Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul? Doch, besser ist das …
Mitte der Woche rief die Alice o2-Kundenbetreuung an, man moderenisiere ja sein Netz und in dem Zuge wolle man uns Businesskunden was Gutes tun und einen neuen Router zusenden.
Äh? Ja, brauche man nur einzustecken und er konfiguriere sich dann automatisch, ganz einfach, völlig problemlos.
Äh? Zugegeben, ich war grade nicht ganz bei der Sache, aber mit einem Callcenter technische Diskussionen anzufangen — ich habe diese Woche Urlaub gehabt, daher brauche ich derlei nicht wirklich ;) Also gut, schickt halt her das Ding.

Der Punkt ist: das alte IAD 3231 nutzen wir ja nur noch als ADSL2-Modem und SIP-ISDN-Gateway — Telefonie und Internet macht eine Fritzbox seit 3,5 Jahren, derzeit eine 7270. Ein 1:1-Austausch war also schon initial unwahrscheinlich, aber solange man das neue Ding auch zum Modem abwerten kann, kann man’s ja nutzen — ich vermute den Hintergrund im kommenden VDSL-Vectoring-Start in Gütersloh, auch wenn die Praxis ja aus der Vermittlungsstelle versorgt wird (mittlerweile von »rdsl-gtso-de80.mediaways.net«, sprich mediaWays/Telefónica-Equipment).
Dankenswerterweise hat teltarif.de einen Leserbericht veröffentlicht, der mir viel Zeit gespart hat — ich habe die Verpackung bislang nicht geöffnet und werde daher am Freitag mal die Business-Hotline von o2 anrufen (der Praxis-Anschluß ist ein Alice Business-Anschluß) um zu erfahren, was die Hintergründe sind (G.vector? Übergabe des o2-DSL-Netzes an die Telekom?), wann denn endlich die vollen 16 MBit/sec geschaltet werden (als ich das letzte mal das IAD auslas, vor sicher einem Jahr, lagen nur 6 Mbit/sec an, obwohl 16 bestellt waren und bezahlt werden — gut, der Internetzugang dort existiert primär, damit der AB der FritzBox Mails verschicken kann, es fällt also eher nicht auf) und welche Geräte o2 uns denn als Drop-In-Replacement anbieten kann — das Telefoniesystem in der Praxis ist so ok, wie es ist (mit der 7270 per Ethernet und ISDN am IAD hängend), die Fernwartung per IPsec über die FB muß gewährleistet bleiben, ebenso die strikte Trennung des fremdadministrieten Providersystems (IAD) vom Praxis-LAN.
Die »o2 HomeBox 2« ist jedenfalls keine Option, Zitat:
Diese [o2 HomeBox 2,] welche als IAD fungiert, registrierte sich selbsttätig für die VoIP-Telefonie im o2-Netz, [man muss] lediglich die alten bereits bekannten Daten für den Internetzugang eintragen, und schon ist man auch datenmäßig online. Durch diesen Registriervorgang wird die vorherige Box bei o2 aus dem Netz abgemeldet, so dass das Zurückbauen nur möglich ist, wenn man auf sein Telefon gänzlich verzichtet. Die [alte] Box kann danach nicht mehr das VoIP-basierende Telefonieren realisieren. […]
Der rückwärtige ISDN-Anschluss auf der [o2 HomeBox 2] ist kein vollwertig nutzbarer ISDN-Anschluss […] An dem ISDN-Anschluss kann keine TK-Anlage betrieben werden, da darauf nur eine Rufnummer aufgeschaltet werden kann. Die anderen Rufnummern, die hinzugefügt werden können, können nur via DECT und auf den beiden Analogports genutzt werden. Somit muss man dem neuen Gerät die Steuerung der Telefonanlage zwangsläufig ganz überlassen.
Tja, wir haben in der Praxis ja nicht aus Spaß 10 Rufnummern uns geben lassen, und nicht ohne Grund wird u. a. eine Fritzbox 7270 als TK-Anlage eingesetzt (ISDN, Analog, AB); IADs ohne »echte« ISDN-Emulation sind hier unbrauchbar.
Seufz. Einmal mit Profis. Mal ernsthaft, das ist ein Business-Anschluß; dafür dann so ein Consumer-Endgerät rauszuschicken? Klar, kann man machen …
