Mit neuen Formularen der Zeit voraus: KSE hat 1700-Reinigung schon vor 1600 fertig …
Plakatrecycling
»Es kann doch nicht sein …«
… daß Politiker im Jahre 20089 so verbohrt sind und fortgesetzt Unsinn verbreiten. Ist aber so:
Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz hat sich dafür ausgesprochen, die […] vorgesehene Sperrung von Internetseiten auch auf andere kriminelle Seiten auszuweiten. “Natürlich werden wir mittel- und längerfristig auch über andere kriminelle Vorgänge reden”, sagte Wiefelspütz der “Berliner Zeitung” (Samstagsausgabe). “Es kann doch nicht sein, dass es im Internet eine Welt ohne Recht und Gesetz gibt.” Er könne sich vorstellen, auch Seiten mit verfassungsfeindlichen oder islamistischen Inhalten zu blocken, sagte der SPD-Politiker: “Eine Zeitung darf ja auch keinen Mordaufruf veröffentlichen.”
Langsam wird es Zeit, daß der Verfassungsschutz die einschlägig ausfällig gewordenen Politiker mal zu überwachen beginnt; das, was hier veinszeniert wird ist nichts weniger als der Versuch, die Meinungsfreiheit final zu kassieren.
Dieses senile Gefasele von einer »Welt ohne Recht und Gesetz«, es geht mir langsam auf den Zeiger. Wider besseren Wissens wird immer und immer wieder das Märchen in die Boulevardblätter gebracht, es gäbe einen dringenden Handlungsbedarf wegen dieses ach-so-rechtsfreien Raumes.
Fakt, das sollte selbst Herr Wiefelspütz zu begreifen in der Lage sein, vielleicht sagt’s ihm endlich mal jemand, ist nun einmal, daß manigfaltig bestehende Gesetze auch das Leben und Handeln im Internet regulieren. Ob Wiefelspütz einer alten Dame auf der Straße die Handtasche klaute oder, technisch aufwendiger, dies über das Internet realisierte — würde man seiner habhaft und ihm die Tat nachweisen können, würde er dafür sich zu verantworten haben, vor ordentlichen Gerichten. Naja, also würde er jedenfalls als Nicht-Abgeordneter.
Nicht alles, das zeigt Wiefelspütz wieder einmal eindrucksvoll, was hinkt, ist ein Vergleich. Aber bleiben wir auf seinem Niveau; was passierte denn, würde »eine Zeitung einen Mordaufruf« veröffentlichen (abgesehen davon, daß dies durchaus schon passiert sein dürfte; als Abdruck eines entsprechenden Schreibens zu einem Artikel — Details)? Würde dann diese Zeitung sofort, ohne Prozeß und für alle Zeit, verboten? Also, Unwahrheiten darf eine Zeitung auch nicht veröffentlichen — und tut es denn wissentlich oder unwissentlich doch immer mal wieder. Komischerweise wird hier aber nicht die Zensurschere rausgekramt, sondern das Mittel der Wahl heißt Gegendarstellung (und, zivilrechtlich, ggf. Schadensersatz).
Was die SPD nun also propagiert – Wiefelspütz spricht ja nicht als Privatier, sondern als Innenexperte der SPD-Bundestagsfraktion zu den Medien – ist, daß eine Zeitung bei Veröffentlichung z. B. eines Mordaufrufs sofort und komplett verboten wird (der »Zugriff« auf »den Inhalt« wird »erschwert«). Denn es kann ja nicht sein, daß für Veröffentlichungen im Internet nicht das gleiche Recht und Gesetz Anwendung findet wie auch außerhalb des Internets — und umgekehrt.
SPD, die Zensurpartei. Weiter so! Noch zwei Jahre, dann könnt Ihr Euch die 5-Prozent-Hürde von unten ansehen …
Kandidatenrecycling
blogdoch subversiv, heute: Privacy for run-aways
Ich habe lange Zeit die Linux-basierenden kleinen Alleskönner von AVM, die Fritz!Boxen, ignoriert; zu Unrecht, wie auch ich nun zugeben muß.
