Sonderbar

Nachdem ich mit »flvstreamer« nicht weiter kaum und auch mittels »wireshark« auf die Schnelle nicht rausfand – zu viel Traffic auf meinem Laptop –, welche bekiffte RTMP-URL denn nun im Flash-Stream des Parlamentsfernsehens steckt, um das ganze auf auch hörbar zu machen (mein lokales Im-Brauser-Flash weigert sich mal wieder, Ton auszugeben), sinnierte ich kurz, ob der Kram nicht auch über Satellit ausgestrahlt würde.
Klar wird es das, aber leider verschlüsselt, und zwar aus gutem Grund, nämlich:

Sehr geehrter Herr Schlosser,
die Verteilung des Parlamentsfernsehens über Satellit erfolgt verschlüsselt, da es im Paket mit anderen Programmen ausgestrahlt wird.
Dazu gehört u.a. das Programm der Bundespressekonferenz, dass für einen geschlossenen Nutzerkreis erstellt wird.
Solange das Parlamentsfernsehen innerhalb dieses Paketes ausgestrahlt wird, ist das Programm auch verschlüsselt.
Im Berliner Kabelnetz ist das Programm des Parlamentsfernsehens frei im digitalen Ausbaugebiet zu empfangen.
Eine bundesweite Ausstrahlung wird derzeit hier im Hause diskutiert.
Für die Verteilung des gesamten Programmpakets über Satellit ist das BSI (Bundesamt für Sicherheit- und Informationstechnik) zuständig.
Als Dienstleister für die gesamte Übertragung ist die Firma T-Systems verantwortlich und hierüber können Sie auch kostenpflichtig einen Receiver mit entsprechender Decodierung bestellen. Ansprechpartner hier ist Herr Meinicke (wolfgang.meinicke@t-systems.com).
Mit freundlichen Grüßen
i.A. Simone Dümling
Deutscher Bundestag
Online-Dienste, Parlamentsfernsehen (PuK4)
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: (030) 227-35408
Fax: (030) 227-36655

 
Diese Gedanken sind allerdings dann doch in eine andere Richtung gegangen: Mehr Bundestag bei Phoenix – Kein bundesweites Parlamentsfernsehen — Toll. Ja, so ist unsere Demokratie, wer nicht eine proprietäre Software (Flash-Dreck) nutzen will oder kann, der darf sich mit den vorsortierten Häppchen im politisch mit-kontrollierten öffentlich-rechtlichen Fernsehen begnügen — oder nach Berlin umziehen. (Oder sich für mind. 600,– EUR monatlich eine Satellitenempfangsanlage von T-Systems in den Garten stellen … Dabei wird der Kram schon über Astra auf 23,5 Grad Ost – verschlüsselt – ausgestrahlt, mit handelsüblichen Mitteln (Sat-Schüssel, LNB, DVB-S-Karte; zusammen keine 100,– EUR einmalig mehr) empfangbar.)
Bemerkenswert finde ich ja die Begründung lt. digitalfernsehen.de:

Bereits vor anderthalb Jahren hatte der Bundestag bei der zuständigen Medienanstalt Berlin-Brandenburg die Lizenz für die unverschlüsselte Ausstrahlung des Parlamentsfernsehens über Satellit und Kabel beantragt. Das Verfahren ruhte jedoch, weil Unklarheit über die Rechtsgrundlage für dieses Vorhaben bestand. Von Bedeutung ist hier unter anderem der in mehreren Urteilen des Bundesverfassungsgerichts bekräftigte Grundsatz der Staatsferne von Rundfunk und Fernsehen.

 
Eine unverschlüsselte Ausstrahlung der Anhörung zur Zenursula-Gesetzgebung über Satellit hätte also den »Grundsatz der Staatsferne von Rundfunk und Fernsehen« in Frage gestellt … Und diese Staatsferne wird nicht dadurch berührt, daß jeder sich für einen – exorbitanten, wenn man sich die verwendete Technik vor Augen führt – monatlichen Obulus genau dieses Programm verschaffen kann? Verstehe ich nicht. Versteht das ein Politiker?
Ich vermute vielmehr, daß die werte Damen und Herren gar keinen so großen wert auf die Sichtbarkeit ihrer Abwesenheit legen; wie auch heute wieder, als nach der Anhörung im Ausschuß live aus dem Parlament, Thema war wohl eine Aktuelle Stunde, berichtet wurde. Gähnende Leere weit und breit, da waren wohl Wahlkampftouren wichtiger.
Es kommt mir ein kleines bißchen so vor, als ob dies auch bei Zensursula so gelaufen sein könnte; nach knapp vier Jahren mußte schnell ein publikumswirksames Thema her, mit dem sie sich zur Bundestagswahl profilieren kann. Kinderponographie. Internet. Brisante Mischung, ja, das nehmen wir — und flugs war eine vermeintlich medial-geniale Aktion geboren. Leider hat von der Leyen ihre Hausaufgaben noch immer nicht gemacht, fabuliert sie doch in einem SpiegelOnline-Interview grade wieder:

