Zum Jahresende holte ich mir einen i3-NUC, um den betagten Fulltower-AMD-4-Kerner abzulösen.
Lt. PassMark sollte sich das kleine Intel-Kästchen ganz gut als Ersatz für den Phenom X4 aus 2008 machen …
| Max TDP | 17W | 95W |
| First Seen on Chart | Q2 2012 | Q4 2008 |
| # of Samples | 777 | 218 |
| Single Thread Rating | 893 | 779 |
| CPU Mark | 2290 | 2651 |
… und dabei noch ein bißchen Energie sparen — die Kiste läuft 24/7.
Also, mal gucken, was da aus Amazonien mit Next Day Delivery am 31.12. noch eben ankam ;) Den ersten Aha-Effekt hat Intel schon bei der Verpackung hinbekommen:
Und die Aha-Effekte gehen weiter.
Aha, so klein ist das Dingens wirklich nur?
Aha, externes Netzteil, naja, war zu erwarten, muß ja nicht ineffizient sein.

Äh? Wo ist das Stromkabel?
Aha, das ist nicht im Lieferumfang. Wäre ja nett gewesen, wenn Amazon DAS unter »Kunden kauften auch« gelistet hätte — was entweder bedeutet, andere Käufer wußten es auch nicht und haben es daher nicht mitbestellt oder andere NUC-Käufer wußten um dieses Detail und standen nicht Silvester nach Ladenschluß vor der Frage, wie gefährlich wohl zwei Schraubendreher und bißchen loses Kabel in einer Schukosteckdose sind.
Konsequenterweise wird ja auch die – hier im Haushalt faktisch nur bei Compaq-/HP-Netzteilen verwendete – kleine Dreipolausführung erwartet; weder die typischen großen drei- noch die typischen kleinen zweipoligen. Lies: die Chancen auf rumfliegende Kabel waren gering :(
Schlußendlich hatte ich Glück, beim Motorola Dock war, homoöpathisch kurz zwar, aber immerhin ein solches Kabel dabei, sodaß ich doch eins vorübergehend übrig hatte.

Also Deckel (hier: Boden) auf, Heißwasser drauf (hier: RAM & mSATA SSD rein), und in fünf Minuten … sieht man das Visual BIOS.
Ja. Ich habe offensichtlich einiges verpaßt, der letzte selbst zusammengeschraubte Rechner war eben jener mit dem 2008er Phenom X4 …
Könnte auch an EFI liegen — ebenfalls etwas, was an mir bislang vorbei ging. Hobbies verlagern sich, PCs zusammenzuschrauben ist, wie man sieht, nicht mehr meins — und zumindest bei den HP-Blades der Generation 7 sah das BIOS noch aus, wie ein Proliant-BIOS schon früher aussah: weder nach Award oder Phoenix oder AMI ;)

Aber egal, darum geht’s ja gar nicht. EFI sollte auch für/mit Linux kein Problem mehr sein, heißt es. Also schnell geguckt, ob alle Cores plus HT aktiv sind, Secure Boot deaktiviert — und dann den vorbereiteten Ubuntu-14.04-LTS-Stick an einen der USB-Ports gehängt, neu gestartet … und nix gibt’s.
Es stellte sich heraus, daß der (USB2-) Stick nur/besser an den Hub-Ports der eingesetzten USB-Tastatur (Sun Type 7) funktioniert. Aber leider auch dort: weder mit dd if=trusty64.iso of=/dev/usbstick noch via UNetbootin, weder per Legecy-Boot noch per EFI: Ubuntus T-Release blieb ein FAIL auf der ganzen Linie.
Tante Google half wieder, mich mich zumindest nicht alleine fühlen zu müssen; aber »Status changed to ‘Confirmed’ because the bug affects multiple users« seit Ende August hilft mir Anfang Januar 2015 nicht über’n Berg.
Also doch den USB3-Stick mit Debian Jessie drauf aus dem Rucksack gekramt (den ich für die Erstinstallation meiner RZ-Proliants dabei habe; eigentlich will ich ja mittlerweile auf Ubuntu LTS aufsetzen, aber, siehe oben, Ubuntu LTS mag mit NUCs nicht spielen grade), an einen der USB3-Ports gesteckt — und beim Boot kommt glatt ein Debian-Installer für EFI hoch.
Zwischendrin bricht er mal ins Essen, weil irgendein Download nicht klappt, das ist nervig, aber wie oft installiert man auch EFI-NUCs? Neuer Anlauf und es tut, bis zum Ende. Also, zumindest bis zum Reboot, denn DER bricht dann ins Essen, wenn man den USB3-Stick wieder abgezogen hat.
Aber auch das ist ein bekannter Bug (im EFI der NUCs), sie erwarten ihre Bootdaten in /EFI/BOOT/bootx64.efi, Linux packt’s aber unter /EFI/$distro/grubx64.efi … Ich weiß nicht, wer da EFI-Specs nicht korrekt gelesen hat, aber ich möchte ihm/ihr liebend gerne per Baseball-Schläger meine Freude über diesen geschossenen Bock kundtun. Jedenfalls träumte ich davon, nach wieder einmal 4+ vertanen (Nacht-) Stunden (Ubuntu-LTS-Issues, EFI-BIOS-Issues) für etwas, was max. ein Bier dauern sollte …
Auch spannend, daß mein im Juli 2014 hergestellter NUC das seit Februar 2014 verfügbare BIOS-Update nicht ab Werk installiert hatte — oder daß Intel in neueren Geräten den gleichen Bock wieder und wieder schießt?

Und zwar schnell (naja, mSATA). Und nach nur ein, zwei weiteren Installationen … schmeißt es auch Warnungen, daß das überaus üppige, vom Installer in der Größe so vorgesehene, /-Filesystem von 454 MByte(!) leider schon nahezu voll sei.
Jessie, seriously? Ich gebe Dir eine 60 GB (mSATA-) Platte (SSD, faktisch), und Dir fällt nix besseres ein, als zwar rd. 4 GB, also den halben Arbeitsspeicher, für Swap vorzusehen, aber nicht einmal 500 MB für das Root-Filesystem?!
Wer immer diese Defaults festgelegt hat: Wagenrad um den Hals und ab in den See. VERDAMMTE AXT! Ich glaub’ das ja nicht …
Im Grunde wäre jetzt die drölfte Installation fällig, diesmal eben doch mit händischer Skalierung Partitionierung. Aaaber: da der Lüfter meines NUC einen Lagerschaden hat und das System dadurch unbenutzbar in Wohnräumen ist, schenke ich mir das ersteinmal. Dieser NUC wird entsprechend als DOA (death/defect on arrival) deklariert, mal gucken, was die in Amazonien vorschlagen …
Nachtrag: Suspend/Resume tut mit Jessie wie geschnitten Brot. Ersatzlieferung ist bestellt, kommt aber erst Montag (ich war zu langsam).
