WePad touched …

androidpit.de hat ein erstes Video vom »Test« des WePads online gestellt, das einerseits grundlegende Funktion bestätigt (auch wenn im halbdunkel nicht wirklich zu erkennen ist, ob das benutzte Gerät nun die angeblich »finale Hardware« war), andererseits aber auch viele Fragen unbeantwortet läßt:

Ich hoffe, Aussagen zu folgenden Punkten werden von den Testern noch beantwortet:

  • Landscape ist ja nett, aber für Bücher/Zeitschriften/Magazine würde sich der Portrait-Modus anbieten — der funktioniert noch nicht, wie man dem Video entnehmen kann? (»Wir können die Drehung ja noch nicht machen, da es ein Vorführgerät ist …«) Wie paßt sich denn – gedacht – das UI da an‽
  • Bei Android-Anwendungen »gefällt die Oberfläche noch nicht«, das Look&Feeel soll für AIR als auch Android soll identisch sein, wie soll denn das funktionieren? Und was ist mit dem Zugriff auf den Android-Market?
  • Kann man den Homescreen auch vergrößern/verkleinern oder ist die Höhe von ca. 4x Displayhöhe fest vorgegeben?
  • Abzug eines USB-Sticks im laufenden Betrieb ist ja schick, hinterläßt mindestens bei extX-Filesystemen kein valides FS; wie löst »WePad OS« dies?
  • HDMI ist schick, funktioniert denn auch die Soundausgabe problemlos über HDMI?
  • Zur Kamera habe ich noch gar keine Detaisl, geschweige denn Bilder gesehen — welche Auflösung, wie ist die Lichtempfindlichkeit? So manche Netbook-Kamera ist ja einfach nur rottig, insbesondere unter Linux. AIR- als auch Android-Anwendungen werden auf die Cam Zugriff haben?
  • Zum GPS-Chip wurde noch nichts gesagt, ich würde gerne mal ein WePad auf der Straße sehen, wie sich da »live« der Google-Maps-Ausschnitt mitbewegt …
  • Licht- und Bewegungssensor ist zwar eingebaut, inwiefern nutzt die heute existente WePad-Software diese? Auch hier: Zugriff darauf durch Android-Apps wird problemlos möglich sein‽

Mein Fazit: das WePad ist in etwa auf dem Stand, auf dem ich es vermutet habe: weit, weit vor einer Produktreife. Die versprochenen Features müssen nun in, hmm, drei Monaten nachgeliefert werden, Usability-Tests inklusive. Das riecht mir nach einer Herkulesaufgabe für die beteiligten Unternehmen; AIR an sich ist nett, ich vermisse aber den Funktionsbeweis in Form z. B. von twhirl auf der WePad-Oberfläche – das müßte in 2 Minuten gemacht sein und würde die Zweifel nehmen, daß AIR nur in einer WePad-Version vernünftig funktioniert (Stichwort z. B. dieses komische, Wii-ähnliche, Platzierungsraster auf dem Homescreen).
Android-Anwendungen wurden – wieder einmal – nicht gezeigt; jedenfalls nicht in einem Video und als Begründung wird auf die stern- (AIR-) Anwendung verwiesen, die man noch nicht zeigen dürfe. Technisch denke ich, daß ein »Hello, World« in einem Android-Emulator simpel zu machen sein sollte; die Frage ist aber ja, läuft z. B. Navigons Navigator auf dem »WeDroid«? Sprich: werden die WePad-Hardwarefeatures wie Helligkeits- und Lagesensoren, GPS-Empfänger u. dgl. unterstützt? Ohne dies macht es keinen Sinn; und daß derlei eben noch nicht funktioniert, sehe ich als Grund dafür an, warum das beworbene Feature »Android-Apps laufen auch« eben noch nicht gezeigt wird; das UI-Theme wirkt vorgeschoben … Und ohne Android-Market-Anwendung bzw. -Zugang ist »es laufen auch Android-Anwendungen« ein ziemlich dreister Marketinggag, denn an welche typischen, insbesondere kostenpflichtigen, Apps kommt man ohne Markte-Zugang heran?
Die Idee des WePads ist charmant; nur leider wurde das Oberflächendesign aus meiner Sicht von der Hardware- und Mitbewerbssituation überholt. Apple drängt Adobe-Technologien aus dem Markt durch die schiere Marktmacht von iPhone und iPad; schön, daß das WePad Flash- und AIR-Anwendungen laufen lassen kann — ob dafür im Herbst zur Auslieferung noch im (mobilen) Web überhaupt Bedarf besteht, das darf zumindest außerhalb der Häuser der Flash-/AIR-Protagonisten bezweifelt werden. DAS mobile Alternativsystem zu Apple ist derzeit Android; und grade das, wie schon auf der Pressekonferenz vor ca. 2 Wochen eingestanden, wurde erst spät »adaptiert«. Schnell in der Produktbeschreibung, deutlich langsamer offensichtlich im Code …
Wichtig wäre auch HTML5-mit-h264-Support, um flashlose Videos, die bis zum Herbst reichlich vorhanden sein werden »dank« des iPads, nutzen zu können; auf die Hardware optimierte Flash-Wiedergabe hingegen ist imho ein Muß, wenn ich bedenke, wie auf schon nicht skalierte Flash-Videos in 720p auf meinem DualCore 2,7-GHZ-nVIDIA-Boliden flackern und ruckeln. (Die per VDPAU-Player wiedergegebenen .mopv oder .mp4 von YouTube/Vimeo hingeren spielen butterweich; das Problem ist nicht die Weidergabehardware, es ist der diese nicht unterstützende Flash-Player.)
Schade; ich hatte wirklich gehofft, das WePad könnte dem Fallobst-Pad Paroli bieten; aber dazu kommt es zu spät (was wohl der Hardware geschuldet ist) bzw. ist derzeit zumindest noch viel zu unfertig. Ich würde es dem Unternehmen ja wünschen, daß sie alles in der kurzen Zeit in den Griff bekämen, aber so richtig glauben daran kann ich nach dem, was man bislang sieht, leider nicht :(