Von der Leyen: Aber warum sie dann nicht blockieren? Die Quellen sind zu schließen, da bin ich ganz Ihrer Meinung. Bisher wurden eher sporadisch Seiten gemeldet oder identifiziert. Access Blocking wird die Suche systematisieren. Wir möchten, dass in Zukunft zugleich immer Interpol verständigt wird, die in 160 Staaten dieser Welt vertreten sind. Das BKA wird das diese Woche in der Interpol-Tagung einbringen. Ich werde Ende Juni auf der Rio-Nachfolgekonferenz einbringen, dass ein Monitoring erfassen soll, was mit den Meldungen weiter passiert. Ist sie im Papierkorb gelandet oder hat sie zum Löschen der Bilder auf dem Server geführt?

 
Huch? »Bisher wurden eher sporadisch Seiten gemeldet oder identifiziert. Access Blocking wird die Suche systematisieren.«
Wie bitte soll das denn funktionieren? Wer auf nicht geblockten Seiten derlei findet, wird sich, nach der klaren Aussage, daß der Besuch der Stoppseite schon einen Anfangsverdacht begründet, tunlichst nicht mehr bei den Behörden mit dem Fund melden. Und um gesperrt zu werden, muß eine solche Seite ersteinmal gefunden, als Kinderpornoverbreitungsinstrument identifiziert werden. Wer auf eine Stoppseite trifft, wird das kaum melden, denn dieSeite ist ja schon geblockt. Wie kann das die »Suche systematisieren«?

Leeres Hohes Haus

(Blogged via locr)

Vielleicht ist es doch sinnvoll, das es kein Parlamentsfernsehen in Deutschland gibt – der Livestream jedenfalls zeigt, wie üblich, leere Ränge. Ja, sind denn schon Ferien‽

Zu anspruchsvoll …

(Blogged via locr)

… sollte man auch als Businesskunde bei AliceComfort nicht sein; aber Verständnis für groteske doch-nicht-Angebote darf man mitbringen :)

Kamera: Nokia E71 (Brennweite 4.9mm, f/3.2)

Poken-Belastungstest

(Blogged via locr)

Ab jetzt habe ich mein(en?) Poken (fast) immer dabei – ob er/es den Strapazen eines Schlüsselbunddaseins gewachsen sein wird?

Kamera: Nokia E71 (Brennweite 4.9mm, f/3.2)

Nicht mein Tag …

Tja. Asterisk läuft ja, und damit könnte ich dann ja auch mal all’ die lustigen kostenlosen Accounts, die sich so in den Hype-Jahren des VoIPens angesammelt haben, zusammen- und in meinen neuen Asterisk eintragen.
Erstaunlicherweise läuft auch Sipgate mit diesem Asterisk 1.4 (aus Ubuntus Jaunty-Package) auf Anhieb, Sipgate zeigt meinen Asterisk (und die Fritz!box) als registriert an, Anrufe auf meiner ganz frischen Gütersloher Rufnummer werden auch brav an beide Geräte signalisiert — in der ersten Asterisk-Installation klappte trotz keinem NAT das Verbinden mit Sipgate nicht wirklich.

Ich habe die 0180irgendwas jetzt doch gegen einen Ortsrufnummer eingetauscht; seinerzeit, als VoIP noch Hip und Asterisk noch bei 1.0 war, hatte ich Sipgate ja genommen für eine schöne Nummer in 0341 – Dresden, IIRC? –, aber da hat die BNetzA RegTP seinerzeit ja einen Strich durch meine Rechnung gemacht und Ortsrufnummern ohne dortigen Wohnsitz verboten … Ein kongenitaler Schachzug, denn die »VoIP-Gasse« 032 ist nach wie vor der Rohrkrepierer schlechthin: aus verschiedensten Fest- als auch VoIP-/NGN-Netzen ist eine Anwählbarkeit auch im Mai 2009 nicht gegeben, worauf der potentielle Neukunde teilweise auch – im hellgrauen Kleingedruckten – hingewiesen wird. Ein echter Treppenwitz: die auf VoIP (i. d. R. heute SIP) aufbauenden NGN-Teilnehmeranschlußlösungen ermöglichen keine Anwahl der dedizierten deutschen VoIP-Rufnummern. Das habt Ihr wirklich fein reguliert; auch nett, daß die »Gasse« 032 nicht zu den Festnetznummern zählt, mithin die Kosten teils exorbitant – verglichen zur Festnetzflatrate, die nahezu allen neuen Anschlüssen beiliegt – sind (z. B. 2,5 ¢/Min bei Unity Media, stolze 4,5 ¢/Min bei Arcor; weitere Details im IP-Phone-Wiki). Und der Testanruf eben von der D2-Postpaid-SIM auf die T-Online-VoIP-Testnummer 032-222121230 endete in einem »besetzt« …

