Wer 2016 noch behauptet, Mobilfunk wäre ein adäquates Mittel für die flächige Internetversorgung, dem verordne ich 1 Woche Städtisches Klinikum Gütersloh mit einem nicht LTE-fähigen Tarif.
Tja, doof, aber alle 25+ Jahre ist wohl ein stationärer Krankenhausaufenthalt mal fällig; kenne die Statisiken nicht, aber ich schätze, je höher das Alter, desto geringer die Intervalle, ganz allgemein gesprochen.

Wie dem auch sei, ich bin nun ein paar Tage Gast im Städtischen Klinikum, und schon nach <24 Stunden ziemlich angepißt. Von der Tatsache an sich einerseits, und vom technischen Drumherum andererseits — nicht vom Personal, das ist freundlich, keine Frage.
Aber ein modernisiertes »Klinikum« – der Name impliziert in meinem Sprachgebrauch, etwas mehr zu sein als nur eine »Krankenverwahranstalt« –, welches keinerlei Internetzugang auf den Zimmern bereitstellt?! Und das, obwohl bekannt ist, daß es faktisch keine Mobilfunkversorgung in den Zimmern gibt?! Ich … bin not amused.
Die erste 2-GB-SIM von 1&1 (D2-Netz) ist schon »durch«, was nicht verwundert, wenn man an Video-Streaming denkt. Ich könnte nun ein Telefon oder Tablet meiner Familie nach Hause mitgeben inkl. Liste der Amazon-Prime-included-Serien und -Filme, auf daß sie es im heimischen WLAN volladen. 2016 halte ich das aber nicht mehr für zeitgemäß. Zeitgemäß wäre, was lt. »BKK Klinikfinder« das Städtische Klinikum Gütersloh bietet:
Internetanschluss am Bett/im Zimmer Es kann ein W-Lan Zugang tageweise erworben werden. Zudem stehen in der Eingangshalle zwei Computer fürll alle Patienten zur Verfügung. Mediennutzung: 1,00€/TagKliniken mit gleichem Angebot
Allerdings: WLAN ist hier keines zu empfangen. Auf Nachfrage erklärte eine Schwester, es gäbe gegen 20 EUR Pfand wohl ein »Gerät« unten an der Information, womit man einen Zugang zum Internet bekäme. »Irgendein Stecker oder so«, gedacht für einen Laptop und damit wohl, so vermutete die Schwester, nicht für’s Handy verwendbar. Gut, solange es keine Windows-Steuersoftware voraussetzt, wäre das per MR-3020 oder GL-iNet 6416 sicher nutzbar (und wenn doch Windows, findet sich auch dafür ein Weg, SSD mit Windows liegt für solche Fälle parat).
Nur: besagtes »Dongle« gibt es lt. Informationstresen nicht; es »war wohl mal sowas geplant« gewesen, das hätte »aber nicht funktioniert« und daher gibt’s das nicht mehr. Und »ein WLAN hat das Krankenhaus auch nicht«, was ich bedauernd bestätigten mußte. Kurzum: kein Internetangebot für Patienten seitens des Krankenhauses, pardon, Klinikums. Am Stammsitz des Medienkonzerns Bertelsmann (dazu gehört u. a. die RTL Gruppe) sollte man offensichtlich besser nicht ernsthaft krank werden, sonst ist man vom modernen medialen Leben flugs abgeschnitten :-(

In der Stadt allerdings und nur mit Zugang bis 1. Stock …
Die einzig realistische Chance wäre, wenn in der Virchowstraße 30 oder 32 jemand straßenseitig einen Freifunk-Knoten aufstellte; der nächste bestehende Knoten in der Virchowstraße 14 ist zwar auch »nur« 180m Luftline entfernt, ohne aber über zwei – nicht existierende – Zwischenstationen (Virchow-17 und Virchow-30) zu gehen, ist dessen Signal hier nicht empfangbar.
Scheint, als wäre das Lesen guter alter, gebundener Bücher tatsächlich die letzte Chance, weder aufgrund nachzukaufenden Mobilfunkvolumens im Armenhaus, noch, mangels Beschäftigung im Irrenhaus, zu landen. *seufz*

Du sollst krank sein und nicht im Internet! Gute Besserung :)
Darf ich bitte schön beides? :-)