28068]: step-systime: Operation not permitted

Hingegen unter VMWare:

root@virtualisierte_kiste:~ # ntpdate -v ntp1.ptb.de
22 Jun 18:56:39 ntpdate[15352]: ntpdate 4.2.0a@1.1196-r Fri May 12 09:51:45 EDT 2006 (1)
22 Jun 18:56:39 ntpdate[15352]: adjust time server 192.53.103.108 offset 0.023959 sec

Schon mal ein wenig doof, denn wenn der Hoster sein ntp nicht sauber unter Kontrolle hat … hat der Kunde so richtig geloost.

smokeping & slaves

Dank eines Mailinglistenbeitrags konnte ich nach Stunden mein Problem mit den slave-secrets bei smokeping 2.3 lösen:

vzvps210:~# LANG=C /etc/init.d/smokeping start
Starting latency logger daemon: smokepingWARNING: No secret found for slave probe-tm
Sent data to Server. Server said WARNING: No secret found for slave probe-tm
ERROR: we did not get config from the master. Maybe we are not configured as a slave for any of the targets on the master ?
.

Grandiose Idee, die Ausgabe »Sent data to Server. Server said « wegzulassen, solange man nicht mit »–debug-daemon« startet und nur die Fehlermeldung »WARNING: No secret found for slave probe-tm« des Masters auszugeben.
Lösung:

root@smokeping-master:~ # id apache
uid=48(apache) gid=48(apache) groups=48(apache)
root@smokeping-master:~ # ls -la /etc/smokeping/smokeping_secrets
-rw-r----- 1 root root 57 Jun 22 14:44 /etc/smokeping/smokeping_secrets
root@smokeping-master:~ # chown apache:apache /etc/smokeping/smokeping_secrets 
vzvps210:~# LANG=C /etc/init.d/smokeping start
Starting latency logger daemon: smokepingSent data to Server and got new config in response.
.

Immer wieder spannend …

Warum Windows eigentlich gar nicht so schlecht ist …

… zeigt sich immer wieder, z. B. bei OSS zum abgewöhnen, sprich, ffmpeg.
wusel@brick:~$ ffmpeg -i death/Desktop/18062008244.mp4 -acodec aac -ab 96 -ar 22050 temp.wav
[...]
[aac @ 0xb7dd29a8]FAAD library: cannot resolve faacDecGetErrorMessage in libfaad.so.0!
[aac @ 0xb7dd29a8]FAAD library: cannot resolve faacDecGetErrorMessage in libfaad.so.0!
Input #0, mov,mp4,m4a,3gp,3g2,mj2, from 'death/Desktop/18062008244.mp4':
Duration: 00:03:09.4, start: 0.000000, bitrate: 3071 kb/s
Stream #0.0(und): Video: mpeg4, yuv420p, 640x480, 30000.00 fps(r)
Stream #0.1(und): Audio: aac
File 'temp.wav' already exists. Overwrite ? [y/N] y
Output #0, wav, to 'temp.wav':
Stream #0.0: Audio: aac, 22050 Hz, stereo, 0 kb/s
Stream mapping:
Stream #0.1 -> #0.0
[aac @ 0xb7dd29a8]FAAD library: cannot resolve faacDecGetErrorMessage in libfaad.so.0!
Error while opening codec for input stream #0.1
wusel@brick:~$

Langsam auf kleiner Flamme rösten …