Mal gucken, welche VoIP-Anbieter denn den Frühsommer 2009 erlebt haben:

  • Sipgate — alive an’ kickin’
  • Monduno — sold ‘n closed, wie’s aussieht. Schade, da hatte ich eine 032-Rufnummer …
  • K-DSL — alive an’ kickin’; meine Rufnummer aus dem Ortsnetz 04755 ist von einem T-Com-Anschluß dort (DSL-/NGN-Alternativen gibt es im Glasfaser-Ausbaugebiet nicht) bis heute nur komplett – mit Vorwahl – aus jenem Ortsnetz zu erreichen
  • Free World Dialup — Pulver.com hat den Dienst letztes Jahr kostenpflichtig gemacht. Oder mittlerweile eingestellt; genaues gibt’s über Technorati jedenfalls nicht zu erfahren, weil: »Sorry, we’re having technical difficulties with our tag articles« und »blurbs are temporarily unavailable. Please try again later!« Das Web2.0 in der Wartungslücke … ¹
  • Web.de — da hatte ich mal ‘nen VoIP-Zugang, und die müßten auch noch Web.Cent von mir dort haben; nach Einstellung des VoIP-Dienstes, Grund für meine Mitgliedschaft, stritten wir uns ein wenig über eine Vertragsbeendigung (zwecks guter Minutenpreise war ich halt »Clubmitglied« geworden) und trennten und letztlich grade noch außergerichtlich.
  • AOL — tja, lange Freude an dem kostenlosen VoIP-Account dort hatte ich nicht; man orientierte sich neu und schob die VoIP- (und später die anderen Kunden) ab. Schade, vom Namen her hätte ich da Qualitäts-VoIP erwartet. Tja.
  • iaxtel.com — »503 – Service Not Available«; schade, das war, meiner Erinnerung nach, ein lustiger klebe-VoIP-Wolken-zusammen-Dienst. Dann kann der Kram aus der aktuellen extensions.conf wohl auch wech …
  • Gizmo5 — alive an’ kickin’; allerdings hat der SIP-Test mit einem Freund in Hamburg irgendwie seit nunmehr zwei Jahren, in denen ich den Gizmo5-Account habe, nicht stattgefunden ;)

Also, irgendwie … ein ernüchterndes Fazit. Viele Dienste, auch »der Ersten Stunde«, gibt es schon gar nicht mehr; für mich hat mit dem Wechsel auf einen Laufzei-T-tarif mit inkludierter Festnetz-Flatrate das Interesse an Asterisk/VoIP nachgelassen, da das Kostenargument nicht mehr da war: Das Komplettangebot der T-Com war günstiger als T-ISDN und T-DSL-16k einzelnd, wobei letzteres noch keine Gespräche umfaßte … Für 0,00 EUR im Festnetz (teilweise mit Fremdnetz-Aufschlag von 0,02 Cent/Minute oder so) telefonieren — das geht auch über VoIP, kostet aber extra, der Kostenvorteil ist mithin dahin.
Und mit den regulatorischen Entscheidungen zu den Roaming-Kosten in der EU fällt auch der letzte Einsatzzweck, nämlich günstiger als über die raffzahnigen Mobilfunkprovider im Ausland erreichbar zu sein — über einen auf Asterisk-Basis selbst gebauten Call-Back- oder Call-Through-Dienst. Ob das der Grund ist, warum United Mobile die Grätsche gemacht hat? Ich weiß es nicht; außer in speziellen Fällen sehe ich aber heute kaum noch Anwendungsfälle für die eigene PBX — zumal vieles eine kleine Fritz!Box – samt Gateway zum ISDN-Netz und ISDN-Endgeräten – schon »einfach so« mitbringt.
_____

¹ Ah, FWD endet jetzt auf SIPtoSIP:

Free World Dialup closed open enrollment for SIP registration and membership in order to focus on High Definition (HD) VoIP content and services. People interested in obtaining SIP credentials for participatition in FWD’s HD End User Trial should send an email to fwd@pulver.com.

