Forschung in die Leere

Vor rd. zwei Wochen machte mich ein Kollege auf ein Interview mit Jörg Schilling zum Thema »Schillix« aufmerksam.
In diesem Interview erläutert der Softwareautor – der sich bzgl. seiner (Ex-) GPL-Software »cdrtools«, bekanntestes Tool dort ist wohl »cdrecord«, mit SuSE, Debian, RedHat, ja nahezu allen aus seiner Sicht »kommerziiellen« und »unfähigen« Linux-Distributionen, deren Communities sowie deren treibenden Kräften anlegte –. daß er, bezahlt von GMD-Fokus, Vollzeit an seiner OpenSolaris-Distribution »Schillix« arbeiten kann und bittet, am Ende des Interviews, daß fähige Entwickler sich doch bei ihm melden mögen, um an »Schillix« weiterzuarbeiten.
Zum Einen sollten sich derlei Aspiranten ggf. vorab über Schiling informieren, sein Ruf eilt ihm jedenfalls voraus:

Nun meldete sich auch Schilling wieder zu Wort und unterbreitete dem Debian-Team einen Neun-Punkte-Plan, wie sie das Problem lösen können. Neben persönlichen Beleidigungen und spöttischen Bemerkungen schien der im Umgang mit anderen Entwicklern als schwierig geltende Schilling allerdings nur wenig Interesse an der Lösung des Problems zu haben.

 
Zum Anderen kann ich nur hoffen – das RadioTux-Interview ist vom März 2007 –, daß GMD-Fokus mittlerweile wie geplant den Förderungsstecker gezogen hat und Sun bei der kolportierten Haltung »es gibt mehr als ein OpenSolaris-Distributions-Projekt, förderten wir eines müßten wir alle fördern und das können/wollen wir nicht« geblieben ist; Schillings Blog wird seit 2005 nicht mehr gepflegt, richtig große Fortschritte vermeldet auch Wikipedia nicht.
Wer – aus welchen Gründen auch immer – einen (Open)Solaris-Kern haben möchte, aber nicht Suns (Open)Solaris-Package nehmen, dem sei ein Blick auf Nexenta OS angeraten. Installable Images, Gnome Desktop mit einem (überwiegend) GNU-Userland auf einem Solaris-Kernel. Ich verstehe zwar nicht, wer sowas brauchen könnte – gibt es doch Suns Orginal –, aber, anders als SilliX Schillix, ohne bekanntermaßen problematischen Projectleader und mit zeitgemäßer X-Integration … Dafür mit funktionierendem, offenen Packagesystem — Schillx setzt auf das nicht offene pkg-get und blastwave.org.

2 Replies to “Forschung in die Leere”

  1. Es war auch mehr im Kontext, wie Schilling sich da aufstellt, gedacht — und Äußerungen wie »Ja, ich kann das als Opfer von Debian Machtspielchen shr gut beurteilen« lassen nicht darauf schließen, daß er sich in den letzten Jahren grundlegend geändert habe.
    Ich finde es jedenfalls sonderbar, daß eine öffentliche Forschungseinrichtung jemanden an einer OpenSolaris-Distribution, der dieser Jemand dann auch noch seinen Namen gibt, Vollzeit rumbasteln läßt – ein größeres Team stellt erfahrungsgemäß in gleicher Zeit mehr auf die Beine –, zumal, wenn dieser Jemand noch so ein bekannt-schwieriges Verhältnis zu quelloffener Software und dem Loslassen von seinem Werk hat. Von der Personalie Schilling abgesehen, was ist der Benefit, was soll da für das institut bei erforscht werden?
    Wie gesagt, da es still wurde um Schillix, hoffe ich, daß dieser öffentlich geförderte Unsinn beendet wurde.

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