ODROID U3 — Raspberry on Steroidz

Ich habe mir mal aus Südostasien ein bißchen Hardware kommen lassen: den ODROID U3. Das ist, anders als die HDMI-Stick-Androiden, mit denen ich bislang rumgespielt habe, mal wieder ein auf für Linux gedachter Hardware-Zwerg mit zumindest auf dem Papier potenter Hardware.

root@odroid-2:~# grep processor /proc/cpuinfo | wc -l
4
root@odroid-2:~# free
             total       used       free     shared    buffers     cached
Mem:       2071520     974788    1096732          0     306448     307896
-/+ buffers/cache:     360444    1711076
Swap:            0          0          0

Oder, um es in den Worten des Herstellers zu sagen: »1.7GHz Quad-Core processor and 2GByte RAM«. Es handelt sich um den Samsung Exynos 4412, einen Cortex-A9 Quad-Core, mit einer Taktfrequenz von 1,7 Ghz und 1 MB L2-Cache — wie er wohl auch in bestimmten Samsung Galaxy-Geräten Anwendung findet. Für rd. 60 USD ist das erst mal eine interessante Hardware-Alternative zum Rapsberry Pi, der ja sowohl bei Netz-I/O als auch bei der CPU keine vorderen Plätze anstrebt …

Foto
ODROID U3 im Größen­ver­gleich …

Beim Zugriff auf eine 2011er WD 2 TB USB­2.0-HDD komme ich auf 21 MByte/sec (dd if=hdd of=/dev/null bs=1M count=1000), jetzt eher nicht Weltrekord, aber da der 100 MBit/sec-Port eh’ nicht mehr als 12 MByte/sec transferiert, auch nicht tragisch.

Von Haus aus unterstützt wird Ubuntu 13.10 (incl. XBMC), aber auch Arch Linux bietet für das System Unterstützung. Die Mali-Grafik ist für Europäer aber derzeit zumindest wohl nicht interessant, es wird nur ein 60 Hertz-Ausgabemodus unterstützt, was den ODROID zumindest unter Linux für Videoanwendungen in Europa uninteressant macht.
Ich habe das XBMC unter dem hardkernel-Ubuntu-Image kurz ausprobiert, die ARD-Mediathek als Plugin tat prinzipiell, das sauber auf Full-HD hochskalierte Video sah aber nach gefühlten 20 fps aus … Ein Plugin für die Integration meiner VDR-Systeme habe ich auf Anhieb leider nicht finden können, zum selbst kompilieren reichte die Zeit letzte Woche nicht.

Etwas wild finde ich ja, daß dieses kleine System von Haus aus für Linux-Container vorbereitet ist (Hardkernel-Ubuntu 13.10-Image):

root@odroid-2:~# lxc-<TAB>
lxc-aa-custom-profile  lxc-device             lxc-ps
lxc-attach             lxc-execute            lxc-restart
lxc-cgroup             lxc-freeze             lxc-start
lxc-checkconfig        lxc-info               lxc-start-ephemeral
lxc-checkpoint         lxc-kill               lxc-stop
lxc-clone              lxc-list               lxc-unfreeze
lxc-config             lxc-ls                 lxc-unshare
lxc-console            lxc-monitor            lxc-user-nic
lxc-create             lxc-monitord           lxc-version
lxc-destroy            lxc-netstat            lxc-wait

Wirrtualisierung auf, eigentlich, einer Embedded Plattform — o tempora, o mores!

Ich hoffe am Wochenende, mein OwnCloud-Setup, was auf dem 1,2 GHz-Sheeva-Singlecore mit 128 MB (Seagate GoFlex-Net — armv5tel, armel statt armv7l, armhf beim ODROID) mehr schlecht als recht läuft (ein GBit-Interface alleine macht eben noch keinen Sommer), auf den U3 umzuziehen und deutlich bessere Durchsatzraten zu bekommen (Ansatz: MB/sec statt kB/sec). Schaun’ mer mal …

3 Replies to “ODROID U3 — Raspberry on Steroidz”

    1. Hmm, ich hab’ die Rechnung nicht zur Hand, aber das kannst Du ja selbst ausrechnen. Hardkernel nimmt IIRC 25 USD Versand, bis 150 EUR Gesamtsumme kommen IIRC 19% Einfuhrumsatzsteuer drauf, danach wird auch noch Zoll fällig. Ist eine Aufgabe für Excel, was wann teurer ist, Zoll + Steuer oder multiple Sendungen (+ Steuer).

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