 

Asterisk mit ISDN (HFC) unter Ubuntu Jaunty Jackass (oder so)

Als kleine externe Notiz an mich, sollte ich nochmals einen Asterisk mit ISDN und dem Zaptel-Kram unter Ubuntu bauen wollen:

  1. Zaptel-Gedöns muß erst gebaut werden, siehe Hinweis zu 8.04 hier.
  2. Fix für Zaptel unter Kernel 2.6.28 (die Kernel-Spielkinder schlugen mal wieder was karpott): hier.
  3. Es gibt nun zwei zaphfc-Treiber:
    root@ast-1:~# genzaptelconf -d -c de -v
    Unloading zaptel modules:
    [...]
    Generating '/etc/zaptel.conf and /etc/asterisk/zapata-channels.conf'
    Note: generated /etc/asterisk/zapata-channels.conf not included in zapata.conf
    To fix: echo '#include zapata-channels.conf' >>/etc/asterisk/zapata.conf
    Reconfiguring identified channels
    Zaptel Version: 1.4.11
    Echo Canceller: MG2
    Configuration
    ======================
    SPAN 1: CCS/ AMI Build-out: 0 db (CSU)/0-133 feet (DSX-1)
    SPAN 2: CCS/ AMI Build-out: 0 db (CSU)/0-133 feet (DSX-1)
    Channel map:
    Channel 01: Clear channel (Default) (Slaves: 01)
    Channel 02: Clear channel (Default) (Slaves: 02)
    Channel 03: D-channel (Default) (Slaves: 03)
    Channel 04: Clear channel (Default) (Slaves: 04)
    Channel 05: Clear channel (Default) (Slaves: 05)
    Channel 06: D-channel (Default) (Slaves: 06)
    6 channels to configure.
    Changing signalling on channel 1 from Unused to Clear channel
    Changing signalling on channel 2 from Unused to Clear channel
    Changing signalling on channel 3 from Unused to HDLC with FCS check
    Changing signalling on channel 4 from Unused to Clear channel
    Changing signalling on channel 5 from Unused to Clear channel
    Changing signalling on channel 6 from Unused to HDLC with FCS check

    ==> Man will eines der beiden Blacklisten; welches, mag man per educated guess sich dann selbst überlegen (bei mir war’s vzaphfc, den ich erdete — YMMV).

  4. Generell scheint der Hype — und die Arbeit an entpsrechenden OSS-Lösungen — um Asterisk & ISDN vorbei zu sein; die vielbesprochenen HFC-Karten — gelobt für den NT-Modus, also die Möglichkeit der Realisierung eines »internen S0« wie bei »echten« Telefonanlagen; gescholten für ihre IRQ-Last — werden zwar von verschiedenen Asterisk-Channels unterstützt (CAPI, mISDN (diskutativ tot?), vISDN (entwicklungstechnisch offensichtlich tot seit 2006), Zaptel), aber z. B. den »wunderbaren« Patch von Frank Gockel gibt’s nimmer (Details zu dessen Funktion siehe IP-Phone-Forum).
    Auch wird es zunehmend schwierig, Server zu finden, in die man die sehr günstigen HFC-PCI-Karten noch verbauen kann — andere Hersteller bieten (Mehrport-) ISDN-Karten für PCI-e an, hier verlassen wir aber in Lichtgeschwindigkeit das Preissegment rd. EUR 30,–/Karte und schlagen im mittleren bis oberen dreistelligen Bereich ein :(
    Professionelle ISDN-SIP-Gateways allerdings kosten in etwa so viel wie jene Karten; und PCI-zu-PCI-Expanderboxen schlagen auch mit wenigstens EUR 100,– zu Buche.
    Daher, as time and other resources permit:

    • Remote-CAPI der Fritz!Boxen für Nutzung als ISDN-Port an Asterisk evaluieren.
    • Evtl. mal so ein ISDN-SIP-Gateway mal in die Finger bekommen
    • ISDN entsorgen und – endlich – auf VoIP- bzw. SIP-only umsteigen. (Wäre bei einem NGN-Telefonanschluß eigentlich nur konsequent; sähen die Telefone nur nicht durch die Bank wie Spielzeug oder verunglückte Kreuzungen einer Telefontastatur und eines PDAs aus …)

*sigh* Wenn die Fritz-Firmware doch nur ein bißchen mehr Möglichkeiten zuließe, bräuchte ich für den Heimgebrauch wohl keinen Asterisk mehr.

Staumelder

(Blogged via locr)

Also, auf der Nebenstrecke unter der A2 geht auch nix …

Kamera: Nokia N95 (Brennweite 5.6mm, f/2.8)