Bedingt durch »äußere Umstände« stehe ich vor der Aufgabe, ich erwähnte derlei wohl schon, eine MSN des heimischen ISDNs ein paar Kilometer entfernt bereitzustellen. Rauslösen einer MSN aus einem Vertrag sieht das bundesdeutsche Regulativ nicht vor, also nimmt der Linuxer seine eierlegende VoIP-Milchsau, Asterisk, und googelt mal ein wenig. Ein ISDN<->ISDN-Gateway hatte ich mir ja schon vor Jahren gebaut und damit auch ISDN-Anrufe per SIP oder IAX2 $sonstwohin geleitet; das Problem bislang war nur, daß ich vermeiden wollte, am Zielstandort auch »dickes Serverblech« hinzustellen …
Also flugs die verstaubenden eBay-Schüsse vom Typ 5140 und 7170 rausgekramt, die ich mir vor ein paar Jahren mal zugelegt hatte. »So’ne Fritz!Box kann doch ISDN extern und intern sowie SIP, da muß doch was gehen …«
Und ja, es geht was, so eine 7170 mit der aktuellen Firmware ist schon ein kleines Kommunikationszentralenwunder, bietet sie doch Fax2Mail, bis zu drei Anrufbeantworter, ISDN Amt und ISDN intern plus 2-3 analogen Anschlüsse, z. B. für ein »echtes« Fax. SIP-Accounts kann sie auch noch verwalten, Bandbreite im Zaum halten bei VoIP-Nutzung — und dabei ist sie nebenbei auf Wunsch noch ADSL2+-Router mit 4x Fastethernet und WLAN … Kurz: Eigentlich ideal für das entfernte Office.
Also flugs die 7170 per SIP an Asterisk gekoppelt, Wahlregeln in der 7170 eingerichtet, so daß die fragliche MSN auf dem internen ISDN zu liegen kommt, das angeschlossene ISDN-Telefon konfiguriert und noch Wahlregeln im Asterisk hinterlegt, sodaß ein Auruf, der per HFC-PCI-Karte und zapata auf der fraglichen MSN ankommt, per SIP an die 7170 geschoben wird => fertig ist die Laube, das ISDN-Telefon an der 7170 klingelt, Verbindung steht, alles geil.
Hmm. Was aber, wenn nun ein Anruf statt über die neuen Nummern über die alte ISDN-MSN geführt werden soll? Derlei ist etwas schwieriger zu machen, um nicht zu sagen, von der Fritz!Box-Firmware so nicht vorgesehen. Man kann Zielrufnummern routen, aber scheinbar nicht in Abhängigkeit der abgehenden MSN andere Wahlpläne selektieren. Gut, der Fall steht auch nicht auf der Anforderungsliste, aber ich sorge gerne vor; mal sehen, vielleicht findet sich dafür ja auch noch eine Lösung …
Angestachelt von den Möglichkeiten, habe ich mich mit der Fritz!Box Fon mal weiter auseinandergesetzt; es gibt dort ja schon seit Jahren eine sehr aktive Community, die die Möglichkeiten der FBF (Fritz!Box Fon) durch Add-Ons und Firmwareergänzungen bis hin zu -modifikationen erweitern. Und so, wenig überraschend eigentlich, stieß ich auch auf einen OpenVPN-Server für die FBF; bequem auf USB-Stick oder notfalls per Web-Download installiert, fährt das kleine Schätzchen dan einfach hoch und meldet sich nach kurzer Zeit an einem zentralen OpenVPN-Server an.
Kein großes Ding jetzt eigentlich, das können andere Geräte auch. Richtig »kühl« wird’s aus meiner Sicht durch die Kombination der Dienste: die FBF kann statt über das öffentliche Netz über den OpenVPN-SSL-Tunnel die Verbindung zum Asterisk aufnehmen, was einer – meines Wissens – effektiven Verschlüsselung des VoIP-Traffics gleichkommt. Da kann Wolfgangs Truppe noch so sehr mit der TKÜV rumspielen, diese Kommunikation bleibt Ihnen erst einmal vorborgen. Wenn ich das richtig verstehe – ich habe noch nicht getraced –, kann man Asterisk ferner instruieren, daß die Kommunikation, z. B. wg. NAT, nur über ihn läuft; dadurch sollte die Kommunikation definitig im Tunnel bleiben.
Sicher, dies ist jetzt keine ultra neue Entdeckung; ich finde es aber hinreichend erstaunlich, daß ich mit zwei in der Welt verteilten Fritz!Boxen und einem zentralen Asterisk-Server alleine schon einen sicheren VoIP-Kanal quer durch’s Netz bauen kann. (Sprich: dadurch, daß OpenVPN direkt auf der FBF läuft, braucht’s keine komplexen Aufbauten mit zusätzlichem OpenVPN-Gateway mehr.).
