Kristian bebloggt den kommenden X11-Exitus und ich sehe das etwas anders.
Und es ist langsam. Wenn wir einen modernen Bildschirm mit X11 über das Netzwerk raus sharen, dann stirbt X11 den Latenztod – formal ist X11 netzwerktransparent, aber in Wirklichkeit ist nichts an dem Protokoll besonders geeignet oder schlau, wenn es darum geht, Daten über das Netzwerk zu schaufeln. Andere Protokolle sind inzwischen weitaus besser geeignet, Bildschirme über Netz zu exportieren: Selbst das halbtote VNC ist in der Regel schneller und besser als X11, RDP und NX sind sogar richtig gut da drin.
Naja; erst einmal: ‘xwatchwin’ klappte schon um 1995 ‘rum, da war VNC IIRC noch nicht mal ein feuchter Traum bei den Olivetti Research Labs. Und dann ist da ssh -Y my-gw-in-gt.uu.org xnetload vdsl; mag es auch höllisch ineffizient sein, ich habe jetzt ein ‘xnetload’ von meinem Router in Gütersloh hier auf meinem Laptop in Berlin. Ruckelt, zuckelt, aber tut; und es ruckelt primär, weil ein scp die läppischen 2,5 MBit/sec Upstream zu macht …
Ich mag Neues. Ich mag auch vnc. Und wenn ich zukünftig nach einen ‘ssh’ weiterhin X11-, aber dann auch Wayland-, Anwendungen nutzen kann, hat Wayland eine Chance. Genau dann.

Welches Problem löst X11 hier effizient, das nicht durch ssh+screen genauso gut gelöst werden könnte?
Das Problem ist, daß ich eine Visualisierug eines Zustandes auf einem entfernten System möchte. screen nützt mir dann nichts mehr, wenn die ssh-Verbindung, die den X11-Tunnel ermöglicht, weg ist. Dafür wäre dann ein xvnc nötig, der aber einen ganzen Screen und nicht nur ein Fenster mitbringt.