Das ZDF hat zum G8-Gipfel ja auch ein Blog und berichtete immerhin auch schon über den angeblichen »Übersetzungsfehler«. In den Kommentaren meldeten sich auch die Spiegelfechter zu Wort, wohl, wie üblich, mit Link. ZDF-Reaktion:
# Spiegelfechter am 04.06.2007 23:06
Schönen Dank für diesen Bericht!
Mir war die falsche Übersetzung auch gleich aufgefallen und habe sie in meinem Blog bemängelt:
* Anmerkung der Redaktion: Der externe Link wurde entfernt. Das ZDF kann keine Verantwortung für den Inhalt der Seiten Dritter übernehmen.
[…]
Ich bin wirklich gespannt, wie man es bei WestEins (nein, im Westen noch nichts Neues) handhaben wird mit externen Links (in Kommentaren als auch Tracp-/Pingbacks), ohne die Bloging meines Erachtens nicht wirklich viel Sinn macht.
Ich würde ja auch die Sinnfrage bei den Blogs von ARD und ZDF stellen — warum soll ein TV-Sender auf seinen Seiten Zuschauern die Gelegenheit zum Kommentar geben? Es gibt unzählige Blog-Plattformen mittlerweile, dedizierte Findemechanismen für Blogeinträge — welchen Mehrwert geben (aus nachvollziehbaren Gründen) stark redigierte Blogs bei (öffentlich-rechtlichen) Sendern?
Oder ist das die Vorstufe zu einer neuen Sendeform, »Best of Blog« mit vorgelesenen Screenshots »herausragender« Beiträge, ähnlich einer Kombination aus »Myvideo Show« und den vorgelesenen Gästenbucheinträgen beim WDR-Radiosender 1LIVE?
[Update 20070606, 22:36] Mittlerweile wurde der Link dann doch reingenommen:
# Andreas Heck, Redaktionsleiter heute.de am 06.06.2007 15:37
Wir haben die URL zum Posting im spiegelfechter-Blog eingesetzt. Im ZDF gibt es klare Regeln, was Verweise auf externe Seiten betrifft. Dabei geht es nicht nur um die grundsätzliche Debatte, ob Disclaimer bei Verweisen zu externen Inhalten sein müssen, sondern zum Beispiel um die Frage, ob das ZDF kommerzielle Interessen Dritter vorantreibt und sich damit angreifbar macht. Wir möchten jedenfalls nicht auf die Form des Blogs als eine Möglichkeit in der Berichterstattung verzichten – müssen aber bei Nutzerbeteiligung durch eine Moderation sicherstellen, dass alle Inhalte neben Recht und Gesetz auch mit den Programmrichtlinien des ZDF vereinbar sind. Darüber hinaus gilt es, die Vereinbarkeit mit Jugendschutz, Anstand und guten Sitten zu gewährleisten. Da das in diesem Fall nicht das Problem ist, war es ein Fehler, die URL herauszunehmen. Nun ist sie drin.
Immerhin.
Was aber ist an der »Form des Blogs als eine Möglichkeit der Berichterstattung« so interessant? Berichterstattung braucht kein Blog, ein Blog zeichnet sich heute neben der Kommentar-/Diskussionsmöglichkeit aus durch Funktionen zur automatischen Verlinkung untereinander. Aber ein ZDF-Blog, zu kontrovers diskutierten Themen, in dem (auch) die Trackbacks moderiert werden — wie soll das funktionieren? Wieviele Redakteure kontrollieren denn da die Trackbacks? Werden die Trackbacks FQDN-basiert in eine Whiteliste aufgenommen, nach einmaliger Prüfung darf das Blog backtracken, äh trackbacken? Prüft der Redakteur jeden Eintrag im trackbackenden Blog auf Konformität zu des ZDFs »klaren Regeln«?
[/Update]
