Von japanischen Katzen und Mäusen

Nach juristischen Winkelzügen gegen eine USB-Hardware, die lustige Dinge mit der PS3 anzustellen in der Lage war, ist, wie eigentlich zu erwarten, die Information über das »wie« des Exploits augenscheinlich geleakt und nun gibt’s die Software auch für populäre (linux-basierte) Telefone. Ob Sony jetzt versuchen wird, jedes Android-, WebOS- oder Maemo-getriebene Gerät als potentielle PS3-Knackmaschine verbieten zu lassen, ist eher unwahrscheinlich; klar ist aber nun, daß es gar keines Linux’ auf der PS3 bedarf, um die PS3 zu knacken. Logischer Schluß: die Erpressung seitens Sony, entweder die Möglichkeit, online zu spielen oder aber »OtherOS« zu nutzen, aufzugeben, war, ist und bleibt unverhältnismäßig, überzogen, nicht sachdienlich und, nach meinem Rechtsempfinden, unrecht.
Tatsächlich hat Sony mal wieder eine neue Firmware gebacken, die den aktuellen Angriffsweg versperrt; aber auch dieses Mal, wie Anfang April, wurde mit heißer Nadel gestrickt und die Firmwareaktualisierung kann mittels des guten alten DNS-Tricks umgangen werden …
Sicher wird Sony auch hier in Kürze nachlegen und die Überprüfung im PSN aktivieren/aktualisieren; spannend wird also sein, wann (nicht »ob«) es gelingt, eine PS3 so zu modifizieren, daß sie sich als <insert_current_version_here>-Box ausgibt, in Wirklichkeit aber eine stark modifizierte Firmware ausführt.
Ich überlege mittlerweile ernsthaft, die Festplatte meiner Zweit-PS3 auszubauen und für diesen Zeitpunkt aufzuheben. Denn wenn ich auch gar kein gesteigertes Interesse an illegalen Spielekopien habe (und die schiere Datenmenge ist IMHO zumindest in Deutschland noch immer der beste Kopierschutz), seit der Erpressung zur Aufgabe eines beworbenen und bezahlten Features steht Sony bei mir nun auf der »Feind«-Liste. Somit begrüße ich jedwede »Entdeckung«, die Sony zu neuen Gegenaktionen zwingt — Auge um Auge,  …
Und, nunja, um ehrlich zu sein: meine legal erworbenen BD-Scheiben nicht mehr der permanenten Abnutzung aussetzen zu müssen, fände ich schon erstrebenswert — zumal m. W. mir niemand eine durch schiere Nutzung unbrauchbar gewordene Disk zu ersetzen verpflichtet ist (auch so ein Punkt im (deutschen) Urheberrecht, der dringend mal überarbeitet gehört: wer dem Nutzer durch Kopierschutztechniken, die der Nutzer ja nicht straflos umgehen darf, die Sicherung des Mediums nicht ermöglicht, ist für die Dauer von 10 Jahren uneingeschränkt zum bis auf das Porto kostenfreien Umtausch defekter Medien in identische nichtdefekte verpflichtet … *träum* Löste das Problem für meine US-Medien zwar nicht, aber irgendwas ist ja immer …).