Zudem bietet die aktuelle Firmware für die 7170 (zumindest im AVM-Branding) die Möglichkeit, direkt an der 7170 (und 72×0) SIP-Telefone zu registrieren; als SIP-Telefon kann z. B. auch eine andere Fritz!Box Fon dienen. Auch hier sollte ein Routing durch einen OpenVPN-Tunnel funktionieren (noch nicht getestet im Versuchsaufbau). Ggf. können zwei FBF auch untereinander direkt einen OpenVPN-Link aufbauen, um die Latenz und Fehleranfälligkeit durch einen zentralen Hop zu vermeiden. (Etwas mehr Konfigurationsaufwand, aber technisch simpelst machbar.)
Richtig lustig – ich habe das im Weitverkehrsnetz aber noch nicht getestet – wird es dann, wenn man Asterisk mittels chan_capi und FBRCAPI die »ISDN-Karte« einer FBF über das Internet – via OpenVPN-Tunnel auch verschlüsselt – zugänglich macht: das Internet als ziemlich langer PCI-Bus bzw. USB-Kabel, interessanter Gedanke. Mit der Latenz von 2ms im OpenVPN-Tunnel im LAN klappt das ganz gut, ob es mit 40 bis 80 ms im wirklichen Netz auch noch funktionieren wird, wird man sehen.
Leider, möchte ich fast sagen, sind viele der Möglichkeiten mittlerweile in Deutschland gar nicht mehr nachgefragt, denn in Zeiten, wo nahezu jeder mit DSL-Zugang auch eine Telefonie-Flatrate hat, erübrigt sich das Untertunneln von NATs und Schalten direkter VoIP-Verbindungen aus Kostengründen. Und mangels der Planung terroristischer Anschläge fehlt es mir auch sonst etwas an Einsatzpotential; was bleibt, wäre ein Unterwandern der Vorratsdatenspeicherung – ziviler Ungehorsam dem Wolfgang und seinen Schergen also.
Das UKE, (IT-) Flopp aus dem Bilderbuch? (Updated)
Vielleicht erwarte ich als Steuerzahler einfach zu viel – und, zugegeben, ich zahle meine Steuern ja in NRW und nicht in Hamburg –, aber das, was ich aufgrund familiären Hintergrundes bislang von Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, kurz: UKE, mitbekommen durfte, finde ich beachtlich.
Nach der fragwürdigen Nicht- bzw. Kaumreinigungspolitik zumindest der (Besucher-) Toilietten hinter dem Empfang im EG und dem Fehlalarm gestern habe ich heute, mal nicht vor Ort, mit ausgeprägter technischer Unfähigkeit seitens des UKEs zu kämpfen: die telefonische Erreichbarkeit ist nicht existent, die UKE-Zentralnummer (wie auch die der mich mehr interessierenden betreffenden Intensivstation …) ist aus Gütersloh weder per T-ISDN, D2 oder Sipgate (VoIP-Anbieter) zu erreichen. Anruf auf der 040/7410-0 ergibt:
- Von D2: “Netz belegt”. Andere Ziele: problemlos.
- Von T-ISDN (Festnetz): “Netzabschnitt belegt”; andere Zielrufnummern: problemlos.
- Über sipgate.de: “Netzwerkfehler” bzw. “kurzzeitiger Fehler”. Andere Ziele, z. B. T-Festnetz Gütersloh: problemlos.
Dem Vernehmen nach hat sich wohl ein neuerlicher Fehlalarm ereignet; daß Angehörige aber jetzt telefonisch nur noch »Störung« zu hören bekommen, ist aus meiner Sicht ein GAU.
Einmal mit Profis …
KSE – (Un-) Hygiene im UKE
Feuerfehlalarm im UKE
Schilda Recycling
Schwarzer Humor
Das Thema ist eigentlich ernst, aber ich mußte dennoch schmunzeln beim Lesen folgender Kommentare zu einem law blog-Beitrag:
3. Servus meint: (27.5.2009 um 18:48)
Tja… die Stoppschildgeschichte… ist doch so, als würde ich einen Sichtschutz aufstellen, um nicht mehr sehen zu müssen, wie der Nachbar von gegenüber jeden Abend seine Kinder vergewaltigt… kann ja keiner ertragen, dieses Elend…
7. Stefan meint: (27.5.2009 um 19:00)
@3
das verstehst du falsch. dein nachbar hat seine kinder bisher nur vergewaltigt, weil er dir eine show bieten wollte.
sobald der sichtschutz steht hört er damit auf.
Viel besser kann man die Groteske, die von der Leyen da angezettelt hat, aus meiner Sicht nicht beschreiben. ’nuff said.






