Kundenbindung á la 1980: Deutsche Telekom

Tja. Heute Nachmittag im T-Punkt VDSL-Upgrade auf 100/40 beauftragt, aber ich fühle mich mittlerweile über den Tisch gezogen.

An­ge­bot Te­le­kom (VDSL oh­ne En­ter­tain).
An­ge­bot Te­le­kom (VDSL oh­ne En­ter­tain).
Der Hintergrund ist recht simpel: ich bin seit dem Herzug 1999 ISDN-Kunde der Telekom, mit dem DSL-Ausbau (ADSL1, 768 kBit/sec) dann auch ab ~2000 DSL-Kunde.
Und wie ich beim studieren des Auftragsformulars und des Anfang der Woche per Post eingegangenen Vectoring-Flyers zu Hause erkennen mußte: Die Angebote gelten nur für »Breitband«-Neukunden.

  • Angebot gilt für Breitband-Neukunden bei Buchung eines IP-basierten MagentaZuhause L Pakets bis zum 15.02.2016
  • MagentaZuhause L kostet in den ersten 12 Monaten 39,95 Euro/Monat, danach 44,95 Euro/Monat
  • Voraussetzung ist ein geeigneter Router.
  • Hardware zzgl. Versandkosten in Höhe von 6,95 Euro
  • Einmaliger Bereitstellungspreis für neuen Telefonanschluss 69,95 Euro
  • Mindestvertragslaufzeit MagentaZuhause 24 Monate
  • MagentaZuhause L ist in ausgewählten Anschlussbereichen verfügbar
  • Individuelle Bandbreite abhängig von der Verfügbarkeit
  • Bei Online-Bestellung erhalten alle MagentaZuhause Breitband-Neukunden für die ersten 12 Monate einen zusätzlichen Rabatt von 10 % auf den monatlichen Grundpreis, der als Einmalbetrag auf einer der nächsten Telefonrechnungen gutgeschrieben wird. Eine Barauszahlung ist nicht möglich.

Derzeit zahle ich für »Entertain Comfort (4)/Universal« 53,94 EUR/Monat, für VDSL 25 zusätzliche 10,00 EUR, zusammen also 63,94. Neu bezahlen soll ich für »MagentaZuhause L« 44,95 zzgl. 9,95 für Entertain (oder, im Rahmen einer Aktion, auch Entertain Premium für 24 Monate), zusammen also 54,90, knapp 9 EUR/Monat weniger also als bisher. Soweit, so gut.

Ein Neukunde allerdings würde die ersten 12 Monate nur 39,95 für den VDSL-Anschluß bezahlen, 5 EUR/Monat oder insgesamt 60 EUR weniger.

An­ge­bot 1&1 (VDSL oh­ne En­ter­tain).
An­ge­bot 1&1 (VDSL oh­ne En­ter­tain).
Und da muß ich dann einfach mal fragen, liebe Telekom: Hallo, wach? Für eine Vertragsverlängerung, für eine Bindung um weitere 2 Jahre, muß ich als doofer Bestandskunde 60 EUR mehr zahlen als ein Neukunde?

Dann nennt mir mal Gründe, warum ich bei Euch unterschreiben sollte — nur, weil Ihr auf eine Farbe Mar­ken­rechts­schutz re­klamiert? Auf Be­stands­kun­den, das macht Ihr ja über­deutlich, legt Ihr ja keinen Wert …

… nur ist 2015 eben nicht 1980, heute gibt es Alternativen, die identische Leistungen – und ein besseres Festnetz ;) – für weniger Geld anbieten.

1&1 bietet mir identische Leistungen für rechnerisch 30,48 EUR/Monat (19,99 in den ersten, 34,99 in den folgenden 12 Monaten, zzgl. 2,99/Monat für Upload 40 statt 20 MBit/sec) — zum Vergleich, die Telekom möchte 44,95, 47,4% mehr in jedem der 24 Monate Mindestvertragslaufzeit!

Da wir auf IP-TV nicht verzichten möchten, kommen bei 1&1 5 EUR/Monat hinzu (Basis-Paket mit den FTA-Sendern reicht aus; für das Oxymoron HD+ zahle ich aus Prinzip nicht); bei der Telekom kostet es 9,95 inkl. 4,95 für den Receiver — den ich als Entertain-Kunde ja habe (mittlerweile drei davon). Zudem ist Upload 40 »mit Digital TV inklusive«, somit kostet die TV-Option für meine Zielbandbreite (100/40) nur 2,01 EUR …

Telekom 1&1 Differenz zu Telekom im Monat/in 24 Monaten
54,90 35,48 19,42/466,08

Fazit: Rund 500 EUR kostet ein VDSL-100-Anschluß inkl. IPTV also in 2 Jahren bei der Telekom mehr als bei 1&1. Da fallen die 60 EUR, die die Telekom Bestandskunden nicht gewähren will, auch nicht mehr ins Gewicht. Tja, dann werde ich wohl am Freitag also den Telekom-Auftrag stornieren, die Restlaufzeit des Telekom-Anschlusses raussuchen und mit 1&1 konferieren, wie wir ins Geschäft kommen. Schade, eigentlich finde ich das Providerhopping scheiße; aber 500 EUR in zwei Jahren ist ein Wort — und ich hätte nicht nachgerechnet, wäre die Telekom nicht so geizig bei Bestandskunden. Und tschüß …