Qualitätssoftware. Not!

Das war wieder so ein Tag!

Ich wollte »mal eben schnell« die in die Jahre gekommene und zu klein gewordene C:\-Partition meines virtuellen XPs umziehen; den tollen Diskussionsforen nach Easy Going mit Norton Ghost oder Acronis True Image.
Tja. Hat wohl nie jemand versucht, diese tolle Software auf einem System mit nocht 50 MB frei auf C: zu nutzen; was aber nichts macht, denn auch Windows selber tritt sich gerne auf die Füße … Und nervt mich mit bekifften Nachrichten über neue Updates — die es dann beleidigt doch nicht einspielt (ohne dies zu sagen), weil … wahrscheinlich zuwenig Platz auf C:

Nungut, auch dieses Problem läßt sich per brute force, sprich einem Umbenennen, lösen. Großartig auch, daß manches Controlapplet nicht mehr startet, wenn nur noch 4 KB frei sind. Natürlich ohne sinnvolle Fehlermeldung, mehr so Richtung »tut nicht«. Ganz großes Kino, so ein volles Systemlaufwerk.
Ähnlich schlau verhält sich auch Acronis True Image; die Evaluations-.exe startet nicht einmal, wenn der Platz auf C: zu gering ist. Daher habe ich es dann mit Norton Ghost 15 probiert — Evaluationsversion gezogen, versucht, zu starten.

Cool, rennt los … und müllt C: voll, bis da kein Platz mehr ist. Sehr vertrauenserweckend, diese Software.
Ich habe dann mal 100+ MB Java 6 entsorgt (braucht kein geistig gesunder Mensch, IMHO), und noch ein paar andere Dinge, und irgendwann hatte ich Norton Ghost 15 auf Platte. Allerdings war das einzig interessante Feature dieser Software in der Evaluationsversion deaktiviert. Great. Und gleich mal wieder deinstalliert den Dreck.
Zwei Reboots später, als letztlich rd. 180 MB frei waren, ja ist es die Möglichkeit?, da startet dann auch endlich der Installer von Acronis True Image.

Allerdings, so richtig weit komme ich auch mit dieser Software nicht; nach einem ersten Vollmüllen von C: und dem Auswählen von D: als Installationsziel, möchte der Acronis-Installer offensichtlich noch ein paar weitere hundert MB nach C: kippen — ich hätte halt doch irgendwann mal die »Dokumente und Einstellungen«-Verzeichnisse von C: wegmigrieren sollen …
Was tun? Eine ausgiebige Fluchorgie half als Magengeschwürsprävention, der Tipp von @elburro mal »clonezilla« zu probieren, löste das Problem, das der kommerzielle Quatsch nur verschlimmern wollte: mit Clonezilla konnte ich die gewünschte Kopie anfertigen — leider hänge ich jetzt an einem nicht gefunden NTLDR, aber ich schätze, auch das Problem wird sich noch lösen lassen.

Mancher mag sich fragen, warum ich diese in die Jahre gekommene XP-Installation nicht in Frieden ruhen lasse, zumal schnuckeliges Windows 7 hier rumliegt. Nun, einerseits brauche ich nicht wirklich mehr als XP, für das olle Office reicht es, und außerdem lasse ich mich nicht gerne vom Rechner vorführen. Und ich habe auch keine große Lust, die ganze Software unter Windows 7 neu zu installieren — einen Upgradepfad von XP zu 7 hat Microsoft ja nicht vorgesehen (was ich eigentlich begrüße).
Aber eines hat der Tag wieder einmal für mich bewiesen: kommerzielle Software ist nicht bessser als freie und/oder quelloffene. Sie ist nur unnütz aufgeblähter und mit mehr Zumutungen für den Benutzer verbunden …