… in diese Richtung deute ich mal folgende Passage aus einem heise-online-Artikel:
Das Auto 2.0 soll Fahrt aufnehmen. […] Das Auto sei der “letzte weiße Flecken” des Internets, sagte Conti-Manager Ralf Lenninger. […] Das Ziel: Das Internet und spezielle Anwendungen für Autofahrer sollen als Serienausstattung in alle Fahrzeugklassen gebracht werden, bisher gebe es Infotainment-Dienste ausschließlich in Oberklassewagen.
Für die Miniprogramme – im Branchenjargon “Apps” – wurde ein “Cockpit-Computer” entwickelt, der das Google-Betriebssystem Android nutzt. So gibt es Apps für Musiksuche und Nachrichten, die dem Fahrer unterwegs vorgelesen werden, wie auch neu angekommene E-Mails. Diese könne der Autofahrer per Sprachaufnahme auch gleich beantworten – ohne dafür die Hände vom Steuer und den Blick von der Straße nehmen zu müssen.
Nun erinnere ich mich daran, daß Studien (zu denen es bestimmt auch Gegenstudien gibt) besagen, daß telefonieren beim Fahren ablenke — gleich, ob nun mit Strahletalkman am Ohr, Höhrer des (altmodischen) Festeinbaus oder per Freisprecheinrichtung. Wie mag das wohl bei eMails erst sein?
Bordcomputer: »… mit freundlichen Grüßen ACHTUNG, NAVIGATIONSHINWEIS: IN EINEM KILOMETER RECHTS ABFAHREN UND DANN DEN LINKEN SPUREN FOLGEN WEITER EMAIL Heribert Mustergeschäftspartner. Stern Stern Stern Stern Stern Stern Stern Stern Stern Stern Heribert Mustergeschäftspartner. Tel.: Plus vier neun d…«
Fahrer: STOP!
BC: Wiedergabe angehalten. Jetzt: antworten, löschen, nächste?
F: Antworten.
BC: Orginal wird angehängt, Antwort über Orginal. Sprechen Sie jetzt, Ende mit »ENDE ENDE«
F: Lieber Herbert, nein, LÖSCHEN. NEU Lieber Heribert danke für die sch…
BC: BITTE JETZT RECHTS ABFAHREN UND DANN DEN LINKEN SPUREN FOLGEN
F: … AntwMensch nun fahr doch Du Idiot und laß mich rein! Vollhonk! Äh, wo war ich?
So oder ähnlich stelle ich mir das vor. Nun habe ich zugegebenermaßen schon länger keine Spracheingabeerlebnisse mehr gehabt, und während Frage-Antwort-Spielchen ich mir durchaus vorstellen kann als funktional, wie das mit Freitext in einer eMail, zumal im nicht ganz studiomäßigen Aufbau »fahrendes Kfz«, funktioniert, würde ich wirklich gerne mal selbst ausprobieren. Als Fax-im-ICE-empfangen-Pionier (Ende der Neunziger; Zugtelefonie war noch C-Netz, IIRC) stelle ich mir das durchaus lustig vor ;)
Sinnvoll wäre allerdings in der Tat eine Kopplung der On-Board-Navigationssysteme an Telematikserver, die intelligentere Routen ermöglichen als das, was z. B. Audi im grade mal zwei Jahre alten A6 verbaut: Abfahrt (die einen gar nicht interessiert) gesperrt => runter von der Autobahn auf Landstraße, um die Sperrung zu umfahren; grade Montag wieder gehabt. Wenn die, technologisch heute schon einer Handylösung unterlegenen, Herstellernavis im Zuge von »Auto 2.0« hinfällig würden und der Endkunde sich seine Wunschnavigationslösung mit den Wunschfeatures aussuchen könnte, wäre das in der Tat ein Schritt in die richtige Richtung; Android als Basis dafür zu wählen finde ich … mutig, aber auch konsequent. Ich hadere schon länger mit der Frage, neue DVD für’s Audi-Navi kaufen oder für, hmm, die Hälfte(?) des Geldes ein »Live«-Navi holen? Was mich an TomTom & Co. stört ist die fehlende Integration in’s Audi-MMI – gut, dafür gibt’s Touchscreen statt old-school Drehknopfbuchstabiertafel – als auch der Verlust der Fahrzeugsensordaten (Geschwindigkeit (auch ohne GPS-Empfang in der Tiefgarage), Kompass, …). Ich wünschte, ich könnte beim »Bordcomputer« einfach Komponenten austauschen, z. B. die Navisoftware durch eine ersetzen, die per BT-gekoppeltem Handy Verkehrsfluß- und weitere Informationen für die Strecke erhält sowie kleinere Kartenupdates (»Community-Karten«) — und das über den IP-Carrier und zum Tarif meiner Wahl, anstelle der Koppelangebote für die n-te SIM für’s m-te Endgerät … Insofern werde ich »Auto 2.0« mal auf dem Radar behalten; vielleicht werden meine Wünsche ja doch mal erhört.
