… bin ich nun »im Netz«, ›angefixt‹ von den Möglichkeiten weltumspannender Echtzeitkommunikation (naja, damals waren’s ggf. doch eher Sekunden von einem Ende des Planeten zum anderen) durch entsprechende Kontamination an der Uni.
eMail macht damals den schnellen Austausch mit Schulfreunden, die es an andere Universitäten verschlagen hatte, unkompliziert möglich. Und bedingt durch die Unart der Uni Hamburg – ganz im Gegensatz zu den Unis in Oldenburg oder Berlin –, ihre Studierenden zumindest der Infomagie möglichst lange von den Systemen fernzuhalten, habe ich mich sehr schnell nach privaten Möglichkeiten hierzu umgesehen.


Ja, das war mindestens doppelt so scheiße, wie es sich liest ;) Vom Ersparten kam daher schnell, zum Abi-Endspurt im Vorgriff auf das Studium, ein – natürlich in Deutschland nicht zugelassenes – Modem mit 2400 Baud (ohne Kompression oder Fehlerkorrektur: 2400/NONE) ins Haus, so konnte der Rechner dann komplett den Verbindungsauf- und -abbau steuern — wenn das Telefon aus der Haupt-ADo im Arbeitszimmer rausgezogen war, sodaß die ADo in meinem Zimmer aktiviert wurde. Ich glaube, das ganze umständliche Rumgehampel hat dazu geführt, daß ich sehr, sehr schnell in Hamburg mir ISDN holte — und es als Offenbahrung empfand ;-)
Anyway: auch im Orts- oder Nahbereich von Hamburg kostete jede Verbindung über die Zeit Geld, und eigentlich will man ja nicht stundenlang die Verbindung zur Mailbox aufrechterhalten, um Beiträge oder Mails zu lesen und zu beantworten — viel effizienter ist da doch, die interessanten Daten vom entfernten Computer als Block zu holen, lokal entsprechend einzusortieren und dann, offline, zu lesen und zu schreiben, um schließlich die eigenen, für die Welt vorgesehenen Daten, in einem zweiten Anruf zum Versand hochzuladen (und ggf. neue Daten noch mit abzuholen).

Warum schreibe ich dies? Weil es am 21. Juni 2017 genau 25 Jahre her ist, daß »wir« den Individual Network e. V. gründeten, der sich dann knapp 8 Jahre später wegen Überflüssigkeit auflöste.
Für mich steht meine Freifunk-Aktivität in einer direkten Verbindung zum Engangement in den 90ern: damals ging es mir darum, Privatpersonen überhaupt »ins Netz« zu bekommen, heute geht es mir darum, ›der Zivilgesellschaft‹ »das Netz« als Werkzeug nahezubringen, nicht nur als Quelle lustiger Katzenvideos (oder, nach Lesart von SPD und CDU, Hort des islamistischen Terrors). Denn, anders als 1992, ist »IP everywhere« 2017 Standard — heutige Mobilfunkverträge haben typischerweise ein (zu kleines) Datenvolumen inkludiert, und wenn man nicht gerade mit einem steinalten Nokia-Knochen durch die Gegend rennt, bietet ziemlich jedes Mobiltelefon seit dem Nokia N95 einen Browser für den mobilen Internetzugang. (Und das N95 ist nun auch ca. 10 Jahre alt.)

Moin
ich hatte in den 90er auch nicht zugelassene Modemcards aus usa
bzw. später isdn Karten
und auch eine eigene Mailbox mit uucp (rhein neckar de)
die lief erst unter DOS , dann nt 3.5.1 bzw. nt4
das war eine moderne Mailbox mit RIP Grafik und Maus bedienung
damals brauchte man noch den cfos damit alles gut lief
inkl. fidonet zugang und hatte sogar zugang zu den seiten von uni.kl im Austausch für den Mailservice.
war schon cool damals.
Und wieviele private mailboxen es damals gab
bzw. die schnellen downloads gab es halt nur auf der uni
Ich finde viele sachen waren zwar langsam, aber viel zuverlässiger.
naja man hatte noch vieles selbst in der Hand
Leider gab es damals noch keine Telefonflat
Naja, es gab für 280,- DM/Monat (IIRC) pro Ziel im Ortsnetz (andere Zonen teurer ;)) die SPV im nationalem ISDN (1TR6), quasi flat tarifierte Wählverbindungen. Das allerdings überstieg mein Bufget als Student doch “etwas” ;)