Über heise tickerte heute die Ankündigung eines »neuartigen« Receivers:
Web.de-Gründer Matthias Greve hat angekündigt, zur IFA mit dem VideoWeb S500 den “ersten Satelliten-Receiver, der die Welt des HDTV-Fernsehens mit Internet-TV und vielen Internet-Anwendungen verknüpft” (wie Picasa oder Twitter), auf den deutschen Markt zu bringen. […]
Eine Festplatte ist in dem […] Gerät nicht eingebaut; der Receiver verwandelt sich bei Anschluss einer externen (EXT2/3-formatierten) Festplatte in einen Recorder. Auch Timeshifting wird unterstützt. Nach dem heutigen Kenntnisstand beachtet der VideoWeb S500 allerdings von HD+-Sendern wie RTL HD und ProSieben HD mitgesendete Broadcast-Flags; unterbindet also auf Wunsch der Sender beispielsweise die Aufnahme oder deaktiviert die Timeshifting-Funktion.
Da in meiner kleinen Welt es einfacher ist, eine externe Platte mit VFAT zu formattieren als beim typischen, Windows-inflitrierten, bundesdeutschen Haushalt, dort ein Ext2 draufzuschnallen, würde ich ja mal von Linux als Basis dieses Super-Duper-Receivers ausgehen. Wenn ich nun weiter spekuliere, daß auch dieses Gerät mittelfristig mit »optimierter«, d. h. dem Kunden- statt dem Senderwunsch entsprechender Firmware und damit Funktionalität ausstattbar sein wird: was bedeutet das für den Erfolg von HD+? Müßten nicht in einem solchen Falle zur Sicherheit alle HD+-Receiver dieses Types per Fernsignal unbrauchbar gemacht werden (siehe c’t-Artikel zu CI+, der CI-Basis von HD+)?
Tja, wie viel Einfluß auf die heimische Infrastruktur möchte man denn den Herren in ihren schwarzen Anzügen an ihren runden Tischen geben? Vom »mündigen Konsumenten« geht es in den Köpfen der Rechteinhaber leider nach wie vor nur in eine Richtung: in den komplett bevormundeten Pro-Nutzungs-Nochmalzahler.
