Das Wetter wird besser, und nachdem Christian vorlegte, bin ich Montag mal ein bißchen durch Gütersloh gekurvt, mit 3 Navis an der Windschutzscheibe und dem Audi-Festeinbau. Ich mache die Nachbearbeitung solcher Spielchen ja nach wie von unter Linux – dank wiederum Christian Hinweis auf OpenShot vor zwei Wochen –, und das läuft alles andere als rund¹; verglichen mit dem LiVES-Krampf zuvor, ist OpenShot 1.1.0 aber reinstes Zuckerschlecken :-)
Aber in diesem Artikel wollte ich den Fokus auf Navigationssoftware für Android, in Konkurrenz zu klassischen Navigationsgeräten, legen. Und nein, Unterschiede lassen sich beim Rumzuckeln im verkehrsberihigten Bereich nicht wirklich herausarbeiten. Spannend wäre sowas auf einer längeren Strecke – vorzugsweise mit Staus –, aber mal eben Gütersloh-München nur für Navi-Spielereien? (Ok, wer derlei wirklich möchte, für den kann gerneauf Anforderung einen Paypal-Sponsoring-Button bereitstellen :-)) Gut, was kann man denn auf die Schnelle testen? Innerorts ist sicherlich die Rechtzeitigkeit und Genauigkeit von Anweisungen ein Thema; ein anderes ist das Verhalten, wenn der Fahrer dem Vorschlag nicht folgt. Und wenn man es ernsthaft betrachten wollte, wären auch Bewertungen der vorgeschlagenen Routen ein Muß …
Ich gedenke, etwas anders vorzugehen. Ich habe durch Zufall eine nette Route gefunden, wo von einem Startpunkt aus der Weg zu einem lokalen Einkaufszentrum schnell durch ein verwinkeltes Wohngebiet führen kann. Dies werde ich dieser Tage noch mal separat anfahren, und wenn mir jemand eine Befestigungsmöglichkeit der Zi8 im Wageninneren aufzeigt, wird das ggf. auch etwas spannender durch verschiedene Kameraperspektiven …
Was mich allerdings schon bei ersten Versuchen mit Navigon Navigator 7 on Android erschreckt hat: das neueste Produkt hat ganz offensichtlich die ältesten Karten, siehe Video ab 03:30 Minuten. Hier möchte Navigon Mobile Navigator 7 noch in die Straße reinfahren, die seit Abschluß des Baus des 2. Kreisels der Neuenkirchener Straße – seit etlichen Jahren also – eine Einbahnstraße in die entgegengesetzte Richtung ist. Medion (2007) und Audi (Kartenmaterial noch aus 2006) haben relativ altes Kartenmaterial. Jenes für CoPilot (2009) und Navigator 7 (2010) wurde deutlich später heruntergeladen — umso unverständlicher ist mir ein solcher Schnitzer. (Und wenn das schon in der provinziellen Medienhauptstadt Gütersloh ungenau ist, was darf man dann für andere Gegenden erwarten?)
Was mir im direkten Vergleich auffiel: Kartendarstellung und Anweisungen des Medion-Gerätes ähneln sehr dem Audi-Navi (Bedienung ist natürlich grundlegend anders, Audi: Drehknopf in Mittelkonsole, Medion: Touchscreen), ob es da gemeinsame Wurzeln gibt? Für PDAs war um 2003 herum die Medion-Version des »Navigator« ein leicht modifizierter »Mobile Navigator« von Navigon.
Von der Bedienung (Audi ausgenommen, da kein Touchscreen) finde ich das Navigonsystem am praktischsten, wo die Auswahl, wie man es aus dem Web kennt, mit zunehmender Länge der Eingabe immer kleiner wird, man kann also i. d. R. nach »Gütersl« etwas weiter unten auf »Gütersloh« tippen. Die physische Tastatur des Motorola Milestone verstärkt dieses gute Gefühl noch, muß man sich nicht am Treffen von winzigen Kästchen auf dem Bildschirm versuchen. Medion hingegen hat seinerzeit eine alphabetische Anordnung der Tasten auf seiner Bildschirmtastatur gewählt, das ist fast so bescheiden wie die Zehnertastatur in Wählscheibenanordnung seinerzeit beim Nokia 3650 …
Einen Sonderweg in der Bedienung geht klar CoPilot; wenn man nur dieses Anwendung nutzt, mag man sich in der eigenwilligen Bedienung vielleicht zurechtfinden, ich mag die CoPilot-GUI nicht, finde sie unnötig anders und kompliziert, unintuitiv.
CoPilot ist es auch, welches verschiedenen Stimmen anbietet und auch einen deutlich anderen Satzbau verwendet als da Gros des Navigationssysteme; für Navigons Mobile Navigator 7 habe ich leider keine Option gefunden, eine andere als die ewig-gleiche Frauenstimme auszuwählen.
Auch bei Zusatzdiensten zeigt sich CoPilot 8 fortschrittlicher, zumidnest kann man dort welche auswählen — leider werden (mir zumindest) keine Verkehrsinformationen angeboten; auch bei Navigon vermisse ich einen solche Option. Überhaupt sind die Einstelloptionen beim Navigon Mobile Navigator sehr übersichtlich — dem Anschein nach ist es als reines Onboardsystem konzipiert, ohne die Vorteile des always-on nutzen zu wollen oder zu können.
Zur Routenfindungsqualität kann man, wie gesagt, so auf die Schnelle nicht viel sagen. Was gelegentlich auffält, auch im Video oben, ist, daß beim Verlassen des Weges ein System eher den Fahrer »zurück auf die Planstrecke« lotsen will, das andere hingegen eher die Änderung hinnimmt und eine konvergierende Route vorschlägt. Und die Grenze, ab wann so oder so verfahren wird, scheint bei jedem System anders zu sein.
Kurzum, als Zwischenfazit: Navigon Mobile Navigator 7 scheint ein solides Produkt zu sein, wie man es vom »alten Hasen« auf diesem Gebiet auch erwarten durfte. Das Fehlen jedweder Onlineoptionen, insbesondere die Nutzung von Verkehrsinformationen via Internet, finde ich allerdings weder zeitgemäß noch der Plattform Android angemessen. TMC mag nicht der Hit sein; aber daß ich trotz always-on-Navigationsgerät noch dem Verkehrsfunkt lauschen müssen soll, finde ich doof. Auch vermisse ich Anzeigen von Reststrecke und voraussichtlicher Ankunftszeit am (nächsten Zwischen- sowie dem End-) Ziel. In den spärlichen Einstellungen habe ich, denke ich, wohl nichts übersehen …
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Navi-Ausfahrt
¹ Weder das Material meiner Kodak Zi8 noch das meiner Panasonic TZ7 mag OpenShot so richtig; bei Schnitten – die für Effekte nun einmal notwendig sind – kommen noch immer weiße oder Teilframes zustande, wie man auch hier wieder sehen kann :(
